Müllendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ortsteil der Stadt Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) siehe Müllendorf (Geilenkirchen)
Müllendorf
Wappen von Müllendorf
Müllendorf (Österreich)
Müllendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 12,78 km²
Koordinaten: 47° 50′ N, 16° 27′ OKoordinaten: 47° 50′ 20″ N, 16° 27′ 26″ O
Höhe: 232 m ü. A.
Einwohner: 1.388 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 109 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7052
Vorwahl: 02682 (Ortsnetz Eisenstadt)
Gemeindekennziffer: 1 03 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kapellenplatz 1
7052 Müllendorf
Website: www.muellendorf.at
Politik
Bürgermeister: Werner Huf (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
11
5
3
11 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Müllendorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler See Donnerskirchen Großhöflein Hornstein Klingenbach Leithaprodersdorf Loretto Mörbisch am See Müllendorf Neufeld an der Leitha Oggau am Neusiedler See Oslip Purbach am Neusiedler See Sankt Margarethen im Burgenland Schützen am Gebirge Siegendorf Steinbrunn Stotzing Trausdorf an der Wulka Wimpassing an der Leitha Wulkaprodersdorf Zagersdorf Zillingtal Eisenstadt Rust BurgenlandLage der Gemeinde Müllendorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Müllendorf ist eine Gemeinde mit 1388 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Szárazvám.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müllendorf liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Die Gemeinde ist eine Hangsiedlung und breitet sich über den Südhang des Leithagebirges über die Müllendorfer Senke bis zu den Nord- und Westausläufen des Föllig aus. Müllendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Müllendorf dann in der Provinz Pannonia.

Müllendorf wurde 1271 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter befand sich hier eine Mautstelle. 1569 wurde der Ort als Markt bezeichnet. Zerstörungen gab es in den Jahren 1529, 1532, 1605, 1683 und 1705. Ein Großbrand suchte den Müllendorf 1915 heim.[1]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szárazvám verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Die Ortschaft Müllendorf gehörte mit einigen Unterbrechungen zur Herrschaft Mattersdorf-Forchtenstein. Nach der Abschaffung der Grundherrschaft zählte das Dorf bis zum Jahre 1921 zum Stuhlrichteramt, Gerichtsbezirk und Steuerbezirk Kismarton (Eisenstadt). Da Müllendorf zwischen den Städten Ödenburg und Wien liegt, wurde es bei sämtlichen kriegerischen Ereignissen stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Ort litt nicht nur unter den Türkenkriegen, den Kuruzzeneinfällen, sondern auch unter Brandschatzungen, Truppendurchmärschen, Requirierungen, Seuchen, Mord, Totschlag und Vergewaltigungen während und in der Folge der Kriegszüge.

Im Juni 1915 brach ein verheerendes Feuer aus, das sich innerhalb von wenigen Stunden auf drei Viertel der Gemeinde ausbreitete. Nur wenige Häuser überstanden das Ereignis, wobei einige Bewohner obdachlos waren. Im Jahr 1917 mussten die Bewohner Getreide, Erdäpfel und Fett abliefern. Weiters wurden bis auf eine alle Glocken der Kirche abmontiert, ebenso die Metallpfeifen der Orgel. Nach dem Kriegsende 1918 kehrten die ungarischen Soldaten, zu denen auch die Müllendorfer zählten, in die Heimat zurück.

Auf der Friedenskonferenz in Paris im Sommer 1919 wurde die Angliederung der westungarischen Gebiete an Österreich in Aussicht gestellt. Das Gebiet sollte im August 1921 an Österreich übergeben werden, doch ungarische Freischärler stellten sich dem entgegen.

Am 15. April 1945 wurde ein provisorischer Bürgermeister eingesetzt, der sich auch mit den russischen Soldaten verständigen konnte. Nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945 beruhigte sich die Lage ein wenig. Der Durchzug der Nachschubtruppen nahm ein Ende. In der zweiten Hälfte des Jahres 1945 nahm die Heimkehr der Kriegsgefangenen zu. [2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müllendorf (Mitte oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Huf von der SPÖ.

Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 11, ÖVP 5 und BI 3 Mandate.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der Marktgemeinde Sankt Veit im Pongau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Müllendorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich bedeutende Kreide-Vorkommen, mit 17 Mio. Jahren das jüngste Europas, die Mühlendorfer Kreidefabrik und eine PET-Recyclinganlage.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Müllendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dehio-Handbuch Burgenland. Anton Schroll, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5, S. 199.
  2. Josef Berghofer: Müllendorf. Prugg, Eisenstadt 1980, S. 56–73.