Marktkirche (Hannover)

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Blick aus der Schmiedestraße auf die Marktkirche

Die evangelisch-lutherische Marktkirche St. Georgii et Jacobi ist die älteste der drei Pfarrkirchen in der Altstadt von Hannover (die beiden anderen sind Aegidienkirche und Kreuzkirche). Die Hallenkirche mit ihrem 97 Meter hohen Turm gehört zu den Wahrzeichen Hannovers. Die Marktkirche ist die Predigtkirche des Landesbischofs der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und des Stadtsuperintendenten des Stadtkirchenverbands Hannover. Sie ist Kirche des Rates der Stadt Hannover und des niedersächsischen Landtages.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktkirche Anfang des 19. Jahrhunderts;
Ölgemälde nach Domenico Quaglio von 1832
Blick von der Ecke Osterstraße auf die Marktkirche Anfang des 20. Jahrhunderts;
Stereoskopie Nummer 9 aus der Serie Hannover der Neuen Photographischen Gesellschaft von 1907

Von einem romanischen Vorgängerbau, der um 1125 an gleicher Stelle entstand und erstmals 1238 unter dem Namen St. Georgii erwähnt wird, sind im Jahr 1952 Fundamente bei Ausgrabungen entdeckt worden. Bereits 1340 wurden die ersten farbig verglasten Fenster fertiggestellt; von 1342 datiert die Bezeichnung als ecclesia Sanctorum Jacobi et Georgii. Jakobus, der im Mittelalter sehr populäre Schutzpatron der Pilger und Kaufleute (spanisch: Santiago), und der Heilige Georg, einer der 14 Nothelfer und bekannt als legendärer Drachentöter, sind die Namenspatrone der Kirche. Von 1344 ist ein Spendenaufruf an die Bürger zum Kirchenbau überliefert, 1347 begann man, das Fundament des Turms zu errichten. Zwei Jahre später wurde die Genehmigung zum Abriss des alten Kirchenbaus (um den herum man die neue Kirche errichtete) gegeben. Etwa 1360 gilt als Jahr der Kirchenweihe, und im Jahre 1368 wurde schließlich wegen Not- und Pestzeiten und daraus resultierendem Geldmangel der Bau des Kirchturms unterbrochen. Ursprünglich steiler geplant, erhielt die Turmspitze nun einen Dachreiter in Form des verkleinerten Abbilds des Turmes selbst. Das für die Aufrichtung des Dachstuhls überlieferte Datum 1388 wurde dendrochronologisch (Fälldaten 1385–1388) bestätigt.

Nach dem 14. Jahrhundert wurde an der Nordseite der Kirche ein (heute verschwundener) kleiner Anbau errichtet, der als „Gerkamer“ oder Sakristei benutzt worden war. Daran westlich anschließend bestand seit 1510 die größere und etwas jüngere ehemalige Sankt Annenkapelle, auch Sodensche Kapelle genannt.[1]

1852 bis 1855 wurde das Kircheninnere unter Leitung von Ludwig Droste restauriert, neu bemalt und ausgestattet, wobei der Duve-Altar spurlos verschwand. Bei zwei Luftangriffen auf Hannover während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche im Juli und Oktober 1943 bis auf die Außenmauern und die Säulen zerstört. Der überwiegende Teil des Dachstuhls blieb jedoch erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 1946–1952 durch die Huta Hoch- und Tiefbau nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen, wobei der Ziegelstein im Inneren vollständig freigelegt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maße, Material und Raumform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktkirche auf einem Notgeldschein von 1921, designt von Emil-Werner Baule
  • Länge der Kirche (einschließlich Turm): 61,50 m
  • Gesamtbreite: 26,60 m
  • Traufhöhe: 19 m
  • Höhe des Turms: 97,26 m (mit Wetterhahn genau 98 m)
  • Breite des Mittelschiffs: 8 m, der Seitenschiffe je 5,40.

