Landkreis Westhavelland

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Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Westhavelland entstand 1816 aus der Teilung des frühneuzeitlichen Havelländischen Kreises und war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen und der SBZ bzw. DDR zwischen 1818 und 1952.

Der Landkreis Westhavelland umfasste am 1. Januar 1945:

Die Kreisstadt Rathenow war zwischen 1925 und 1950 ein eigener Stadtkreis und lag als Enklave innerhalb des Kreisgebietes. Die Industriegemeinde Premnitz besaß bereits in den 1920er Jahren mehr als 2000 Einwohner und wurde 1962 zur Stadt erhoben. Durch die Verwaltungsreform 1952 wurden aus den Kreisen Ost- und Westhavelland mit erheblichen Gebietsverlusten die Kreise Nauen und Rathenow geschaffen.

Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet überwiegend zum Landkreis Havelland. Plaue ist heute ein Stadtteil von Brandenburg an der Havel. Die Stadt Pritzerbe gehört heute zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand seit 1818 der Kreis Westhavelland im Regierungsbezirk Potsdam in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“. Das Landratsamt war in Rathenow.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 1. April 1881 schied die Stadtgemeinde Brandenburg a./Havel aus dem Kreis Westhavelland aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Am 1. Juni 1925 schied die Stadtgemeinde Rathenow aus dem Kreis Westhavelland aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 1. April 1929 wurde die Gemarkung Klein Kreutz (Weinberge) des Stadtkreises Brandenburg (Havel) in die Landgemeinde Klein Kreutz im Kreis Westhavelland umgegliedert, ferner traten die Landgemeinden Dom Brandenburg und Neuendorf aus dem Kreis Westhavelland zum Stadtkreis Brandenburg (Havel). Zum 30. September 1929 fand im Kreis Westhavelland entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Oktober 1937 trat die Gemeinde Briest (teilweise) vom Kreis Westhavelland zum Stadtkreis Brandenburg (Havel). Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Westhavelland entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis Westhavelland. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

DDR[Bearbeiten]

Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 wurde die Stadt Rathenow wieder in den Landkreis Westhavelland eingegliedert. Gleichzeitig wurden zwei Gemeinden aus dem Kreis Westhavelland in den Stadtkreis Brandenburg eingegliedert.

1952 wurde der Landkreis Westhavelland auf die Landkreise Brandenburg, Rathenow und Nauen aufgeteilt, die Stadt Plaue wurde dem Stadtkreis Brandenburg eingegliedert.

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Die Kreis Westhavelland gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Friesack, Plaue a./Havel, Pritzerbe und Rhinow führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

  • 1816–1841: Ferdinand von der Hagen
  • 1841–1849: Hasso von Bredow
  • 1849–1862: Ewald Friedrich Georg Wilhelm Julius von Hertzberg
  • 1862–1877: Ludwig von Bredow
  • 1877–1899: Heinrich Leopold Waldemar von der Hagen
  • 1899–1900: Friedrich Wilhelm von Loebell
  • 1900–1909: Walther von Miquel
  • 1934–1935: Wilhelm Borchers († 1935)
  • 1935–1945: Karl Eckert

Literatur[Bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Hermann Cramer, Halle 1872–1889, Band 4, Reprint, (Faksimilie), ISBN 978-3-88372-003-6, Potsdam 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Westhavelland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien