Ruhmannsfelden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Ruhmannsfelden
Ruhmannsfelden
Deutschlandkarte, Position des Marktes Ruhmannsfelden hervorgehoben

Koordinaten: 48° 59′ N, 12° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Verwaltungs­gemeinschaft: Ruhmannsfelden
Höhe: 536 m ü. NHN
Fläche: 5,81 km2
Einwohner: 2047 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 353 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94239
Vorwahl: 09929
Kfz-Kennzeichen: REG, VIT
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 142
Marktgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Rathaus 1
94239 Ruhmannsfelden
Website: www.ruhmannsfelden.de
Erster Bürgermeister: Werner Troiber (CSU)
Lage des Marktes Ruhmannsfelden im Landkreis Regen
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Marktplatz von Ruhmannsfelden
Die Pfarrkirche Sankt Laurentius
Das gemeinsame Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft Ruhmannsfelden

Ruhmannsfelden ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Regen. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ruhmannsfelden, dessen Mitglied die Gemeinde ist.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Ruhmannsfelden liegt in der Region Donau-Wald im Naturpark des Bayerischen Waldes, genauer im Teisnachtal. Der alte Marktflecken liegt etwa 18 km nördlich von Deggendorf, 15 km südöstlich von Viechtach und 13 km westlich der Kreisstadt Regen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 14 Ortsteile:[2]

Es existiert nur die Gemarkung Ruhmannsfelden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1100 stand hier eine feste Burg, die von den Dienstmannen der Grafen von Bogen bewohnt war. Arnold von Ruhmannsfelden kämpfte 1165 in einem Turnier in Zürich, und Gebo von Ruhmannsfelden erschien zwischen 1184 und 1194 in einer Überlieferung von Kloster Oberalteich als Zeuge.

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts entstand um die Burg eine Ansiedlung. Nach dem Aussterben der Edlen von Ruhmannsfelden übernahmen nach 1250 die Pfellinger die Burg. Nach dem Tod des letzten Pfellingers fielen dessen Besitzungen an den Landesherrn. Herzog Heinrich XIII. gestattete den Abriss der Burg mit der Auflage, dass die Steine nach Gotteszell zum Ausbau des dortigen Klosters verwendet werden sollten.

Das Rittergut mit dem Ort Ruhmannsfelden wurde 1295 von den bayerischen Herzögen Otto III., Ludwig III. und Stephan I. an das Kloster Aldersbach verkauft. Um 1400, als Jakob von Degenberg zum Vogt über den Ort bestellt wurde, war es bereits zum Markt erhoben worden.

Im Jahr 1496 verkaufte das Kloster Aldersbach den Markt Ruhmannsfelden unter dem Vorbehalt des Wiedereinlösens an die Degenberger. Dies geschah wenige Jahre später, und 1503 kam der Ort durch Tausch an das Kloster Gotteszell. Lediglich die Kirche in Ruhmannsfelden, bis 1652 eine Expositur der Pfarrei Geiersthal, blieb im Besitz von Kloster Aldersbach.

Mit dem Kloster Gotteszell, das viel näher lag als Aldersbach, kam es zu Zwistigkeiten, da Ruhmannsfelden seine Marktrechte durchsetzen wollte. 1522 ging der Markt in Flammen auf.

Der Ort war zwar Teil des Kurfürstentums Bayern, gehörte aber zur geschlossenen Hofmark Gotteszell. 1658 kam Ruhmannsfelden auch in kirchlicher Hinsicht an das Kloster Gotteszell. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zu Streit mit Viechtach wegen der in Kriegszeiten gemachten Schulden. 1673 stellte die Regierung den Frieden wieder her und untersagte den Viechtachern ausdrücklich, die Ruhmannsfeldener verächtlich „Hofmärkler“ zu nennen.

