Mönthal

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Mönthal
Wappen von Mönthal
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4106i1f3f4
Postleitzahl: 5237
Koordinaten: 653019 / 263317Koordinaten: 47° 31′ 6″ N, 8° 8′ 33″ O; CH1903: 653019 / 263317
Höhe: 478 m ü. M.
Fläche: 3,94 km²
Einwohner: 390 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 99 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
12,6 % (31. Dezember 2016)[2]
Website: www.moenthal.ch
Mönthal

Mönthal

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Mönthal (in der lokalen Mundart: ˈmyəndəl)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt rund sechs Kilometer nordwestlich des Bezirkshauptorts.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mönthal liegt in einer Mulde am westlichen Ende eines schmalen Seitentals in der Übergangszone zwischen Faltenjura und Tafeljura, auf halben Weg zwischen Brugg und Laufenburg. Das Dorf ist fast gänzlich von Hügeln umgeben. Dazu zählen die Burghalde (643 m ü. M.) im Osten, die Egg (602 m ü. M.) im Norden, der Hommel (674 m ü. M.) im Westen und die Winterhalde (600 m ü. M.) im Süden. Etwas mehr als einen halben Kilometer westlich des Dorfes liegt der Weiler Ampferen (500 m ü. M.), darüber hinaus gibt es mehrere Einzelhöfe.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 394 Hektaren, davon sind 181 Hektaren bewaldet und 34 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Hommel auf 674 Metern, der tiefste liegt auf 440 Metern an der östlichen Gemeindegrenze. Das Gemeindegebiet von Mönthal ist Teil des Juraparks Aargau, einem «Regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung».

Nachbargemeinden sind Gansingen im Norden, Remigen im Osten, Bözberg im Süden, Effingen im Südwesten, Elfingen im Westen und Laufenburg im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde belegen, dass das Tal bereits seit der Hallstattzeit vor rund 4500 Jahren besiedelt war. Während der Bronzezeit soll sich auf der Burghalde eine Hügelfestung befunden haben. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche von Muenuntal erfolgte im Jahr 1273. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze) muonintale und bedeutet «im Tal des Muono».[3] Im 13. Jahrhundert fassten die Habsburger ihre Herrschaftsrechte westlich und nördlich von Brugg im Gericht Bözberg zusammen. Dazu gehörten neben Mönthal auch Oberbözberg, Unterbözberg, Lauffohr, Linn, Rein, Remigen, Riniken, Rüfenach, Stilli und Villigen. In diesen Dörfern übten die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit aus, in Mönthal, Remigen und Villigen auch die niedere Gerichtsbarkeit.

Ab 1348 wechselte das Gericht durch Verpfändung mehrmals den Besitzer und kam 1377 schliesslich zur Herrschaft Schenkenberg. 1444 wurde das Dorf während des Alten Zürichkriegs gebrandschatzt. 1460 besetzte die Stadt Bern die Herrschaft militärisch und fügte sie als Amt Schenkenberg den Untertanengebieten im Berner Aargau an. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im Jahr 1566 erfolgte die Trennung des Gerichtsbezirks Bözberg und die Gerichtsfälle wurden von nun an in Stilli verhandelt. 1718 vernichtete ein Brand einen Teil des Dorfes.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Mönthal gehört seither zum Kanton Aargau. Um 1850 zählte die Gemeinde noch über 500 Einwohner. Da die Landwirtschaft immer weniger Verdienstmöglichkeiten bot, wanderten viele Bewohner aus. Bis 1970 sank die Einwohnerzahl auf weniger als die Hälfte. Doch dann konnte der Abwärtstrend gestoppt werden, da die Gemeinde zunehmend als ruhig gelegener Wohnort entdeckt wurde. Innerhalb von dreissig Jahren nahm die Einwohnerzahl um mehr als drei Viertel zu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus dem Mittelalter stammende Kirche wurde um 1480 durch einen Chor ergänzt. Bis 1860 war Mönthal eine Filiale der Pfarrei Brugg, die aus dem Jahr 1590 stammenden Chorfenster wurden von den Brugger Ratsherren gestiftet.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau drei gelbe Spitzen, überhöht von drei sechsstrahligen gelben Sternen.» Bereits das Gemeindesiegel von 1872 verwendete ein ähnliches Wappen, allerdings verlief schräg zwischen dem ersten und zweiten Berg ein Fluss und die Bergspitzen waren abgerundet. Naturalistische Darstellung widersprechen den Regeln der Heraldik, weshalb das Wappenbild 1953 geändert wurde.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 515 333 287 257 255 239 280 397 398 413

Am 31. Dezember 2016 lebten 390 Menschen in Mönthal, der Ausländeranteil betrug 12,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 51,3 % reformiert und 26,9 % römisch-katholisch; 3,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 95,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 1,3 % Albanisch und Französisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Mönthal gehört zum Friedensrichterkreis Rein.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mönthal gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 100 Arbeitsplätze, davon 30 % in der Landwirtschaft, 28 % im Kleingewerbe und 42 % im Dienstleistungssektor.[10] Viele Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in Brugg und Umgebung oder im Fricktal.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt abseits der Hauptverkehrsachsen an der Strasse über die Ampferenhöhe (579 m ü. M.), einem wenig benutzten Juraübergang nach Sulz im Rheintal. Eine weitere Strasse führt über den Bürersteig (550 m ü. M.) nach Gansingen. Vom Bahnhof Brugg her verkehrt eine Postautolinie über Rüfenach nach Mönthal.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt seit Juli 2007 weder über einen Kindergarten noch eine Primarschule. Diese müssen im Nachbardorf Remigen absolviert werden. Die Realschule und die Sekundarschule können in Rüfenach besucht werden, die Bezirksschule in Brugg. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band II: Die Bezirke Brugg, Lenzburg. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 29). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1953. DNB 750561750.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung zweites Halbjahr 2016. Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2017, abgerufen am 4. März 2017 (PDF, 779 kB).
  2. Bevölkerungsentwicklung zweites Halbjahr 2016. Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2017, abgerufen am 4. März 2017 (PDF, 779 kB).
  3. a b Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100. Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 275–277.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5. Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Hrsg.: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg. Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  6. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 216.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.