Frauenau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frauenau
Frauenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frauenau hervorgehoben
48.98333333333313.3616Koordinaten: 48° 59′ N, 13° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 616 m ü. NHN
Fläche: 60,14 km²
Einwohner: 2683 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 94258,
94518 (Linden)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09926
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 121
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 4
94258 Frauenau
Webpräsenz: www.frauenau.de
Bürgermeister: Herbert Schreiner (SPD)
Lage der Gemeinde Frauenau im Landkreis Regen
Landkreis Cham Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Deggendorf Landkreis Freyung-Grafenau Zwiesel Zachenberg Viechtach Teisnach Ruhmannsfelden Rinchnach Regen (Stadt) Prackenbach Patersdorf Lindberg Langdorf Kollnburg Kirchdorf im Wald Kirchberg im Wald Gotteszell Geiersthal Frauenau Drachselsried Böbrach Bodenmais Bischofsmais Bayerisch Eisenstein Arnbruck Achslach TschechienKarte
Über dieses Bild
Blick über Frauenau

Frauenau ist eine Gemeinde und ein Wallfahrtsort im niederbayerischen Landkreis Regen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Frauenau im Bayerischen Wald liegt am Fuße des Rachels am Nationalpark Bayerischer Wald sowie an der Glasstraße. Auf dem Gemeindegebiet liegt die Trinkwassertalsperre Frauenau, die zur zentralen Versorgung großer Teile Ostbayerns mit Trinkwasser errichtet wurde. Die Ortschaft Frauenau befindet sich etwa 7 km östlich von Zwiesel, 22 km nördlich von Grafenau sowie 16 km von der Kreisstadt Regen entfernt und besitzt einen eigenen Bahnhof an der Bayerischen Waldbahn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Frauenau hat 15 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Frauenau.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Laienbruder Hermann kam vom Kloster Niederaltaich über Rinchnach ins „Tal der Wilden Au“ und begann dort seine Rodungen. Die Ortschaft wurde von ihm im Jahr 1324 gegründet. Nach Hermanns Tod 1326 errichtete Hartwig von Degenberg 1331 eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der schmerzhaften Muttergottes (Pietà). Er nannte den Talgrund fortan „Unserer Lieben Frauen Aue“. Dies war der Beginn einer Jahrhunderte blühenden Wallfahrt. Im 18. Jahrhundert wurde nach Abbruch der gotischen Krumenauer-Kirche eine herrliche Rokokokirche erbaut, deren Mittelpunkt noch immer das Gnadenbild der Lieben Frau ist. Prägend für den Ort war vor allem die Glasindustrie. Bereits 1420 wurde im Ort die erste Glashütte gegründet. 1568 erwarb die Familie von Poschinger eine Glashütte, die sie bis heute betreibt. Benedikt Poschinger wurde im Jahre 1790 in den Adelsstand erhoben und erhielt die Herrschaftsrechte über Frauenau im Kurfürstentum Bayern. Der bürgerliche Poschinger hatte 1785 die Hofmarksgerichtsbarkeit auf sein Glashüttengut Oberfrauenau verliehen bekommen. 1818 entstand die heutige Gemeinde. Bis heute ist Frauenau geprägt von Wald und Glas. Es existieren drei Glashütten: Poschinger, Eisch und Riedel Glas (früher Glashütte Gistl).

Religionen[Bearbeiten]

Geprägt von der Wallfahrt wurde die Frauenau bereits 1342 zur Pfarrei erhoben und gehört zum Bistum Passau. Pfarrkirche ist die Rokokokirche „Mariä Himmelfahrt“ und eine Filialkirche „St. Gunther“ in Buchenau (Gemeinde Lindberg). Seit 2004 bildet Frauenau mit der Gemeinde Lindberg den Pfarrverband Frauenau-Lindberg unter der Leitung von Pfarrer Lorenz Glatz, der im Herbst 2009 die Nachfolge von Pfarrer Robert Rödig angetreten hat. Die evangelische Kirchengemeinde ist der Evang.-luth. Pfarrei Zwiesel unter Pfarrer Heiko Hermann zugehörig.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 3.557 Einwohner
  • 1987: 3.102 Einwohner
  • 2000: 3.000 Einwohner
  • 2010: 2.780 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus von Frauenau

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Herbert Schreiner (SPD) wurde in der Kommunalwahl am 2. März 2008 mit 60,59 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Er wurde bei den Kommunalwahlen vom 16. März 2014 mit 94,23 % der Wählerstimmen wiedergewählt und vertritt somit die Gemeinde auch im Kreistag Regen. In der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurde Fritz Schreder (SPD, ebenfalls Kreisrat in Regen) zum zweiten und Dietmar Dengler (Bündnis 90/Die Grünen) zum dritten Bürgermeister gewählt.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat (14 Sitze) und setzt sich seit dem 17. März 2014 wie folgt zusammen:[4]

  • SPD: 6 Sitze bei 43,91 % der Stimmen (Fritz Schreder, Bernhard Hackl, Günther Wudi, Biermeier Willi, Brunhilde Pöschl, Dietmar Nachlinger)
  • Die Unabhängigen (Frauenau): 3 Sitze bei 18,84 % der Stimmen (Erhard Dick, Heidemarie Lemberger, Christian Baumann).
  • CSU: 3 Sitze bei 24,22 % der Stimmen (Patrick Zens, Max Stadler, Doris Löfflmann)
  • Grüne: 2 Sitze bei 13,03 % der Stimmen (Dietmar Dengler, Egon Joachimsthaler)

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1090 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 120.000 T€. Die Gemeinde hat seit 2012 eine Zweitwohnungssteuersatzung.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber ein schräg gestellter fünfblättriger roter Lindenzweig.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der tschechischen Gemeinde Nový Bor (dt. Haida), die wie Frauenau eine Glasmacher-Tradition hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche von Frauenau, im Vordergrund die Waldbahn
  • Glasmuseum Frauenau, das 2005 in einem Neubau wiedereröffnete Glasmuseum (Gründung 1975) führt den Besucher auf eine faszinierende Zeitreise durch die Kulturgeschichte des Glases von der Antike bis zur Gegenwart. Die international bedeutende Sammlung moderner Glaskunst, die der Stuttgarter Kunsthistoriker Professor Dr. Wolfgang Kermer dem Glasmuseum im Jahre 1982 schenkte [5] und eine szenografische Darstellung der Glasmacherkultur im Bayerischen Wald runden den Museumsbesuch ab zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
  • "Die Gläsernen Gärten von Frauenau" ein Skulpturenpark der Glasmanufaktur von Poschinger mit derzeit 22 teils monumentalen Glasobjekten internationaler Künstler
  • Das „Bild-Werk Frauenau“ veranstaltet jährlich eine europaweit bedeutende Internationale Sommerakademie für GlasKunst.
  • Die Rokokokirche Maria Himmelfahrt, eine ehemalige Wallfahrtskirche, gehört zu den schönsten Sakralbauten Ostbayerns. Innenausstattung durch den Stuckateur Melchior Modler und den Maler Franz Anton Rauscher.
  • Die 1983 errichtete Trinkwassertalsperre Frauenau ist mit dem höchsten Staudamm Deutschlands ein sehenswertes Bauwerk, das sich am Fuße des Rachels verhältnismäßig gut in die Landschaft eingliedert.
  • Die Schachten, historische Waldweiden im Nationalpark.
  • Der Berg Großer Rachel, mit 1.453m die höchste Erhebung im Nationalpark Bayerischer Wald.
  • Seit Oktober 2013 befindet sich in und um Frauenau der erste multimediale Kapellenwanderweg Bayerns mit Informationen rund um Glas, Kultur und Glaube.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Frauenau

Statistik[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 438 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 881. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 33 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 430 ha.

Verkehr[Bearbeiten]

Frauenau ist Durchgangsort der Staatsstraße St 2132 zwischen Zwiesel und Spiegelau, die gleichzeitig die einzige überregionale Straßenanbindung darstellt. Im Jahr 2008 wurde die Staatsstraße zwischen Frauenau und Klingenbrunn auf einer Länge von 2,6 km für 4 Mio Euro ausgebaut.[6]

Frauenau liegt an der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau. Der frühere Bahnhof ist stillgelegt, es existiert jedoch ein Haltepunkt.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten „St. Benedikt“ mit 98 Plätzen und 84 Kindern
  • Waldkindergarten mit 25 Kindern
  • Volksschule mit 5 Lehrern und 63 Schülern (Stand: 2014)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Haller: Frauenauer Sagen; Erzählen im Bayerischen Wald. In: Münchner Beiträge zur Volkskunde. Band 32, Waxmann, Münster 2002.
  • Roman Eder: Frauenau, Chronik eines Bayerwalddorfes. 2 Bände. Morsak 1999.
  • Katharina Eisch: Die Eisch-Hütte, Portrait einer Bayerwald-Glashütte im 20. Jahrhundert. Morsak 1988.
  • Michael Schmidt: Es war Vieles möglich! Alfons Hannes (1931 - 2010). Riedlhütte 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frauenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Frauenau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111211/013503&attr=OBJ&val=776
  3. Überraschung: Dietmar Dengler 3. Bürgermeister in Der Bayernwald-Bote vom 9. Mai 2014. Abgerufen am 1. November 2014.
  4. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl in Frauenau 2014 bei wahl.info. Abgerufen am 1. November 2014.
  5. Alfons Hannes (mit Beiträgen von Wolfgang Kermer und Erwin Eisch): Die Sammlung Wolfgang Kermer, Glasmuseum Frauenau: Glas des 20. Jahrhunderts; 50er bis 70er Jahre. Schnell & Steiner, München, Zürich 1989. (Bayerische Museen, Band 9), ISBN 3-7954-0753-2
  6. Beitrag vom 10. April 2008 im Bayerischen Rundfunk
  7. Helmut Schneck ist Ehrenbürger, in: Passauer Neue Presse, 20. Dezember 2013