Das Material ist überwiegend roter Backstein. Sockel, Gesimse, Westportal und Mauerecken des Turms bestehen aus Sandstein. Die dreischiffige Halle von fünf Jochen Länge ist im deutlich größeren Hauptchor mit einem 7/10-Polygon, in den Seitenapsiden mit einem 5/10-Polygon geschlossen. Als Vorbild dafür wird die Wiesenkirche in Soest genannt, auch der mächtige Westturm steht in der Tradition westfälischer Vorbilder, während für das Langhaus mit seinen von Dienstbündeln umstandenen Rundpfeilern auf St. Johannis in Lüneburg verwiesen wird.[2]
Unter den großen Bauten der norddeutschen Backsteingotik ist die Marktkirche das südlichst gelegene Beispiel.

Hochaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar der Marktkirche

Das Retabel des Hochaltars war ursprünglich ein Doppelflügelaltar. Der Altar, entstanden um 1480, wurde 1663 beim Einbau des (von Johann Duve gestifteten) Barockaltars in die Aegidienkirche verbracht. Von dort gelangte er 1856 bei der Renovierung der Aegidienkirche ins Welfenmuseum, blieb deshalb im Krieg (bis auf die äußeren Flügel) unzerstört und befindet sich seit 1952 wieder in der Marktkirche.

Bei geöffneten Flügeln ist in 21 aus Lindenholz geschnitzten Szenen die Passion Jesu nach graphischen Vorbildern Martin Schongauers[3] zu betrachten. Am unteren Rand befinden sich Medaillons der Prophetenköpfe, dabei fällt als „kulturhistorisches Kuriosum“ (U. Müller) der Erzvater Jakob mit Brille (vierter von links) auf. Die Außenseiten der gemalten Innenflügel (die Außenflügel sind bis auf Reste zerstört) zeigen Szenen aus Leben und Martyrium der beiden Kirchenpatrone Jakobus und Georg.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenschiff
  • Um 1500 entstanden vermutlich in Hildesheim die beiden in den Seitenchören aufgestellten Taufbecken aus Messing. Das auf fünf Löwen ruhende im rechten (südlichen) Chor stammt aus der 1943 zerstörten Aegidienkirche.
  • Besonders reizvoll sind die Farbverglasungen in den drei östlichen Fenstern des Hauptchors. Von den 30 Scheiben des mittleren Chorfensters stammen 20 mit ihren Märtyrerszenen noch aus dem 14. Jahrhundert (um 1370), sie gehören zu den bedeutendsten in Norddeutschland. Andere sind aus verschiedenen Fenstern hierher versetzt oder stammen aus den Restaurierungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Zwei Fenster schuf das Atelier Alexander Linnemann und Otto Linnemann aus Frankfurt.
  • Im Jahr 1624 war der Knopf und Wetterhahn auf dem Kirchturm durch Wind und Wetter so beschädigt, dass er erneuert werden musste. 1702 wurde die Turmspitze mit Kupfer belegt und ein neuer Hahn aufgesetzt, der aber im darauffolgenden Jahr wieder herunterfiel. Erst 1705 wurde abermals ein neuer Hahn aufgesetzt.
  • Beim Wiederaufbau entstand im Tiefgeschoss der Bödekersaal, der Gemeindesaal, der nach Senior Hermann Wilhelm Bödeker, Marktkirchenpastor 1825–1875, benannt wurde. Hier sind auch die Kirchenfundamente zu sehen, die, wie man beim Wiederaufbau feststellte, mehr als drei Meter in die Tiefe reichen.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Hinweise auf eine Orgel in der Marktkirche finden sich in Quellen für das Jahr 1403; das Instrument muss an der Seite der St.-Annen-Kapelle im nördlichen Seitenschiff gestanden haben. Eine erste Orgel auf der Westempore der Marktkirche wurde in den Jahren 1589–1594 erbaut, begonnen durch die Orgelbauer Henning Henke und Severin Krosche aus Hildesheim, fertiggestellt durch den Orgelbauer Andreas de Mare. Im Laufe der Jahre wurde dieses Instrument mehrfach ergänzt und umgebaut, u. a. durch die Orgelbauer Conrad Abt (Minden), Adolph Compenius und Friedrich Besser (Braunschweig). Im Jahre 1733 wurde das Instrument durch den Hoforgelbauer Christian Vater (Hannover) umfassend repariert und vergrößert.

Der Organist Ulfert Smidt an der großen Orgel der Marktkirche

In den Jahren 1852 bis 1855 wurde die Marktkirche umgebaut; in der Turmhalle wurde ein Zwischengewölbe mit einer neuen Empore eingezogen. Auf dieser Empore errichtete der Orgelbauer Eduard Meyer (Hannover) ein neues Instrument in einem neogotischen Gehäuseprospekt. In dem Instrument, das 46 Register hatte, wurde Pfeifensubstanz aus dem bisherigen Instrument wiederverwendet. 1893 wurde die Orgel von der Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer umgebaut und erweitert, und 1940/41 im Sinne der Orgelbewegung umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Instrument weitgehend zerstört und 1946 beim Wiederaufbau der Kirche beseitigt.[5]

Hauptorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige große Orgel befindet sich an der Rückwand des südlichen Seitenschiffs der Marktkirche. Sie geht zurück auf ein Instrument, das in den Jahren 1953–1954 von den Orgelbaufirmen Emil Hammer Orgelbau (Hannover) und Rudolf von Beckerath Orgelbau (Hamburg) mit 61 Registern auf vier Manualen und Pedal erbaut wurde. Der von Dieter Oesterlen entworfene Orgelprospekt mit seinen geschwungenen Linien im Nierentisch-Design steht unter Denkmalschutz. Bereits kurz nach Einweihung zeigten sich erste Probleme mit dem technischen Zustand; das Instrument erwies sich als anfällig und reparaturbedürftig, so dass bereits in den 1960er Jahren erste Planungen hinsichtlich einer gründlichen Überarbeitung begannen. In den 1970er Jahren wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Rensch (Lauffen/Neckar) umgebaut; Veränderungen wurden nicht nur im technischen Bereich durchgeführt, sondern die Disposition wurde im französisch-symphonischen Sinne verändert. Trotzdem verschlechterte sich der Zustand des Instrumentes weiter, so dass Ende der 1990er Jahre mit Planungen zum Um- bzw. Neubau begonnen wurde.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde das Instrument durch Orgelbau Goll (Luzern) im Oesterlen-Prospekt und unter Wiederverwendung von ca. 50 % des Pfeifenmaterials technisch und klanglich neu gebaut. Es hat heute 64 Register, darunter 39 Register, die teilweise oder ganz aus dem Pfeifenmaterial der Vorgängerorgel bestehen. Die Spieltrakturen sind mechanisch. Das Instrument verfügt über eine doppelte (mechanische und elektrische) Registertraktur.[6]

I Rückpositiv C–a3
1. Principal[A. 1] 08′ H
2. Rohrflöte 08′ H
3. Quintadena 08′
4. Praestant 04′ H
5. Blockflöte 04′
6. Nasat[A. 2] 02230
7. Octave 02′ H
8. Waldflöte 02′
9. Quinte 0113 H
10. Sifflet 01′
11. Scharf IV 01′
12. Sesquialtera II 02230 H
13. Dulcian 16′
14. Cromorne 08′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3

