Museum Barberini

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Museum Barberini
Museum Barberini.jpg
Museum Barberini, Ansicht vom Alten Markt
Daten
Ort Potsdam Welt-IconKoordinaten: 52° 23′ 43″ N, 13° 3′ 44″ O
Architekt Hilmer & Sattler und Albrecht
Eröffnung 20. Januar 2017
Leitung Ortrud Westheider
Website http://museum-barberini.com/
Uferseite des Museum Barberini

Das Museum Barberini ist ein privat gestiftetes Kunstmuseum am Alten Markt im Zentrum der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Es nutzt die Räume des in den Jahren 2013 bis 2016 rekonstruierten klassizistisch-barocken Palastes Barberini, dessen architektonisches Vorbild und Namensgeber das römische Palazzo Barberini war. Stifter für den Wiederaufbau und den Kunstbetrieb ist Hasso Plattner. Seit dem 23. Januar 2017 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus den 1770er Jahren stammende Palast Barberini war beim Luftangriff am 14. April 1945 während des Zweiten Weltkrieges bis auf Teile der Fassade schwer zerstört worden. 1948 wurde die Ruine abgetragen; eine Bebauung des Grundstücks unterblieb trotz diverser Pläne in den darauffolgenden Jahrzehnten. Der Software-Unternehmer und Mäzen Hasso Plattner übernahm im Zuge der Neubebauung des alten Potsdamer Stadtzentrums[2] den Wiederaufbau des Palastes, um ein Kunstmuseum für Potsdam zu gründen.[3] Zuvor hatte Plattner bereits einen Großteil der Fassadenrekonstruktion des benachbarten Potsdamer Stadtschlosses gestiftet.

Der erste Spatenstich zum Wiederaufbau erfolgte im August 2013. Rekonstruiert wurden lediglich die Fassaden, der Innenausbau erfolgte unter modernen Gesichtspunkten, der laut Tagesspiegel „im Inneren das Barockisieren lässt“. Auf drei Etagen wurden Ausstellungssäle mit neuester Technik sowie hohen Decken mit Vouten und Eichenparkett geschaffen[4], insgesamt 17 Säle mit einer Gesamtfläche von 2200 Quadratmetern.[5] Das Museum beherbergt die Sammlung der Hasso-Plattner-Förderstiftung und bietet den Rahmen für Wechselausstellungen.[6]

Die Eröffnung fand am 20. Januar 2017 statt. Als Gäste nahmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Ministerpräsident Brandenburgs Dietmar Woidke und Microsoft-Gründer Bill Gates teil.[7] Der britische Guardian zählt das Museum zu den weltweit wichtigsten Eröffnungen des Jahres.[8] Das Museum wird von Ortrud Westheider geleitet.[9][10]

Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Bedürftige ist frei. Für Studenten, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende, Teilnehmer am Freiwilligen Jahr und Menschen mit Behinderung inklusive Begleiter gilt ein ermäßigter Preis.[11]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Barberini dient primär der Privatsammlung der Hasso-Plattner-Stiftung mit Sitz in Kalifornien. Schwerpunkte bilden Kunst der DDR sowie deutsche Kunst nach 1989.[12] Dazu gehören beispielsweise Werke der Gründer der Leipziger Schule, wie Wolfgang Mattheuer (Der Jahrhundertschritt), Werner Tübke und Bernhard Heisig ebenso wie Gerhard Richter. Weitere Sammlungsschwerpunkte Plattners sind künstlerische Entwicklungen von den Alten Meistern bis ins 21. Jahrhundert, wobei ein Aspekt auf dem Impressionismus liegen wird.[13] Zu den Werken zählen unter anderem Bilder von Claude Monet, Edvard Munch und Auguste Renoir.[14] Darüber hinaus greifen Plattner und das Museum Barberini auf Leihgaben von Privatsammlern und Museen in aller Welt zurück.

Für die Eröffnungsschauen haben Museen aus Paris, St. Petersburg, Jerusalem und Washington Werke von Monet, Rodin und Nolde zur Verfügung gestellt.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die gemeinnützige Organisation Stadtbild Deutschland verlieh dem Wiederaufbau des Palastes Barberini als Kunstmuseum den Titel „Gebäude des Jahres 2016“.[16][17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christiane Borgelt: Potsdam: Der Weg zur neuen Mitte. Herausgegeben von dem Sanierungsträger Pro Potsdam im Auftr. der Landeshauptstadt Potsdam vertreten durch den Fachbereich Stadtplanung und Stadterneuerung, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2012, ISBN 978-3-89479-713-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum Barberini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Potsdam: Museum Barberini eröffnet. 22. Januar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  2. Sanierungsträger Potsdam GmbH 2012, S. 44
  3. Potsdamer Mitte. Abgerufen am 9. November 2015.
  4. Der befreite Blick, tagesspiegel.de vom 19. Januar 2017, abgerufen am 21. Januar 2017
  5. Rom liegt an der Havel, tagesspiegel.de vom 22. Dezember 2016, abgerufen am 21. Januar 2017
  6. museum-barberini.com. Abgerufen am 9. November 2015.
  7. Vor der Eröffnung des Museums Barberini Potsdam, pnn.de, 7. November 2016
  8. Will Coldwell: The top 10 new museum openings in 2017, theguardian.com, 9. Januar 2017, abgerufen am 16. Januar 2017
  9. NEUE LEITERIN DES MUSEUMS BARBERINI IN POTSDAM. Abgerufen am 9. November 2015.
  10. Der Barberini-Fahrplan, pnn.de, 18. Januar 2017
  11. Kostenlos für Kinder und Jugendliche, pnn.de, 18. Januar 2017
  12. museum-barberini.com. Abgerufen am 9. November 2015.
  13. Westheider wechselt nach Potsdam. Abgerufen am 9. November 2015.
  14. NEUE LEITERIN DES MUSEUMS BARBERINI IN POTSDAM. Abgerufen am 9. November 2015.
  15. Museum Barberini eröffnet mit Monet, Rodin und Nolde, Deutschlandradio Kultur Kulturnachrichten vom 19. Januar 2017
  16. Palais Barberini in Potsdam ist "Gebäude des Jahres", Der Tagesspiegel, 10. Januar 2016
  17. Pressemitteilungen von Stadtbild Deutschland e. V.