Ringgau (Gemeinde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Ringgau (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ringgau (Gemeinde) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 5′ N, 10° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 379 m ü. NHN
Fläche: 66,81 km2
Einwohner: 2875 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37296
Vorwahlen: 05659
05658 (OT Datterode)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 010
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Anger 3
37296 Ringgau (Gemeinde)
Website: www.ringgau.de
Bürgermeister: Mario Hartmann
Lage der Gemeinde Ringgau (Gemeinde) im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-KreisHessenSontraWaldkappelHessisch LichtenauGutsbezirk Kaufunger WaldGroßalmerodeBerkatalMeißnerNeu-EichenbergWitzenhausenHerleshausenRinggauWehretalWeißenbornEschwegeWanfriedMeinhardBad Sooden-AllendorfNiedersachsenThüringenLandkreis Hersfeld-RotenburgSchwalm-Eder-KreisLandkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Ringgau ist eine Gemeinde im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ringgau liegt im Ringgau etwa elf Kilometer (Luftlinie) südlich von Eschwege zwischen Meißner und Thüringer Wald. Sie liegt im südlichen Teil des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringgau grenzt im Norden an die Gemeinden Wehretal und Weißenborn (beide im Werra-Meißner-Kreis), im Osten an die thüringische Stadt Treffurt (Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinde Herleshausen sowie im Westen an die Stadt Sontra (beide im Werra-Meißner-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Datterode, Grandenborn, Lüderbach, Netra (Sitz der Gemeindeverwaltung), Renda, Rittmannshausen und Röhrda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 13. Jahrhundert war das Gebiet thüringisch, wechselte dann in dem hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg zwischen Hessen und Thüringen hin und her, bis es dann endgültig im Jahr 1436 zu Hessen kam. Die Boyneburg in unmittelbarer Nachbarschaft zog als Reichsburg Kaiser und Könige an, in deren Gefolge mancher Ritter und Reiter über die Felder zog. Nicht zuletzt stellte die Straße durch das Netratal einen wichtigen Verbindungsweg von Leipzig nach Frankfurt dar und war unter dem Namen „die langen Hessen“ wohlbekannt.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Grandenborn, Lüderbach, Netra, Renda und Rittmannshausen freiwillig zur neuen Gemeinde Ringgau. Datterode und Röhrda schlossen sich am 1. April 1972 in der Gemeinde Netratal zusammen. Diese beiden Gemeinden wurde am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Ringau zusammengeschlossen.[2][3] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Netra. Für alle nach Ringgau eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ringgau 3116 Einwohner. Darunter waren 20 (0,6 %) Ausländer, von denen 15 aus dem EU-Ausland, 3 aus anderen Europäischen Ländern und 4 aus anderen Staaten kamen.[5] Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 1,8 %.[6] Nach dem Lebensalter waren 441 Einwohner unter 18 Jahren, 1254 waren zwischen 18 und 49, 777 zwischen 50 und 64 und 645 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 1269 Haushalten. Davon waren 318 Singlehaushalte, 348 Paare ohne Kinder und 480 Paare mit Kindern, sowie 105 Alleinerziehende und 21 Wohngemeinschaften. In 273 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 783 Haushaltungen leben keine Senioren.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringgau: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2020
Jahr  Einwohner
1973
  
3.879
1975
  
3.773
1980
  
3.686
1985
  
3.618
1990
  
3.713
1995
  
3.632
2000
  
3.471
2005
  
3.347
2010
  
3.078
2011
  
3.116
2015
  
2.974
2020
  
2.884
Quellen: LAGIS[8]; Hessisches Statistisches Informationssystem[6]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1987: 3377 evangelische (= 93,5 %), 165 katholische (= 4,6 %), 70 sonstige (= 1,9 %) Einwohner[9]
• 2011: 2657 evangelische (= 85,3 %), 107 katholische (= 3,4 %), 352 sonstige (= 11,3 %) Einwohner[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12][13]

