Lightning (Schnittstelle)

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Lightning-Stecker
Buchsenbelegung
Pinbelegung
Pin Funktion
1, GND Masse
2, L0p Daten: Lane 0+
3, L0n Daten: Lane 0-
4, ID0 Identifikation (control 0)
5, PWR Stromversorgung
6, L1n Daten: Lane 1-
7, L1p Daten: Lane 1+
8, ID1 Identifikation (control 1)

Lightning bezeichnet eine proprietäre Schnittstelle von Apple, die für dünnere Bauweisen in tragbaren Geräten entwickelt wurde. Sie ersetzt seit dem Jahr 2012 den vorher verwendeten 30-poligen-Anschluss.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Lightning-Anschluss wurde von Phil Schiller während der Produktpräsentation am 12. September 2012 vorgestellt.[1] In dieser Präsentation wurden auch das iPhone 5, der iPod touch (5. Generation) und der iPod nano (7. Generation) vorgestellt, welche alle den Lightning-Anschluss besitzen. Heute nutzen die folgenden Geräte von Apple den Lightning-Anschluss:

iPad iPhone iPod Zubehör
2012 iPad 4. Generation
iPad mini
iPhone 5 iPod nano 7. Generation
iPod touch 5. Generation
2013 iPad Air
iPad mini 2
iPhone 5c
iPhone 5s
2014 iPad Air 2
iPad mini 3
iPhone 6
iPhone 6 Plus
2015 iPad mini 4
iPad Pro
iPhone 6s
iPhone 6s Plus
iPod touch 6. Generation Magic Keyboard
Magic Mouse 2
Magic Trackpad 2

Inzwischen wurde auch weiteres Zubehör, wie Kabel, Kopfhörer oder Lautsprecher von Drittanbietern vorgestellt, das den Lightning-Anschluss verwendet. Wenn es von Apple mit „Made for iPod iPhone iPad“ ausgezeichnet ist, wird es vom jeweiligen Gerät wie anderes Zubehör von Apple erkannt. Von Apple kamen außerdem verschiedene Adapter und die Pill+ von Apples Tochterfirma Beats.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Kabel mit Lightning- und USB-Stecker
Lightning-Stecker

Der Name „Lightning“ (engl. Blitz) ist an den Namen der von Intel und Apple eingeführten Schnittstelle Thunderbolt (engl. Blitz mit gleichzeitigem Donnerschlag) angelehnt.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Reaktionen auf den neuen Anschluss waren gemischt. Manche lobten den erweiterten Funktionsumfang, kleinere Größe und beidseitige Verwendbarkeit, viele kritisierten jedoch auch, dass altes Zubehör für iPhone, iPad und iPod nicht mehr kompatibel sei. Apple verkauft einen 30-polig-auf-Lightning-Adapter, um die Kompatibilität zum Großteil alter Zubehörteile sicherzustellen.[2] Außerdem wurde kritisiert, dass Apple nicht den standardisierten Micro-USB-Anschluss verwendet.[3] Um dennoch die Verpflichtung der Europäischen Union nach einem einheitlichen Ladestecker zu erfüllen, bietet Apple einen Micro-USB-Adapter an.[4]

Ausführungen[Bearbeiten]

Das Lightning-Kabel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Die Standardausführung, welche jedem neuen iOS Gerät beiliegt ist weiß und 100 cm lang. Des Weiteren sind noch eine 50 cm und 2 Meter Variante erhältlich.

Technik[Bearbeiten]

Der Lightning-Anschluss nutzt acht Kontakte und kann Datensignale digital elektrisch (jedoch nicht optisch) übertragen. Die Buchse am Gerät weist an einer Innenfläche des Schlitzes 8 federnde Kontakte auf. Am Stecker steht axial eine kleine, an den Ecken abgerundete (waagrechte) Platte mit etwa 8 × 1,5 mm Querschnitt etwa 8 mm weit vor. Der Stecker ist um 180° axial verdreht einsteckbar, da beide der etwa quadratischen Plattenflächen jeweils 8 Kontakte aufweisen. Diese liegen flächenbündig als gleichförmiger Raster von vergoldeten, parallelen Längsstreifen in weißem Isolierstoff, der ein quer-ovales Fenster in der vorderen Hälfte der jeweiligen Plattenfläche bildet. Die Platte besteht oberflächlich sonst aus Metall, ist mit Masse (GND) des Steckers verbunden, dient zur Abschirmung und steht aus einem Griff aus Kunststoff vor.

Am anderen Ende eines Kabels mit Lightning-Stecker kann u. a. ein USB-2.0-Steckeranschluss zum Einsatz kommen, zum Übertragen von Ladeleistung zum Gerät mit Lightning-Anschluss oder zur Zweiweg-Datenübertragung. Apple bietet auch ein Adapterstück an, das einen Lightning-Stecker und eine Micro-USB-Buchse aufweist und ebenfalls zum Laden und Datenaustausch dienen kann.

Ein Mikrocontroller im Lightning-Stecker teilt dem angeschlossenen Gerät (iPhone, iPad, iPod) mit, wofür das angeschlossene Kabel geeignet ist (z. B. USB, Audio etc.) und erwartet damit die dementsprechenden Signale vom Host-Gerät. Damit war es möglich, den 30-poligen Stecker der parallel Anschlüsse für USB, Audio, FireWire etc. enthielt und nur in einer Orientierung eingesteckt werden konnte, deutlich kompakter zu ersetzen.

Der Lightning-Stecker enthält auch einen Authentifizierungschip, um den Nachbau von Kabeln zu verhindern. Ein chinesisches Unternehmen konnte den Chip jedoch bereits 2012 nachbauen.[5] Apple wirkte dem mit dem Update auf iOS 7 im Jahr 2013 schon teilweise entgegen, indem man die Nutzer beim Verwenden von nicht-autorisierten Kabeln davor warnt.[6]

Mechanik[Bearbeiten]

Der Stecker ist selbstreinigend, da beim Einstecken der Schmutz von der Buchse abgestreift wird, bevor sich die Kontakte berühren. Der Stecker hat auf beiden Seiten Vertiefungen, in die die Federn im Anschluss hineinrutschen. Durch unterschiedlich große Vertiefungen des Steckers können verschieden starke Haltekräfte realisiert werden. Beispielsweise ist das Entfernen des Gerätes beim Dock von Apple deutlich einfacher als bei dem originalen Ladekabel.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Apple Keynote – iPhone 5, iPod & iTunes 11 (Special Event September 2012) – YouTube. Apple Werbung/YouTube. 15. September 2012. Abgerufen am 20. Dezember 2012. (Minute 35:57)
  2. iPhone 5 buyers face Lightning cable, adapter scarcity. cnet. 14. September 2012. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  3. Apple's Proprietary Lightning Beats Standard Micro-USB Mobile Connector. Informationweek. 25. September 2012. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  4. Lightning-auf-Micro USB Adapter. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  5. Apple's Lightning Authentication Reportedly Cracked, Unauthorized Third-Party Cables Coming. MacRumors. 10. September 2012. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  6. iOS 7 warns about non-certified Lightning Gables, though doesn't block them. 9to5Mac. 2013. Abgerufen am 27. Dezember 2015.