15. Principal[A. 3] 16′ H
16. Praestant 08′ H
17. Bordun 08′ H
18. Viola da Gamba 08′
19. Doppelflöte[A. 4] 08′
20. Octave 04′ H
21. Gemshorn 04′
22. Quinte 02230 H
23. Octave 02′ H
24. Mixtur major IV-V 02′
25. Mixtur minor IV 0113
26. Cornett V[A. 5] 08′ H
27. Trompete 16′ H
28. Trompete 08′ H
III Schwellwerk C–a3
29. Bourdon 16′ H
30. Geigenprincipal 08′ H
31. Principal maris[A. 6] 08′ H
32. Cor de nuit 08′
33. Gambe 08′ H
34. Vox coelestis[A. 7] 08′ H
35. Octave 04′ H
36. Traversflöte[A. 8] 04′
37. Nasat 02230 H
38. Schwiegel 02′ H
39. Terz 0135 H
40. Mixtur III-V 02′ H
41. Basson 16′
42. Trompette harm. 08′ H
43. Hautbois 08′ H
44. Clairon 04′ H
Tremulant
IV Echowerk C–a3
45. Holzgedackt 08′ H
46. Flauto amabile[A. 9] 08′
47. Salicet 04′
48. Fernflöte[A. 10] 04′
49. Flageolet 02′
50. Vox humana 08′ 0 H
51. Klarinette 08′
Tremulant
Pedal C–f1
52. Untersatz[A. 11] 32′ H
53. Principal 16′
54. Violonbass[A. 12] 16′
55. Subbass 16′ H
56. Octave 08′ H
57. Gedacktbass 08′ H
58. Violon 08′
59. Octave 04′ H
60. Hintersatz IV 02230 H
61. Kontraposaune[A. 13] 32′
62. Posaune 16′ H
63. Trompete 08′ H
64. Klarine 04′ H
H = Register aus vorhandenem Pfeifenmaterial
  1. ab Gis, C−G Rohrflöte 8′ & Quintadena 8′ zusammen.
  2. C−f0 gedeckt, ab fis0 offen.
  3. C−H gemeinsam mit Principal 16′ des Pedals.
  4. C−H gemeinsam mit Bordun 8′, ab fis0 doppelt labiert.
  5. ab g0.
  6. ab c0, unterschwebend.
  7. ab c0.
  8. ab c1 überblasend.
  9. C−f0 gemeinsam mit Holzgedackt 8′.
  10. C−H gemeinsam mit Salicet 4′, ab c1 überblasend.
  11. C−E akustisch aus 102/3′ + Subbass 16′, F−H gedeckter 32′, ab c0 Oktavextension aus Subbass 16′.
  12. ab c0 Oktavextension aus Violon 8′.
  13. C−H mit halber Becherlänge, ab c0 Oktavextension aus Posaune 16′.

Chorensemble-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chorensemble-Orgel

2008 wurde die sog. Chorensemble-Orgel auf der Turmempore eingeweiht, erbaut durch Eule Orgelbau Bautzen. Die Orgel hat 15 Register (darunter zwei Transmissionen) auf zwei Manualwerken und Pedal, und ist in Anlehnung an französische Chororgeln des 19. Jahrhunderts disponiert. Das Instrument hat mechanische Spieltrakturen und elektrische Registertrakturen.[7]

I Hauptwerk C–c4
1. Bordun 16’
2. Principal 08’
3. Flöte 08’
4. Oktave 04’
5. Cornett II 05⅓’
II Schwellwerk C–c4

6. Lieblich Gedackt 08’
7. Gambe 08’
8. Unda maris 08’
9. Flauto traverso 04’
10. Fugara 04’
11. Progressio III-IV 02’
12. Trompete 08’
Tremulant
13. Musiziergedackt[Anm. 1] 08’
Pedalwerk C–f1

14. Bordun (= Nr. 1) 16’
15. Flöte (= Nr. 3) 08’
  • Koppeln: II/I (auch als Superoktavkoppel), I/P, II/P
  1. Umfang: H, C–c4, umschaltbar von 440 Hz auf 415 Hz .

Italienische Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italienische Orgel

Seit 2003 befindet sich in der Marktkirche die sog. Italienische Orgel, ein Instrument, das 1780 von dem Orgelbauer Fabrizio Cimino geschaffen wurde und im Jahre 2003 in der Marktkirche Hannover aufgestellt wurde. 2007 wurde das Instrument durch den Orgelbauer Jörg Bente (Helsinghausen) und den Kunstrestaurator Paul-Uwe Dietzsch (Worpswede) restauriert. Die Orgel hat 7 Register auf einem Manualwerk (CDEFGA-c3: Principale 8', Ottava 4', Decimaquinta 2', Decimanona 113', Vigesima seconda 1', Voce umana, Flauto a Duodecima 223'). Das Pedal (CDEFGABH) ist angehängt. Das Instrument ist mitteltonig auf 440 Hz gestimmt. Die Windversorgung erfolgt über zwei Keilbälge, die im Untergehäuse untergebracht sind, und sowohl mittels eines elektrischen Gebläses, als auch manuell bedienbar sind.[8]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geläut der Marktkirche ist nach dem Geläut des Hildesheimer Domes und des Braunschweiger Domes das drittgrößte in Niedersachsen und besteht aus elf Kirchenglocken.[9] Die große Christus- und Friedensglocke selbst ist die größte Glocke Niedersachsens und erklingt nur an Festtagen und zu besonderen Anlässen.[10]

Der Große David war ursprünglich von Pastor David Meyer für die Kreuzkirche gestiftet worden und gelangte erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Marktkirche.[4][11] Auch die Georgenglocke und die größere Viertelstundenglocke gehörten ursprünglich zur Kreuzkirche. Die ausführliche Läuteordnung teilt jeder Kirchenjahreszeit und den einzelnen Festtagen verschiedene Glockenkombinationen (Motive) zu. Ferner sind drei Uhrschlag-Glocken in der Turmlaterne vorhanden.