Bis zur Säkularisation 1803 gehörte Ruhmannsfelden mit Grund, niederer Gerichtsbarkeit und Seelsorge dem Kloster Gotteszell. Ruhmannsfelden besaß ein Marktgericht, das jedoch nur einen geringen Teil seiner Rechte durchsetzen konnte. Um 1723 wurde es Pfarrei mit dem Besetzungsrecht durch das Kloster Gotteszell. Ab 1806 wurden viele Orte aus der Pfarrei Geiersthal nach Ruhmannsfelden umgepfarrt. Nach der Auflösung der Hofmark entstand im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1820, 1889 und 1894 wüteten Brände in Ruhmannsfelden und zerstörten weitgehend die alte Bausubstanz. 1890 erhielt der Markt mit der Eröffnung der Bahnstrecke Gotteszell–Viechtach einen Eisenbahnanschluss. Die über 300-jährige Tradition der Herstellung handgedruckter Webwaren besteht bis heute.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 1.966 auf 2.048 um 82 Einwohner bzw. um 4,2 %.

  • 1961: 2119 Einwohner
  • 1970: 2095 Einwohner
  • 1987: 1972 Einwohner
  • 1991: 2026 Einwohner
  • 1995: 2164 Einwohner
  • 2000: 2155 Einwohner
  • 2005: 2133 Einwohner
  • 2010: 2019 Einwohner
  • 2015: 2100 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 15. März 2020[3] und frühere ergaben folgende Sitzverteilungen:

CSU Neue Liste
Ruhmannsfelden
GRÜNE Ruhmannsfeldener
Wählergemeinschaft
Gesamt
2020 8 6 - - 14
2014 8 5 1 - 14
2008 6 6 - 2 14

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Werner Troiber (CSU), der bei den Kommunalwahlen 2014 seinen Vorgänger Josef Brunner (CSU) ablöste. Dieser trat nach 30 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl an.

Troiber wurde am 15. März 2020 ohne Gegenkandidat mit 88,1 % wiedergewählt.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ruhmannsfelden
Blasonierung: „In Rot ein zweireihig von Silber und Blau gerauteter Schrägbalken.“[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südosten von Ruhmannsfelden befindet sich die Osterbrünnl-Kapelle, eine Wallfahrtskapelle.

Die klassizistische Pfarrkirche Sankt Laurentius wurde nach dem Marktbrand von 1820, den nur der spätmittelalterliche Turm überstand, 1826 bis 1828 nach Plänen von Erasmus Hofstetter aus Passau erbaut.

Westlich von Ruhmannsfelden nahe bei der B 11 steht die evangelische Gnadenkirche, die 1957/58 nach Plänen des Architekten Eberhard Ritz aus Viechtach gebaut wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 209 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 133 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 722. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 213 ha, davon waren 171 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruhmannsfelden liegt direkt an der Bundesstraße 11 (Europastraße 53) von Deggendorf nach Bayerisch Eisenstein.

Der nächstgelegene Bahnhof der Bayerischen Waldbahn mit stündlichen Verbindungen nach Plattling und Bayerisch Eisenstein befindet sich im drei Kilometer entfernten Gotteszell. Die Bahnstation von Ruhmannsfelden liegt an der Strecke nach Viechtach der Regentalbahn AG. Der zweijährige Probebetrieb wurde um weitere drei Jahre bis 2021 verlängert und soll weiterhin die Notwendigkeit der Reaktivierung dieser Bahnstrecke nachweisen.[5]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Kindertagesstätte mit 92 Kindergartenplätzen und 87 Kindern, davon neun Kinder unter drei Jahren
  • Grund- und Hauptschule mit 18 Klassen, 28 Lehrern und 360 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ruhmannsfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Ruhmannsfelden in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2018.
  3. a b Gemeinderatswahl & Bürgermeisterwahl in Ruhmannsfelden 2020 - Kandidaten & Ergebnisse. In: wahl.info. 15. März 2020, abgerufen am 4. Mai 2020.
  4. Eintrag zum Wappen von Ruhmannsfelden in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  5. Renate Roßberger: Bahn-Probebetrieb Viechtach-Gotteszell wird verlängert. br.de, 24. Mai 2018, abgerufen am 5. September 2019.