Salem (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Salem
Salem (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Salem hervorgehoben
47.7666666666679.2958333333333440Koordinaten: 47° 46′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 62,7 km²
Einwohner: 11.035 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88682
Vorwahlen: 07553, 07554, 07544, 07556
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Leutkircher Straße 1
88682 Salem
Webpräsenz: www.salem-baden.de
Bürgermeister: Manfred Härle (CDU)
Lage der Gemeinde Salem im Bodenseekreis
Bodensee Österreich Schweiz Bayern Bermatingen Daisendorf Deggenhausertal Eriskirch Frickingen Friedrichshafen Hagnau am Bodensee Heiligenberg (Bodenseekreis) Immenstaad am Bodensee Kressbronn am Bodensee Langenargen Markdorf Meckenbeuren Meersburg Neukirch (Bodenseekreis) Oberteuringen Owingen Salem (Baden) Sipplingen Stetten (Bodenseekreis) Tettnang Überlingen Überlingen Uhldingen-Mühlhofen Landkreis Konstanz Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis SigmaringenKarte
Über dieses Bild

Salem ist eine Gemeinde im südlichen Baden-Württemberg im Bodenseekreis. Der Gemeinde wurde das Prädikat Erholungsort verliehen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa neun Kilometer östlich von Überlingen und zehn Kilometer nordöstlich von Meersburg im Linzgau im Hinterland des Bodensees, hauptsächlich im Tal der Salemer Aach. Der Ortsteil Oberstenweiler liegt auf einem Nebengipfel des Gehrenbergs auf bis zu 600 m Höhe. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 6270 Hektar[A 1] (Stand: 30. November 2011).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt an Überlingen, Meersburg, Bermatingen, Heiligenberg, Deggenhausertal, Frickingen und Uhldingen-Mühlhofen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Salem besteht aus elf Teilorten: Der Hauptort Salem (mit dem Dorf Stefansfeld sowie den Höfen Forst[erhof], Schwandorf[erhor] und Spitznagelhof), Beuren (mit dem Dorf Altenbeuren, dem Weiler Bächen, den Häusern Aspen, Binzwangen, Faßler, Holdern, Im Tiefenweg, Kaltenbrunnen und Trillenbühl, dem Hof Ölmühle sowie den Wüstungen Merwangen und Togerbach), Buggensegel (mit den Häusern Im Bremgarten und In den Rubäckern sowie den Höfe Wehhausen), Grasbeuren (mit den Häusern Grasbeuren, Bahnstation, In der Kürze und In der Roggenbreite), Mimmenhausen (mit dem Haus Killenberg sowie der Wüstung Banzenreute), Mittelstenweiler (mit dem Dorf Unterstenweiler sowie dem Haus Roter Torkel), Neufrach (mit dem Weiler Leutkirch und Habertsweiler, den Höfen Beim steinernen Brückle, Birkenweiler, dem Fischerhaus, den Häusern Leimgrube, Mimmenhausen-Neufrach, Bahnstation, Mimmenhausen, Bahnstation, Mittelstenweiler, Bahnstation, Tobelhof und Wespach sowie den Wüstungen Geroldshaldum und Herwigiswilare), Oberstenweiler (mit dem Hof Rimpertsweiler), Rickenbach, Tüfingen (mit dem Weiler Baufnang, den Häusern Im Strohschneider, dem Berghof und Ralzhof sowie den Höfen Im Vogelsang, Mendlishausen) und Weildorf (mit dem Zinken Im Kogenwinkel, dem Hof Schapbuch sowie der Wüstung Rustingsberg).[3]

Wappen Ortsteil Einwohner
(Stand: 30. November 2011)[2]
Fläche
(Stand: 30. November 2011)[2]
Salem Salem-Stefansfeld (Hauptort) 1123 743 ha 7.439.778 m²
Beuren Beuren 1760 888 ha 8.882.136 m²
Buggensegel Buggensegel 332 361 ha 3.609.393 m²
Grasbeuren Grasbeuren 364 347 ha 3.466.822 m²
Mimmenhausen Mimmenhausen 3075 628 ha 6.281.219 m²
Mittelstenweiler Mittelstenweiler 663 314 ha 3.144.257 m²
Neufrach Neufrach 2201 1030 ha 10.297.265 m²
Oberstenweiler Oberstenweiler 357 324 ha 3.244.134 m²
Rickenbach Rickenbach 223 171 ha 1.706.179 m²
Tüfingen Tüfingen 314 911 ha 9.113.922 m²
Weildorf Weildorf 810 551 ha 5.513.321 m²

Geschichte[Bearbeiten]

Für eine ausführliche Geschichte des Klosters siehe den Artikel Reichsabtei Salem.

Salemer Hoheitsgebiet um 1765

Die Gegend war mindestens seit der Bronzezeit besiedelt. Ab dem 3. Jahrhundert gründeten Alemannen, später auch zuziehende Franken mehrere Dörfer, darunter die kleine Siedlung Salemanneswilare (später Salmannsweiler).

Hier gründete 1137 der Orden der Zisterzienser das Kloster Salem. Es wurde schnell in den Rang einer Reichsabtei erhoben und gewann 1178 noch größere Unabhängigkeit, als es durch Papst Alexander III. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt wurde.

Das Kloster brachte es durch Zuwendungen, Schenkungen und eigenen Handel bald zu Grundbesitz und außergewöhnlichem Wohlstand und gewann weit über die Region hinaus an Bedeutung.

Von etwa 1285 bis 1425 wurde das bis heute erhaltene hochgotische Salemer Münster errichtet. 1595 wurde der Abtei das Generalvikariat über alle Zisterzienserklöster in Süddeutschland übertragen. 1637 erhielt sie durch einen Vertrag mit dem Fürstenhaus Fürstenberg auch die Grafschaftsrechte und damit die volle Landeshoheit über das Salemer Gebiet.

Im 17. Jahrhundert musste das Kloster schwere Rückschläge verkraften. Vom Dreißigjährigen Krieg, der Tod und Verwüstung über ganze Landstriche brachte, erholte es sich nur langsam. 1697 vernichtete ein Feuer nicht nur die meisten Gebäude, sondern zudem zahlreiche im Besitz der Abtei befindliche Kunstschätze.

In der Folgezeit entstanden unter dem Baumeister Franz Beer aus Vorarlberg die bis heute erhaltenden Barockbauten, und das Reichsstift erlebte eine glanzvolle Renaissance. Unter anderem gründete Abt Anselm II. Schwab 1749 eine Waisenkasse, die als erste Sparkasse Deutschlands gilt. Anselm ließ auch die Wallfahrtskirche Birnau am Bodenseeufer errichten.

Die große Zeit des Klosters endete mit dem Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803. Es wurde säkularisiert, das Territorium fiel an die Markgrafschaft Baden. Fortan war Salem politisch nur noch von regionaler Bedeutung.

Die heutige Gemeinde wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg am 1. April 1972 durch Vereinigung der Gemeinden Salem, Buggensegel, Mimmenhausen, Mittelstenweiler, Neufrach, Rickenbach, Tüfingen und Weildorf neu gebildet. Am 1. Januar 1973 wurde Oberstenweiler und Grasbeuren eingemeindet. Die Eingemeindung von Beuren erfolgte am 1. Januar 1975.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahlen[4]
30. Juni 1976 6.800
30. März 1980 7.676
30. Juni 1985 8.607
30. Juni 1990 9.273
30. Juni 1995 10.321
30. Juni 2000 10.986
30. Juni 2005 11.152
30. Juni 2011 11.205

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,7 % (- 0,7) zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

CDU 9 Sitze
FWG 6 Sitze
Bürger für Salem (BfS) 4 Sitze
Liste Pro Salem (LPS) 2 Sitze
FDP 1 Sitz

Dem Gemeinderat gehört ferner als stimmberechtigter Vorsitzender der auf acht Jahre direkt gewählte Bürgermeister an.

