Liste der Stolpersteine in Neu-Ulm

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In der Liste der Stolpersteine in Neu-Ulm werden die in Neu-Ulm bisher vorhandenen Stolpersteine aufgeführt (Stand Ende 2016). Sie sind Teil des europaweiten Projektes „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Dabei handelt es sich um dezentrale Mahnmale, die an das Schicksal derjenigen Menschen erinnern sollen, die in Neu-Ulm gelebt haben und von den Nationalsozialisten deportiert und unter anderem in Konzentrationslagern und Vernichtungslagern ermordet wurden.

Die ersten zehn Stolpersteine wurden am 14. September 2015 in Neu-Ulm verlegt. Alle Neu-Ulmer Stolpersteine sind ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gewidmet. Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Inge-Aicher-Scholl-Realschule und der Christoph-Probst-Realschule mit ihren Lehrerinnen sowie ein interessierter Bürger recherchierten im Vorfeld der Verlegung mit Unterstützung durch die Stadtverwaltung Neu-Ulm die Biografien der betreffenden NS-Opfer.[1][2] Sämtliche Stolpersteine wurden im Jahr 2015 von Neu-Ulmer Stadträten aus privaten Mitteln gestiftet.[3] Die Stadt Neu-Ulm finanzierte die erforderlichen Straßenarbeiten.

Am 29. Oktober 2016 wurden weitere 5 Stolpersteine verlegt.[1] Weitere 8 Stolpersteine verlegte Demnig am 12. Oktober 2017.[4]

Die Liste enthält die Adressenangabe des jeweiligen Stolpersteins, den Namen des NS-Opfers, einige biografische Informationen und  – soweit verfügbar – ein Bild des Stolpersteins. Ausführliche Beschreibungen der Einzelschicksale sind mit den jeweiligen Personen verlinkt und durch Anklicken des Wortes „Biografie“ abrufbar.

