Landkreis Westprignitz

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Das Kreisgebiet 1905
Siegelmarke Der königliche Landrat des Kreises Westprignitz

Der Landkreis Westprignitz, bis 1939 Kreis Westprignitz, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR von 1817 bis 1952.

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Westprignitz umfasste am 1. Januar 1945 die fünf Städte Bad Wilsnack, Havelberg, Lenzen, Perleberg und Putlitz sowie 136 weitere Gemeinden. Heute gehört der größte Teil des ehemaligen Kreisgebiets zum Landkreis Prignitz im Bundesland Brandenburg. Der südliche Zipfel des früheren Landkreises rund um die Stadt Havelberg gehört heute zum Landkreis Stendal im Bundesland Sachsen-Anhalt und ein kleiner Teil im Norden des früheren Landkreises gehört heute zum Landkreis Ludwigslust-Parchim im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte mit Wirkung zum 1. April 1817 im Regierungsbezirk Potsdam der preußischen Provinz Brandenburg eine Kreisreform, bei der in der Prignitz die neuen Kreise Westprignitz und Ostprignitz entstanden. Der Kreis Westprignitz wurde gebildet aus

Das Landratsamt befand sich in der Stadt Perleberg.[1][2]

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 1. August 1922 schied die Stadt Wittenberge aus dem Kreis Westprignitz aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Westprignitz entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Januar 1939 erhielt der Kreis Westprignitz entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 verlor die Stadt Wittenberge ihre Kreisfreiheit und kam am 1. Juli 1950 wieder zum Kreis Westprignitz.

Im Zuge der Verwaltungsneugliederung am 23. Juli 1952 wurden das Land Brandenburg und der Landkreis Westprignitz aufgelöst:

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Perleberg wechselte am 3. Oktober 1990 in das neu begründete Land Brandenburg, nachdem eine Bürgerbefragung im Sommer 1990 dies befürwortete. Am 1. August 1992 wechselte auch die Region Lenzen per Staatsvertrag vom 1. Juli 1992 zum Land Brandenburg und damit zum Kreis Perleberg. Aus den alten Kreisen Perleberg und Pritzwalk (ohne die Gemeinden Blumenthal, Grabow und Rosenwinkel) und dem Amt Gumtow des ehemaligen Kreises Kyritz wurde am 6. Dezember 1993 der neue Landkreis Prignitz gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 40.057 [3]
1846 63.317 [4]
1871 70.892 [5]
1890 72.697 [6]
1900 76.789 [6]
1910 81.414 [6]
1925 62.216 [6]
1933 62.158 [6]
1939 63.439 [6]
1946 88.487 [7]

Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Westprignitz gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Landkreis Westprignitz gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stadt Wilsnack erhielt 1929 die Zusatzbezeichnung Bad.
  • Die Gemeinde Grenzheim hieß bis 1919 Schweinekofen[8]
  • Die Gemeinde Groß Warnow hieß bis 1937 Warnow
  • Die Gemeinde Klein Warnow hieß bis 1937 Wendisch Warnow

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Westprignitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1816, Nr. 12. Potsdam, S. 103 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  2. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam. Inkrafttreten der neuen Kreiseinteilung des Regierungsbezirks Potsdam. Band 1817, Nr. 7. Potsdam, S. 51 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  3. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Potsdam, S. 197 (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  4. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin, Band 2. Einwohnerzahlen der Kreise. S. 313 (Digitalisat).
  5. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871
  6. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Westprignitz. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Volkszählung 1946
  8. Ländliche Baukultur Brandenburg