Verwaltung[Bearbeiten]

Salem hat sich mit den Gemeinden Frickingen und Heiligenberg zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 30. September 2012 wurde Manfred Härle mit 92,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, bei einer Wahlbeteiligung von 33,9 Prozent, zum Bürgermeister von Salem gewählt.[5] Er war der einzige Kandidat für das Amt, das er bereits seit 2004 bekleidet. Härle, der als Parteiloser antrat, war von 2001 bis 2004 Bürgermeister von Talheim im Landkreis Tuttlingen.[6] Am 1. November 2004 trat er sein Amt an[7], die offizielle Amtseinführung erfolgte am 8. November 2004.[8]

  • 1972–1988: Werner Kesenheimer[9]
  • 1988–2004: Peter Allgaier (FWV)[10]
  • seit 2004: Manfred Härle (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Salem zeigt in Blau ein doppelreihig rot-silbern geschachter Schrägbalken (Zisterzienserbalken), überdeckt von einem aus dem Unterrand wachsenden goldenen Abtstab mit nach links gekehrter Krümme und silbernem Pannisellus.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Salem
Münster und Schloss
Das Feuchtmayer-Museum in Mimmenhausen

Museen[Bearbeiten]

  • Das Schloss Salem beherbergt das größtes Feuerwehrmuseum Europas, ein Brennerei- und Küfereimuseum, das Archiv der Kunstsammlung Bodenseekreis, eine historische Schmiede und einen Weinkeller und gibt Einblick in 700 Jahre Kunstgeschichte.[11]
  • Das Feuchtmayer Museum im Ortsteil Mimmenhausen zeigt Ausstellungsstücke zu Leben und Werk des Barockbildhauers und Stuckators Josef Anton Feuchtmayer, der in Mimmenhausen lebte und arbeitete.
  • Eine weitere Attraktion der Gemeinde ist der Affenberg, ein für Besucher zugängliches, fast 20 Hektar großes Waldstück, in dem rund 200 Berberaffen frei herumlaufen. Zum Gelände gehören außerdem ein großer Karpfen-Weiher, ein Freigehege für Damwild und eine Aufzucht- und Fütterungsstation für Weißstörche.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Im Sommer zieht das Freibad am Schlosssee Badegäste aus der ganzen Region an. Hinzu kommen eine Tennisanlage nebst Halle, ein Fußball- und Leichtathletikstadion, Sportplätze, Sporthallen und Proberäume für Vereine.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Auf dem Freibadgelände findet jedes erste Sommerferienwochenende das Schloßseefest Salem, eine der größten Open-Air-Veranstaltungen der Bodenseeregion, statt. Dessen Höhepunkt ist ein Klang-Kunstfeuerwerk am Samstagabend über dem Schlosssee. Bei großen Freiluft-Konzerten auf dem Schlossgelände treten internationale Künstler auf.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK in Mimmenhausen

Die Wirtschaft in Salem ist durch kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe geprägt. Ein bedeutender Anteil der Arbeitnehmer arbeitet nicht in Salem, sondert pendelt in die größeren Städte der Region. Die Firmen Hermann Schwelling Maschinenbau und die Advanced Space Power Equipment GmbH haben ihren Sitz in Salem. Durch den Gewerbepark Salem wird versucht, neue Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen.

Im Gewerbegebiet Neufrach befinden sich auch etliche High-Tech-Unternehmen sowie ein Gewerbepark.[12]

Mit der Sparkasse Salem-Heiligenberg verfügt die Gemeinde über die älteste Sparkasse Deutschlands. Sie wurde 1749 von Abt Anselm II. gegründet. Zum 1. August 1975 wurde die damalige Bezirkssparkasse Salem mit der Bezirkssparkasse Heiligenberg zur heutigen Sparkasse Salem-Heiligenberg fusioniert.

In der Gemeinde Salem gibt es 115 Kleinbrenner (Stand: Dezember 2011).[13]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Salemer Bahnhofsgebäude

Seit 1901 ist Salem an das Eisenbahnnetz (Bodenseegürtelbahn) angeschlossen. Es bestehen stündliche Verbindungen nach Markdorf, Friedrichshafen und Lindau im Osten und Überlingen, Radolfzell und Singen im Westen. Die Gemeinde gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Die Bahnstrecke nach Frickingen ist stillgelegt und abgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

In Salem hat sich eine bekannte Privatschule etabliert. Das Internat Schule Schloss Salem wurde am 14. April 1920 durch den Reformpädagogen Kurt Hahn und Prinz Max von Baden gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des jeweiligen baden-württembergischen Kultusministers.

Direkt am Schlosssee befindet sich das 1976 eröffnete Bildungszentrum Salem. Hier befindet sich eine Realschule und eine Hauptschule mit Werkrealschule.

Die Teilorte Mimmenhausen, Neufrach und Beuren haben jeweils eine eigene Grundschule, in Stefansfeld befindet sich eine öffentliche Förderschule mit angeschlossener Beratungsstelle für Frühförderung. Die Fritz-Baur-Grundschule ist nach Fritz Baur, damaligem Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Mimmenhausen zur Gemeindereform in Baden-Württemberg benannt.[12]

In Buggensegel ist der Sitz der Sonnenbergschule Schule für geistig Behinderte.

Zudem befindet sich im Teilort Weildorf die Musikschule der Gemeinde im ehemaligen Schulgebäude.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Verbindung zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Markus Baur (* 1971), Handball-Nationalspieler, lebt in Salem und spielte im Teilort Mimmenhausen
  • Thomas Stehle (*1980), Fußballspieler, wuchs in Salem auf und lernte bei RW Salem das Fußballspielen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Einwohner und Fläche der Gemeinde Salem; abgerufen am 26. Dezember 2011
  3. Vgl. Salem in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 590–596.
  4. Einwohnerentwicklung der Gemeinde Salem; abgerufen am 24. Februar 2012
  5. Offizielles Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl 2012
  6. Martin Baur (mba): Härle hat knapp die Nase vorn. In: Südkurier vom 26. Juli 2004
  7. (cas), Manfred Dieterle-Jöchle (dim): Hall folgt auf Härle. In: Südkurier vom 25. Oktober 2004
  8. (as): Jetzt ist die FWV dran. In: Südkurier vom 14. Oktober 2004
  9. Manfred Dieterle-Jöchle (dim): Chefsessel im Rathaus wird frei. In: Südkurier vom 26. März 2004
  10. Manfred Dieterle-Jöchle (dim): Start als Zimmermann. In: Südkurier vom 26. März 2004
  11. Sauwettertipps. In: Sauwettertipps. Sonderheft der Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 4f.
  12. a b c d Peter Schober: Salem. Salem ist nicht Hintertupfingen. In: Die Region stellt sich vor. Wir sind hier. Sonderbeilage des Südkurier vom 19. November 2010, S. 8.
  13. Südkurier-Grafik: Orlowski/ Quelle: Hauptzollamt Ulm: Zahl der Kleinbrenner. In: Hanspeter Walter (hpw): Das alte Monopol läuft aus. In: Südkurier vom 17. Dezember 2011

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gemarkungsfläche 62.698.426 m²

Literatur[Bearbeiten]

  • Autorenkollektiv: Salem. Kaleidoskop einer blühenden Gemeinde. Buchhandlung Papyri, Salem-Mimmenhausen 2000, 72 S., ISBN 3-929551-08-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salem (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien