Pirate Parties International

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Pirate Parties International
Signet der Pirate Parties International
Partei­vorsitzender Guillaume Saouli
Entstehung 2006
Gründung 17. April 2010
Gründungs­ort Brüssel
Haupt­sitz Genf
Mitglieder­zahl 44 Landesparteien
Website www.pp-international.net

Pirate Parties International (PPI) ist der Weltverband der Piratenparteien. Die internationale Nichtregierungsorganisation entstand 2006 als loser Zusammenschluss der damals entstehenden Piratenparteien. Im April 2010 wurde die PPI offiziell gegründet. Derzeit hat sie 38 Mitgliedsparteien (Stand Juni 2019).[1]

Aufgabe und Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PP International unterstützt und koordiniert Gründungsplanungen von Piratenparteien weltweit. Außerdem dient sie der internen Kommunikation. Dazu betreibt sie internationale Foren und Mailinglisten.

Angeführt wird die Organisation vom PPI-Board, bestehend aus Vorsitzenden, stellv. Vorsitzendem, dem Schatzmeister, dem Generalsekretär und drei weiteren Mitgliedern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gründung der Piratpartiet in Schweden am 1. Januar 2006 entstanden in ganz Europa, später auch weltweit, weitere Piratenparteien. Noch im selben Jahr entstand eine lose Vernetzung dieser Parteien. Im Juni 2007 trafen sich erstmals Vertreter der Piratenparteien Schwedens, der Niederlande, Österreichs, Deutschlands, Polens, Spaniens, Irlands, Dänemarks und Finnlands zu einer internationalen Konferenz in Wien. 2008 folgten weitere Konferenzen in Berlin und Uppsala. In Uppsala wurde Andrew Norton (USA) zum PPI-Koordinator gewählt und die Uppsala-Deklaration verabschiedet.

Anfang 2009 traf man sich in Helsinki und im August 2009 wurde ein Coreteam (Kernteam) unter Führung von Patrick Mächler (Schweiz) und Samir Allioui (Niederlande) installiert. Seit Oktober 2009 hat die PPI den Status einer Nichtregierungsorganisation (Feitelijke vereniging) mit Sitz in Belgien[2][3].

Auf einer Konferenz vom 16. bis 18. April 2010 in Brüssel erfolgte schließlich die offizielle Konstituierung der PPI, an der sich 22 nationale Piratenparteien beteiligten[4]. Der Bundesparteitag der deutschen Piratenpartei vom 15. bis 16. Mai 2010 in Bingen am Rhein bestätigte offiziell den Beitritt der deutschen Partei. Die erste offizielle Generalversammlung der PPI fand am 12. und 13. März 2011 in Friedrichshafen statt.[5] Am 14. und 15. April 2012 wurde die zweite Generalversammlung in Prag abgehalten. Die dritte Generalversammlung fand am 20. und 21. April 2013 in Kasan statt. Im Jahr 2017 wurde ihr der Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen gewährt.[6]

PPI Konferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International Pirate Party Konferenzen
Name Datum der Konferenz Ort Gastgeber
International Conference 2007 8–10/6/2007 Wien, Österreich
International Conference 1/2008 26–27/1/2008 Berlin, Deutschland
International Conference 2/2008 27–29/6/2008 Uppsala, Schweden
PPI Conference 2010 (Founding Conference) 16–18/4/2010 Brüssel, Belgien Pirate Party Belgium
PPI Conference 2011 12–13/3/2011 Friedrichshafen, Deutschland Piratenpartei Deutschland
PPI Conference 2012 14–15/4/2012 Prag, Tschechische Republik Česká pirátská strana
Pirate Summer Conference 9–10/6/2012 Aarau, Schweiz Piratenpartei Aargau
PPI Conference 2013 20–21/4/2013 Kazan, Russland Pirate Party of Russia
PPI Conference 2014 12–13/4/2014 Paris, Frankreich, on OpenSpace Conference Pirate Party of France
PPI Conference 2015 4–5/7/2015 Warsaw, Poland, on OpenSpace Conference Pirate Party of Poland
PPI Conference 2016 23–24/7/2016 Berlin, Deutschland Piratenpartei Berlin
PPI Conference 2017 25-23/11/2017 Genf, Schweiz Pirate Party of Switzerland
PPI Conference 2018 3–4/11/2018, online continuation on 10/11/2018 München, Deutschland Piratenpartei Deutschland, Piratenpartei Bayern

Austritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2015 kündigte die Pirate Party Australia ihre Mitgliedschaft von der PPI wegen einer ernsten Uneinigkeit mit der Richtung und dem Management der Organisation auf. Im selben Monat trat auch die Pirate Party UK aus, und im März setzte die belgische Piratenpartei ihre Mitgliedschaft von der PPI aus.

Am 20. April 2015 stimmte die Piratenpartei Islands mit überwältigender Mehrheit für einen Austritt von PPI. Ein Mitglied der Exekutive, Arnaldur Sigurðarson, meldete eine Stimmenanteil von 96,56 % zugunsten des Austritts und fügte hinzu: „Die PPI war ziemlich nutzlos, wenn es um Ziele ging, die die internationale Zusammenarbeit zwischen Piratenparteien fördern sollten.“

Im Mai 2015 beschloss die Piratenpartei Schwedens mit einer erheblichen Mehrheit, die PPI zu verlassen und ihren Beobachterstatus aufzukündigen.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Satzung konnten nur Parteien beitreten, die eine Abwandlung des Wortes „Piraten“ im Namen führen, die Regelung wurde geändert, um anderen Parteien wie der Internetpartei Neuseeland eine Aufnahme zu ermöglichen. Prinzipiell kann pro Land nur eine Partei stimmberechtigtes Mitglied werden, sollte eine weitere Partei hinzukommen, werden die Stimmen geteilt. Weitere Organisationen können beobachtendes Mitglied werden. Eine individuelle Fördermitgliedschaft ist möglich.

Land Parteiname Kontinent
BelgienBelgien Belgien Piratenpartij / Parti Pirate * Europa
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina Piratska Partija Bosne i Hercegovine Europa
BrasilienBrasilien Brasilien Partido Pirata * Südamerika
BulgarienBulgarien Bulgarien Piratska Partija * Europa
DeutschlandDeutschland Deutschland Piratenpartei Deutschland * Europa
EstlandEstland Estland Eesti Piraadipartei Europa
FinnlandFinnland Finnland Piraattipuolue * Europa
FrankreichFrankreich Frankreich Parti Pirate * Europa
GriechenlandGriechenland Griechenland Κόμμα Πειρατών Ελλάδας Europa
IsraelIsrael Israel הפיראטים מפלגת Asien
ItalienItalien Italien Partito Pirata Italiano * Europa
JapanJapan Japan Piratenpartei Japan Asien
KasachstanKasachstan Kasachstan Қазақстан Қарақшылар Партиясы * Asien
KroatienKroatien Kroatien Piratska Stranka Hrvatske Europa
LettlandLettland Lettland Pirātu Partiju Europa
LuxemburgLuxemburg Luxemburg Piratepartei Lëtzebuerg * Europa
MarokkoMarokko Marokko Parti Pirate Maroc Afrika
NeuseelandNeuseeland Neuseeland The Pirate Party of New Zealand
Internet Party of New Zealand
Australien und Ozeanien
NiederlandeNiederlande Niederlande Piratenpartij Nederland * Europa
NorwegenNorwegen Norwegen Piratpartiet Norge Europa
OsterreichÖsterreich Österreich Piratenpartei Österreichs * Europa
PolenPolen Polen Partia Piratów Europa
PortugalPortugal Portugal Partido Pirata Português * Europa
RumänienRumänien Rumänien Partidul Piratilor * Europa
RusslandRussland Russland Пиратская Партия России * Europa
SchweizSchweiz Schweiz Piratenpartei Schweiz * Europa
SlowakeiSlowakei Slowakei Slovenská Pirátska Strana Europa
SlowenienSlowenien Slowenien Piratska Stranka Europa
SpanienSpanien Spanien Partido Pirata *
Pirates de Catalunya
Europa
Korea SudSüdkorea Südkorea Piratenpartei Südkorea Asien
TschechienTschechien Tschechien Česká pirátská strana * Europa
TunesienTunesien Tunesien Piratenpartei Tunesien Afrika
TurkeiTürkei Türkei Korsan Partisi Europa
UkraineUkraine Ukraine Українське піратське співтовариство Europa
UngarnUngarn Ungarn Kalózpárt Europa
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland Piratenzentrum Weißrussland Europa

