Hochdorf LU

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Hochdorff zu vermeiden.
Hochdorf
Wappen von Hochdorf
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1031i1f3f4
Postleitzahl: 6280 (Hochdorf)
6280 (Urswil)
6283 (Baldegg)
UN/LOCODE: CH HOC
Koordinaten: 664773 / 224356Koordinaten: 47° 10′ 1″ N, 8° 17′ 35″ O; CH1903: 664773 / 224356
Höhe: 485 m ü. M.
Fläche: 10,30 km²
Einwohner: 9725 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 944 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
21,9 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.hochdorf.ch
Hochdorf von Nordwesten aufgenommen

Hochdorf von Nordwesten aufgenommen

Karte
Hallwilersee Baldeggersee Gütschweiher Sempachersee Steinibuelweier Rotsee Vierwaldstättersee Zugersee Kanton Aargau Kanton Schwyz Kanton Zug Kanton Zürich Wahlkreis Entlebuch Wahlkreis Luzern-Land Wahlkreis Luzern-Stadt Wahlkreis Sursee Aesch LU Altwis Ballwil Emmen LU Ermensee Eschenbach LU Hitzkirch Hitzkirch Hochdorf LU Hohenrain Inwil Rain LU Römerswil Rothenburg LU Schongau LUKarte von Hochdorf
Über dieses Bild
w

Hochdorf (schweizerdeutsch: Hofdere) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochdorf liegt im Luzerner Seetal. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Hochdorf-Dorf, Baldegg, Ligschwil, Urswil und zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften.

Das Dorf selber liegt an der Strasse Luzern–Lenzburg rund 1 km südöstlich des Baldeggersees. Im Norden des Orts ist mit dem Junkerwald eines der wenigen Waldgebiete der Gemeinde. Am westlichen Dorfrand fliesst die Seetaler Ron vorbei.

Der Ortsteil Ligschwil liegt 1,5 km südlich des Dorfzentrums auf 482 m ü. M. Ebenso wie das südöstlich von ihm liegende Urswil (2 km südlich des Dorfs; 495 m ü. M.) wird er von der Seetaler Ron durchflossen. Das gesamte Gemeindegebiet südlich des Dorfs ist mit Ausnahme des Wasenwalds und kleiner Wälder (Wirtlenwald, Tannhölzli, Dessenhölzli) landwirtschaftliches Nutzgebiet.

Das Gemeindegebiet nordwestlich von Hochdorf Dorf hin zum Baldeggersee ist ehemaliges Sumpfland. Kleine Überreste mit einem Seelein zeugen noch heute davon. Der Ortsteil Baldegg, der ein eigenes Dorf ist, liegt am Südostufer des Baldeggersees. Er liegt 2 km vom Zentrum von Hochdorf entfernt auf 469 m ü. M. und wird vom Stägbach durchflossen.

Die Höhenunterschiede innerhalb der Gemeinde sind gering. Der Baldeggersee liegt als tiefster Punkt der Gemeinde auf 464 m ü. M. Der höchste Punkt befindet sich auf einer kleinen Anhöhe östlich von Urswil auf 513 m ü. M..

Von der Fläche von 1031 ha sind 960 ha Landgebiet. Der Rest ist der Hochdorfer Anteil am Baldeggersee. Die Landfläche wird zu 68,1 % landwirtschaftlich genutzt, während 21,3 % Siedlungsfläche sind (Häuser, Strassen etc.). Bloss 10,7 % sind von Wald und Gehölz bedeckt.

Angrenzende Gemeinden sind Hohenrain, Ballwil, Eschenbach, Rain und Römerswil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'041
1850 1'370
1880 1'251
1888 1'277
1910 3'013
1950 3'768
1960 4'452
1970 5'222
1980 6'034
1990 7'055
2000 7'761
2004 7'846
2006 8'050
2007 8'213
2008 8'385
2013 9'101

Die Einwohnerzahl wuchs von 1798 bis 1850 stark an (1798–1850: +31,6 %). Danach ging sie bis 1880 leicht zurück (1850–1880: −8,7 %). Mit der Ansiedlung von Industriebetrieben und der Inbetriebnahme der Seetalbahn (Luzern–Lenzburg) setzte ein starkes Wachstum ein (1888–1910: +135,9 %). Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts folgte ein mässiges, aber stetes Wachstum (1910–1950: +25,1 %). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdoppelte sich die Bevölkerung (1950–2000: +106,0 %).

