Neurodiversität

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Autismus Regenbogen Unendlichkeit
Das Regenbogen-farbige Unendlichkeits-Symbol repräsentiert die Vielfalt des Autismus-Spektrums als auch die größere Neurodiversität-Bewegung.

Neurodiversität bezeichnet gemäß dem an der Syracuse University gehaltenen National Symposium on Neurodiversity ein Konzept, in dem neurobiologische Unterschiede wie jede andere menschliche Variation angesehen und respektiert werden.[1] Es betrachtet atypische neurologische Entwicklungen als normale menschliche Unterschiede.[2] Da es Menschen jedweden neurologischen Statusses umfasst, sind alle Menschen demnach neuro-divers. Neuro-Minderheit („neurominority“) verweist auf Menschen, die als Minderheit nicht neurotypisch sind.[3]

Das Verständnis von Neurodiversität begreift das Konzept als natürliche Form der menschlichen Diversität, die derselben gesellschaftlichen Dynamik unterliegt, wie andere Formen der Diversität[3] und steht im Kontrast zum Paradigma der Pathologie. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen wie neurologische Vielfalt zu betrachten ist besteht zwischen den Vertretern der Neurodiversität und jenen der pathologischen Betrachtung der Neuro-Minderheiten keine Einigkeit.

Terminologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Neurodiversität setzt sich aus zwei Termini zusammen. Neurologie (altgriechisch νεῦρον neuron, deutsch ‚Nerv‘ und -logie ‚Lehre‘) stellt ein Teilgebiet der Medizin dar, die Wissenschaft und Lehre vom Nervensystem. Diversität (lateinisch diversitas „Vielfalt“) wird somit durch die Verbindung zur Neurodiversität und beschreibt die neurologische Vielfalt.

Neurodiversität ist ein Ansatz, der sich mit den Bereichen Lernen und Behinderung befasst und hervorhebt, dass neurologische Verschiedenheiten als Resultat normaler genetischer Variation entstehen.[4] Unterschiede in der neurologischen Ausstattung werden damit als soziale Vielfalt auf einer Stufe mit Geschlecht, Ethnie, sexueller Orientierung oder Behinderung verstanden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neologismus entstand in den späten 1990er Jahren als Kritik an der vorherrschenden Meinung, neurologische Diversität sei inhärent pathologisch. Er hat seinen Ursprung in der Neurodiversitätsbewegung und stammt aus den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sein Ursprung wird Judy Singer zugeschrieben, einer australischen Sozialwissenschaftlerin, die zu Autismus forscht und dies in Zusammenhang mit einem neuen neurologischen Selbstbewusstsein setzt.[5][6]

Einige Autoren[7][8] schreiben den Begriff auch der früheren Arbeit des Autistenvertreters Jim Sinclair zu, der einer der Hauptorganisatoren der frühen internationalen Onlinegemeinschaft von Autisten war. Sinclairs 1993 gehaltene Rede „Trauert nicht um uns“ (“Don't Mourn For Us”)[9] erwähnte, dass manche Eltern die Autismusdiagnose ihres Kindes als eine „der traumatischsten Dinge, die ihnen je passiert seien“ beschrieben. Sinclair (der nicht vor dem Alter von 12 Jahren sprach) sprach diese gemeinsame Trauer der Eltern an, indem er sie bat, die Perspektive der Autisten selbst einzunehmen: „Es ist kein normales Kind hinter dem Autismus versteckt. Autismus ist eine Art des Seins. Er ist beständig; er färbt jede Erfahrung, jede Wahrnehmung, jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Begegnung, jeden Teil einer Existenz.“[9]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Artikel der New York Times vom 30. Juni 1997, benutzte Blume den Begriff "Neurodiversität " nicht, aber er beschrieb den Grundstein der Idee mit der Umschreibung "neurologischer Pluralismus" ("neurological pluralism"):

“Yet, in trying to come to terms with an NT [neurotypical]-dominated world, autistics are neither willing nor able to give up their own customs. Instead, they are proposing a new social compact, one emphasizing neurological pluralism. ... The consensus emerging from the Internet forums and Web sites where autistics congregate [...] is that NT is only one of many neurological configurations -- the dominant one certainly, but not necessarily the best.”

