Reckerode

From Wikipedia
Jump to navigation Jump to search
Reckerode
Gemeinde Kirchheim
Koordinaten: 50° 51′ 44″ N, 9° 35′ 52″ O
Höhe: 317 (280–480) m ü. NHN
Fläche: 14,24 km²[1]
Einwohner: 149 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36275
Vorwahl: 06625
Ansicht von Reckerode von der Anhöhe Hahnenpfalz aus. Rechts oberhalb vom Ort ist die Krämerskuppe und dahinter der Eisenberg zu sehen.
Ansicht von Reckerode von der Anhöhe Hahnenpfalz aus. Rechts oberhalb vom Ort ist die Krämerskuppe und dahinter der Eisenberg zu sehen.

Reckerode ist ein Ortsteil der Gemeinde Kirchheim im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geografische Lage[edit | edit source]

Der Ort liegt nordöstlich von Kirchheim im Knüllgebirge, im oberen Tal des kleinen Wälsebaches. Dieser Bach mündet nach nur etwa vier Kilometer in Kirchheim in die Aula. Der Ort ist von drei Seiten von Bergen umgeben, die zum Teil steil in das Bachtal abfallen. Die Berge gehören zum breiten Höhenrücken des Eisenberges. Im Westen liegt die Krämerskuppe (402 m ü. NN) und im Osten die Hahnenpfalz (396,4 m ü. NN). Im Nordosten liegt die Stellerskuppe (480,5 m ü. NN). Über seinen den Gipfel verläuft die Gemarkungsgrenze zur nördlichen Nachbargemeinde Neuenstein mit dem Ortsteil Gittersdorf.

Die Stellerskuppe (480,5 m ü. NN) ist der höchste Punkt innerhalb der Ortsteilgemarkung, der niedrigste liegt bei etwa 280 m ü. NN am Wälsebach zwischen der Autobahn und der Wälsebachtalbrücke.

Die bebaute Fläche zieht sich an beiden Seiten des Baches, von etwa 310 m ü. NN bis auf etwa 330 m ü. NN hoch.

Geschichte[edit | edit source]

Der Ort wird im Jahre 1362 erstmals erwähnt, und zwar unter dem Ortsnamen Rekenrode. Der Ort ist aber sicher früher entstanden, da der Ortsadel, die Herren von Reckerode, bereits am 8. Januar 1350 urkundlich genannt wurde. In dieser Urkunde sind sie als Hersfelder Ministeriale genannt und hatten Hattenbach vom Hersfelder Abt im Lehensbesitz. Auch eine Eigenkirche der Reckeröder Adeligen stammt vermutlich aus der Zeit um 1350, da es im und am Chorturm noch spätgotische Stilelemente gibt.

Der Ortsadel vergrößerte seinen Besitz im Jahr 1365, als die die Herren von Reckerode, Hersfelder Lehensbesitz vom Frielinger Ortsadel kauften. In einer Urkunde vom 24. August 1372 wird Hans von Reckerode als hessischer Amtmann von Rotenburg erwähnt.

Nach einer Schlichtungsurkunde vom 19. Oktober 1530 kam es zwischen dem Hersfelder Abt Crato I. und Martin von Hattenbach zum Streit um Besitz und Rechte in Reckerode, dem Scheidhof, Goßmannsrode und Reimboldshausen. Reckerode, Scheidhof und Reimboldshausen wurden durch den schiedsrichterlichen Spruch der Abtei zugesprochen, nur Goßmannsrode ging „mit aller obrigkeit gebot und verbott“ an Martin von Hattenbach.

Als sich um 1554 in der Region um Kirchheim die Reformation durchsetzte, war die ehemalige Kirche der Herren von Reckerode bereits Eigentum der Bürger geworden.

Die Adeligen von Reckerode starben im Jahr 1727 im Mannesstamm aus.[3]

Im Jahr 1747 kam der Ort zur Pfarrei Kirchheim. Um 1800 bekam die Kirche ein neues klassizistisches Kirchenschiff und der Turm bekam eine neue Haube.[4]

Am 1. August 1972 wurde Reckerode im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Kirchheim eingegliedert.[5][6]

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

Im Jahr 1610, vor dem Dreißigjährigen Krieg, gab es 35 Haushalte, zehn Jahre nach Kriegsbeginn 1628 wurde die gleiche Anzahl der Haushalte beurkundet. Nach dem Krieg, im Jahr 1673, gab es noch 9 Haushalte und um 1747 gab es wieder 25 Familien. Bei der ersten Volkszählung im Jahr 1830 hatte der Ort 211 Einwohner.

Reckerode: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
217
1840
  
113
1846
  
245
1852
  
229
1858
  
267
1864
  
246
1871
  
219
1875
  
219
1885
  
220
1895
  
223
1905
  
222
1910
  
222
1925
  
232
1939
  
204
1946
  
309
1950
  
338
1956
  
245
1961
  
230
1967
  
207
1970
  
217
1982
  
209
2006
  
167
2010
  
156
2015
  
154
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2];1982:[7]
Ab 2004 Daten jeweils zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Jahres ohne Nebenwohnsitze

Religionszugehörigkeit[edit | edit source]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 215 evangelische (= 100,00 %) Einwohner
• 1961: 203 evangelische (= 88,26 %), 25 katholische (= 10,87 %) Einwohner

Verkehr[edit | edit source]

Das Backhaus mit der gleichnamigen Bushaltestelle an der L 3159 in der Dorfmitte

Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3159, die von Kirchheim über die „Lange Heide“ nach Bad Hersfeld führt. Die Kreisstraße 36 verbindet Reckerode direkt mit dem westlichen Nachbarort Goßmannsrode.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) gewährleistet. Die Buslinie 380 hält auf seinem Weg zwischen Kirchheim und Bad Hersfeld an der Haltestelle Backhaus. Weiterhin hält hier der Bürgerbus, der werktags auf seinem Weg von Bad Hersfeld nach Kirchheim durch den Ort kommt. Hier verkehrt auch das Anrufsammeltaxi.

Nur wenige hundert Meter westlich, oberhalb der Ortslage, führt die Bundesautobahn 7 über die Krämerskuppe. Durch diesen Berg führt auch die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg mit dem Krämerskuppetunnel und die südlich davor liegende Wälsebachtalbrücke, die beide zum Teil innerhalb der südlichen und westlichen Ortsteilgemarkung liegen.

Literatur[edit | edit source]

Weblinks[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. a b c Reckerode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen der Gemeinde Kirchheim, abgerufen im Dezember 2018. [PDF; 139 KB]
  3. Peter Roßkopf: Sechs Jahrhunderte prägten das Gesicht von Reckerode in "Geschichte und Geschichten Kirchheimer Dörfer", Seite 212 bis 215
  4. Reckeröder Kirchenbau in "Geschichte und Geschichten Kirchheimer Dörfer", Seite 206
  5. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg (GVBl. II 330-13) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 217, § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 397.
  7. Gemeindevorstand Kirchheim (Hrsg.): 1200 Jahre Kirchheim. Bad Hersfeld 1983