Martin Landolt

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Martin Landolt (2009)

Martin Landolt (* 30. Juni 1968 in Näfels; heimatberechtigt in Glarus Nord) ist ein Schweizer Politiker und Mitglied des Nationalrats (BDP). Seit Mai 2012 ist er Präsident der BDP.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landolt absolvierte die kaufmännische Lehre bei der Glarner Kantonalbank. Später bildete er sich berufsbegleitend zum eidgenössisch diplomierten Betriebsökonom HWV weiter. Neben der Glarner Kantonalbank zählen Swisscanto und die Bank Vontobel zu seinen wichtigsten beruflichen Stationen. Von November 2010 bis Oktober 2013 arbeitete Landolt bei der UBS als politischer Berater.[1][2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landolt wurde 1998 in den Glarner Landrat gewählt, den er 2006/2007 präsidierte. Von 2001 bis 2005 war er Fraktionschef der Glarner SVP und von 2003 bis 2008 war er Vizepräsident der SVP Glarus. Am 19. Mai 2008 gab er seinen Rücktritt als Vizepräsident der SVP Glarus und seinen Austritt aus der SVP bekannt. Als Begründung führte er an, dass das von ihm vertretene liberale Gedankengut nicht mehr in die Partei passe. Zudem habe er Mühe mit dem Stil der Partei und vermisse bei parteiinternen Auseinandersetzungen die Fairness.[3][4] Der Parteiaustritt erfolgte vor dem Hintergrund des Ausschlussverfahrens der SVP Schweiz gegen die SVP-Kantonalpartei Graubünden, das eröffnet wurde, nachdem diese Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nicht aus der Partei ausgeschlossen hatte.

Am 28. August 2008 gründete er zusammen mit rund 100 weiteren Interessierten die Bürgerlich-Demokratische Partei des Kantons Glarus, die er anschliessend präsidierte. Am 8. Februar 2009 wurde er als Nachfolger des zurückgetretenen Werner Marti in den Nationalrat gewählt. Mit seiner Wahl erreichte die Bürgerlich-Demokratische Partei Fraktionsstärke, womit sie seit der Frühlingssession 2009 eine eigene Fraktion (Fraktion der Bürgerlich-Demokratischen Partei) bildet.[5] Landolt wurde am 2. März 2009 als Nationalrat vereidigt.[6]

Am 5. Mai 2012 wurde Landolt per Akklamation zum Nachfolger von Hans Grunder als Präsident der BDP gewählt.[7] Die BDP gilt aufgrund ihrer grossen Übereinstimmung mit den schweizerischen Volksentscheiden als Partei der Mitte[8]; gemäss Landolt sei niemand näher beim Volk, nur weil er behaupte, die anderen seien es nicht. Landolt beklagte ein zunehmendes Verständnis für Lügen in Abstimmungskämpfen als angebliche "Gesetzmässigkeiten" und wollte die Partei für 2017 in der Mitte als Partei der Vernunft gegen solche Praktiken positionieren: „Wenn Linkspopulismus die Antwort auf Rechtspopulismus ist, dann gewinnt am Schluss niemand anders als der Populismus.“[9]

Landolt lebt zusammen mit seinen drei Töchtern in einer Patchworkfamilie in Näfels.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hubert Mooser: «So wie der UBS-Job gestaltet ist, sehe ich keine Konflikte». Interview in: Tages-Anzeiger/Newsnet vom 7. März 2012
  2. Martin Landolt befreit die BDP von der UBS. In: Schweiz am Sonntag vom 5. Mai 2013
  3. «Streit in der Glarner SVP», NZZ online vom 19. Mai 2008
  4. «SVP-Präsi hat genug von Blochers Stil», Blick online vom 19. Mai 2008.
  5. swissinfo.ch: BDP gewinnt Glarner Nationalratssitz – SP-Kandidat klar distanziert, vom 8. Februar 2009
  6. parlament.ch: 09.200 Vereidigung, vom 2. März 2009
  7. Martin Landolt ist neuer Präsident der BDP bei tagesschau.sf.tv, 5. Mai 2012 (abgerufen am 5. Mai 2012).
  8. http[://blog.tagesanzeiger.ch/datenblog/index.php/12021/welche-partei-ist-am-erfolgreichsten-bei-volksabstimmungen Das ist die wahre Volkspartei], Tagesanzeiger, 11. September 2016 im Datenblog
  9. Revolution der VernunftReferat von Nationalrat Martin Landolt, Präsident BDP Schweiz, an der Parteiversammlung BDP Schweiz am Samstag, 14. Januar 2017, in Yverdon