Monsieur Claude und seine Töchter

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Filmdaten
Deutscher Titel Monsieur Claude und seine Töchter
Originaltitel Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?
Monsieur Claude.png
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
JMK 0[1]
Stab
Regie Philippe de Chauveron
Drehbuch Philippe de Chauveron,
Guy Laurent
Produktion Romain Rojtman
Musik Marc Chouarain
Kamera Vincent Mathias
Schnitt Sandro Lavezzi
Besetzung
Synchronisation

Monsieur Claude und seine Töchter (Originaltitel: Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?) ist eine französische Filmkomödie des Regisseurs und Drehbuchautors Philippe de Chauveron aus dem Jahr 2014.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claude und Marie Verneuil aus Chinon sind stolze Eltern von vier erwachsenen Töchtern. Zum Leidwesen von Claude, einem Notar und bekennenden konservativen Gaullisten, heiraten drei seiner Töchter keine katholischen Franzosen. Die älteste Tochter Odile ist mit dem erfolglosen jüdischen Geschäftsmann David liiert, Isabelle hat sich mit dem algerischstämmigen muslimischen Rechtsanwalt Rachid vermählt, und Ségolène ist Ehefrau des chinesischstämmigen Bankers Chao Ling. Claudes letzte Hoffnung, doch noch einen standesgemäßen Schwiegersohn zu bekommen, ruht nun auf der jüngsten Tochter Laure. Stets wenn Familienfeiern anstehen, überkommen die Verneuils ihre Vorurteile gegenüber den Schwiegersöhnen, etwa anlässlich der Beschneidung von Claudes Enkel Benjamin. Aber auch die Schwiegersöhne hegen gegeneinander Vorurteile.

Frieden scheint erst einzukehren, als Claude und Marie ihre Töchter und Schwiegersöhne einladen, Weihnachten gemeinsam auf ihrem Anwesen zu verbringen. Dort entschuldigt sich der Schwiegervater, wodurch auch David, Rachid und Chao zusammenfinden. Schließlich begleiten sie sogar die Familie zur katholischen Messe.

Kurz vor der Abreise eröffnet die vierte Tochter Laure ihren Eltern, dass sie beabsichtigt, einen katholischen Schauspieler namens Charles zu heiraten. Die anfängliche Freude von Claude und Marie weicht Entsetzen, als sich der zukünftige Schwiegersohn als Schwarzer von der Elfenbeinküste entpuppt. Da Claudes Schwiegersöhne neuen Streit befürchten, versuchen sie, angestachelt von ihren Ehefrauen, die Heirat zu hintertreiben, indem sie Charles beschatten und kompromittierende Bilder mit einer Schwarzen machen, bei der es sich allerdings um dessen Schwester Viviane handelt. Als Marie ihre Vorurteile überwindet und sich an den Hochzeitsvorbereitungen aktiv beteiligt, droht Claude mit der Scheidung, was Laures Schwestern in helle Aufregung versetzt.

Laures zukünftiger Schwiegervater André entpuppt sich als Pendant zu Claude. Der ehemalige Offizier ist voller Vorurteile gegenüber den Weißen im Allgemeinen und den ehemaligen französischen Kolonialherren im Speziellen. Demonstrativ reist er, der sonst stets Anzug trägt, im traditionellen afrikanischen Gewand Boubou an. Zusammen mit Claude versucht er, die Hochzeit zu verhindern. Bei einer Angelpartie am Vortag der Hochzeit feiern Claude und André den Fang eines kapitalen Fisches in einem Restaurant mit einer Flasche Calvados. Schließlich werden die beiden Betrunkenen von der Gendarmerie in Gewahrsam genommen. Die verzweifelte Laure will die Hochzeit platzen lassen und besteigt den Zug nach Paris, wird jedoch von Claude und André aufgehalten und ihrem in der Kirche wartenden Charles zugeführt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedreht wurde in Paris, Chinon, im Justizpalast in Bobigny und im Flughafen in Abidjan in der Elfenbeinküste.