Christusglocke
Großer David
Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(HT-1/16)
1 Christus- und Friedensglocke 1960 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 2460 10360 e0 +2
2 Großer David 1650 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1830 3800 a0 ±0
3 Marienglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1600 2462 h0 +2
4 Georgenglocke 1653 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1470 1800 cis1 ±0
5 Vaterunserglocke 1951 Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg 1370 1380 d1 +2
6 Morgenglocke 1959 1180 1050 e1 +2
7 Jakobusglocke 1951 1050 623 fis1 +2
8 Taufglocke 880 358 a1 +2
9 Ewigkeitsglocke 1959 780 340 h1 +2
10 Liedglocke 1951 700 237 cis2 +2
11 Thomasglocke 1733 Thomas Riedeweg, Hannover 660 140 dis2 +2
I Stundenglocke 1672 Ludolph Siegfriedt, Hannover 1140 680 d1 +6
II Große Viertelstundenglocke 1654 1030 644 e1 +6
III Kleine Viertelstundenglocke 1722 Thomas Riedeweg, Hannover 1080 515 f1 +6

Äußeres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An drei Giebeldreiecken des Turms sind Zeichen angebracht: an der Ostseite ein umgedrehtes Pentagramm (Drudenfuß), an der Nord- und Südseite je ein Hexagramm (Davidschild).[12]
  • Das Bronzeportal des Westeingangs (des heutigen Haupteingangs) schuf 1959 Gerhard Marcks. Es zeigt unter dem Motto discordia et concordia (Zwietracht und Eintracht) unter dem zweistämmigen Lebensbaum menschliche Grundsituationen, wobei der Bildhauer auch nicht die unmittelbare Vergangenheit Deutschlands aussparte, wie man an den Szenen mit Galgen und Panzer, einem Naziredner, Leichenbergen und brennenden Häusern sieht. Über allem erscheint im oberen Feld der auferstehende Christus. Das Portal ist eine Stiftung der Stadt Hannover zum 600-jährigen Bestehen der Marktkirche.
  • Über dem Westportal sind auf den Ecken die Skulpturen der Namenspatrone der Marktkirche zu sehen: links der Heilige Georg, der Drachentöter, und rechts der Heilige Jakobus mit dem Pilgerstab, beides Schöpfungen des Braunschweiger Bildhauers Jürgen Weber (1992). Von den Skulpturen der beiden Heiligen, die früher dort standen, wurde Jakobus im Krieg zerstört und Georg im linken (nördlichen) Chor angebracht.
  • Außen am ehemaligen Südportal sind in der Höhe zwei Sonnenuhren zu sehen: rechts oben eine von 1555, links am Pfeiler die sogenannte Kanonialuhr mit Gebetszeitenangabe, die wahrscheinlich aus der Bauzeit der Kirche stammt. Damit dürfte diese Sonnenuhr die älteste Uhr Hannovers sein.
  • Die beiden Skulpturen an den Seiten des Kirchturms stammen von dem hannoverschen Bildhauer Carl Dopmeyer und stellen an der Nordseite Hermann Wilhelm Bödeker und an der Südseite Martin Luther dar.
  • Die Epitaphien und Grabplatten (innen und außen) stammen überwiegend aus dem 16./17. Jahrhundert. In der Marktkirche liegen u. a. Antonius Corvinus († 1533), der Reformator Niedersachsens, und der auf dänischer Seite kämpfende Reitergeneral Hans Michael Elias von Obentraut (gefallen 1625 bei Seelze), den man früher als historisches Urbild des Deutschen Michels ansah.
  • Darüber hinaus findet man auch heute noch Grabplatten und Epitaphe von Bürgermeistern und Honoratioren der Stadt Hannover. Beispiele sind etwa Hans Blome d. J.[13] und Franz von Wintheim. Diese wurden in der Marktkirche bestattet. Später wurden Grabplatten und Epitaphe innerhalb der Kirche an andere Wände im Innen- und Außenbereich verbracht. Das Epitaph des Franz von Wintheim befand sich früher in der Nikolaikapelle und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Marktkirche versetzt.[14]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Marktplatz, zwischen Marktkirche und Altem Rathaus, fand am 26. Juni 1533 das historische Ereignis statt, das man als Beginn der Reformation in Hannover bezeichnen kann: der Schwur der versammelten Bürgerschaft unter ihrem „Worthalter“ Dietrich Arnsborg. Diese Szene wurde von Ferdinand Hodler in seinem Wandgemälde Einmütigkeit (1913) im Hodler-Saal des Neuen Rathauses von Hannover festgehalten.

