Römerswil

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Römerswil (Begriffsklärung) aufgeführt.
Römerswil
Wappen von Römerswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1039i1f3f4
Postleitzahl: 6027 Römerswil
6028 Herlisberg
Koordinaten: 661199 / 224624Koordinaten: 47° 10′ 11″ N, 8° 14′ 45″ O; CH1903: 661199 / 224624
Höhe: 723 m ü. M.
Fläche: 16,65 km²
Einwohner: 1763 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 106 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
6,4 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.roemerswil.ch
Dorfzentrum von Römerswil

Dorfzentrum von Römerswil

Karte
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Römerswil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Römerswil liegt südwestlich des Baldeggersees 3 km westlich von Hochdorf am Ostabhang der Erlosen. Das Dorf Herlisberg (737 m ü. M.), bis 1. Januar 2005 selbständige Gemeinde und jetzt Ortsteil, liegt 3,3 km nordwestlich davon. Zum Gemeindegebiet gehören zahlreiche Weiler, Häusergruppen und Einzelgehöfte. Nördlichste Siedlungen der Gemeinde sind Waldhaus (794 m ü. M.; 4 km nordwestlich) und der Weiler Laufenberg (593 m ü. M.; 4 km nördlich des Dorfes Römerswil). Im Weiler Ober-Reinach (734 m ü. M.; 2,2 km nördlich des Dorfes) liegt die Ruine der Burg Ober-Reinach. Genau zwischen dem Dorf und Ober-Reinach liegt der Weiler Ludigen (753 m ü. M.). Die Gemeinde reicht mit dem Ortsteil Nunwil (476 m ü. M.; 2 km nordöstlich des Dorfes) bis hinunter an das Südufer des Baldeggersees. Unmittelbar westlich von Hochdorf, bereits in der Seetalebene, liegt der Ortsteil Huwil (471 m ü. M.; 2,3 km östlich des Dorfes), der vom Sagenbach durchflossen wird. 2,3 km südöstlich liegt der südlichste Punkt der Gemeinde, der Weiler Rehag. Im Süden der Gemeinde liegt der Ortsteil Williswil (686 m ü. M.;1,1 km südlich des Dorfs).

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1739 ha, wovon allerdings nur 1665 ha Landfläche sind. Der Rest ist der Gemeindeanteil am Baldeggersee. Von dieser Landfläche wird 77,1 % landwirtschaftlich genutzt; 16,2 % des Gemeindeareals sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 6,5 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden der Gemeinde nach dem neuen Gebietsstand vom 1. Januar 2009 sind Beromünster, Ermensee, Hildisrieden, Hitzkirch, Hochdorf und Rain.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Total
1850 1'451
1888 1'015
1900 1'043
1910 1'230
1941 1'303
1950 1'340
1970 1'236
1990 1'333
2000 1'468
2010 1'627
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Römerswil
altes Gemeindegebiet
1850 1'189
1888 840
1900 851
1910 1'040
1920 1'109
1930 1'063
1970 1'071
1990 1'112
2000 1'229
  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Die Bevölkerung verringerte sich durch Abwanderung von 1850 bis 1888 massiv um 29,4 % und stieg dann zwischen 1900 und 1910 massiv an. Ein ständiges Auf und Ab im Bereich von 1'040 bis 1'150 folgte bis ins Jahr 1990. Seither steigt die Bevölkerung wieder in einem mässigen Tempo und zählte vor der Fusion mit Herlisberg 1'270 Personen.

  • Herlisberg

Die Zahl der Einwohner wuchs zwischen 1798 in kleinen, aber stetigen, Schritten bis ins Jahr 1860. Danach sank sie durch Abwanderung massiv bis ins Jahr 1888. Von dieser Zeit bis 1960 bewegte sie sich ständig im Bereich zwischen 175 und 192 Personen (ausser im Jahr 1941, wo sie etwas höher lag). Dem Tiefststand von 1970 folgte ein Wachstumsschub bis zum Jahr 2000. Seither sinkt sie ein wenig. Vor der Fusion mit Römerswil zählte Herlisberg 225 Einwohner. Mehr unter Herlisberg

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 sah die Sprachsituation so aus:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Es gaben 98,70 % Deutsch und je 0,16 % Französisch und Rätoromanisch als Hauptsprache an.

  • Herlisberg

Es gaben 96,23 % Deutsch, 2,93 % Serbokroatisch und 0,42 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Römerswil

In beiden fusionierten Gemeinden ist die Bevölkerung traditionellerweise römisch-katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung sieht die religiöse Landschaft heute (Stand 2000) folgendermassen aus:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 83,97 % römisch-katholische und 6,59 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 5,21 % Konfessionslose und 0,49 % Muslime.

  • Herlisberg

Von den Einwohnern waren 78,66 % römisch-katholische und 7,53 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 6,28 % Konfessionslose und 2,51 % Muslime.

  • Römerswil (neues Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 83,11 % römisch-katholische und 6,74 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 5,38 % Konfessionslose und 0,89 % Muslime.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'669 Einwohnern 1'580 Schweizer und 89 (= 5,3 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 94,7 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (53,9 %), Italien (10,1 %), Serbien inklusive Kosovo (9,0 %), Portugal (3,4 %) und Spanien (1,1 %). 19,1 % stammten aus dem übrigen Europa und 3,4 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine Oberrinach

Der Ortsteil Herlisberg taucht als Erlinsberg im Jahr 1150 in einer Besitzbestätigung des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erstmals auf. Die Gemeinde unterstand zuerst den Grafen von Lenzburg, dann ab 1173 den Grafen von Kyburg und als deren Nachfolger ab 1263 den Habsburgern. Alle diese Herren überliessen die Verwaltung den Rittern von Reinach welche ihren Sitz in der Burg Oberrinach hatten. 1386 bei der Schlacht bei Sempach kämpften sie jedoch auf der Seite der Verlierer, die Burg wurde zerstört und Herren von Reinach setzten sich ins Elsass ab. Herlisberg gehörte bis 1803 als Teil des Amtes Richensee-Hitzkirch zu den Freien Ämtern und kam anschliessend zum neu geschaffenen Amt Hochdorf. Bis Ende 2004 war es eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 1. Januar 2005 ist es ein Ortsteil von Römerswil.

Der Ortsteil Römerswil ist bereits seit langer Zeit Siedlungsraum, wie Funde aus römischer Zeit beweisen. In der Acta Murensia des Klosters Muri sind zwei Orte mit den Namen Regensfridswile und Reinfridswile aufgeführt. Mit einem dieser Namen könnte Römerswil gemeint sein. 1270 taucht in einer Urkunde der Name Remerswil auf, mit dem eindeutig der heutige Ort Römerswil identifiziert werden kann. Bis 1798 gehört es zur Landvogtei Rothenburg. Von 1798 bis 1803 ist es Teil des Distrikts Sempach. Seitdem gehört es zum damals neu geschaffenen Amt Hochdorf. Allerdings gibt es den Ort als selbständige Gemeinde erst seit 1838. Denn bis dahin bildete es zusammen mit Rain und Hildisrieden die Gemeinde Berghof. Seit dem 1. Januar 2005 gehört die früher selbständige Gemeinde Herlisberg als Ortsteil zu Römerswil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Römerswil besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Ruth Spielhofer-Meyer (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Rita Galliker-Arnold (parteilos): Bildung
  • Gilbert Roos-Isler (FDP): Finanzen
  • Thomas Steenaerts-Leu (parteilos): Soziales
  • Josef Troxler-Doppmann (CVP): Bau

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Römerswil: SVP 38,8 %, CVP 35,5 %, FDP 10,7 %, GPS 5,9 %, SP 5,6 %, glp 2,8 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Römerswil: SVP 39,9 %, CVP 31,0 %, FDP 12,0 %, SP 5,6 %, GPS 4,2 %, glp 3,7 %, BDP 1,7 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herlisberg und Römerswil sind durch die Buslinie Beromünster–Hochdorf ins Netz des Öffentlichen Verkehrs eingebunden. Hochdorf hat eine Bahnstation an der Linie Luzern–Lenzburg. Und von Beromünster fährt ein Bus nach Sursee an der Bahnlinie Luzern–Olten.

Beide Gemeinden liegen an der Strasse Sempach–Rain–Beromünster, einer Nebenstrasse. Römerswil ist 7 km vom Autobahnanschluss Sempach an der A2 entfernt; Herlisberg 11 km von Sempach und 13 km vom Anschluss Sursee an der A2.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Römerswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Römerswil
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Römerswil
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.