Landkreis Spremberg (Lausitz)

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Dieser Artikel behandelt den historischen Landkreis Spremberg (1816–1952). Für den Kreis Spremberg im Bezirk Cottbus (1952–1990) und den Landkreis Spremberg in Brandenburg (1990–1993) siehe Kreis Spremberg.
Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Spremberg (Lausitz), bis 1939 Kreis Spremberg (Lausitz), früher Kreis Spremberg, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR von 1816 bis 1952. Der Landkreis umfasste am 1. Januar 1945 die Kreisstadt Spremberg sowie 37 weitere Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand 1816 der Kreis Spremberg im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“. Das Landratsamt war in Spremberg. Zum 1. August 1825 wurde der südliche Teil des Kreises Spremberg an die Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz, abgetreten. Er bildete dort den neuen Kreis Hoyerswerda.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Spremberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Die Kreisbezeichnung wurde in den 1930er Jahren in Spremberg (Lausitz) festgesetzt.

Seit dem 1. Januar 1939 wurde der Kreis entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung als „Landkreis“ bezeichnet. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Sowjetische Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wirkung zum 1. April 1946 kamen durch Beschluss des Präsidiums der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg die Gemeinden Bahren-Zelz, Döbern, Gosda bei Döbern, Groß Kölzig, Jämlitz, Jerischke, Klein Düben, Klein Kölzig, Kromlau, Preschen, Raden, Tschernitz und Zschorno des aufgelösten Landkreises Sorau zum Landkreis Spremberg.[1][2]

Durch das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 wurden die Kreisgrenzen am 1. Juli 1950 erneut verändert, dabei erhielt der Landkreis Spremberg die Gemeinden Drieschnitz, Jocksdorf und Kahsel vom Landkreis Cottbus sowie die Gemeinde Rehnsdorf aus dem Landkreis Calau.

Die Gebietsreform in der DDR von 1952 brachte umfangreiche Gebietsänderungen:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1840 13.773 [3]
1871 23.505 [4]
1890 27.699 [5]
1900 29.474 [5]
1910 35.470 [5]
1925 39.771 [5]
1933 42.646 [5]
1939 44.389 [5]

Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Spremberg (Lausitz) gliederte sich in eine Stadt, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1817–1840 August Ludwig Theodor von Oertzen († 1840)
  • 1841–1871 Julius Eduard von Poncet
  • 1871–1881 Gustav Eduard Eugen Seydel († 1881)
  • 1881–1888 Daniel Martin Immanuel Hoffmann
  • 1888–1901 Ernst Falkenthal
  • 1901–1919 Erwin Wilkins
  • 1919–1925 Wilhelm Köhne
  • 1925–1928 Walter Wüllenweber
  • 1928–1933 Rudolf Sachse
  • 1933–1934 Hansen Burscher
  • 1934–1945 Georg Jacobi

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Landkreis Spremberg gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1930er Jahren gab es einige Änderungen der Schreibweise wie

  • Byhlow → Bühlow
  • Jehserigk → Jehserig
  • Terppe → Terpe.

Durch die Nationalsozialisten wurden 1937 in der Lausitz mehrere Ortsnamen sorbischen Ursprungs mit neuen deutschen Namen versehen (Übersetzung oder freie Erfindung). Anders als z.B. in Sachsen wurden diese Namensänderungen hier nach 1945 nicht rückgängig gemacht. Die Gemeinde Dubraucke erhielt dabei den neuen Namen Eichwege.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 208–213.
  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 594–600.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Kreis Sorau bei genealogy.net
  2. Verordnungsblatt der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg Nr. 14 vom 23. September 1946
  3. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O., Harnecker, 1844, S. 30
  4. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871
  5. a b c d e f Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Spremberg. Abgerufen am 2. April 2016.