Seit etwa 1850 findet der Weihnachtsmarkt Hannover im historischen Altstadtkern rund um die Marktkirche statt. Wegen seines stimmungsvollen Ambientes in Straßenzügen mit Fachwerkhäusern gilt er mit seinen etwa 120 Ständen als touristische Attraktion. 2007 verzeichnete er rund 1,5 Millionen Besucher.

Einige Schritte vom Westportal entfernt in Richtung der Kramerstraße sowie der Knochenhauerstraße gibt es ein Kreuz im Pflaster. Von diesem Standpunkt aus bietet sich der Vier-Kirchen-Blick auf die Türme der Marktkirche, der Aegidienkirche, der Kreuzkirche und der Neustädter Kirche. Diese Stelle galt schon vor 300 Jahren als eines der sieben Wahrzeichen der Stadt Hannover, die die wandernden Handwerksburschen kennen mussten.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihnachtsmarkt Hannover an der Marktkirche

Einer Sage nach überlebte ein Chorknabe den Sturz vom Kirchturm der Marktkirche. Er war zusammen mit einem anderen Chorknaben auf den Turm gestiegen, um den Turmwächter zu besuchen. Auf dem Turm entdeckten sie ein Dohlennest mit fünf Eiern, das sie plündern wollten. Hierzu verwendeten sie ein Brett, das der eine Junge festhielt, während der zweite über das Brett das Nest erreichen wollte. Noch während der Kletterei brach unter den Jungen ein heftiger Streit über die Aufteilung der Eier aus, in dessen Verlauf der Junge auf dem Brett mit den Eiern in die Tiefe stürzte. Im Fall öffnete sich jedoch der weite Umhang des Chorknaben und bremste den Fall so ab, dass der Junge den Sturz überlebte. Die Statue eines Chorknaben an der Marktkirche neben dem Martin-Luther-Denkmal erinnert an diese Begebenheit.[15]

Patronat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hannover übt seit 1574 das Patronat über die Marktkirche aus.[16] Seit Januar 2014 hat Oberbürgermeister Stefan Schostok das Amt des Patrons inne, wodurch er Mitglied im Vorstand der Kirchengemeinde ist und über die Besetzung der Pfarrstellen mitbestimmt.[17][18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gotteshaus wurde mit der 1536 erlassenen Kirchenordnung lutherisch. Zu den bedeutenden Geistlichen der Marktkirche gehören:

Die Marktkirche ist seit 1925 Predigtkirche des amtierenden Landesbischofs (2011: Ralf Meister). Der Stadtsuperintendent des Stadtkirchenverbandes Hannover ist Inhaber der ersten Pfarrstelle.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Reihe Marktkirche erschienen:

  • Insa Becker-Wook, Theodor Bohlen, Oda-Gebbine Holze-Stäblein, Joachim Stever (Red.): Marktkirche 1998. Ein Rückblick zur Verabschiedung von Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski. Hrsg.: Ev.-luth. Marktkirchengemeinde und Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, Hannover: Referat für Öffentlichkeitsarbeit im Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, 1998