Die Erstaufführung in Frankreich erfolgte am 16. April 2014. Der Film war mit über 12 Millionen Besuchern allein in Frankreich ein Publikumserfolg.[2] Nach dem Filmstart in Deutschland am 24. Juli 2014 sahen ihn dort bis Jahresende vier Millionen Besucher.[3] Der Film sicherte den Produzenten Einnahmen von insgesamt 174,1 Millionen Dollar.[4]

Land Startdatum Besucher
FrankreichFrankreich Frankreich 16. April 2014 12.353.181[2][5]
DeutschlandDeutschland Deutschland 24. Juli 2014 3.769.180[6]
SpanienSpanien Spanien 19. Dezember 2014 1.056.000[7]
SchweizSchweiz Schweiz 16. April 2014 494.542[8]
BelgienBelgien Belgien 16. April 2014 420.000[9]
OsterreichÖsterreich Österreich 25. Juli 2014 393.000[10]
ItalienItalien Italien 5. Februar 2015 356.425[11]
Korea SudSüdkorea Südkorea 16. Oktober 2014 190.384[12]
KanadaKanada Kanada 1. August 2014 152.000[9]
GriechenlandGriechenland Griechenland 5. Juni 2014 126.000[9]
PolenPolen Polen 14. November 2014 100.000[10]
PortugalPortugal Portugal 24. Juli 2014 62.561[13]
NiederlandeNiederlande Niederlande 26. Juni 2014 58.546[14]
RusslandRussland Russland 17. Juli 2014 57.718[15]
TschechienTschechien Tschechien 23. Oktober 2014 52.626[14]
SchwedenSchweden Schweden 17. Oktober 2014 48.687[14]
LibanonLibanon Libanon 19. Juni 2014 42.095[14]
RumänienRumänien Rumänien 14. November 2014 20.000[10]
MarokkoMarokko Marokko 23. April 2014 19.961[16]
TurkeiTürkei Türkei 22. August 2014 11.708[14]
SlowenienSlowenien Slowenien 5. September 2014 8.957[14]
SlowakeiSlowakei Slowakei 23. Oktober 2014 7.827[14]
MauritiusMauritius Mauritius 28. Mai 2014 2.200[17]
AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 17. Juli 2014 700[18]
Insgesamt 19.804.298

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation übernahm die TaunusFilm Synchron GmbH in Berlin. Die Dialogregie führte Monica Bielenstein. Das Dialogbuch stammte von Regina Kette.

Rolle[19] Darsteller[19] Synchronsprecher[20]
Claude Verneuil Christian Clavier Michael Pan
Marie Verneuil Chantal Lauby Marina Krogull
David Benichou Ary Abittan Jaron Löwenberg
Odile Benichou Verneuil Julia Piaton Melanie Pukaß
Rachid Benassem Medi Sadoun Jan-David Rönfeldt
Isabelle Benassem Verneuil Frédérique Bel Magdalena Turba
Chao Ling Frédéric Chau Leonhard Mahlich
Ségolène Ling Verneuil Emilie Caen Alexandra Wilcke
Charles Koffi Noom Diawara Julien Haggége
Laure Verneuil Élodie Fontan Kaya Marie Möller
André Koffi Pascal N’Zonzi Uli Krohm
Madelaine Koffi Salimata Kamate Arianne Borbach
Viviane Koffi Tatiana Rojo Julia Kaufmann
Priester Loïc Legandre Christian Gaul
Psychologe Élie Semoun Robert Glatzeder

