Römerswil

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Römerswil
Wappen von Römerswil
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Luzern Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1039i1f3f4
Postleitzahl: 6027 Römerswil
6028 Herlisberg
Koordinaten: 661199 / 224624Koordinaten: 47° 10′ 11″ N, 8° 14′ 45″ O; CH1903: 661199 / 224624
Höhe: 723 m ü. M.
Höhenbereich: 463–807 m ü. M.[1]
Fläche: 16,60 km²[2]
Einwohner: 1807 (31. Dezember 2021)[3]
Einwohnerdichte: 109 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,7 %
(31. Dezember 2021)[4]
Website: www.roemerswil.ch
Dorfzentrum von Römerswil

Dorfzentrum von Römerswil

Lage der Gemeinde
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Römerswil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Römerswil liegt südwestlich des Baldeggersees 3 km westlich von Hochdorf am Ostabhang der Erlosen. Das Dorf Herlisberg (737 m ü. M.), bis 1. Januar 2005 selbständige Gemeinde und jetzt Ortsteil, liegt 3,3 km nordwestlich davon. Zum Gemeindegebiet gehören zahlreiche Weiler, Häusergruppen und Einzelgehöfte. Nördlichste Siedlungen der Gemeinde sind Waldhaus (794 m ü. M.; 4 km nordwestlich) und der Weiler Laufenberg (593 m ü. M.; 4 km nördlich des Dorfes Römerswil). Im Weiler Ober-Reinach (734 m ü. M.; 2,2 km nördlich des Dorfes) liegt die Ruine der Burg Ober-Reinach. Genau zwischen dem Dorf und Ober-Reinach liegt der Weiler Ludigen (753 m ü. M.). Die Gemeinde reicht mit dem Ortsteil Nunwil (476 m ü. M.; 2 km nordöstlich des Dorfes) bis hinunter an das Südufer des Baldeggersees. Unmittelbar westlich von Hochdorf, bereits in der Seetalebene, liegt der Ortsteil Huwil (471 m ü. M.; 2,3 km östlich des Dorfes), der vom Sagenbach durchflossen wird. 2,3 km südöstlich liegt der südlichste Punkt der Gemeinde, der Weiler Rehag. Im Süden der Gemeinde liegt der Ortsteil Williswil (686 m ü. M.;1,1 km südlich des Dorfs).

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1739 ha, wovon allerdings nur 1665 ha Landfläche sind. Der Rest ist der Gemeindeanteil am Baldeggersee. Von dieser Landfläche wird 77,1 % landwirtschaftlich genutzt; 16,2 % des Gemeindeareals sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 6,5 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden der Gemeinde nach dem neuen Gebietsstand vom 1. Januar 2009 sind Beromünster, Ermensee, Hildisrieden, Hitzkirch, Hochdorf und Rain.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Römerswil

Die Einwohnerzahl war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stabil (1798–1850: +0,3 %), ging jedoch infolge Abwanderung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück (1850–1900: −28,4 %). Die Bevölkerung wuchs in den nächsten zwei Jahrzehnten wieder an, so dass die Abwanderung kompensiert wurde (1900–1920: +30,3 %). Während der nächsten 50 Jahren blieb die Einwohnerzahl nahezu gleich (1920–1970: +0,3 %). Bis zur Fusion mit der ehemaligen Gemeinde Herlisberg erlebte die Gemeinde Römerswil wieder leichtes Bevölkerungswachstum (1990–2004: +14,2 %), welches sich bis heute fortsetzt (2004–2020: +11,2 %).

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[6]; 1850–1980 Volkszählungsergebnisse, 1981–2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

  • Herlisberg

Die Einwohnerzahl stieg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mässig an (1798–1850: +20,7 %), ging jedoch infolge Abwanderung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück (1850–1900: −26,7 %). Der Bevölkerungsrückgang setzte sich in den folgenden 70 Jahren weiter fort (1900–1970: −14,1 %). Ab den 1970er-Jahren erlebte Herlisberg ein mässiges Wachstum (1970–1990: +33,9 %). Bis zur Fusion mit der Gemeinde Römerswil stagnierte die Einwohnerzahl der ehemaligen Gemeinde Herlisberg (1990–2004: +1,8 %).

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[7]; 1850–1980 Volkszählungsergebnisse, 1981–2010 ESPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 sah die Sprachsituation so aus:

  • Römerswil

Es gaben 98,70 % Deutsch und je 0,16 % Französisch und Rätoromanisch als Hauptsprache an.

  • Herlisberg

Es gaben 96,23 % Deutsch, 2,93 % Serbokroatisch und 0,42 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In beiden fusionierten Gemeinden ist die Bevölkerung traditionellerweise römisch-katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung sieht die religiöse Landschaft heute folgendermassen aus (Stand 2000):

  • Römerswil

Von den Einwohnern waren 83,97 % römisch-katholische und 6,59 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 5,21 % Konfessionslose und 0,49 % Muslime.

  • Herlisberg

Von den Einwohnern waren 78,66 % römisch-katholische und 7,53 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 6,28 % Konfessionslose und 2,51 % Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2020 zählte die Gemeinde 1'810 Einwohner. Davon waren 1'646 Schweizer Staatsangehörige und 164 (= 9,1 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (58 Menschen), Portugal (18), Italien, dem Kosovo (je 15), Österreich, der Niederlande (je 7), Ungarn (6) und Spanien (5).[8][9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine Oberrinach

Der Ortsteil Herlisberg taucht als Erlinsberg im Jahr 1150 in einer Besitzbestätigung des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erstmals auf. Die Gemeinde unterstand zuerst den Grafen von Lenzburg, dann ab 1173 den Grafen von Kyburg und als deren Nachfolger ab 1263 den Habsburgern. Alle diese Herren überliessen die Verwaltung den Rittern von Reinach welche ihren Sitz in der Burg Oberrinach hatten. 1386 bei der Schlacht bei Sempach kämpften sie jedoch auf der Seite der Verlierer, die Burg wurde zerstört und Herren von Reinach setzten sich ins Elsass ab. Herlisberg gehörte bis 1803 als Teil des Amtes Richensee-Hitzkirch zu den Freien Ämtern und kam anschliessend zum neu geschaffenen Amt Hochdorf. Bis Ende 2004 war es eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 1. Januar 2005 ist es ein Ortsteil von Römerswil.

Der Ortsteil Römerswil ist bereits seit langer Zeit Siedlungsraum, wie Funde aus römischer Zeit beweisen. In der Acta Murensia des Klosters Muri sind zwei Orte mit den Namen Regensfridswile und Reinfridswile aufgeführt. Mit einem dieser Namen könnte Römerswil gemeint sein. 1270 taucht in einer Urkunde der Name Remerswil auf, mit dem eindeutig der heutige Ort Römerswil identifiziert werden kann. Bis 1798 gehört es zur Landvogtei Rothenburg. Von 1798 bis 1803 ist es Teil des Distrikts Sempach. Seitdem gehört es zum damals neu geschaffenen Amt Hochdorf. Allerdings gibt es den Ort als selbständige Gemeinde erst seit 1838. Denn bis dahin bildete es zusammen mit Rain und Hildisrieden die Gemeinde Berghof. Seit dem 1. Januar 2005 gehört die früher selbständige Gemeinde Herlisberg als Ortsteil zu Römerswil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Römerswil besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Ruth Spielhofer-Meyer (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Hubert Bösch (FDP): Bildung
  • Gilbert Roos-Isler (FDP): Finanzen
  • Thomas Steenaerts-Leu (parteilos): Soziales
  • Josef Troxler-Doppmann (CVP): Bau

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2019 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Römerswil: CVP 36,2 %, SVP 28,8 %, FDP 14,7 %, GPS 7,5 %, SP 6,5 %, glp 6,2 %.[10]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Römerswil: CVP 33,8 %, SVP 33,8 %, FDP 10,3 %, GPS 8,0 %, SP 6,5 %, glp 6,4 %.[11]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herlisberg und Römerswil sind durch die Buslinie Beromünster–Hochdorf ins Netz des Öffentlichen Verkehrs eingebunden. Hochdorf hat eine Bahnstation an der Linie Luzern–Lenzburg. Und von Beromünster fährt ein Bus nach Sursee an der Bahnlinie Luzern–Olten.

Beide Gemeinden liegen an der Strasse Sempach–Rain–Beromünster, einer Nebenstrasse. Römerswil ist 7 km vom Autobahnanschluss Sempach an der A2 entfernt; Herlisberg 11 km von Sempach und 13 km vom Anschluss Sursee an der A2.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Römerswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2021. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2021 zusammengefasst. Abruf am 15. November 2022
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2021. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2021 zusammengefasst. Abruf am 15. November 2022
  5. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  6. Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern. Tabelle I. n. S. 112
  7. Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern. Tabelle I. n. S. 112
  8. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit (Bundesamt für Statistik STAT-TAB)
  9. Ausländische Wohnbevölkerung nach Nationalität, Aufenthaltsstatus und Bevölkerungstyp (LUSTAT Statistik Luzern)
  10. Kantonsratswahlen: Stärke der Parteien 2019 (LUSTAT Statistik Luzern)
  11. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden (Bundesamt für Statistik)