Hochdorf LU

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Hochdorff zu vermeiden.
Hochdorf
Wappen von Hochdorf
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton LuzernKanton Luzern Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1031i1f3f4
Postleitzahl: 6280 (Hochdorf)
6280 (Urswil)
6283 (Baldegg)
UN/LOCODE: CH HOC
Koordinaten: 664773 / 224356Koordinaten: 47° 10′ 1″ N, 8° 17′ 35″ O; CH1903: 664773 / 224356
Höhe: 485 m ü. M.
Höhenbereich: 463–538 m ü. M.
Fläche: 9,64 km²
Einwohner: 9846 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1021 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
21,9 % (31, Dezember 2.015)[2]
Website: www.hochdorf.ch
Hochdorf von Nordwesten aufgenommen

Hochdorf von Nordwesten aufgenommen

Lage der Gemeinde
HallwilerseeBaldeggerseeGütschweiherSempacherseeSteinibuelweierRotseeVierwaldstätterseeZugerseeKanton AargauKanton SchwyzKanton ZugKanton ZürichWahlkreis EntlebuchWahlkreis Luzern-LandWahlkreis Luzern-StadtWahlkreis SurseeAesch LUAltwisBallwilEmmen LUErmenseeEschenbach LUHitzkirchHitzkirchHochdorf LUHohenrainInwilRain LURömerswilRothenburg LUSchongau LUKarte von Hochdorf
Über dieses Bild
w

Hochdorf (schweizerdeutsch Hoofdere [ˈhoːfdərə][3]) ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Luzern. Sie gehört zum Wahlkreis Hochdorf und ist Sitz eines der vier Luzerner Bezirksgerichte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochdorf liegt im Luzerner Seetal. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Hochdorf-Dorf, Baldegg, Ligschwil, Urswil und zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften.

Das Dorf selber liegt an der Strasse Luzern–Lenzburg rund 1 km südöstlich des Baldeggersees. Im Norden des Orts ist mit dem Junkerwald eines der wenigen Waldgebiete der Gemeinde. Am westlichen Dorfrand fliesst die Seetaler Ron vorbei.

Der Ortsteil Ligschwil liegt 1,5 km südlich des Dorfzentrums auf 482 m ü. M. Ebenso wie das südöstlich von ihm liegende Urswil (2 km südlich des Dorfs; 495 m ü. M.) wird er von der Seetaler Ron durchflossen. Das gesamte Gemeindegebiet südlich des Dorfs ist mit Ausnahme des Wasenwalds und kleiner Wälder (Wirtlenwald, Tannhölzli, Dessenhölzli) landwirtschaftliches Nutzgebiet.

Das Gemeindegebiet nordwestlich von Hochdorf Dorf hin zum Baldeggersee ist ehemaliges Sumpfland. Kleine Überreste mit einem Seelein zeugen noch heute davon. Der Ortsteil Baldegg, der ein eigenes Dorf ist, liegt am Südostufer des Baldeggersees. Er liegt 2 km vom Zentrum von Hochdorf entfernt auf 469 m ü. M. und wird vom Stägbach durchflossen.

Die Höhenunterschiede innerhalb der Gemeinde sind gering. Der Baldeggersee liegt als tiefster Punkt der Gemeinde auf 464 m ü. M. Der höchste Punkt befindet sich auf einer kleinen Anhöhe östlich von Urswil auf 513 m ü. M.

Von der Fläche von 1031 ha sind 960 ha Landgebiet. Der Rest ist der Hochdorfer Anteil am Baldeggersee. Die Landfläche wird zu 68,1 % landwirtschaftlich genutzt, während 21,3 % Siedlungsfläche sind (Häuser, Strassen etc.). Bloss 10,7 % sind von Wald und Gehölz bedeckt.

Angrenzende Gemeinden sind Hohenrain, Ballwil, Eschenbach, Rain und Römerswil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'041
1850 1'370
1880 1'251
1888 1'277
1910 3'013
1950 3'768
1960 4'452
1970 5'222
1980 6'034
1990 7'055
2000 7'761
2004 7'846
2006 8'050
2007 8'213
2008 8'385
2013 9'101

Die Einwohnerzahl wuchs von 1798 bis 1850 stark an (1798–1850: +31,6 %). Danach ging sie bis 1880 leicht zurück (1850–1880: −8,7 %). Mit der Ansiedlung von Industriebetrieben und der Inbetriebnahme der Seetalbahn (Luzern–Lenzburg) setzte ein starkes Wachstum ein (1888–1910: +135,9 %). Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts folgte ein mässiges, aber stetes Wachstum (1910–1950: +25,1 %). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdoppelte sich die Bevölkerung (1950–2000: +106,0 %).

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht im Alltag das hochalemannische Luzerndeutsch.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher bestand die gesamte Einwohnerschaft aus Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche. Heute sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es gibt 77,35 % römisch-katholische (Bistum Basel), 8,63 % evangelisch-reformierte (Evangelisch-Reformierte Landeskirche des Kantons Luzern) und 2,80 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 4,43 % Muslime, 2,99 % Konfessionslose und 0,71 % Angehörige anderer nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften (Stand 2000).

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 9'401 Einwohnern 7'438 Schweizer und 1'963 (= 20,9 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 79,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (26,1 %), Italien (14,4 %), Deutschland (13,8 %), Portugal (12,9 %), der Türkei (3,8 %) und Spanien (2,7 %). 15,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 10,8 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin in Hochdorf
Luftbild von Walter Mittelholzer (1919)

Bei Ausgrabungen fand man eine Pfahlbausiedlung aus der jüngeren Steinzeit. Hochdorf wird erstmals im Jahr 924 als Hodorf (1045: Hotorf) erwähnt und könnte «Dorf des Hoho» bedeuten; «Hochdorf» wäre demnach eine spätere Umdeutung.[6] Urswil wird erstmals im Jahr 893, Baldegg erstmals 1236 genannt. 962 oder 964 findet in Hochdorf vermutlich die Einweihung einer Kirche durch Bischof Konrad von Konstanz statt. Im Jahr 1243 fällt Hochdorf von den Herren von Lenzburg an die Habsburger. Nach der Schlacht von Sempach bemächtigt sich Luzern der Gegend. Hochdorf gehört bis 1798 zur Vogtei Rothenburg und wird 1803 an dessen Stelle Amtshauptort des neu gegründeten Amtes Hochdorf.

Oftmals verwüsteten Brände das Dorf. So ging 1707 das ganze Dorf in Flammen auf, noch heute erinnert ein Brunnen im Dorf an den Dorfbrand.

Die Ritter am See oder von Baldegg finden sich in der dortigen Doppelburg 1238 urkundlich erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Hochdorf besteht aus fünf Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen (2020):

  • Lea Bischof-Meier: Gemeindepräsidentin; Präsidiales, Kultur
  • Daniel Rüttimann: Soziales, Gesundheit, Sicherheit
  • Marco Uhlmann: Finanzen, Jugend, Sport
  • Daniela Ammeter Bucher: Bildung, Wirtschaft
  • Roland Emmenegger: Bau, Verkehr, Umwelt
  • Thomas Bühlmann: Gemeindeschreiber

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2019 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Hochdorf: CVP 38,0 %, FDP 20,5 %, SVP 22,8 %, SP 11,5 %, GPS 10,4 %, glp 4,9 %.[7]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Hochdorf: CVP 34,0 %, SVP 21,5 %, FDP 15,0 %, SP 11,5 %, GPS 10,8 %, glp 6,0 %.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochdorf ist gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Der Ort liegt an der Bahnlinie LuzernLenzburg und wird durch die Seetalbahn bedient. Die Gemeinde hat seit Dezember 2006 vier Bahnstationen – Hochdorf, Baldegg, Baldegg Kloster und Hochdorf Schönau. Überdies gibt es die Buslinien Hochdorf–Hohenrain–Hochdorf (Rundkurs), Hochdorf–Römerswil–Beromünster, Hochdorf–Gelfingen–Hitzkirch–Schongau/Müswangen–Hämikon, Hochdorf–Rotkreuz SBB («TransSeetalExpress») sowie zu den Pendlerzeiten Postautokurse von und nach Sempach.

Durch Hochdorf führt die Kantonsstrasse 26 Luzern–Lenzburg. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Sempach in 9 km und Emmen-Süd in 10 km Entfernung an der A2. Der Anschluss Gisikon-Root an der A14 (Luzern-Zug) ist ebenfalls 10 km weit weg.

Im Seetal verläuft die von SchweizMobil markierte Veloroute «Seetal-Bözberg», die von der Stadt Luzern durch das Mittelland und über den Jura bis an den Rhein führt. Sie liegt im Gemeindegebiet von Hochdorf mehrheitlich auf Nebenstrassen und durchquert Urswil, das Ortszentrum von Hochdorf, den Weiler Huwil, der zu Römerswil gehört, und erreicht bei Nunwil das Ufer des Baldeggersees.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hochdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. ortsnamen.ch, abgerufen am 3. Januar 2020.
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Hochdorf (Memento des Originals vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lustat.ch
  6. Lexikon der schweizerischen Gemeindename. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 447.
  7. LUSTAT Statistik Luzern. Abgerufen am 1. August 2020.
  8. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  9. Seetal-Bözberg-Route Auf schweizmobil.ch. Abgerufen am 5. Februar 2020.