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Nöldeke: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. 1: Regierungsbezirk Hannover. Heft 2: Stadt Hannover. Teil 1: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover. Hannover 1932, S. 76–114 (die Marktkirche vor der Zerstörung 1943).
  • Hans Otte: Von den Kirchstühlen der Marktkirche. In: Geschichten um Hannovers Kirchen. Studien, Bilder, Dokumente. [Hrsg.:] Hans Werner Dannowski und Waldemar R. Röhrbein. Hannover: Lutherhaus-Verlag 1983, S. 152–153; ISBN 3-87502-145-2.
  • Wulf Schadendorf: Die Marktkirche zu Hannover (Kleine Kunstführer für Niedersachsen, Heft 7). Göttingen 1954.
  • Johann Josef Böker: Die Marktkirche in Hannover: Zur zeitlichen Stellung der gotischen Backsteinhalle. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte, XXV (1986), S.. 33–46.
  • Die Marktkirche zu Hannover (bebilderte Broschüre ca. DIN A5, 36 Seiten), hrsg. vom Kirchenvorstand der Marktkirchengemeinde Hannover, Hannover: 1964
  • Marktkirche in Hannover. In: Dieter Oesterlen: Bauten und Texte 1946–1991. Tübingen: Wasmuth 1992, S. 12–19; ISBN 3-8030-0153-6 (Der Architekt Dieter Oesterlen war verantwortlich für den Wiederaufbau der Marktkirche nach 1945).
  • Ulfrid Müller: Marktkirche Hannover. Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover (Große Baudenkmäler, Heft 351). 6., neu bearbeitete Auflage [1. Aufl. 1983.], München: Deutscher Kunstverlag 2003.
  • Franz Rudolf Zankl: Inneres der Marktkirche nach der Restaurierung durch Droste. Gouache um 1865. In: Hannover Archiv, Blatt K 26
  • Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Handbuch und Stadtführer. 3., rev. Aufl. Hannover: Schäfer 1995, S. 112–116; ISBN 3-88746-313-7.
  • Alexandra Druzynski von Boetticher: Die hannoversche Marktkirche und ihr Turm. Gütersloh: Verlag für Regionalgeschichte 2004. (Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte. 18); ISBN 3-89534-558-X.
  • Wolfgang Puschmann: Marktkirche St. Georgii et Jacobi. In: Hannovers Kirchen. 140 Kirchen in Stadt und Umland. Hrsg. von Wolfgang Puschmann. Hermannsburg: Ludwig-Harms-Haus 2005, S. 12–15; ISBN 3-937301-35-6.
  • Martin-G. Kunze: Marktkirche – Aegidienkirche – Kreuzkirche – Nikolaikapelle. Merkmale mittelalterlicher hannoverscher Stadtgeschichte. In: Kirchen, Klöster, Kapellen in der Region Hannover. Sascha Aust (u. a.). Fotografien von Thomas Langreder. Hannover: Lutherisches Verlagshaus 2005, S. 13–22; ISBN 3-7859-0924-1.
  • Brage Bei der Wieden: Über Pentagramme und andere Sterne. Zur Ikonographie des Marktkirchenturms. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 59 (2005), S. 115–133
  • Kirchenvorstand der ev.-luth. Marktkirche (Hrsg.): Orgelbuch Marktkirche. Die Geschichte einer Orgellandschaft, 2009.
  • Gerd Weiß, Marianne Zehnpfennig: Marktkirche. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 52ff.; sowie Mitte im Addendum zu Band 10.2, Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1985 / Stadt Hannover, S. 3ff.
  • Waldemar R. Röhrbein, Karl-Heinz Grotjahn M.A.: Marktkirche St. Georgii et Jacobi. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 426–427.
  • Bernward Kalbhenn: Hannover, Marktkirche St. Georgii et St. Jacobi (= Kleine Kunstführer, Nr. 2860), Regensburg: Schnell + Steiner, 2016, ISBN 978-3-7954-7050-0
