Frauenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frauenau
Frauenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frauenau hervorgehoben

Koordinaten: 48° 59′ N, 13° 18′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 616 m ü. NHN
Fläche: 60,13 km2
Einwohner: 2684 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 94258, 94518Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09926
Kfz-Kennzeichen: REG, VIT
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 121
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 4
94258 Frauenau
Website: www.frauenau.de
Bürgermeister: Fritz Schreder[2] (SPD)
Lage der Gemeinde Frauenau im Landkreis Regen
Landkreis ChamLandkreis Straubing-BogenLandkreis DeggendorfLandkreis Freyung-GrafenauZwieselZachenbergViechtachTeisnachRuhmannsfeldenRinchnachRegen (Stadt)PrackenbachPatersdorfLindbergLangdorfKollnburgKirchdorf im WaldKirchberg im WaldGotteszellGeiersthalFrauenauDrachselsriedBöbrachBodenmaisBischofsmaisBayerisch EisensteinArnbruckAchslachTschechienKarte
Über dieses Bild
Blick über Frauenau

Frauenau ist eine Gemeinde und eine Ortschaft und ein Wallfahrtsort im niederbayerischen Landkreis Regen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Bayerischen Wald liegt am Fuße des Rachels am Nationalpark Bayerischer Wald sowie an der Glasstraße. Auf dem Gemeindegebiet liegt die Trinkwassertalsperre Frauenau, die zur zentralen Versorgung großer Teile Ostbayerns mit Trinkwasser errichtet wurde. Die Ortschaft Frauenau befindet sich etwa sieben Kilometer östlich von Zwiesel, 22 km nördlich von Grafenau sowie 16 km von der Kreisstadt Regen entfernt und besitzt einen eigenen Bahnhof an der Bayerischen Waldbahn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 15 Gemeindeteile[3]:

Es gibt nur die Gemarkung Frauenau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Laienbruder Hermann kam vom Kloster Niederaltaich über Rinchnach ins „Tal der Wilden Au“ und begann dort seine Rodungen. Die Ortschaft wurde von ihm im Jahr 1324 gegründet. Nach Hermanns Tod 1326 errichtete Hartwig von Degenberg 1331 eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der schmerzhaften Muttergottes (Pietà). Er nannte den Talgrund fortan „Augea Sancta Mariae“, zu deutsch: „Unserer Lieben Frauen Aue“. Dies war der Beginn einer Jahrhunderte blühenden Wallfahrt. Im 18. Jahrhundert wurde nach Abbruch der gotischen Krumenauer-Kirche eine Rokokokirche erbaut, deren Mittelpunkt noch immer ein Gnadenbild der Lieben Frau ist.

Prägend für den Ort war neben der Wallfahrt vor allem die Glasherstellung. Bereits 1420 wurde im Ort die erste Glashütte gegründet. 1568 erwarb die Familie von Poschinger eine Glashütte, die sie bis heute betreibt. Georg Benedikt I. Poschinger wurde im Jahre 1790 in den Adelsstand erhoben und erhielt die Herrschaftsrechte über Frauenau im Kurfürstentum Bayern. Poschinger hatte 1785 die Hofmarksgerichtsbarkeit auf sein Glashüttengut Oberfrauenau verliehen bekommen.

Mit dem Zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige Gemeinde.

Prägung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute ist Frauenau geprägt von Wallfahrt, Wald und Glas. Es existieren drei Glashütten: Poschinger, Eisch und Spiegelau Glas (früher Glashütte Gistl). Letztere stellte jedoch im November 2018 den Betrieb ein. Bislang ist ungewiss, was mit dem teilweise unter Denkmalschutz stehendem Betriebsgelände passiert.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt von der Wallfahrt wurde die Frauenau bereits 1342 zur Pfarrei erhoben und gehört zum Bistum Passau. Pfarrkirche ist die Rokokokirche „Mariä Himmelfahrt“ und eine Filialkirche „St. Gunther“ in Buchenau (Gemeinde Lindberg). Seit 2004 bildet Frauenau mit der Gemeinde Lindberg den Pfarrverband Frauenau-Lindberg unter der Leitung von Pfarrer Lorenz Glatz, der im Herbst 2009 die Nachfolge von Pfarrer Robert Rödig angetreten hat. Die evangelische Kirchengemeinde ist der Evang.-luth. Pfarrei Zwiesel unter Pfarrer Heiko Hermann zugehörig.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 3.049 auf 2.713 um 336 Einwohner bzw. um 11 %.

