Planitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Planitz (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 50° 41′ 37″ N, 12° 28′ 32″ O

Planitz
Stadt Zwickau
Wappen von Planitz
Höhe: 290–402,7 m ü. NHN
Fläche: 9,26 km²
Einwohner: 11.854 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 1.280 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1944
Postleitzahlen: 08062, 08064
Vorwahl: 0375
ehem. Rathaus Niederplanitz

ehem. Rathaus Niederplanitz

Planitz ist eine ehemalige Stadt in Sachsen. Am 1. Januar 1944 wurde die Stadt Planitz nach Zwickau eingemeindet, wodurch Zwickau den Rang einer Großstadt erlangte. Planitz wurde deutschlandweit durch die von Arnimschen Steinkohlenwerke und die Fußballmannschaft Planitzer SC bekannt. Heute existieren die Stadtteile Nieder-, Ober- und Neuplanitz im Stadtbezirk Zwickau-Süd. Die Planitzer Adelsfamilie von Arnim war auch Eigentümer der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit um 1100 war das Gebiet von Slawen besiedelt. Von ihnen stammt die Bezeichnung „plaw“, das bedeutet „herabfließender Wasserlauf“ oder „Schwemmbach“. Um 1150 zogen deutsche Bauern in die Gegend. In dieser Zeit wurde auch eine erste Burg erbaut.

Bekanntheit erlangte der 1476 durch Selbstentzündung von Steinkohlenflözen entstandene Planitzer Erdbrand, der erst 1860 gelöscht werden konnte. Im Jahr 1837 gründete Ernst August Geitner die „Treibegärtnerei auf den Planitzer Erdbränden“, in der er die mit über 70 °C aufsteigenden Dämpfe fasste und zur Beheizung seiner Gewächshäuser nutzte, in denen er tropische Pflanzen züchtete. Nach dem Erlöschen des Brandes wurde die Gärtnerei stillgelegt.

Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 hatte Planitz 21.618 Einwohner und 1029 bewohnte Gebäude bei einer Gesamtfläche von fast 6,37 km2 (Einwohnerdichte: 3393 Einwohner/km2 !). Nach der Vereinigung von Ober- und Niederplanitz am 1. Juli 1923 bis zur Verleihung des Stadtrechts am 8. Mai 1924 war die Gemeinde Planitz das größte Dorf Sachsens.

Gemeindegliederung und Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planitz gliedert sich in die ehemals selbständigen Gemeinden Nieder- und Oberplanitz. Der 1973 auf der grünen Wiese gegründete Zwickauer Stadtteil Neuplanitz grenzt unmittelbar an Planitz an und liegt auf Niederplanitzer Flur.

Die höchste Erhebung auf Planitzer Gebiet und gleichzeitig Gesamt-Zwickaus ist der 403 m hohe Kreuzberg. Weitere nennenswerte Berge sind der Schloßberg und die Alexanderhöhe.

Ober- und Niederplanitz sind ursprüngliche Reihendörfer entlang des Planitzbaches, der am Kreuzberg entspringt, das Strandbad und den Geleitsteich speist und schließlich in Zwickau in die Zwickauer Mulde mündet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot auf silbernem Berg ein silberner Rechen, vorn ein schwarzes Schlägel und Eisen, hinten ein goldener Bienenkorb umgeben von neun Bienen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1907 bis 1969 besaß Planitz einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Zwickau–Planitz. Zunächst diente die Strecke nur dem Güterverkehr, nach dem Zweiten Weltkrieg verkehrten auch Personenzüge. Der Bahnhof „Cainsdorf“ an der Bahnstrecke Schwarzenberg-Zwickau befindet sich aufgrund eines Flächenaustauschs seit 1939 auf dem Gebiet von Planitz. Aus diesem Grund hieß er zwischen 1940 und 1951 „Planitz-Cainsdorf“.[2]

Nach Planitz verkehrte eine der ersten Zwickauer Omnibuslinien. Seit 2005 ist Neuplanitz der Endpunkt der Zwickauer Straßenbahnlinie 3 von Eckersbach.

Sportliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1912 gegründete Fußballverein Planitzer SC spielte von 1933 bis Kriegsende in einer der ersten deutschen Ligen, der Gauliga Sachsen. Der Planitzer SC war der Vorgängerverein der SG Planitz, die 1948 erster Ostzonenmeister (Vorläufer der DDR-Oberliga-Fußballmeisterschaft) wurde.

Niederplanitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Teehaus.
  • Schloss Planitz – barocke Anlage eines ehemaligen Herrensitzes, heutiges Clara-Wieck-Gymnasium.
  • Lukaskirche – Wahrzeichen des Ortes, direkt neben dem Schlosspark und gegenüber dem Schloss, erbaut 1873–76 von Gotthilf Ludwig Möckel, nach jahrelangem Verfall wiederaufgebaut (weit sichtbare Landmarke).
  • Schlosspark nach Plänen von Eduard Petzold um 1870 umgestaltet, das Teehaus, ein Gartenpavillon aus der Zeit des späten Rokoko mit Einflüssen der Chinoiserie von 1789.

Oberplanitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Oberplanitz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planitzer Pyramide.

Pyramidenandrehen
Am Oberplanitzer Markt steht seit 1998 eine Freilandpyramide. Jährlich zum ersten Adventssonntag wird sie in einem Festakt angedreht. Im Laufe der Jahre hat sich diese Veranstaltung mehr und mehr zu einem bunten vorweihnachtlichen Treiben inklusive eines eintägigen Weihnachtsmarkts entwickelt. Auch die Besucherzahlen stiegen von anfänglich einigen hundert Personen auf bis zu zeitweise 3000 Leute (Stand 2007) an. Die Figurengruppen der Planitzer Pyramide wurden vom Planitzer Schnitzverein gestaltet und stellen Märchenszenen dar.

Pfingstbarock
Von 2006 bis 2009 fand jährlich am Pfingstwochenende auf dem Schlossberg zu Planitz diese Veranstaltung statt. Es handelte sich hierbei um eine Mischung aus barockem Musikfestival und einer lebendigen Darstellung des höfischen Lebens dieser Zeit. Das Konzept sah vor, dass der sächsische Regent jeweils ein europäisches Adelsgeschlecht und dessen Abgesandte am Planitzer Hof empfängt. Zudem war das Ereignis von buntem zeitgenössischen Markttreiben und zeitgemäßen Militärmanövern geprägt. Regelmäßiger Höhepunkt des Festes war das sonntägliche Feuerwerk in Verbindung mit barocker Musik.

Söhne, Töchter und Persönlichkeiten von Planitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Peschke: Die historische Entwicklung von Planitz. Abgerufen am 27. Dezember 2012.
  2. Planitz auf der Webseite von Zwickautopia

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Geitner (Hrsg.): Wegweiser durch die Treibegärtnerei und Baumschule zu Planitz bei Zwickau in Sachsen. Louis Oeser, Neusalza 1863 (digital.slub-dresden.de [PDF]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Planitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien