Ermensee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ermensee
Wappen von Ermensee
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1025i1f3f4
Postleitzahl: 6294
Koordinaten: 660179 / 231683Koordinaten: 47° 14′ 0″ N, 8° 14′ 0″ O; CH1903: 660179 / 231683
Höhe: 462 m ü. M.
Fläche: 5,70 km²
Einwohner: 892 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 156 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
12,4 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ermensee.ch
Ermensee

Ermensee

Karte
Hallwilersee Baldeggersee Gütschweiher Sempachersee Steinibuelweier Rotsee Vierwaldstättersee Zugersee Kanton Aargau Kanton Schwyz Kanton Zug Kanton Zürich Wahlkreis Entlebuch Wahlkreis Luzern-Land Wahlkreis Luzern-Stadt Wahlkreis Sursee Aesch LU Altwis Ballwil Emmen LU Ermensee Eschenbach LU Hitzkirch Hitzkirch Hochdorf LU Hohenrain Inwil Rain LU Römerswil Rothenburg LU Schongau LUKarte von Ermensee
Über dieses Bild
w

Ermensee ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermensee liegt zwischen dem Baldeggersee und dem Hallwilersee östlich der Erlosen. Durch die Gemeinde fliesst der Aabach. Ausser dem Dorf umfasst die Gemeinde noch den Weiler Herrenberg (493 m ü. M.), der ein paar hundert Meter südlich des Dorfs liegt. Das Gemeindegebiet von 570 ha wird zu 58,9 % landwirtschaftlich genutzt; 35,3 % sind von Wald und Gehölz bedeckt und nur 5,4 % als Siedlungsfläche überbaut.

Nachbargemeinden von Ermensee sind Altwis, Beromünster, Hitzkirch und Römerswil.

Beromünster und Römerswil sind infolge der Eingemeindung der früher selbständigen Gemeinden Schwarzenbach (zu Beromünster) und Herlisberg (zu Römerswil) zu Nachbargemeinden geworden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1678 411
1798 566
1850 709
1910 530
1970 529
1980 552
1990 701
2000 746
2010 863

Die Zahl der Einwohner wuchs bis zum Ende der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stark an. Danach folgte bis 1910 ein beachtlicher Bevölkerungsrückgang (1850–1910: −25,2 %). Die Gemeinde zählte daher 1910 weniger Einwohner als 1798. In den kommenden Jahrzehnten schwankte die Bevölkerung auf und ab, bis 1970 der Tiefpunkt erreicht wurde. Seither ist ein starker Bevölkerungsanstieg zu beobachten (1970–2004: +46,5 %).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 sprachen 96,11 % Deutsch, 1,74 % Albanisch und 0,67 % Serbokroatisch als Hauptsprache/Alltagssprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die gesamte Bevölkerung Römisch-Katholisch. Derzeit (Stand 2000) ergibt sich folgendes Bild: 84,85 % römisch-katholische-, 8,58 % evangelisch-reformierte- und 0,94 % orthodoxe Christen. Daneben gibt es 2,41 % Konfessionslose und 0,94 % Muslime.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 865 Einwohnern 767 Schweizer und 98 (= 11,3 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 88,7 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (36,7 %), Serbien inklusive Kosovo (19,4 %), Italien (16,3 %), Portugal (5,1 %) und der Türkei (1,0 %). 16,3 % stammten aus dem übrigen Europa und 5,1 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde bereits in der Römerzeit bewohnt. Er gehörte später den Grafen von Lenzburg, welche ihn dem Chorherrenstift Beromünster schenkten. Erstmals erwähnt wird Armense im Jahr 1036, in der Schenkungsurkunde des Grafen Ulrich I. von Lenzburg an den Chorherrenstift. Die Grafen von Kyburg bauten ums Jahr 1227 eine Burg, die nach deren Aussterben an die Habsburger fiel. Die Festung, deren Verwalter die Herren von Lieli waren, wurde 1386 von den Eidgenossen zerstört. Bis zum Jahr 1415 übten die Habsburger noch die nominelle Herrschaft aus und Ermensee gehörte zum Amt Richensee. Das Dorf geriet dann unter die Herrschaft der Stadt Luzern und wurde bis 1798 als Teil des Michelsamts vom Chorherrenstift Beromünster verwaltet. Das Dorf wurde 1712 im zweiten Villmergerkrieg von den Bernern geplündert. Von 1798 bis 1803 waren französische Truppen in Ermensee stationiert. Es gehörte von 1798 bis 1801 zum Distrikt Münster, kam 1801 zum neu gegründeten Kanton Baden - aber bereits 1803 wieder zu Luzern. Seither ist es Teil des damals neu geschaffenen Amts Hochdorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Ermensee besteht aus drei Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Reto Spörri (FDP): Gemeindepräsident
  • Lukas Wedekind (CVP), Bau/Verkehr/Infrastruktur, Finanzen, Umwelt und Wasserversorgung
  • Monica Müller Nikolic (CVP): Gesundheit und Soziales

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Ermensee: CVP 33,9 %, FDP 29,6 %, SVP 23,9 %, SP 7,6 %, GPS 3,0 %, glp 1,7 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Ermensee: CVP 30,3 %, SVP 29,9 %, FDP 23,2 %, SP 5,6 %, glp 5,1 %, GPS 4,1 %, BDP 0,9 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Ermensee von der Strasse nach Beromünster

Die Gemeinde ist durch die Bahnlinie Luzern-Lenzburg, der so genannten Seetalbahn, ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen und verfügt über eine eigene Haltestation. Der Ort liegt an der Hauptstrasse zwischen Luzern und Lenzburg. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee in 18 km Entfernung an der A2 und Lenzburg in 22 km Entfernung an der A1.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ermensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Ermensee
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Ermensee
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.