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige französische Zeitungen druckten positive Rezensionen, z. B. Le Parisien,[21] Le Journal du Dimanche, Le Nouvel Observateur, Le Point und Libération.[22] Eine Rezensentin des Le Figaro schrieb, einige Stellen seien urkomisch; anderen fehle es an Leichtigkeit.[23] In Deutschland und Österreich, wo der Film durch das Publikum positiv aufgenommen wurde, monierte die Presse, dass es dem Film an Ernsthaftigkeit mangle, er es sich „von Anfang an zu leicht mache“ (FAZ)[24] und von den „realen Problemen des Le-Pen-Frankreich in der allzu gutmeinenden Komödie nichts zu sehen“ sei (Der Standard).[25] Auch von verharmlostem Rassismus ist die Rede: „Der Film gibt sich als Plädoyer für Toleranz und Vielfalt, seine Figuren verbreiten aber bei genauem Hinschauen […] eine gefährlich verharmlosende Botschaft“ (epd Film).[26]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preis / Film Festival Kategorie Empfänger Ergebnis
29. Goya Bester europäischer Film Nominiert
28. Europäischer Filmpreis Publikumspreis Nominiert
20. Prix Lumières Bestes Drehbuch Philippe de Chauveron und Guy Laurent Gewonnen

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptdarsteller beim Filmfestival von Cannes 2014

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom deutschen Regisseur Stefan Zimmermann wurde nach dem Film ein Bühnenstück verfasst. Es wurde u. a. von der a.gon Theater GmbH und den Kammerspielen der Josefstadt in Wien aufgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Monsieur Claude und seine Töchter. Jugendmedien­kommission.
  2. a b Jpbox-office.com; France „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“
  3. Top 100 Deutschland 2014. In: Insidekino. Abgerufen am 14. Dezember 2014.
  4. Nancy Tartaglione und David Bloom: ‘Transformers 4’ Tops 2014’s 100 Highest-Grossing International Films – Chart. In: deadline.com. 10. Januar 2015. Abgerufen am 10. Januar 2015.
  5. CBO-Boxoffice.com, Filmseite „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“
  6. Insidekino.de 2014
  7. Plus d’un million de spectateurs pour ¿PERO QUÉ TE HEMOS HECHO? auf Acontracorrientefilms.com, abgerufen am 21. Februar 2015.
  8. Procinema.ch, Filmdatenbank: Monsieur Claude und seine töchter
  9. a b c Succès à l’international auf Unifrance.org, abgerufen am 6. November 2014.
  10. a b c Box-office des films français novembre 2014 auf Unifrance.org, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  11. Le cinéma en Chiffre en Italie auf Cinetel.it, abgerufen am 21. Februar 2015.
  12. Box-office Sud-Coréen auf Koreanfilm.or, abgerufen am 30. November 2014.
  13. Cinema.sapo.pt ; Box-office Top 10 semaine, abgerufen am 13. September 2014.
  14. a b c d e f g Boxofficemojo : Box-office du film à 8,36 dollars le ticket moyen (estimation basse), abgerufen am 9. Oktober 2014.
  15. Box-office Russie week-end 28 au 31 août 2014 auf Kinometro.ru, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  16. Box-office Top 30 Maroc ; premier semestre 2014 (PDF) auf Ccm.ma, abgerufen am 4. Juli 2014.
  17. Orange ; Île Maurice, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  18. Parkcinéma Azerbaïdjan 28Cinema Azerbaïdjan, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  19. a b Besetzung und Crew für Monsieur Claude und seine Töchter. Internet Movie Database, abgerufen am 24. Juli 2014.
  20. Monsieur Claude und seine Töchter. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 25. Juli 2014.
  21. Déjà 5 millions d’entrées. In: Le Parisien
  22. Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu ? In: Libération
  23. Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu ? Quatre mariages et des intolérants (15. April 2014; Rezension: Nathalie Simon)
  24. Eine Multikultimodellfamilienkomödie In: FAZ. 23. Juli 2014, abgerufen am 2. September 2014
  25. Heiraten hilft gegen Ressentiments. In: Der Standard 23. Juli 2014, abgerufen am 2. September 2014
  26. Silvia Hallensleben: Monsieur Claude und seine Töchter, auf epd-film.de, abgerufen am 19. November 2014