Adresse Name Leben Verlegung Bild
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Heinrich Leopold Bissinger Heinrich Leopold Bissinger (* 17. September 1888), seine Ehefrau Berta Bissinger sowie deren vier Geschwister wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für
Heinrich Leopold Bissinger
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Berta Bissinger
(geborene Bissinger)
Berta Bissinger (* 24. August 1891), ihr Ehemann Heinrich Leopold Bissinger sowie ihre vier Geschwister wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Berta Bissinger
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Daniel Bissinger Daniel Bissinger (* 14. Februar 1881), seine vier Geschwister und sein Schwager Heinrich Leopold Bissinger wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Daniel Bissinger
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Max Bissinger Max Bissinger (* 7. August 1882), seine vier Geschwister und sein Schwager Heinrich Leopold Bissinger wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Max Bissinger
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Sofie Bissinger Sofie Bissinger (* 13. Juni 1888), ihre vier Geschwister und ihr Schwager Heinrich Leopold Bissinger wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Sofie Bissinger
Augsburger Straße 34 Welt-Icon Betty Bissinger Betty Bissinger (* 8. September 1901), ihre vier Geschwister und ihr Schwager Heinrich Leopold Bissinger wurden am 1. April 1942 deportiert und im polnischen Lager Piaski ermordet.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Betty Bissinger
Beethovenstraße 11,
Stadtteil Offenhausen Welt-Icon
Jakob Karnowski Jakob Karnowski (* 27. Februar 1880) und seine Ehefrau Regina stammten ursprünglich aus Polen. Das Ehepaar lebte lange in Neu-Ulm und betrieb ein Zigarrengeschäft. Im Jahr 1938 wurden sie zurück nach Polen deportiert.
Jakob Karnowski und starb am 26. Februar 1942 im Ghetto Litzmannstadt.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Jakob Karnowski
Beethovenstraße 11,
Stadtteil Offenhausen Welt-Icon
Regina Karnowski
(geborene Nejmann/Neumann)
Regina Karnowski (* 16. März 1884) und ihr Ehemann Jakob stammten ursprünglich aus Polen. Das Ehepaar lebte lange in Neu-Ulm und betrieb ein Zigarrengeschäft. Im Jahr 1938 wurden sie zurück nach Polen deportiert.
Regina Karnowski starb am 18. März 1942 im Ghetto Litzmannstadt.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Regina Karnowski
Schützenstraße 38 Welt-Icon Alfred Neuburger Der Rechtsanwalt Alfred Neuburger (* 4. September 1883) wurde zunächst in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb am 28. Oktober 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Alfred Neuburger
Bahnhofstraße 12 Welt-Icon Siegmund Liebermann Der Hopfenhändler Siegmund Liebermann (* 16. September 1857) wurde als fast 85-Jähriger im Jahr 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb dort wenige Wochen später an einer Krankheit.[1]
-> Biografie
14. Sep. 2015
Stolperstein für Siegmund Liebermann
Bahnhofstraße 16 Welt-Icon Siegfried Bauland Dem jüdischen Pferde- und Viehhändler Siegfried Bauland (* 2. Oktober 1886) gelang am 16. März 1940 die Flucht in die USA. 1945 wurde er dort eingebürgert.[1]
-> Biografie
29. Okt. 2016
Stolperstein für Siegfried Bauland
Hermann-Köhl-Straße 16 Welt-Icon Flora Bayersdorfer
(geborene Moos)
Flora Bayersdorfer (* 30. Juli 1878) musste 1940 nach der "Arisierung" ihrer Wohnung in der Hermann-Köhl-Straße in das Haus der Familie Bissinger umziehen. 1942 war sie für die Deportation in das Ghetto Izbica vorgesehen, war dafür aber zu alt und gebrechlich. Im März 1943 musste sie nach München umziehen und wurde von dort vermutlich in das KZ Auschwitz verfrachtet und dort ermordet.[1]
-> Biografie
29. Okt. 2016
Stolperstein für Flora Bayersdorfer
Johannisstraße 4 Welt-Icon Josef Stern Josef Stern (* 2. April 1893) wollte schon 1939 nach Kuba auswandern, dies gelang jedoch nicht. So musste er von der Johannisstraße 4 in das Haus von Anna Wolff umziehen, bevor er 1942 über das Sammellager Milbertshofen erst in das Lager Piaski und später in das KZ Majdanek deportiert wurde. Er starb unter ungeklärten Umständen am 29. Juni 1942 in Majdanek.[1]
-> Biografie
29. Okt. 2016
Stolperstein für Josef Stern
Schützenstraße 38 Welt-Icon Frieda Wurmser Frieda Wurmser (* 6. September 1894) musste im Juni 1939 nach der "Arisierung" in die Hindenburgstraße 34 (heute Augsburger Straße) umziehen. Von dort floh sie im Juli 1939 über Edinburgh/Schottland in die USA, wo sie am 10. September 1940 ankam.[1]
-> Biografie
29. Okt. 2016
Stolpersteine für Alfred Neuburger und Frieda Wurmser
Schützenstraße 41 Welt-Icon Anna Wolff
(geborene Bernheim)
Anna Wolff (* 5. Mai 1876) war nach dem Tod ihres Mannes David Theodor Wolff von 1921 bis 1933 die Firmeninhaberin der Schäftefabrik L. Bernheim & Sohn. Von der ersten Deportationswelle im April 1942 blieb sie noch verschont, doch am 10. August 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 6. März 1943.[1]
-> Biografie
29. Okt. 2016
Stolperstein für Anna Wolff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Neu-Ulm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q Stolpersteine auf der Homepage der Stadt Neu-Ulm, nu.neu-ulm.de, abgerufen am 21. Dezember 2015
  2. Anja Schulz: Stolpersteine: Neu-Ulm erinnert sich, Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Neu-Ulm, Nr. 38/15, S. 16, auf rs-pfuhl.de, abgerufen am 21. Dezember 2015
  3. Erwin Ruschitzka: Stolpersteine in Neu-Ulm, Südwest Presse Ulm/Neu-Ulm, 16. Juli 2015, swp.de, abgerufen am 21. Dezember 2015
  4. Rudi Kübler: 34 weitere Stolpersteine für Ulm und Neu-Ulm, Südwest Presse Ulm/Neu-Ulm, 13. Oktober 2017, swp.de, abgerufen am 11. Juli 2018