  • 1970: 3557 Einwohner
  • 1987: 3102 Einwohner
  • 1991: 3166 Einwohner
  • 1995: 3164 Einwohner
  • 2000: 3086 Einwohner
  • 2005: 2952 Einwohner
  • 2010: 2792 Einwohner
  • 2015: 2679 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Frauenau

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Fritz Schreder (SPD) wurde in der Kommunalwahl am 15. März 2020 mit 53,68 % zum Bürgermeister gewählt. In der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurde Willi Biermeier (SPD/Bürgerliste Frauenau) zum zweiten und Dietmar Dengler (Bündnis 90/Die Grünen) zum dritten Bürgermeister gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat (14 Sitze) und setzt sich seit dem 15. März 2020 wie folgt zusammen:

  • SPD: 6 Sitze bei 38,92 % der Stimmen (Bernhard Hackl, Günther Wudi, Willi Biermeier, Brunhilde Pöschl, Kurt Joachimsthaler, Herbert Schreiner)
  • Die Unabhängigen (Frauenau): 2 Sitze bei 17,27 % der Stimmen (Stefan Wagner, Heidemarie Lemberger,).
  • CSU: 4 Sitze bei 27,07 % der Stimmen (Patrick Zens, Max Stadler, Doris Löfflmann, Klaus Gigl)
  • Grüne: 2 Sitze bei 16,75 % der Stimmen (Dietmar Dengler, Dr. Martin Müller)

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat seit 2012 eine Zweitwohnungssteuersatzung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Frauenau
Blasonierung: „In Silber ein schräg gestellter fünfblättriger roter Lindenzweig.“[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der tschechischen Gemeinde Nový Bor (dt. Haida), die wie Frauenau eine Glasmacher-Tradition hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Frauenau, im Vordergrund die damals noch nicht modernisierte Waldbahn
Innenansicht der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ zu Frauenau
  • Glasmuseum Frauenau: Das 2005 in einem Neubau wiedereröffnete Glasmuseum (Gründung 1975) führt den Besucher auf eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte des Glases von der Antike bis zur Gegenwart. Zu sehen ist außerdem die international bedeutende Sammlung moderner Glaskunst, die der Stuttgarter Kunsthistoriker Professor Dr. Wolfgang Kermer dem Glasmuseum im Jahre 1982 schenkte[5] und eine szenografische Darstellung der Glasmacherkultur im Bayerischen Wald.
  • „Die Gläsernen Gärten von Frauenau“ sind ein Skulpturenpark der Glasmanufaktur von Poschinger mit derzeit 22 teils monumentalen Glasobjekten internationaler Künstler.
  • Das „Bild-Werk Frauenau“ veranstaltet jährlich eine europaweit bedeutende internationale Sommerakademie für Glaskunst.
  • Die Rokokokirche Maria Himmelfahrt, eine Wallfahrtskirche, gehört zu den schönsten Sakralbauten Ostbayerns. Die Ausstattung stammt vom Stuckateur Melchior Modler und dem Maler Franz Anton Rauscher.
  • Die 1983 errichtete Trinkwassertalsperre Frauenau, welche sich am Fuße des Rachels in die Landschaft eingliedert, hat den mit 86 m höchsten Staudamm Deutschlands.
  • Die Schachten sind historische Waldweiden im Nationalpark.
  • Der Berg Großer Rachel ist die mit 1453 m höchste Erhebung im Nationalpark Bayerischer Wald.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 438 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 881. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 33 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 430 ha.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenau ist Durchgangsort der Staatsstraße St 2132 zwischen Zwiesel und Spiegelau, die gleichzeitig die einzige überregionale Straßenanbindung darstellt. Im Jahr 2008 wurde die Staatsstraße zwischen Frauenau und Klingenbrunn auf einer Länge von 2,6 km für vier Millionen Euro ausgebaut.[6]

Frauenau liegt an der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau. Der frühere Bahnhof ist stillgelegt, es existiert jedoch ein Haltepunkt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten „St. Benedikt“ mit 98 Plätzen und 84 Kindern
  • Waldkindergarten mit 25 Kindern
  • Volksschule mit fünf Lehrern und 63 Schülern (Stand: 2014)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Haller: Frauenauer Sagen; Erzählen im Bayerischen Wald. In: Münchner Beiträge zur Volkskunde. Band 32, Waxmann, Münster 2002.
  • Roman Eder: Frauenau, Chronik eines Bayerwalddorfes. 2 Bände. Morsak, 1999.
  • Katharina Eisch: Die Eisch-Hütte, Portrait einer Bayerwald-Glashütte im 20. Jahrhundert. Morsak, 1988.
  • Michael Schmidt: Es war Vieles möglich! Alfons Hannes (1931–2010). Riedlhütte 2011.
  • Raimund Kreutzer: Zu unserer lieben Frauen Aue, BBZ Nr. 186 S. 24, 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Frauenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Frauenau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Rathaus. Gemeinde Frauenau, abgerufen am 5. Juli 2020.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111211/013503&attr=OBJ&val=776
  4. Eintrag zum Wappen von Frauenau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  5. Alfons Hannes (mit Beiträgen von Wolfgang Kermer und Erwin Eisch): Die Sammlung Wolfgang Kermer, Glasmuseum Frauenau: Glas des 20. Jahrhunderts; 50er bis 70er Jahre. Schnell & Steiner, München/Zürich 1989. (Bayerische Museen, Band 9), ISBN 3-7954-0753-2
  6. Webseite des Staatlichen Bauamts Passau (Memento vom 16. Juni 2009 im Internet Archive), Abgerufen am 4. Dezember 2015
  7. Helmut Schneck ist Ehrenbürger, in: Passauer Neue Presse, 20. Dezember 2013