„Auch wenn sie versuchen sich mit einer NT[neurotypisch]-dominierten Welt auseinanderzusetzen, sind Autisten weder bereit noch in der Lage ihre eigene Lebensweise aufzugeben. Anstelle dessen schlagen sie eine neue Lebenskultur vor, eine die neurologischen Pluralismus betont. ... Neurotypisch zu sein ist nur eine von vielen neuronalen Möglichkeiten - die Dominante, aber nicht unbedingt die Beste, so der Konsens aus den Internetforen und Websites in denen sich Autisten versammeln, [...].“

Harvey Blume: New York Times[10]

Zum ersten Mal tauchte der Begriff in einem Artikel des Journalisten Harvey Blume in The Atlantic vom 30. September 2008 auf (der ihn nicht mit Singer in Verbindung brachte):

“Neurodiversity may be every bit as crucial for the human race as biodiversity is for life in general. Who can say what form of wiring will prove best at any given moment? Cybernetics and computer culture, for example, may favor a somewhat autistic cast of mind”

„Neurodiversität kann genauso entscheidend für die menschliche Spezies sein, wie es die Biodiversität für das Leben im Allgemeinen ist. Wer kann vorhersagen, welche Art der Vernetzung sich als die Beste für einen bestimmten Moment herausstellen wird? Für die Kybernetik und Computerkultur zum Beispiel könnte sich so etwas wie eine autistische Gesinnung günstig auswirken.“

Harvey Blume: The Atlantic[11]

Blume sah auch schon früh die Rolle des Internets bei der Förderung der internationalen Neurodiversitätsbewegung vorher.[12]

Der Begriff Neurodiversität stellt auch einen Schritt weg von der "Beschuldigung der Mütter" oder Kühlschrankmutter-Theorien des 20. Jahrhunderts dar.[13]

Laut dem 2011 an der Syracuse University gehaltenen National Symposium on Neurodiversity, ist Neurodiversität: „...ein Konzept, nach dem neurologische Unterschiede wie jede andere menschliche Variation angesehen und respektiert werden. Diese Unterschiede können solche beinhalten, die mit Dyspraxie, Dyslexie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Dyskalkulie, Autismusspektrum, Tourette-Syndrom und anders bezeichnet werden.“[1]

Laut Pier Jaarsma (2011), ist Neurodiversität ein „kontroverses Konzept“, das „atypische neurologische Entwicklungen als normale menschliche Unterschiede betrachtet.“[2]

Nick Walker sagte 2012, dass es so etwas wie ein „neurodiverses Individuum“ nicht gäbe, weil das Konzept der Neurodiversität alle Menschen jedweden neurologischen Statuses umfasse. Demnach seien alle Menschen neuro-divers. Walker schlägt stattdessen vor, der Begriff Neuro-Minderheit („neurominority“) sei „ein gutes, nicht pathologisches Wort, um auf eine Minderheit von Menschen zu verweisen, die nicht neurotypisch sind.“ Er sagte auch, dass Menschen mit anderem neurologischen Stil „marginalisiert und schlecht in der dominanten Kultur aufgehoben“ seien.[3] Walker schlägt vor, zwischen Neurodiversität als einem übergreifenden Konstrukt und dem Paradigma der Neurodiversität zu unterscheiden - dem „Verständnis von Neurodiversität als eine natürliche Form der menschlichen Diversität, die derselben gesellschaftlichen Dynamik unterliegt wie andere Formen der Diversität.“[3] Diese Sicht steht im Kontrast zum Paradigma der Pathologie, das Neuro-Minderheiten aufgrund ihrer Abweichung von der neurotypischen Mehrheit als problematisch betrachten.

Felix Hasler verwendet in seinem Buch Neuromythologie (2013) den Gedanken der Neurodiversität und setzt ihn in Verbindung zur Bürgerrechtsbewegung mit Parallelen zur Homosexuellenbewegung 1970, welche den Begriff "Gay-Pride" verwendete, wie es heute "Autistic-Pride" heißt. Temple Grandin betont ebenfalls "Wenn ich mit den Fingern schnippen könnte und nicht mehr autistisch wäre, ich würde es nicht tun. Autismus ist Teil dessen, was ich bin."

Für Theunissen (2015) ist Neurodiversität ein Konzept von dem profitiert werden kann, da es ermöglicht Stigmata und eine Definition über Defizite abzulegen. Andersartigkeit die mit Fähigkeiten und Möglichkeiten verbunden betrachtet wird verringe oder verhindere sogar Behinderung.[14]

Steve Silberman fasst wie auch andere[15]  in Geniale Störung (2016) Neurodiversität als Konzept auf, welches das Ziel einer Beteiligung an der Gestaltung der Lebenswirklichkeit im Sinne von gesunder Vielfalt zu erreichen anstrebt.[16]

In der Bewegung für die Rechte von Autisten (Englisch: autism rights movement, ARM) wird von Interessenvertretern wie der ESH oder dem White Unicorn e.V. die Position der Neurodiversität vertreten, dass Autismus als Neuro-Typ nicht behandelt werden muss. Sie gestaltet das Universelle Design, wie im Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, BRK) beschrieben, nach dem sozialen Modell der Behinderung.[17]

Das ASAN sieht Autismus als neurologische Variation einer Form menschlichen Seins, also als Neurodiversität, daher werden defizitorientierte Begriffe wie eben Autismus oder Störungen abgelehnt und stattdessen personenzentrierte Begriffe wie AutistInnen benutzt.[18]

Der Begriff Neurodiversität auf viele andere Zustände angewendet worden und hat eine allgemeinere Bedeutung gewonnen. Die Developmental Adult Neurodiversity Association (DANDA) in Großbritannien befasst sich beispielsweise mit entwicklungsbedingter Koordinationsstörung, ADHS, Asperger-Autismus und verwandten Zuständen.[19]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept Neurodiversität wird kontrovers diskutiert,[2] vor allem in zwei wesentlichen Bereichen. Zum einen ist es die Frage, ob ein Sinn darin besteht die Menschen in verschiedene Neuro-Typen zu unterteilen. Hierbei werden individuelle und auch kulturelle Entwicklung näher betrachtet.[4][6][20][21][22][23] Zum anderen wird die Vereinbarkeit der Ziele der Neurodiversitätsbewegung mit dem derzeitigen Bismarck-Modell(*)[24] unserer Gesellschaft in Frage gestellt.[25] Auch werden Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung sowie Behinderungsmodelle thematisiert.[26][27][28]

Soziale und kulturelle Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Identifizierung von Diagnosen mittels Magnetresonanztomographie MRT, kurz auch MR, (Tomographie von altgriechisch τομή tome, deutsch ‚Schnitt‘ und γράφειν graphein, deutsch ‚schreiben‘), ist eine Unterteilung der menschlichen Vielfalt in bestimmte Gehirnarreale mit ihren Funktionen möglich. Diese Bilder beeinflussen die Personlichkeitsentwicklung und kulturelle Veränderung. Die Unterteilung in "Neurodiversitäten" als verschiedene Neurotypen kann sich in verschiedenen Aspekten auf die Gesellschaft auswirken.[20]

Moderne Studien (2014) stellen Hypothesen zur Entstehen autistischer Gehirne auf. Es gilt als sicher, dass Unterschiede zu Neurotypischen Gehirnen ab sehr frühem Alter existiert.[29][30][31] Die Verschiedenheit in der Entwicklung wird kontrovers diskutiert in Hinblick auf Reaktionen darauf. Die Tendenzen gehen in die Beibehaltung des medizinischen Modells, sowie der Bestrebung in Richtung des sozialen Modells von Behinderung. Die Bewertung der Erkenntnisse und die Schlussfolgerungen daraus unterscheiden sich drastisch.[27]

Ob sich die Menschen mit Neurodiversität identifizieren ist verschieden. Es ist zu beobachten, dass diese Neuro-Identitätszuordnung zum Teil eine Feindschaft zwischen den "Typen" verursacht. Es wird als Ursache vermutet, dass dies an einem Mangel an Selbstreflexion und Kritik an sich Selbst liegt, sowie eine Tendenz sich neurologischen und menschlichen Modellen zu unterwerfen.[6] "Neuro-Fatalismus" ist ebenfalls zu beobachten, die Menschen sehen dabei ihre angeborene Biologie als nicht änderbar, sie sehen sich als ein Personen-"Typ". Die MRT-Bilder beschreiben einen Zustand, mit dem sich die Patienten identifizieren, als ihre eigens Schicksal das sie auch selbst erleben, es findet eine Identifikation mit der Diagnose statt.[20] In den letzten 30 Jahren führte die Differenzierung in auch pathologische Neuro-Typen in manchen Bereichen der Gesellschaft bereits zu einer erkennbaren "Autismus-Phobie".[4]

Medizinische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland existiert im Gesundheitsbereich derzeit das Bismarck-Modell. Eine Änderung in andere Finanzierungsmodelle ist vom Steueraufkommen und politischen Entscheidungen abhängig.[32] Durch Diagnosen werden Hilfsmöglichkeiten in den verschiedenen Sozialbereichen eröffnet.[33] Auch wenn dies eine pathologische Betrachtung von Neuro-Minderheiten zur Folge hat, wird dieses Stigma unterschiedlich betrachtet. Manche Betroffenen die sich dann auch betroffen fühlen identifizieren sich damit und begrüßen es, da sie gesehen werden in den Problemen und dem Leid das sie real erleben.[26] Sie sind dringend auf Hilfe angewiesen und von Medizinern wie ihnen selbst wird das medizinische Modell der Behinderung als Bereicherung betrachtet. Dies ist mit darin begründet, dass es seit dem 19. Jahrhundert etabliert ist und weitestgehend effektiv funktioniert.[25]

Innerhalb des medizinischen Behinderungsmodells sind Schwierigkeiten bekannt, da die Antragstellung und der Zuordnungsprozess von Hilfen zu den Betroffenen zum Teil nicht barrierefrei gestaltet ist. Die Hilfe kommt nicht zwangsläufig bei den Hilfsbedürftigen an, was zu einem bisher nicht lösbaren kontroversen Diskurs führt.[33] Auch Theunissen beschreibt in seinem Buch vieles als Träume Behinderungserfahrener, die durch die UN-BRK zwar angestrebt und dadurch auch ermöglicht werden aber noch nicht mittels eines Universellen Designs umgesetzt sind.[34]

Ungelöste Diskurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter des medizinischen Modells der Behinderung bezeichnen psychologische Unterschiede die sie als pathologisch sehen als „Störungen, Defizite oder Dysfunktionen“, die als solche allgemein behandlungsbedürftig gelten.[35] David Pollak – der Autor der vorangehenden Referenz – sieht "Neurodiversität als einen inklusiven Begriff, der die Gleichwertigkeit aller psychischen Zustände ausdrückt." Einigkeit herrscht hier weder in der Betrachtung noch Ausführung. Manche geben zu bedenken, dass der Begriff Neurodiversität zu medizinisch klingt, um Diversität ohne pathologischen Charakter darzustellen.[35]

Auch sind sich die Wissenschafter nicht einig darin, ob es im Konzept der Neurodiversität nicht zu Problemen kommen kann, wenn jegliche Neurodiversität als reine Verschiedenheit betrachtet wird. Sie schlagen ein eng gefasste Konzeption von Neurodiversität vor, die sich nur auf hochfunktionale Autisten bezieht.[2] Die Begründung liegt auch hier im etablierten Bismarck-Modell, da derzeit insbesondere Frühkindliche Autisten ohne Diagnose keinerlei Unterstützung gewährt bekämen. Eine sofortige Etablierung eines weiter gefassten Verständnisses lehnen sie von daher ab.[2] Auch erwachsene Autisten bestätigen die Notwendigkeit der Diagnose und ihre Behandlungs- sowie Hilfsbedürftigkeit, um Probleme beim Bestreiten des Lebensunterhaltes, der sozialen Kontaktpflege, Handlungsplanung und Motorik zu bewältigen.[7] Die etablierten Eltern und Fachkräfteverbände im Autismusbereich haben sich darauf seit Jahrzehnten spezialisiert und ein entsprechendes Hilfs- und Behandlungssystem nach dem medizinischen Behinderungsmodell aufgebaut und ausgearbeitet. Die derzeitigen Konzepte zu Inklusion heißen in der weiteren Existenz dessen Beständigkeit.[28]

Die Pathologische Betrachtung von Normabweichung kann für Autisten auch zu einer Gefahr werden, so denn eine pränatale Abtreibung möglich würde. Dies wird von vielen Autisten abgelehnt und eine Ausrottung des autistischen Neurotyps wird bisher nur von wenigen befürwortet..[22][23][36] Dennoch wird es als Notwendig betrachtet mehr Geld in die Forschung nach Wegen zu investieren, die eine Realisierung des Universellen Designs nach dem sozialen Behinderungsmodell und damit ein gesundes und glückliches Leben ermöglichen könnte.[21]

(*) „Deutschland zählt zusammen mit Österreich zu den Pionierländern sozialstaatlicher Sicherung. Deren Anfänge gehen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: 1883 entstand die Krankenversicherung, ein Jahr später die Unfallversicherung und 1889 die Alters- und Invalidenversicherung. Die Arbeitslosenversicherung wurde erst 1927 gegründet. Der damalige Reichskanzler Bismarck wollte mit der Einführung der Sozialversicherungsgesetze primär der Gefahr einer Revolution aus dem ‚sozialdemokratischen Lager‘ entgegenwirken. Im Zuge der industriellen Revolution hatten sich die ökonomischen und sozialen Probleme dramatisch erhöht, so beispielsweise die Zunahme der Unfallgefahr in den Fabriken. Die soziale Frage in Deutschland spitzte sich zu. Mit der Einführung des Sozialversicherungswesens fand Bismarck eine politische Antwort darauf. Entgegen seinen Vorstellungen stärkten die Versicherungsgesetze der 1880er Jahre jedoch die Arbeiterorganisationen und verbesserten deren politische Handlungsmöglichkeiten - nicht zuletzt durch ihre Mitarbeit in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steve Silberman: Geniale Störung. 2. Auflage. DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, 2017, ISBN 978-3-8321-9845-9, S. 608.
  • Thomas Armstrong: Neurodiversity: Discovering the Extraordinary Gifts of Autism, ADHD, Dyslexia, and Other Brain Differences. Da Capo Lifelong, Boston, MA 2010, ISBN 978-0-7382-1354-5, S. 288.
  • Thomas Armstrong: Neurodiversity in the Classroom: Strength-Based Strategies to Help Students with Special Needs Succeed in School and Life. Association for Supervision & Curriculum Development, Alexandria, VA 2012, ISBN 978-1-4166-1483-8, S. 188.
  • Steve Silberman: Neurodiversity Rewires Conventional Thinking About Brains. Wired. Abgerufen am 7. Mai 2013.
  • Felix Hasler: Neuromythologie: Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung. 4. Auflage. Transcript, 2013, ISBN 978-3-8376-1580-7, S. 254.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b What is Neurodiversity?. National Symposium on Neurodiversity at Syracuse University. 2011. Abgerufen am 2. Oktober 2012.
  2. a b c d e Jaarsma P, Welin S: Autism as a Natural Human Variation: Reflections on the Claims of the Neurodiversity Movement. (PDF) In: Health Care Anal. 20, Nr. 1, Februar 2011, S. 20–30. doi:10.1007/s10728-011-0169-9. PMID 21311979.
  3. a b c d Nick Walker: Julia Bascom (Hrsg.): Loud Hands: Autistic People, Speaking. The Autistic Press, Washington, DC 2012, ISBN 978-1-938800-02-3, S. 154–162.
  4. a b c Autism as a Natural Human Variation: Reflections on the Claims of the Neurodiversity Movement. Linköping University. Abgerufen am 5. November 2014.
  5. Francisco Ortega: The Cerebral Subject and the Challenge of Neurodiversity. Hrsg.: BioSocieties. Band 4, Nr. 4, 2009, S. 425–445.
  6. a b c Biopolitik der Gehirne | GeN. 5. Mai 2010, abgerufen am 12. Juli 2017 (deutsch).
  7. a b Andrew Solomon: The autism rights movement. In: New York, 25. Mai 2008. Archiviert vom Original am 27. Mai 2008. Abgerufen am 27. Mai 2008. 
  8. Fenton, Andrew, and Tim Krahn. "Autism, Neurodiversity and Equality Beyond the Normal" (PDF). Journal of Ethics in Mental Health 2.2 (2007): 1-6. 10. November 2009.
  9. a b Sinclair, Jim. Don't Mourn For Us. Autism Network International, n.d.. Abgerufen am 7. Mai 2013.
  10. Blume, Harvey: Autistics, freed from face-to-face encounters, are communicating in cyberspace. In: The New York Times, 30. Juni 1997. Abgerufen am 8. November 2007. 
  11. Blume, Harvey: Neurodiversity. In: The Atlantic, 30. September 1998. Abgerufen am 7. November 7 2007. 
  12. Blume, Harvey: "Autism & The Internet" or "It's The Wiring, Stupid". Media In Transition, Massachusetts Institute of Technology. 1. Juli 1997. Abgerufen am 8. November 2007.
  13. Bumiller, Kristen. "The Geneticization of Autism: From New Reproductive Technologies to the Conception of Genetic Normalcy." Signs 34.4 (2009): 875-99. Chicago Journals. University of Chicago Press.
  14. Georg Theunissen / Wolfram Kulig / Vico Leuchte / Henriette Paetz: Handlexikon Autismus-Spektrum. 1. Auflage. Kohlhammer, 2014, ISBN 978-3-17-023431-4, S. 492.
