Landkreis Spremberg (Lausitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Spremberg (Lausitz), früher Spremberg, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen und der SBZ bzw. DDR zwischen 1818 und 1952. Der Landkreis umfasste am 1. Januar 1945 die Kreisstadt Spremberg sowie 37 weitere Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand 1818 der Kreis Spremberg im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“. Das Landratsamt war in Spremberg.

Zum 1. August 1825 wurde der südliche Teil des Kreises Spremberg zur Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz, abgetreten. Er bildete dort den neuen Kreis Hoyerswerda.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Spremberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Die Kreisbezeichnung wurde in den 1930er Jahren in Spremberg (Lausitz) festgesetzt.

Seit dem 1. Januar 1939 wurde der Kreis entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung als „Landkreis“ bezeichnet. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Sowjetische Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kreis Spremberg

Mit Wirkung zum 1. April 1946 kamen durch Beschluss des Präsidiums der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg einige Gemeinden des aufgelösten Kreises Sorau zum Landkreis Spremberg.[1][2] Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 wurden die Kreisgrenzen erneut leicht verändert. Der Kreis Spremberg erhielt drei Gemeinden vom Landkreis Cottbus und eine Gemeinde vom Landkreis Senftenberg, im Gegenzug trat er eine Gemeinde an den Landkreis Senftenberg ab.

Der neue Kreis Spremberg wurde 1952 im Zuge der Kreisreformen in der DDR Teil des Bezirks Cottbus.

Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten]

Der Landkreis Spremberg (Lausitz) gliederte sich zunächst in eine Stadtgemeinde, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherige Stadtgemeinde Spremberg führte jetzt die Bezeichnung „Stadt“, später „Kreisstadt“. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

  • 1817–1840: August Ludwig Theodor von Oertzen († 1840)
  • 1841–1871: Julius Eduard von Poncet
  • 1871–1881: Gustav Eduard Eugen Seydel († 1881)
  • 1881–1888: Daniel Martin Immanuel Hoffmann
  • 1888–1901: Ernst Falkenthal
  • 1901–1919: Erwin Wilkins
  • 1919–1925: Wilhelm Köhne
  • 1925–1928: Walter Wüllenweber
  • 1928–1933: Rudolf Sachse
  • 1933–1934: Hansen Burscher
  • 1934–1945: Georg Jacobi

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die Ortsnamen wurden im Wesentlichen bis heute beibehalten. Im Jahr 1937 wurden einige Ortsnamen sorbischer Herkunft aus politischen Gründen eingedeutscht oder das Schriftbild vereinfacht:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Kreis Sorau bei genealogy.net
  2. Verordnungsblatt der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg Nr. 14 vom 23. September 1946