Rommershausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rommershausen
Koordinaten: 50° 55′ 53″ N, 9° 10′ 59″ O
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 6,44 km²[1]
Einwohner: 442 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Rommershausen
Rommershausen

Rommershausen ist ein Stadtteil der nordhessischen Stadt Schwalmstadt im Schwalm-Eder-Kreis.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rommershausen liegt an einer Flussschleife der Schwalm. Im Zentrum des Ortes befindet sich die Kirche mit ummauerten Kirchhof. Der Ort wird geprägt vom sich am nördlichen Ortsrand befindenden Schloss Rommershausen mit angrenzenden Park. Im Westen zwischen Dorfstraße und Mühlgraben befindet sich der zugehörige Wirtschaftshof mit Mühle. Im Südwesten befindet sich ein weiterer Gutshof.

Rommershausen ist von Treysa kommend über die Landesstraße 3145 nach Allendorf am Abzweig nach Dittershausen über die Kreisstraße 103 erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche

Erstmals wird der Ort im Jahre 1205 in einem Güteregister des Klosters Haina erwähnt. 1311 bestätigte Graf Johann I. von Ziegenhain, dass Ludwig von Gleimenhain dem Kloster Immichenhain mit seiner Tochter zugleich zwei Höfe zu Rommershausen, welche vormals ein befestigter Wirtschaftshof gewesen und Superior Curtis genannt wurden, geschenkt habe.[3] Ein gräflich-ziegenhainisches Gut in Rommershausen zahlte von 1360 bis 1367 einen (Zins) an den Küchenmeister im Schloss Ziegenhain. 1368 verpfändeten die Grafen von Ziegenhain ihre Dörfer Rommershausen und Dittershausen und die Wüstung Breitenbach für 640 gute kleine Goldgulden an die Herren von Urff. Im Jahre 1448 erfolgte die Auslösung dieser Pfandschaft. Seitdem gehörte Rommershausen wieder mit allen Rechten und Zubehör zum Amt Ziegenhain. 1501 verschrieb ein Johann Krengel zu Rommershausen dem Klaus Ronen, Schultheiß zu Treysa, eine jährliche Gülte aus seinem Hof und einem Gut zu Rommershausen; Klaus Ronen verschrieb diese Güter an das Kloster Haina. Im Jahre 1516 belehnte der hessische Landgraf Philipp I. Johann Krengel mit dessen von den Schencken zu Schweinsberg erkauften Gütern. 1532 verpfändete der Wäppner Georg Krengel Einkünfte aus seinem freien Hof zu Rommershausen. Landgraf Philipp I. übertrug 1535 seinem Rat Reichard Rink den bislang verpfändeten Hainaer Hof, den dieser einlöste und übernahm. Darüber hinaus verfügten 1569 ein Heinrich Neinder und die Herren von Rau über freie Höfe in Rommershausen.

Ab 1644 war Rommershausen einschließlich der Niederen Gerichtsbarkeit landgräfliches Mannlehen der Familie von Hoff, nach deren Aussterben ihrer Erben, den von Hattenbach, von Schwertzell und von Boyneburg. Die Hohe Gerichtsbarkeit verblieb beim Landesherrn. Ebenfalls gelangte 1644 der Rink’sche Hof in den Besitz des Geheimen Rats und Hofmarschalls von Hoff. Nach dem Aussterben derer von Hoff ging dieser Hof 1734 an deren Erben, die von Hattenbach, von Schwertzell und von Boyneburg. 1782 umfasste dieser frei-adelige Hof (Rink'sche Hof) 252 Kasseler Acker Land, ca. 170 Acker Wiesen, ca. 16 Acker Garten, ca. 107 Acker Land. Hinzu kam die an der Schwalm gelegene Dorfmühle. 1807 erfolgte die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit.

1895 umfasste das ehemalige Rittergut Rommershausen der Schwertzell von Willingshausen 138 Hektar, davon 76 Hektar Acker, 34 Hektar Wiesen, 2 Hektar Hute und 24 Hektar Wald.

Rommershausen wurde anlässlich der Gebietsreform in Hessen am 31. Dezember 1970 ein Stadtteil von Schwalmstadt.[4]

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rumershusen (1205/16); Romershusen (1243); Rumershusen (1266/1365); Rommershusen (1585).

Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1782 wird ein Müller erwähnt. 1789 hatte die an der Schwalm gelegene zum frei-adeligen Hof gehörende Wassermühle zwei Mahlwerke, einen Schlag- und einen unterschlächtigen Schneidegang.

Schloss Rommershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Rommershausen

Das Schloss Rommershausen wurde in den Jahren 1539 bis 1549 anstelle einer im 13. Jahrhundert erbauten Burg errichtet. Es handelt sich um eine lockere dreiflügelige Anlage mit Fachwerkobergeschossen, die von einer umlaufenden Mauer mit anschließenden Park im englischen Stil umgeben ist. Um 1627 wurde das Schloss um einen Westbau erweitert.[5]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

1420 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie neu errichtet. Das alte Patronatswappen und der ehemalige Patronatssitz, welcher im Volksmund heute noch „respektlos Käfig“ genannt, zeugen von dem alten Kirchenrecht. Die vorhandene Grabplatte der Margarete Rink erinnert zudem an die Erbauer des Schlosses.

Seit 1984 sind Dittershausen und Rommershausen zu einem Kirchspiel verbunden. Über den „Kirchsteg“ einer Fußgängerbrücke, kommen die Ditterhäuser zum sonntäglichen Gottesdienst, der bis heute in Rommershausen stattfindet.[6]

Rommershäuser Meteorit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1916, am 3. April schlug um 15:30 Uhr, Augenzeugen berichten von einem Donnerschlag und Rauchwolken, im Interessentenwald von Rommershausen ein 63 kg schwerer Eisenmeteorit ein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 750 Jahre Rommershausen, Dorfchronik
  • Brauer, Ziegenhain, S. 31 Anm. 87
  • HOL Ziegenhain, S. 161–163
  • Knappe, Burgen in Hessen, S. 162 f.
  • Reimer, Ortslexikon, S. 401

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen/ Daten/ Fakten im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt (Memento des Originals vom 22. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwalmstadt.de, abgerufen im Januar 2016.
  2. „Einwohnerzahlen“ im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt (Memento des Originals vom 22. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwalmstadt.de, abgerufen im Januar 2016.
  3. Brauer, Ziegenhain, S. 31 Anm. 87
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  5. Schloss Rommershausen auf www.burgen-und-schlösser.net
  6. Kirche Rommershausen auf ekkw.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]