Rudi Assauer

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Rudolf Assauer

Rudi Assauer (2002)

Spielerinformationen
Geburtstag 30. April 1944
Geburtsort Sulzbach-AltenwaldDeutschland
Größe 180 cm
Position Abwehrspieler
Junioren
Jahre Station
1952–1963 SpVgg Herten
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1963–1964
1964–1970
1970–1976
SpVgg Herten
Borussia Dortmund
Werder Bremen
35 (7)
119 (8)
188 (4)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1966–1967 Deutschland U-23 2 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1980
1981
1983
Werder Bremen
FC Schalke 04
FC Schalke 04
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Rudolf „Rudi“ Assauer (* 30. April 1944 in Sulzbach-Altenwald) ist ein ehemaliger deutscher Fußballprofi, der zwischen 1964 und 1976 für Borussia Dortmund und Werder Bremen insgesamt 307 Bundesligaspiele absolvierte.[1] Seine anschließende Tätigkeit als Manager führten ihn über Bremen zum FC Schalke 04 und zwischenzeitlich zum Zweitligisten VfB Oldenburg. Als Fußballfunktionär und Werbeträger pflegte Assauer durch Auftreten und Aussagen lange Zeit das Image des selbstbewussten Geschäftsmannes und Machos. 2012 erschien seine Autobiografie, in der seine Alzheimer-Erkrankung thematisiert wird.

Assauer 2009

Karriere als Fußballprofi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assauer wuchs im westfälischen Herten auf, wo er beim örtlichen Sportverein Spielvereinigung Herten 1952 im Alter von acht Jahren mit dem Fußballspielen begann. Nachdem er für den Klub in der zweitklassigen Regionalliga aufgelaufen war, holte ihn 1964 Borussia Dortmund vom Absteiger in die Bundesliga. An der Seite von Spielern wie Dieter Kurrat, Lothar Emmerich, Alfred Schmidt, Hans Tilkowski und Stan Libuda wirkte er dort in den Anfangsjahren der neuen deutschen Eliteklasse in der Abwehrreihe mit, als sich die Borussia regelmäßig im vorderen Ligabereich platzierte. 1966 zog er mit der Mannschaft in das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger gegen den englischen Vertreter FC Liverpool ein. Am 5. Mai 1966 gehörte er in Glasgow zu der Elf, die durch einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung erstmals einen Europapokal nach Deutschland holte. Noch im selben Jahr wurden er und die Mannschaft mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[2]

Nach sechs Jahren und 119 Bundesligaspielen schloss sich Assauer 1970 Werder Bremen an. Dort war er an der Seite von Horst-Dieter Höttges, Arnold Schütz, Ole Björnmose, Egon Coordes und Karl-Heinz Kamp auf Anhieb Stammspieler und erlebte unter Trainer Robert Gebhardt den Pfostenbruch vom Bökelberg auf dem Spielfeld. Als der Erfolg ausblieb, wechselte der Klub im Laufe der Saison mehrfach den Trainer. Auch unter Willi Multhaup, Sepp Piontek und Fritz Langner war der Abwehrspieler jedoch stets Stammkraft. In den folgenden Spielzeiten rangierte die Mannschaft im Tabellenmittelfeld, in der Spielzeit 1974/75 geriet er mit der Mannschaft um Karl-Heinz Kamp, Jürgen Röber, Werner Görts und Dieter Zembski in Abstiegsgefahr. Nach der Rettung mit einem Punkt Vorsprung auf den VfB Stuttgart bestritt er im Anschluss seine letzte Spielzeit im deutschen Profifußball und wechselte dann nach insgesamt 307 Bundesligaspielen ins Management des Klubs, für den er in sechs Spielzeiten 188 Erstligaspiele bestritten hatte.

In den Jahren 1966 und 1967 absolvierte er zudem jeweils zwei Spiele für die deutsche U-23-Nationalmannschaft.

Erfolge während der aktiven Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere als Fußballmanager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1976 bis 1981 war er bei Werder Bremen als Manager tätig, vom 15. Mai 1981 bis zum 4. Dezember 1986 dann zum ersten Mal beim FC Schalke 04. Die erste Amtszeit dort endete mit seiner Entlassung. Nach vierjähriger Berufstätigkeit im Immobilienbereich in Bremen wurde er 1990 Manager des damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg. Am 1. April 1993 wurde er zum zweiten Mal Schalke-Manager. Während seiner zweiten Amtszeit stellte sich bald sportlicher und finanzieller Erfolg ein. So gewann der Verein 1997 den UEFA-Cup sowie 2001 und 2002 den DFB-Pokal. In diese Amtszeit fällt auch der Bau der Veltins-Arena. Ab dem 1. August 2006 sollte Assauer Vorstandsvorsitzender werden. Doch am 17. Mai 2006 trat er als Manager zurück, nachdem der Aufsichtsrat des Vereins ihn zuvor zur satzungsgemäßen Sitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Abberufung“ eingeladen hatte.

Anschließend arbeitete Assauer unter anderem als Berater des Wuppertaler SV Borussia und kommentierte im wöchentlichen Videoblog Zündstoff das aktuelle Geschehen in der Bundesliga.

Assauer ist trotz seines späteren Engagements beim Rivalen FC Schalke 04 der Dortmunder Borussia als Vereinsmitglied treu geblieben. 2010 wurde er für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.[3]

Image und Werbetätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren Werbespots mit seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla für die Brauerei Veltins persifliert Assauer das ihm nachgesagte Macho-Image. Am 2. Februar 2006 gewannen er und Thomalla den Fernsehpreis Goldene Kamera in der Kategorie Bester Werbespot mit Prominenten für den Spot „Überraschung“.[4] Der Kabarettist Fritz Eckenga karikierte bis 2012 Assauers Image als Ruhrpott-Macho durch seine Kunstfigur „Fußballmanager A.“ in Form eines Running Gags.[5]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assauer verließ mit 14 Jahren die Schule und erlernte den Beruf des Stahlbauschlossers. Anschließend arbeitete er ein halbes Jahr auf der Zeche Ewald in Herten. Als er später bei Borussia Dortmund unter Vertrag stand, absolvierte er eine weitere Berufsausbildung zum Bankkaufmann.[6]

Assauer heiratete im April 2011 zum zweiten Mal.[7] Die Ehe wurde im Januar 2013 wieder geschieden.[8] Aus erster Ehe hat Assauer zwei Töchter.[9]

Ende Januar 2012 wurde bekannt, dass Assauer an Alzheimer erkrankt ist. Die Krankheit wurde in einer Fernseh-Dokumentation und in Assauers Memoiren mit dem Titel Wie ausgewechselt thematisiert.[10] Sein älterer Bruder Lothar litt ebenfalls einige Jahre an Alzheimer. Er starb im Februar 2013 mit 81 Jahren[11] an den Folgen dieser Erkrankung.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rudi Assauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Rudi Assauer – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Assauer. Fußballdatenbank, abgerufen am 28. September 2014.
  2. BT-Drucksache 7/1040, Seite 59, abgerufen am 8. Februar 2017 (pdf)
  3. 40 bis 55 Jahre Mitgliedschaft; Homepage von BV Borussia Dortmund
  4. Preisträger 2006. Die Goldene Kamera 2006, 2. Februar 2006
  5. Fritz Eckenga ist nicht mehr Fußballmanager A. Rheinische Post, 9. Februar 2012
  6. Biografie
  7. Neue Liebe: Rudi Assauer hat zum zweiten Mal geheiratet. dapd-Meldung in der Frankfurter Rundschau vom 20. April 2011
  8. Rudi Assauer ist offiziell geschieden. (Memento vom 20. Mai 2013 im Internet Archive) AFP-Meldung auf Stern.de, 12. Januar 2013
  9. Alles zum Thema: Rudolf Assauer. GQ-Magazin, abgerufen am 28. September 2014
  10. Hans Hoff: ZDF-Doku über Rudi Assauer – Von der Wut, nicht mehr mithalten zu können. Süddeutsche, 14. Februar 2012; abgerufen am 28. September 2014
  11. Bunte.de: Rudi Assauers Bruder verstorben, abgerufen am 5. November 2015