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 60,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
29,0
(−3,4)
27,5
(−16,7)
25,5
(n. k.)
17,9
(−5,5)
ÜWG
ILR
2016

2021

Sitzverteilung
    
Insgesamt 15 Sitze
  • SPD: 4
  • ILR: 4
  • ÜWG: 4
  • CDU: 3
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft 29,0 4 32,4 5 29,1 7 33,9 8 29,4 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,5 4 44,2 7 46,3 11 42,8 10 47,2 11
ILR Initiative L(i)ebenswerter Ringgau 25,5 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 17,9 3 23,4 3 24,6 5 23,3 5 23,5 5
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 66,4 60,9 65,9 65,2 73,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[14]

  • 1974–1995 Herbert Grüneberg
  • 1995–2007 Helmut Jakob
  • 2007–2019 Klaus Fissmann
  • ab 1. September 2019 Mario Hartmann[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde Ringgau führt im durch einen silbernen schrägrechten Wellenbalken geteilten Schild oben in Rot einen goldenen Eichenbruch mit drei Eicheln und zwei Blättern, unten in Blau drei goldene Ähren auf einem Halm.“

Das Wappen der Gemeinde wurde am 17. Mai 1977 vom Hessischen Innenminister genehmigt.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boyneburg- und Heimatstube des Heimatverein Datterode e. V.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wasserburg Netra im Ortsteil Netra
  • Die Burgruine Boyneburg
  • Der Berliner Turm, Aussichtsturm oberhalb von Datterode
  • Acht-Mühlen-Brunnen und die acht Mühlen (Röhrda)
  • Beobachtungsturm des ehemaligen "Observation Post India" bei Lüderbach
  • Die Wüstungskirche bei Harmutshausen (Datterode)
  • Schloss Lüderbach (Lüderbach)
  • Ehrenmal (Datterode)
  • Burg Röhrda in Röhrda

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick ins NSG- und FFH-Gebiet Boyneburg und Schickeberg bei Breitau

An der Gemarkungsgrenze zu Sontra liegt das zweigeteilte Naturschutz- und FFH-GebietBoyneburg und Schickeberg bei Breitau“ östlich und nordöstlich von Breitau.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An Christi Himmelfahrt findet an der Ruine der Boyneburg ein Volksfest mit Gottesdienst durch den Datteröder Pfarrer und mit der traditionellen Brotspende durch die Herren von Boyneburg statt.
  • In Datterode findet seit 1992 am Pfingstwochenende ein Handballrasenturnier der SG Datterode/Röhrda statt. Dabei nehmen über 100, auch überregionale, Mannschaften beider Geschlechter und aller Altersklassen teil.
  • In allen anderen Ortsteilen wird jährlich eine Zeltkirmes veranstaltet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Bundesstraße 7 (KasselEisenach), die direkt durch die Gemeinde führt, ist der Ort an das Straßennetz angeschlossen. Alle Ortsteile der Gemeinde werden durch die Buslinie 240 des NVV an die Kreisstadt Eschwege und an Herleshausen angebunden.

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Herleshausen an der Bahnstrecke Halle–Bebra sowie der Haltepunkt Wehretal-Reichensachsen an der Bahnstrecke Göttingen–Bebra.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 388–389.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 105 kB) § 5. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Gemeinde Ringgau, archiviert vom Original am 18. Mai 2021; abgerufen im Mai 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ringgau.de
  5. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen):  Ringgau. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  6. a b Hessisches Statistisches Informationssystem (Memento des Originals vom 11. September 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de In: Statistik.Hessen.
  7. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 56 und 112, archiviert vom Original am 11. Juli 2021;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  8. Ringgau, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,1 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 146, archiviert vom Original am 25. September 2021;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  14. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Ringgau. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  15. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Ringgau, Werra-Meißner-Kreis vom 17. Mai 1977. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1977 Nr. 23, S. 1147, Punkt 763 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ringgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien