Inwil

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde im Kanton Luzern; die Ortschaft im Kanton Zug ist unter Inwil bei Baar zu finden.
Inwil
Wappen von Inwil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1033i1f3f4
Postleitzahl: 6034
Koordinaten: 669164 / 21942547.12228.3501424Koordinaten: 47° 7′ 20″ N, 8° 21′ 0″ O; CH1903: 669164 / 219425
Höhe: 424 m ü. M.
Fläche: 10.32 km²
Einwohner: 2387 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 231 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,1 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.inwil.ch
Karte
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Inwil (schweizerdeutsch Eibu [ˈeibʊ][3]) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Schweizer Kantons Luzern.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich vom Ausläufer des Lindenbergs, dem Inwilerberg 551 m ü. M. bis zum Nordufer der Reuss und liegt zwischen Luzern und Zug.

Das Dorf Inwil und der Weiler Oberhofen 420 m ü. M. sind mittlerweile zusammen gewachsen. Der Ortsteil Pfaffwil 411 m ü. M. liegt 2,7 km nordöstlich des Dorfs. Südlich des Dorfs liegt der Weiler Ausserschachen 415 m ü. M. und in südöstlicher Richtung in einer Entfernung von 1,5 km liegt an der Reuss das ehemalige Kloster St. Kathrinen.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1032 ha. Davon werden 70,6 % landwirtschaftlich genutzt; 16,2 % sind durch Wald und Gehölz bedeckt und 11,6 % Siedlungsfläche. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 551 m ü. M. auf dem Inwilerberg, der tiefste an der Grenze zu Gisikon auf 406 m ü. M.

Im Kanton Luzern liegen die Nachbargemeinden Ballwil, Buchrain, Eschenbach, Gisikon, Honau und Root. Im Osten grenzt Inwil an den Kanton Aargau, genauer an die Gemeinden Dietwil und Sins.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 670
1837 1'014
1888 733
1941 1'028
1950 1'040
1960 1'165
1970 1'242
1980 1'375
1990 1'466
2000 1'783
2008 2'140
2010 2'094

Die Bevölkerung wuchs bis 1837 stark an. Durch Abwanderung sank sie dann in den wenigen Jahrzehnten bis 1888 um 27,7 %, danach erholte sie sich und erreichte 1941 wieder den Stand des Jahres 1837. Nach einer Stagnation in den 40er-Jahren begann ein stetes Wachstum, dass bis heute anhält.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Bei der Volkszählung 2000 gaben 95,63 % Deutsch, 1,51 % Serbokroatisch und 1,18 % Portugiesisch als Hauptsprache/Alltagssprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Die früher rein römisch-katholische Bevölkerung bietet heute (Stand 2000) folgendes Bild: 83,29 % römisch-katholische, 7,35 % evangelisch-reformierte und 1,74 % orthodoxe Christen. Ausserdem gab es 4,66 % Konfessionslose und 0,67 % Muslime. Die Orthodoxen sind herkunftsmässig Serben und Montenegriner, die Muslime Albaner und Bosniaken.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2009 waren von den 2'149 Einwohnern 1'973 Schweizer Bürger und 176 (=8,19 %) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 90,58(einschliesslich der Doppelbürger 93,44 %) Schweizer Staatsbürger. Die grösste Zuwanderergruppe kommt mit 36,8 % aus Deutschland. Daneben leben Menschen aus Italien, Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro, Portugal, Sri Lanka und anderen Ländern in Inwil.

Politik[Bearbeiten]

Das Volk als oberster Souverän kann seinen politischen Willen bei Wahlen, Volksabstimmungen und an der Gemeindeversammlung zeigen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der für eine Dauer von vier Jahren gewählte und im Nebenamt tätige Gemeinderat leitet im Namen der Bevölkerung die Gemeinde. Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2004 kam es zu einer Kampfwahl. Von den sechs im 1. Wahlgang kandidierenden Personen wurden vier gewählt. Im 2. Wahlgang wurde dann auch noch das letzte Mandat vergeben. Die Stimmbeteiligung im 1. Wahlgang betrug hohe 62,9 %. Der Gemeinderat setzte sich für die Legislaturperiode 2004–08 wie folgt zusammen

  • Peter Koch (überparteilich), Gemeindepräsident
  • Fabian Peter (parteilos), Gemeindeammann
  • Lisbeth Buchmann-Schmid (FDP)
  • Theo Christen (CVP)
  • Patricia Buholzer (FDP) Vizepräsidentin

Bei der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2008 betrug die Stimmbeteiligung 48,6 %. Es traten fünf Kandidaten für die fünf Sitze an, welche alle im 1. Wahlgang das absolute Mehr erreicht haben. Für die Legislaturperiode 2008–12 setzt sich der Gemeinderat folgendermassen zusammen:

  • Josef Mattmann (FDP), Gemeindepräsident
  • Fabian Peter (parteilos), Gemeindeammann
  • Lisbeth Buchmann-Schmid (FDP)
  • Brigitta Jozsa (CVP)
  • Gregor Jung (CVP)

Grossratswahlen[Bearbeiten]

Die letzte Wahl zum Grossrat fand im Jahr 2007 statt. Die CVP rangierte mit 39,5 % Wähleranteil auf dem ersten Platz. Dahinter folgten die beiden anderen bürgerlichen Parteien SVP mit 21,47 % und FDP mit 20 %. Die SP erhielt 4,43 % und das Grüne Bündnis 4,23 %.

Bei der Wahl zum Grossrat im Jahr 2003 rangierte die CVP mit 38,82 % Wähleranteil auf Platz 1. Die beiden anderen bürgerlichen Parteien SVP mit 26,33 % und FDP mit 23,44 % folgten dahinter. Somit erreichte das bürgerliche Lager einen Stimmenanteil von beinahe 90 %. Die SP erhielt 6,87 %, das Grüne Bündnis 3,46 %.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Buslinie 22 der Verkehrsbetriebe Luzern ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen (Luzern–Inwil/Perlen). Die nächstgelegenen Bahnhaltestellen sind Eschenbach LU und Waldibrücke LU an der Linie Luzern–Lenzburg und Gisikon-Root an der Linie Luzern–Zürich. Ebenfalls verkehrt noch ein Bus zwischen Hochdorf und Rotkreuz mit Halt in Inwil sowie ein Bus nach Emmen.

Der Ort liegt an der Strasse Gisikon–Eschenbach LU. Die Autobahnanschlüsse Inwil–Gisikon an der A14 in 4 km und Emmen-Süd an der A2 in 8 km Entfernung gewähren einen guten Anschluss ans Autobahnnetz. Ein weiterer Autobahnanschluss befindet sich in Buchrain (Nachbarsgemeinde).

Geschichte[Bearbeiten]

Frühest erwähnter Ortsteil der heutigen Gemeinde Inwil ist der Weiler Utigen (nördlich des Dorfs) im Jahr 1045 als zinspflichtiger Ort des Stifts Beromünster. Das heutige Dorf Inwil wird 1145 als Ingenwilare in einer Besitzbestätigung ans Kloster Allerheiligen in Schaffhausen erstmals namentlich erwähnt.

Konservierte Reste der Stadtmauern von Alt-Eschenbach

Hauptsiedlung auf dem Gemeindegebiet war allerdings Alt-Eschenbach,[4] Stammburg der Freiherren von Eschenbach. Die Burg wurde auf einem flachen Hügel an der Reuss errichtet. Drumherum entstand bis um 1300 ein kleines Städtchen. 1285 entstand dort sogar ein Frauenkloster (die Kapelle St. Katharinen ist ein Überrest davon), das heutige Kloster Eschenbach, das 1309 nach Obereschenbach gezügelt wurde. Weil der durch die Schuld der Habsburger in Armut aufgewachsene Walter IV. von Eschenbach am Königsmord von Albrecht von Habsburg am 1. Mai 1308 beteiligt war, wurde er unter Reichsacht gestellt und Burg und Städtchen zerstört.

Eine weitere Burg entstand Ruine Iberg (heute ein Gehöft 3 km nordöstlich des Dorfs), die einem Rittergeschlecht der Herren von Iberg den Namen gab. Da die Ritter Parteigänger der Habsburger waren, wurde die Burg im Jahr 1386 von den Eidgenossen zerstört.[5]

Beim grossen Schweizer Bauernkrieg verschanzten sich Teile des Bauernheers an der Reuss. Wegen der Wichtigkeit des Flussübergangs spielte der Brückenkopf noch mehrmals (Villmergerkriege, Sonderbundskrieg) eine bedeutende Rolle.

Die Gemeinde geriet bereits im 13. Jahrhundert unter die Herrschaft der Habsburger. Bis zum Kaisermord übten die Eschenbacher die Verwaltung aus. Danach kam es unter die Verwaltung der Freiherren von Rothenburg. Nach der Niederlage der Habsburger in der Schlacht von Sempach im Jahr 1386 übernahm die Stadt Luzern die Rolle der Habsburger. Inwil gehörte bis 1798 zur Landvogtei Rothenburg. Anschliessend war es bis 1803 Teil des Distrikts Hochdorf – dieser ging dann im damals neu geschaffenen Amt Hochdorf unter, zu dem die Gemeinde bis heute gehört.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Inwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1033/w012_010t_gd1033_zz_d_0000_002_008.html
  3. Grundmaterial des Sprachatlasses der deutschen Schweiz; die Angabe [ˈæibʊ] im Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen ist unzutreffend.
  4. Seetal, Burgen, Schlösser, Erdhügel: Alt Eschenbach, Inwil, seetal-plus.ch
  5. Seetal, Burgen, Schlösser, Erdhügel: Iberg, Inwil, seetal-plus.ch