* Gründungsmitglieder

Beobachter
DeutschlandDeutschland Deutschland Piratenpartei Bayern
Piratenpartei Berlin
Piratenpartei Hessen
Piratenpartei Niedersachsen
Piratenpartei Nordrhein-Westfalen
Piratenpartei Potsdam
europe beyond division
FrankreichFrankreich Frankreich Pirate Lobby
IslandIsland Island Besti flokkurinn
SerbienSerbien Serbien Pokret Napred
SchwedenSchweden Schweden Ung Pirat (Jugendverband der schwedischen Piratenpartei)
SpanienSpanien Spanien Piratas de La Rioja
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Florida Pirate Party Pirate
Pirate Party of New York
International Pirates Without Borders
  • Die Mitgliedschaft der Pirate Party of Ireland (Gründungsmitglied) wurde im Juni 2012 aufgehoben, nachdem sich die Partei aufgelöst hatte.
  • Im Februar 2015 traten die Pirate Party Australia (Gründungsmitglied) und die Pirate Party UK (Gründungsmitglied) aus.
  • Die Piratenpartei Belgiens (Gründungsmitglied) setzte im März 2015 ihre Mitgliedschaft aus.
  • Im April 2015 trat die Piratenpartei Islands aus.
  • Die Piratenpartei Schwedens kündigte im Mai 2015 ihren Beobachterstatus auf.
  • Am 24. Juli 2016 trat die Pirate Party of Canada/Parti Pirate du Canada aus. Die Partei wurde am 30. November 2017 aufgelöst.
  • Die Piratenpartei Serbiens (Gründungsmitglied) wurde 2017 aufgelöst.
  • Die dänische Piratpartiet (Gründungsmitglied) wurde 2017 aufgelöst.
  • Die österreichische Piraten Partei Tirol wurde am 11. Jänner 2019 aufgelöst.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Vorstand wurde auf der Gründungsversammlung gewählt. Seitdem wird der Vorstand jährlich im Rahmen einer PPI-Konferenz neu gewählt. Der PPI-Vorstand setzt sich zusammen aus einer gleichberechtigten Doppelspitze im Vorsitz, dem Chief Administrative Officer (CAO), dem Chief Financial Officer (CFO) und den Beisitzern.

Bisherige Vorstände von Pirate Parties International
Jahr Vorsitzende CAO CFO Beisitzer Ersatzbeisitzer
2010/2011 DeutschlandDeutschland Grégory Engels,

LuxemburgLuxemburg Jerry Weyer

DeutschlandDeutschland Joachim Mönch SchwedenSchweden Nicolas Sahlqvist SerbienSerbien Aleksandar Blagojevic,

TschechienTschechien Jakub Michálek,
TschechienTschechien Bogomil Shopov

2011/2012 NiederlandeNiederlande Samir Allioui,

TschechienTschechien Marcel Kolaja
(zurückgetreten)

RusslandRussland Lola Woronina SchweizSchweiz Patrick Mächler Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Finlay Archibald
(zurückgetreten),

FrankreichFrankreich Paul da Silva
(zurückgetreten),
DeutschlandDeutschland Thomas Gaul

2012/2013 DeutschlandDeutschland Grégory Engels,

RusslandRussland Lola Woronina

KanadaKanada Travis McCrea Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ed Geraghty PortugalPortugal Nuno Cardoso,

RusslandRussland Jelena Jovanović,
SchweizSchweiz Denis Simonet

AustralienAustralien Brendan Molloy,

DeutschlandDeutschland Thomas Gaul,
ItalienItalien Alessandra Minoni,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andrew Norton
(zurückgetreten am 26. April 2012)

2013/2014 DeutschlandDeutschland Grégory Engels,

TschechienTschechien Vojtěch Pikal

DeutschlandDeutschland Thomas Gaul LuxemburgLuxemburg Marc Tholl PortugalPortugal Nuno Cardoso,

RusslandRussland Azat Gabrakhmanov,
SchweizSchweiz Denis Simonet

RusslandRussland Jelena Jovanović,

BelgienBelgien Paul Bossu,
PolenPolen Radosław Pietroń,
TurkeiTürkei Yasin Aydin

2014/2015 KroatienKroatien Maša Čorak bis 6. Januar 2015,

BelgienBelgien Koen de Voegt

DeutschlandDeutschland Thomas Gaul DeutschlandDeutschland Sebastian Krone DeutschlandDeutschland Grégory Engels,

NorwegenNorwegen Anders Kleppe,
GriechenlandGriechenland Stathis Leivaditis

ItalienItalien Marco Confalonieri,

TurkeiTürkei Yasin Aidin,
JapanJapan Min Chiaki,
TunesienTunesien Chemseddine Ben Jemaa

2015/2016 NeuseelandNeuseeland Andrew Reitemeyer

DeutschlandDeutschland Patrick Schiffer

BrasilienBrasilien Henrique Peer MexikoMexiko Karla Medrano JapanJapan Min Chiaki,

TunesienTunesien Chemseddine Ben Jemaa,
SchweizSchweiz Richard Hill

NorwegenNorwegen Anders Kleppe,

RusslandRussland Nikolay Voronov,
BelgienBelgien Koen De Voegt,
DeutschlandDeutschland Gregory Engels

2016–2017 SchweizSchweiz Guillaume Saouli,

KanadaKanada Bailey Lamon

DeutschlandDeutschland Thomas Gaul IsraelIsrael Keith L. Goldstein NeuseelandNeuseeland Andrew Reitemeyer,

NorwegenNorwegen Raymond Johansen,
BelgienBelgien Koen De Voegt

NorwegenNorwegen Anders Kleppe,

DeutschlandDeutschland Patrick Schiffer,
DeutschlandDeutschland Adam Wolf,
DeutschlandDeutschland Grégory Engels

seit 2017 SchweizSchweiz Guillaume Saouli,

KanadaKanada Bailey Lamon

IsraelIsrael Keith L. Goldstein DeutschlandDeutschland Thomas Gaul NeuseelandNeuseeland Andrew Reitemeyer,

NorwegenNorwegen Raymond Johansen,
BelgienBelgien Koen De Voegt,

RusslandRussland Nikolay Voronov

DeutschlandDeutschland Adam Wolf,

FrankreichFrankreich Etienne Evelin,
BrasilienBrasilien Daniel Danta Prazeres,
DeutschlandDeutschland Grégory Engels

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pirate Parties. Abgerufen am 15. Juni 2019 (englisch).
  2. About PPI auf der Homepage der PPI, abgerufen 14. April 2010
  3. Selbstdarstellung auf dem Wiki der Pirate Parties International, Abgerufen 10. November 2010
  4. Presseerklärung (Memento des Originals vom 20. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pp-international.net der PPI zur Gründung, Abgerufen 10. November, 2010
  5. PPI Conference 2011
  6. https://www.un.org/press/en/2017/ecosoc6843.doc.htm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pirate Parties International – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien