Jeebel (Salzwedel)

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Jeebel
Stadt Salzwedel
Koordinaten: 52° 51′ 54″ N, 11° 15′ 51″ O
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 5,25 km²[1]
Einwohner: 77 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1963
Eingemeindet nach: Riebau
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 039037
Jeebel (Sachsen-Anhalt)
Jeebel (52° 51′ 54″ N, 11° 15′ 50,4″O)
Jeebel
Lage von Jeebel in Sachsen-Anhalt

Jeebel gehört zur Ortschaft Riebau und ist ein Ortsteil der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Jeebel liegt 8 Kilometer östlich von Salzwedel am Graben aus Jeebel, der nach Norden in das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Landgraben-Dumme-Niederung nördlich Salzwedel“ fließt.[3] Jeebel ist ein kurzes Straßendorf mit kleinen Erweiterungen im Südwesten und Südosten.[1] Nachbarorte sind Riebau und Groß Chüden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1381 wurde her Johann Gebell, Rector der Kirchen zu Sant Jacob in Stendal als Zeuge in einer Urkunde genannt.[4]

Das Dorf selbst wurde im Jahre 1440 als Jebel erwähnt. Hartwig, Bürger in Salzwedel, erhält das Angefälle über Güter in zwei Dörfern für die von der Schulenburg.[5] Einige Jahre später, 1446, wurde über einen Tausch des Dorfes Jebel zwischen dem Kloster Dambeck und den von der Schulenburg berichtet.[6] Weitere Nennungen sind 1541 Gebel, 1551 Hebel, 1579 Jebell, 1687 Jebell[1] und 1804 Jebel[7].

Ersterwähnung 1375[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob der Beleg Jebeo im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 zu Jeeben oder zu Jeebel gehört, da sind sich die Experten nicht einig. Ernst Fidicin[8] und Johannes Schultze[9] sind für Jeeben, Wilhelm Zahn[10] und Joachim Stephan[11] sind für Jeebel.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großsteingräber bei Jeebel wurden spätestens im 19. Jahrhundert zerstört.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Jahrsau aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Jeebel eingemeindet. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Jeebel aus dem Landkreis Salzwedel in den neu errichteten Kreis Salzwedel umgegliedert. Am 1. Januar 1963 wurde die Gemeinde Jeebel zusammen mit ihrem Ortsteil Jahrsau in die Gemeinde Riebau eingemeindet.[12]

Mit der Eingemeindung von Riebau nach Salzwedel am 1. Januar 2010 kam der Ortsteil Jeebel zur Stadt Salzwedel und zur gleichzeitig neu errichteten Ortschaft Riebau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 092
1774 091
1789 094
1798 112
1801 083
1818 070
Jahr Einwohner
1840 125
1864 139
1871 144
1885 113
1892 117
1895 127
Jahr Einwohner
1900 124
1905 121
1910 110
1925 135
1939 125
1946 186
Jahr Einwohner
2014 79
2015 77

Gebietsstand des jeweiligen Jahres. Quellen:[1][2][10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Jeebel gehörten früher zur Kirchengemeinde Riebau und damit zur Pfarrei Groß Chüden.[13] Heute gehören die Evangelischen aus Jeebel zum Pfarrbereich Salzwedel-St. Georg[14] im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Jeebel ist ein kleiner Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert ohne Turm.[15] Sie ist eingepfarrt nach Riebau.[13]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Himmelfahrtverein Jeebel e. V. organisiert das Jeebeler Kartoffelfest. Seit Anfang der 1990er Jahre hatte der Verein die Jeebeler Himmelfahrts-Party in der Himmelfahrtsscheune organisiert mit drei Tagen Zelttanz und einem Programm für Familien.[16]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hof Jeebel mit etwa 30 Mitarbeitern handelt seit 2005 mit Biosaatgut und Pflanzkartoffeln.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 1056–1059, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b Jens Heymann: Kernstadt und Dörfer der Einheitsgemeinde Salzwedel legen zu. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Salzwedel. 15. Januar 2016 (az-online.de).
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 25. Berlin 1863, S. 262 (Digitalisat).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 406 (Digitalisat).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 299 (Digitalisat – F.21).
  7. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 343 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00365~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Ernst Fidicin: Kaiser Karl's IV. Landbuch der Mark Brandenburg (1375). nach den handschriftlichen Quellen. Guttentag, Berlin 1855, S. 188 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000810~SZ%3D00204~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  9. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 400 (uni-potsdam.de).
  10. a b Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 132.
  11. Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren (= Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 17). Peter Lang GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-631-54808-0, S. 173.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 362.
  13. a b Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 96 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 28. April 2019]).
  14. Pfarrbereich Salzwedel-St. Georg. Abgerufen am 28. April 2019.
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 206.
  16. Antonius Wollmann: Ein Fest für alle Generationen in Jeebel. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen. 26. August 2015 (volksstimme.de [abgerufen am 29. April 2019]).
  17. Bioland Hof Jeebel. Über uns. Abgerufen am 29. April 2019.