Liste der Stolpersteine im Landkreis Oberallgäu

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Die Liste der Stolpersteine im Landkreis Oberallgäu führt die im Landkreis Oberallgäu verlegten Stolpersteine auf. Sie sind Teil des europaweiten Projektes „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Dabei handelt es sich um dezentrale Mahnmale, die an das Schicksal derjenigen Menschen erinnern sollen, die im Landkreis Oberallgäu gelebt haben und von den Nationalsozialisten deportiert, in Konzentrationslagern und Vernichtungslagern ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.

Die Stolpersteine sind aus Beton gefertigte Würfel mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern. Auf ihren Oberseiten werden beschriftete Messingplatten mit kurzen Informationen über die Namen, Geburtsdaten, Schicksale, Todesdaten und -orte der Opfer angebracht. In der Regel werden die Gedenksteine in die Gehwege vor jenen Häusern eingelassen, in denen die Opfer geboren wurden bzw. in denen sie zuletzt gewohnt oder gewirkt haben. In Einzelfällen wurde auch ein anderer Verlegeort für die Stolpersteine gewählt, wie beispielsweise für jene in Weitnau-Hellengerst.

Grundlage dieser Liste sind die von der Initiative Stolpersteine für Kempten und Umgebung e.V. zur Verfügung gestellten Daten, soweit in den einzelnen Einträgen nichts anderes angegeben ist.[1]

Stolpersteine in Burgberg im Allgäu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Vorname Geburtsname Geburtsdatum Todesdatum Adresse Verlegedatum Bild des Stolpersteins
Kessler Walburga 9. Oktober 1918
(in Burgberg im Allgäu)
31. Juli 1943
(in Irsee)
Alt-Bgm.-Köberle-Str. 2,
(damals Haus Nr. 32)
1. Juli 2014[2]
Stolperstein Walburga Kessler in Burgberg.jpg

Stolpersteine in Weitnau-Hellengerst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Opfern aus dem Dorf Hellengerst handelte es sich um eine verwitwete Mutter mit ihren sieben Kindern. Die schwangere Johanna Rötzer und ihre sechs Kinder wurden allein wegen ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Sinti und Roma im Frühjahr 1943 in das Zigeunerlager Auschwitz, einen gesonderten Abschnitt des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 14. März 1943 ankamen.[3][4] Der jüngste Sohn Joseph kam im Juni 1943 im Lager zur Welt. Die ganze Familie wurde dort ermordet. Die acht Stolpersteine für die Familie Rötzer wurden am 1. Juli 2014 am westlichen Eingang zum Friedhof von Hellengerst verlegt. Ein weiterer Stein benennt ihre letzte Adresse in Hellengerst, den Ettensberger Weg 10.[2][5]

Name Vorname Geburtsname Geburtsjahr Todesdatum Verlegeort Verlegedatum Bild des Stolpersteins
Rötzer Johanna unbekannt 10. Oktober 1908
(in Jungenau)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
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1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 02.jpg
Rötzer Josef 29. Oktober 1929
(in Misbach)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
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1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 03.jpg
Rötzer Ludwig 2. November 1930
(in Ravensburg)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
Erioll world.svg
1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 05.jpg
Rötzer Anna 18. Juni 1933
(in Ebratshofen)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
Erioll world.svg
1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 04.jpg
Rötzer Ferdinand 10. November 1935
(in Hellengerst)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
Erioll world.svg
1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 06.jpg
Rötzer Rosina 5. Januar 1938
(in Augsburg)[3][4]
22. März 1943[3] Am westlichen Friedhofseingang.
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1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 07.jpg
Rötzer Franz 26. November 1939
(in Hellengerst)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
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1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 09.jpg
Rötzer Joseph 10. Juni 1943
(Lager Auschwitz-Birkenau)[3][4]
1943 Am westlichen Friedhofseingang.
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1. Juli 2014
Stolperstein Rötzer 10.jpg

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Initiative Stolpersteine für Kempten und Umgebung e.V.; c/o Martin Huss; Wiggensbach
  2. a b Neue Stolpersteine im Allgäu (Schicksale der Opfer), DKP München online, dkp-muenchen.de, abgerufen am 12. August 2016.
  3. a b c d e f g h i j Datenbank der Gefangenen, Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau, auschwitz.org, abgerufen am 16. August 2016. (englisch)
  4. a b c d e f g h i Datenbank „Holocaust Survivors and Victims Database“ (Suchwort „Rötzer“), United States Holocaust Memorial Museum, ushmm.org, abgerufen am 16. August 2016. (englisch)
  5. Presseberichte über die Verlegung der Stolpersteine, Allgäuer Zeitung, Juli 2014, bv-opfer-ns-militaerjustiz.de, .pdf (2 Seiten), abgerufen am 15. August 2016.