  15. Gisela Hermes, Eckhard Rohrmann, Sigrid Arnade, HansGünter Heiden, Swantje Köbsell: Nichts über uns - ohne uns!: Disability Studies als neuer Ansatz emanzipatorischer und interdisziplinärer Forschung über Behinderung. 1. Auflage. Verein zur Förderung der sozialpolitischen Arbeit, Neu-Ulm 2006, ISBN 978-3-930830-71-8 (amazon.de [abgerufen am 10. Juli 2017]).
  16. Steve Silberman: Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken. DUMONT Buchverlag, 2016, ISBN 978-3-8321-8925-9 (google.de [abgerufen am 12. Juli 2017]).
  17. Waltz, M: Autism: A Social and Medical History. Palgrave Macmillan, London 2013, ISBN 0-230-52750-7.
  18. Reinmar Stass: Identifizierung von Barrieren für die schulische Teilhabe von AutistInnen. White Unicorn e.V., 1.11.2016, abgerufen am 14. Juli 2017.
  19. danda.org.uk DANDA website. Aufgerufen am 6. Januar 2015
  20. a b c Felix Hasler: Neuromythologie: Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung: Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung. 4., Aufl. Transcript, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-1580-7 (amazon.de [abgerufen am 11. Juli 2017]).
  21. a b Steve Silberman: Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken. DUMONT Buchverlag, 2016, ISBN 978-3-8321-8925-9 (google.de [abgerufen am 12. Juli 2017]).
  22. a b Autismus-Ursachen: Was wir wissen, und was nicht. In: Autismus-Kultur. (autismus-kultur.de [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  23. a b ESH erstattet Strafanzeige gegen BRD wegen Völkermord | Enthinderungsselbsthilfe. Abgerufen am 13. Juli 2017 (de-de).
  24. Josef Schmid: Das deutsche soziale Sicherungssystem: das Bismarck-Modell. In: Wohlfahrtsstaaten im Vergleich. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2010, S. 129–146, doi:10.1007/978-3-531-92548-6_4 (springer.com [abgerufen am 14. Juli 2017]).
  25. a b Josef Schmid: Das deutsche soziale Sicherungssystem: das Bismarck-Modell. In: Wohlfahrtsstaaten im Vergleich. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2010, S. 129–146, doi:10.1007/978-3-531-92548-6_4 (springer.com [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  26. a b Jon Hamilton: Shortage of Brain Tissue Hinders Autism Research. Abgerufen am 10. Mai 2015.
  27. a b Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Autismus: Frühdiagnose mit dem MRT im ersten Lebensjahr. (aerzteblatt.de [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  28. a b Bundesverband Autismus Deutschland e.V.: Inklusion. Abgerufen am 13. Juli 2017.
  29. L. Chow, Maureen P. Boyle, Susan M. Sunkin, Peter R. Mouton: Patches of Disorganization in the Neocortex of Children with Autism. Hrsg.: New England Journal of Medicine. Band 370, Nr. 13, 27. März 2014.
  30. MRIs predict which high-risk babies will develop autism as toddlers: This first-of-its-kind study used MRIs to image the brains of infants, and then researchers used brain measurements and a computer algorithm to accurately predict autism before symptoms set in. In: ScienceDaily. (sciencedaily.com [abgerufen am 16. Juli 2017]).
  31. Heather Cody Hazlett, Hongbin Gu, Brent C. Munsell, Sun Hyung Kim, Martin Styner: Early brain development in infants at high risk for autism spectrum disorder. Hrsg.: Nature. Band 542, Nr. 7641, 16. Februar 2017, S. 348–351.
  32. Hermann Faller, Hermann Lang: Medizinische Psychologie und Soziologie. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-662-46615-5 (google.de [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  33. a b Online-Handbuch: Inklusion als Menschenrecht: 1994 bis 2011: Gegenwart. Abgerufen am 13. Juli 2017 (deutsch).
  34. Georg Theunissen: Menschen im Autismus-Spektrum: Verstehen, annehmen, unterstützen. Kohlhammer Verlag, 2014, ISBN 978-3-17-025395-7 (google.de [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  35. a b Pollak, David. 2009. "Neurodiversity in Higher Education." John Wiley & Sons, Ltd.
  36. Denise Linke: Abtreibung: Unser Abtreibungswahn. In: Die Zeit. 24. September 2014, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. August 2017]).