  • Klaus-Eberhard Sander: Der Altar der Marktkirche St. Georgii et Jacobi zu Hannover, Broschüre (28 Seiten) mit Fotos von Reinhard Gottschalk, Hrsg. Kirchenvorstand der Marktkirchengemeinde, Anneliese Nottbrock und Hanna Kreisel-Liebermann, [o. O., o. D., Hannover, 2017?]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marktkirche Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnold Nöldeke: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover. (Eingemeindungsstand bis 1. Januar 1870), in ders.: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. vom Provinzialausschuss und Landesdirektorium der Provinz Hannover, 1. Teil: Regierungsbezirk Hannover, Heft 1 und 2 (Heft 19 und 20 des Gesamtwerkes), Stadt Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover, 1932, S. 79; Text-Digitalisat im Internet Archive und durch Kooperation mit der University of Toronto
  2. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Niedersachsen – Bremen, (Deutscher Kunstverlag: München) 1992, S. 608–610.
  3. Waldemar R. Röhrbein, Karl-Heinz Grotjahn: Marktkirche S. Georgii et Jacobi. In: Stadtlexikon Hannover. S. 426–427.
  4. a b c Dirk Böttcher: Meyer, (2) David (auch Meier). In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 252.
  5. Kirchenvorstand (Hrsg.): Orgelbuch Marktkirche Hannover – Die Geschichte einer Orgellandschaft. 2009, S. 60/62
  6. Ausführliche Informationen zur Geschichte und Reorganisation der [1]
  7. Zur Chororgel
  8. Informationen zur Italienischen Orgel
  9. Plenum des Geläuts, Pfingstmontag, 13. Juni 2011, 9:47 Uhr (14:35 min) auf YouTube.
  10. Hannover Marktkirche: Größte Glocke Nord-Deutschlands, Buß- und Bettag, 20. November 2013, 17:50 Uhr (10:58 min) auf YouTube.
  11. Sabine Wehking: DI 36, Nr. 361 auf der Seite inschriften.net, zuletzt abgerufen am 4. Dezember 2013.
  12. Kürschner, Christiane: Symbole am Turm der Marktkirche (Memento des Originals vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.kirche-hannover.de
  13. http://www.inschriften.net/zeige/suchergebnis/treffer/nr/di036-0055.html#content
  14. http://www.inschriften.net/zeige/suchergebnis/treffer/set/0/nr/di036-0114.html#content
  15. Reiseführer Hannover zur Marktkirche
  16. Johann Karl Fürchtegott Schlegel: Kirchen- und Reformationsgeschichte von Norddeutschland und den Hannoverschen Staaten. Bd. 2. Helwing, Hannover 1829, S. 75.
  17. http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/pressemitteilungen/landeskirche/2012/10/2012_10_10_2
  18. http://marktkirche-hannover.de/?page_id=172
  19. Hugo Thielen: Sarstedt, Konrad (auch Cord) von. In: Stadtlexikon Hannover, S. 535.
  20. Sabine Wehking: DI 36, Nr. 111† auf der Seite inschriften.net, zuletzt abgerufen am 29. Mai 2013.
  21. Jens Schmidt-Clausen: Scharnikau (Scarabaeus), Georg. In: Stadtlexikon Hannover, S. 537.
  22. Dirk Böttcher: Erythropel. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 112 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  23. Johann Anton Strubberg: M. Rupertus Erythropilus. In: ders.: Kurtze Nachricht Von denen Evangelischen Predigern, So seit der Reformation Lutheri auf der Alten Stadt Hanover gestanden. Teil von: David Meier: Kurtzgefaste Nachricht von der Christlichen Reformation In Kirchen und Schulen Der Alten-Stadt Hanover. Förster, Hannover 1731, S. 120–128.
  24. Johann Anton Strubberg: M. Georgius Erythropilus. In: ders.: Kurtze Nachricht Von denen Evangelischen Predigern, So seit der Reformation Lutheri auf der Alten Stadt Hanover gestanden. Teil von: David Meier: Kurtzgefaste Nachricht von der Christlichen Reformation In Kirchen und Schulen Der Alten-Stadt Hanover. Wie solche Den 14. Tag Sept. 1533. daselbst … zu Stande kommen …. Und mit einer Vorrede Vorstellend einen kleinen Abriß der hiesigen Schul-Historie. Förster, Hannover 1731, S. 151–161 (mit Bibliographie und dem Testimonium, das er bei seinem Weggang vom Kloster Harsefeld erhielt).
  25. C. F. Gellerts Briefwechsel: 1764–1766 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Koordinaten: 52° 22′ 18″ N, 9° 44′ 6″ O