Max Markgraf von Baden

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Max Markgraf von Baden und seine Ehefrau Valerie Isabella im Juli 2017 vor der Marktkirche von Hannover als Hochzeitsgäste von Ekaterina Malysheva und Ernst August Prinz von Hannover

Maximilian Markgraf von Baden, eigentlich Maximilian Andreas Friedrich Gustav Ernst-August Bernhard Prinz und Markgraf von Baden, meist kurz Max Markgraf von Baden genannt (* 3. Juli 1933 auf Schloss Salem; † 29. Dezember 2022 ebenda), war ein deutscher Unternehmer und von 1963 bis zu seinem Tod Chef des Hauses Baden. Als solcher nannte er sich Max Markgraf von Baden, Herzog von Zähringen.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max von Baden wurde 1933 auf Schloss Salem als Sohn von Berthold Markgraf von Baden und Theodora von Griechenland geboren.[3] Er besuchte die Schule Schloss Salem und nach dem Zweiten Weltkrieg das Internat Gordonstoun in Schottland, wo der im Dritten Reich landesverwiesene und emigrierte Kurt Hahn wirkte.[3] Max von Baden studierte in Heidelberg und München Volks- und Forstwirtschaft.[4]

Er leistete Wehrdienst bei der Bundeswehr und war anschließend Reserveoffizier. Sein letzter Dienstgrad war Oberst der Reserve.

Er war unter anderem Eigentümer des Weinguts Markgraf von Baden, das seit 1998 sein ältester Sohn Bernhard verwaltet. Max Markgraf von Baden förderte den Anbau von Qualitätsweinen in Bermatingen und Birnau, er baute moderne Schiffsanlegestellen am Bodensee und legte Campingplätze an. Einige seiner Bauprojekte der 1970er Jahre waren umstritten.[5] Anfang der 1990er Jahre geriet das Haus Baden in finanzielle Turbulenzen, der Verkauf von Unternehmensbeteiligungen und 25.000 Kunstgegenständen sowie der Immobilien Schloss Kirchberg, Neues Schloss Baden-Baden und weiter Teile von Schloss Salem sanierte das Haus.[6] Die Familie blieb auch danach in Salem in einem ihr gehörenden Trakt wohnen; Schloss Killenberg und die Burg Staufenberg (Schwarzwald) mit zugehörigem Weingut blieben im Familienbesitz.

Er war Mitglied, Ehrenmitglied oder Schirmherr in mehr als 60 Vereinen und Verbänden.[7]

Max Markgraf von Baden verstarb am 29. Dezember 2022 auf Schloss Salem im Alter von 89 Jahren. Sein Sohn Bernhard Prinz von Baden folgte ihm als Familienoberhaupt nach und tritt seither als Markgraf von Baden auf.[8] Nach einer Trauerfeier im Salemer Münster, an der Mitglieder der Landesregierung, u. a. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, sowie zahlreiche Vertreter des europäischen Hochadels, darunter König Philippe von Belgien und Fürst Albert II. von Monaco, teilnahmen, wurde Max von Baden am 13. Januar 2023 im Familiengrab bei der Stefansfeld-Kapelle beigesetzt.[9]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 30. September 1966 war Max von Baden mit Valerie Isabella Habsburg-Lothringen (* 23. Mai 1941) aus dem vormaligen österreichischen Kaiser- und ungarischen Königshaus Habsburg-Lothringen, der Tochter von Hubert Salvator Habsburg-Lothringen (1894–1971) und Rosemary zu Salm-Salm und Enkelin von Franz Salvator von Österreich-Toskana, verheiratet.

Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:[10][11]

  • Marie Louise Elisabeth Mathilde Theodora Cecilie Sarah Charlotte Prinzessin von Baden (* 3. Juli 1969 in Salem) ∞ Richard Dudley Baker (* 30. März 1936 in Biddeford, USA) im September 1999; seit der Hochzeit wohnhaft in den USA.
  • Bernhard Max Friedrich August Gustav Louis Kraft Prinz und Markgraf von Baden (* 27. Mai 1970 in Salem)
  • Leopold Max Christian Ludwig Clemens Hubert Prinz von Baden (* 1. Oktober 1971 in Salem)
  • Michael Max Andreas Prinz von Baden (* 11. März 1976 in Salem)

Seine Mutter war die Schwester von Prinz Philip und Max war somit ein Cousin ersten Grades von Charles III. und dessen Geschwistern.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
Wilhelm Prinz von Baden (1829–1897)
 
 
 
 
Max von Baden (1867–1929)
 
 
 
 
 
Maria Maximilianowna von Leuchtenberg (1841–1914)
 
 
 
Berthold von Baden (1906–1963)
 
 
 
 
 
 
Ernst August (II) von Hannover (1845–1923)
 
 
 
Maria-Luise von Hannover-Cumberland (1879–1948)
 
 
 
 
 
Thyra von Dänemark (1853–1933)
 
 
 
Maximilian von Baden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg I. König von Griechenland (1845–1913)
 
 
 
Andreas von Griechenland (1882–1944)
 
 
 
 
 
Olga Konstantinowna Romanowa (1851–1926)
 
 
 
Theodora von Griechenland (1906–1969)
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig von Battenberg (Mountbatten) (1854–1921)
 
 
 
Alice von Battenberg (1885–1969)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Viktoria von Hessen-Darmstadt (1863–1950)
 
 

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kathrin Ellwardt: Das Haus Baden in Vergangenheit und Gegenwart. Börde-Verlag, Werl 2018, ISBN 978-3-9811993-1-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maximilian, Margrave of Baden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der amtliche Name gemäß einer Melderegisterauskunft vom 21. Juli 2010 lautete Maximilian Markgraf von Baden
  2. Haus Baden, Auszug aus Paul Theroff's Online Gotha
  3. a b Stefan Hilser (shi): Trauer um Max Markgraf von Baden. In: Südkurier vom 30. Dezember 2022.
  4. Harald Ruppert: Markgraf Max von Baden ist tot: Ein Adeliger, der sich verpflichtet fühlte. In: Schwäbische Zeitung vom 29. Dezember 2022.
  5. Max Markgraf von Baden in Salem gestorben, swr.de/swraktuell, 29. Dezember 2022.
  6. Tief verwurzelt im europäischen Adel, Stuttgarter Nachrichten, 29. Dezember 2022.
  7. Max Markgraf von Baden in Salem gestorben, swr.de/swraktuell, 29. Dezember 2022.
  8. Stefan Hilser (shi): Der bescheidene Adlige aus Salem: Max Markgraf von Baden ist tot. In: Südkurier vom 30. Dezember 2022.
  9. Europas Adel nimmt Abschied von Max Markgraf von Baden, SWR aktuell, 13. Januar 2023
  10. Kathrin Ellwardt: Das Haus Baden in Vergangenheit und Gegenwart. Börde-Verlag, Werl 2018, S. 41.
  11. Kathrin Ellwardt: Das Haus Baden in Vergangenheit und Gegenwart. Börde-Verlag, Werl 2018, S. 45.
VorgängerFunktionNachfolger
Berthold Markgraf von BadenChef des Hauses Baden
1963–2022
Bernhard Markgraf von Baden