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher bestand die gesamte Einwohnerschaft aus Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus. Es gibt 77,35 % römisch-katholische, 8,63 % evangelisch-reformierte und 2,80 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 4,43 % Muslime, 2,99 % Konfessionslose und 0,71 % Angehörige anderer nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften (Stand 2000).

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 9'401 Einwohnern 7'438 Schweizer und 1'963 (= 20,9 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 79,1 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (26,1 %), Italien (14,4 %), Deutschland (13,8 %), Portugal (12,9 %), der Türkei (3,8 %) und Spanien (2,7 %). 15,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 10,8 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin in Hochdorf

Bei Ausgrabungen fand man eine Pfahlbausiedlung aus der jüngeren Steinzeit. Hochdorf wird erstmals in Zusammenhang mit einer Kirche im Jahr 851 als "Hoftrahun" erwähnt. Urswil wird erstmals im Jahr 893, Baldegg erstmals 1236 genannt. 962 oder 964 findet in Hochdorf vermutlich die Einweihung einer Kirche durch Bischof Konrad von Konstanz statt. Im Jahr 1243 fällt Hochdorf von den Herren von Lenzburg an die Habsburger. Nach der Schlacht von Sempach bemächtigt sich Luzern der Gegend. Hochdorf gehört bis 1798 zur Vogtei Rothenburg und wird 1803 an dessen Stelle Amtshauptort des neu gegründeten Amtes Hochdorf.

Oftmals verwüsteten Brände das Dorf. So ging 1707 das ganze Dorf in Flammen auf, noch heute erinnert ein Brunnen im Dorf an den Dorfbrand.

Die Ritter am See oder von Baldegg finden sich in der dortigen Doppelburg 1238 urkundlich erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Hochdorf besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Lea Bischof-Meier: Gemeindepräsidentin; Präsidiales, Kultur
  • Daniel Rüttimann: Soziales, Gesundheit, Sicherheit
  • Marco Uhlmann: Finanzen, Jugend, Sport
  • Daniela Ammeter Bucher: Bildung, Wirtschaft
  • Roland Emmenegger: Bau, Verkehr, Umwelt
  • Thomas Bühlmann: Gemeindeschreiber

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Hochdorf: CVP 35,9 %, SVP 22,8 %, FDP 19,5 %, SP 12,1 %, GPS 5,7 %, glp 3,5 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Hochdorf: CVP 31,3 %, SVP 26,8 %, FDP 17,0 %, SP 11,0 %, GPS 5,9 %, glp 5,3 %, BDP 1,3 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochdorf ist gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Der Ort liegt an der Bahnlinie LuzernLenzburg und wird durch die Seetalbahn bedient. Die Gemeinde hat seit Dezember 2006 vier Bahnstationen – Hochdorf Hauptbahnhof, Baldegg, Baldegg Kloster und Hochdorf Schönau. Daneben gibt es die beiden Buslinien Hochdorf–Hohenrain–Hochdorf (Rundkurs) und Hochdorf–Römerswil–Beromünster und zu den Pendlerzeiten fahren morgens, mittags und abends Postautokurse von und nach Sempach. Der TransSeetalExpress verbindet Hochdorf morgens und abends mit Rotkreuz SBB.

Durch Hochdorf führt die Kantonsstrasse 26 Luzern–Lenzburg. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Sempach in 9 km und Emmen-Süd in 10 km Entfernung an der A2. Der Anschluss Gisikon-Root an der A14 (Luzern-Zug) ist ebenfalls 10 km weit weg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Frey (* 1912, † 1998), Maler und Grafiker
  • Jakob Frey (1681–1752), Kupferstecher und Verleger graphischer Werke
  • Theo Frey (* 1908, † 1997), Fotograf
  • Leodegar Ineichen 1859–1862 († 1876) letzter Abt in Rheinau
  • Erich Mächler (* 1960), Radrennfahrer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Hochdorf
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Hochdorf
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]