Müllendorf

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Müllendorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Müllendorf
Müllendorf (Österreich)
Müllendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 12,78 km²
Koordinaten: 47° 50′ N, 16° 27′ OKoordinaten: 47° 50′ 20″ N, 16° 27′ 26″ O
Höhe: 232 m ü. A.
Einwohner: 1.397 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 109 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7052
Vorwahl: 02682 (Ortsnetz Eisenstadt)
Gemeindekennziffer: 1 03 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kapellenplatz 1
7052 Müllendorf
Website: www.muellendorf.at
Politik
Bürgermeister: Werner Huf (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
11
6
2
11 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Gemeinde Müllendorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler SeeDonnerskirchenGroßhöfleinHornsteinKlingenbachLeithaprodersdorfLorettoMörbisch am SeeMüllendorfNeufeld an der LeithaOggau am Neusiedler SeeOslipPurbach am Neusiedler SeeSankt Margarethen im BurgenlandSchützen am GebirgeSiegendorfSteinbrunnStotzingTrausdorf an der WulkaWimpassing an der LeithaWulkaprodersdorfZagersdorfZillingtalEisenstadtRustBurgenlandLage der Gemeinde Müllendorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Müllendorf ist eine Gemeinde mit 1397 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Szárazvám.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müllendorf liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Die Gemeinde ist eine Hangsiedlung und breitet sich über den Südhang des Leithagebirges über die Müllendorfer Senke bis zu den Nord- und Westausläufern des Föllig aus. Müllendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Müllendorf dann in der Provinz Pannonia.

Müllendorf wurde 1271 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter befand sich hier eine Mautstelle. 1569 wurde der Ort als Markt bezeichnet. Zerstörungen gab es in den Jahren 1529, 1532, 1605, 1683 und 1705. Ein Großbrand suchte den Müllendorf 1915 heim.[1]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szárazvám verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Müllendorf (Mitte oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die Ortschaft Müllendorf gehörte mit einigen Unterbrechungen zur Herrschaft Mattersdorf-Forchtenstein. Nach der Abschaffung der Grundherrschaft zählte das Dorf bis zum Jahre 1921 zum Stuhlrichteramt, Gerichtsbezirk und Steuerbezirk Kismarton (Eisenstadt). Da Müllendorf zwischen den Städten Ödenburg und Wien liegt, wurde es bei sämtlichen kriegerischen Ereignissen stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Ort litt nicht nur unter den Türkenkriegen, den Kuruzzeneinfällen, sondern auch unter Brandschatzungen, Truppendurchmärschen, Requirierungen, Seuchen, Mord, Totschlag und Vergewaltigungen während und in der Folge der Kriegszüge.

Im Juni 1915 brach ein verheerendes Feuer aus, das sich innerhalb von wenigen Stunden auf drei Viertel der Gemeinde ausbreitete. Nur wenige Häuser überstanden das Ereignis, wobei einige Bewohner obdachlos waren. Im Jahr 1917 mussten die Bewohner Getreide, Erdäpfel und Fett abliefern. Weiters wurden bis auf eine alle Glocken der Kirche abmontiert, ebenso die Metallpfeifen der Orgel. Nach dem Kriegsende 1918 kehrten die ungarischen Soldaten, zu denen auch die Müllendorfer zählten, in die Heimat zurück.

Auf der Friedenskonferenz in Paris im Sommer 1919 wurde die Angliederung der westungarischen Gebiete an Österreich in Aussicht gestellt. Das Gebiet sollte im August 1921 an Österreich übergeben werden, doch ungarische Freischärler stellten sich dem entgegen.

Am 15. April 1945 wurde ein provisorischer Bürgermeister eingesetzt, der sich auch mit den russischen Soldaten verständigen konnte. Nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945 beruhigte sich die Lage ein wenig. Der Durchzug der Nachschubtruppen nahm ein Ende. In der zweiten Hälfte des Jahres 1945 nahm die Heimkehr der Kriegsgefangenen zu.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,69
(-0,69)
30,79
(+3,11)
9,33
(-6,62)
4,18
(n. k.)

Rathaus in Müllendorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[3] 2012[4] 2007[5] 2002[6] 1997[6]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 519 55,69 11 495 56,38 11 517 59,02 12 480 53,33 10 313 39,32 6
ÖVP 287 30,79 6 243 27,68 5 339 38,70 7 420 46,67 9 417 52,39 8
BlA1 87 9,33 2 140 15,95 3 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Grüne 39 4,18 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 20 2,28 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 66 8,29 1
Wahlberechtigte 1290 1156 1129 1073 999
Wahlbeteiligung 77,52 % 82,70 % 85,03 % 90,49 % 86,59 %
A1 Liste „Lebenswertes Müllendorf“

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Werner Huf (SPÖ) und Vizebürgermeister Norbert Rauhofer (SPÖ) gehören weiters Rosemarie Harter (SPÖ), Berthold Pavitsich (ÖVP) und Karl Tinhof (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[7]

Gemeindekassier ist Bertram Schriefl (SPÖ) und Umweltgemeinderat ist Mario Nemetz (SPÖ).[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Huf (SPÖ), der 2007 die Nachfolge von Alfred Schlögl (ÖVP), der seit 1963 der Gemeinde vorstand, angetreten hatte.[5] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 konnte sich Huf gleich im ersten Durchgang mit 62,58 % der Stimmen durchsetzen und seine beiden Mitbewerber Berthold Pavitsich (ÖVP) und Eva Ackerl (Bi), die es nur auf 29,65 % bzw. 7,77 % brachten, klar distanzieren.[3]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Norbert Rauhofer (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[7]

Leiter des Gemeindeamts ist Wilhelm Matkovits.[8]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1947–1963 Franz Tschögl (ÖVP)
  • 1963–2007 Alfred Schlögl (ÖVP)
  • seit 2007 Werner Huf (SPÖ)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der Marktgemeinde Sankt Veit im Pongau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Müllendorf

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich bedeutende Kreide-Vorkommen, mit 17 Mio. Jahren das jüngste Europas, die Mühlendorfer Kreidefabrik und eine PET-Recyclinganlage.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Müllendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dehio-Handbuch Burgenland. Anton Schroll, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5, S. 199.
  2. Josef Berghofer: Müllendorf. Prugg, Eisenstadt 1980, S. 56–73.
  3. a b Land Burgenland: [ Wahlergebnis Müllendorf 2017] (abgerufen am 14. Dezember 2017)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Müllendorf 2012 (abgerufen am 14. Dezember 2017)
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Müllendorf 2007 (abgerufen am 14. Dezember 2017)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Müllendorf 2002 (abgerufen am 14. Dezember 2017)
  7. a b c Gemeinde Müllendorf: Politik (abgerufen am 14. Dezember 2017)
  8. Gemeinde Müllendorf: Gemeindeamt (abgerufen am 14. Dezember 2017)