Geiersthal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geiersthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Geiersthal
Geiersthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geiersthal hervorgehoben
Koordinaten: 49° 3′ N, 12° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 22,38 km²
Einwohner: 2189 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94244
Vorwahl: 09923
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 122
Gemeindegliederung: 31 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Geiersthal
Rathausstraße 5
94244 Geiersthal
Webpräsenz: www.geiersthal.de
Bürgermeister: Anton Seidl (SPD)
Lage der Gemeinde Geiersthal im Landkreis Regen
Landkreis Cham Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Deggendorf Landkreis Freyung-Grafenau Zwiesel Zachenberg Viechtach Teisnach Ruhmannsfelden Rinchnach Regen (Stadt) Prackenbach Patersdorf Lindberg Langdorf Kollnburg Kirchdorf im Wald Kirchberg im Wald Gotteszell Geiersthal Frauenau Drachselsried Böbrach Bodenmais Bischofsmais Bayerisch Eisenstein Arnbruck Achslach TschechienKarte
Über dieses Bild
Blick auf Geiersthal aus nordwestlicher Richtung
Geiersthal von Westen gesehen. Im Hintergrund: Der Hochzellberg in der Arber-Bergkette.

Geiersthal ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Geiersthal liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes über dem Tal des Schwarzen Regen etwa acht Kilometer südöstlich von Viechtach, 22 km nördlich von Deggendorf, 13 km nordwestlich der Kreisstadt Regen sowie neun Kilometer von Bodenmais entfernt. Geographisch gesehen gehört der Nordteil der Gemeinde zum Hinterem Bayerischen Wald und der Südteil zur sogenannten Regensenke. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der Frankenberg bei Frankenried mit 748 m ü. NN. Die Orte Geiersthal, Kammersdorf und Teisnach sind fast vollständig zusammengewachsen.

Direkte Nachbargemeinden sind Drachselsried im Norden, Böbrach im Nordosten, Teisnach im Osten, Patersdorf im Süden, Kollnburg im Südwesten und Viechtach im Nordwesten

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geiersthal hat 32 Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Geiersthal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Geiersthal entstand durch die Gemeindeedikte von Bayern.

Die erste nachweisbare Nennung des Ortes stammt aus dem Jahr 1209. Im Pfarreienverzeichnis des Bistums Regensburg aus dem Jahr 1286 wird auch die Pfarrei Geiersthal erwähnt. Die Urpfarrei zählte um 1300 einschließlich Geiersthal 13 Orte, die bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf 50 Ortschaften anwuchsen.

Geiersthal gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Viechtach des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Aus Geiersthal stammt der Jurist Friedrich Freiherr von Wulffen (1790−1858). Er war von 1843 bis 1846 Regierungspräsident von Niederbayern und gehörte 1848/49 als Mitglied des rechten Zentrums zur Frankfurter Nationalversammlung. Ab 1855 war er Präsident des höchsten Gerichts in Bayern, des Oberappellationsgerichtshofes in München.

Seit 1886 liefen Verhandlungen, den Pfarrsitz von Geiersthal nach Teisnach zu verlegen, das seit Gründung der Papierfabrik Teisnach 1881 zum bedeutendsten Ort der Pfarrei geworden war. Schließlich erbaute man in Teisnach eine neue Pfarrkirche, während das Langhaus der baufälligen Geiersthaler Pfarrkirche unter Polizeischutz abgerissen wurde. Die verbliebene Apsis wurde zur Friedhofskapelle umfunktioniert. Im Jahr 1903 war die Verlegung des Pfarrsitzes nach Teisnach vollzogen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1852 Einwohner
  • 1987: 2085 Einwohner
  • 2005: 2293 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU: 4 Sitze (30,15 % der Stimmen)
  • SPD / Freie Bürger: 3 Sitze (22,79 % der Stimmen)
  • Freie Wählergemeinschaft: 3 Sitze (24,40 % der Stimmen)
  • Bündnis90/Die Grünen / ÖDP: 2 Sitze (11,73 % der Stimmen)
  • Bürgerliste: 2 Sitze (10,93 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Anton Seidl (SPD). Zweiter Bürgermeister ist Richard Gruber (FWG) und dritte Bürgermeisterin ist Sylvia Augustin (CSU).

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 796 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 156 T€.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geiersthal gehörte ab 1. Mai 1978 zusammen mit Böbrach und Teisnach zur Verwaltungsgemeinschaft Teisnach, die aber zum 1. Januar 1980 wieder aufgehoben wurde

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine der Burg Altnußberg auf dem Schlossberg.

Ausführlicher unter: Liste der Baudenkmäler in Geiersthal

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 87 und im Bereich Handel und Verkehr 79 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 770. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 55 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 781 ha, davon waren 528 ha Dauergrünfläche.

Im Jahr 2013 gab es 521 sozialversicherte Beschäftigte in Geierstal.[3]

Größter Arbeitgeber vor Ort ist die Kuchler Service GmbH, die in den Bereichen Entsorgung, Transport, Industriereinigung und Agrarhandel tätig ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Straßenverbindung auf dem Gemeindegebiet ist die B 85, die durch den Ortsteil Linden führt. Diese führt von Passau über die Kreisstadt Regen in Richtung Cham. Unweit der Gemeindegrenze zweigt bei Patersdorf von dieser die B 11 nach Deggendorf ab.

Die beiden größten Ortsteile Geiersthal und Kammersdorf sind über die Kreisstraße REG 19 und die Staatsstraßen 2136 und 2636 mit Den Bundesstraßen verbunden. Diese beiden Bundesstraßen verbinden die Gemeinde auch mit den Nachbarorten Bodenmais, Drachselsried, Patersdorf und Teisnach.

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Gemeindegebiet führt die Bahnstrecke Gotteszell–Viechtach der Regentalbahn. Seit 1991 wird diese nur noch im Sonderverkehr befahren. Die Haltestellen Böbracher Tunnel, Gumpenried-Asbach und Nußberg-Schönau befinden sich auf dem Gemeindegebiet. Diese befinden sich jedoch abgelegen im Regental. Nächstgelegener Bahnhof des Hauptortes ist Teisnach. Im Rahmen des am 8. September 2016 startenden Bahnprobebetriebes sollen mit der im Ortsteil Berging gelegenen neu zu bauenden Haltestelle Technologiecampus und Gumpenried-Asbach zwei Haltestellen auf dem Gemeindegebiet wieder mit regulären Personenzügen angefahren werden.

Der bis dahin nächstgelegene regelmäßig bediente Bahnhof mit Verbindungen der Bahnstrecke Plattling–Bayerisch Eisenstein durch Züge der Waldbahn befindet sich im zwölf Kilometer entfernten Gotteszell.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2012):

  • Kindergarten mit 50 Kindergartenplätzen mit 45 Kindern
  • Volksschule (Grundschule) mit vier Lehrern und 63 Schülern

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Berging existieren eine Großraumdisco und ein Freizeitcenter mit Kartbahn, Lasertag und Bowling-Bahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Dachs (1876–1941), Komponist und Musiktheoretiker, wurde im Ortsteil Grandmühle geboren. Er verfasste eine weit verbreitete und noch heute erhältliche Harmonielehre und komponierte u. a. mehrere Messen.
  • Franz Xaver Glasschröder (1864–1933), bayerischer Historiker und Archivar

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitskreis Kultur und Heimat Geiersthal (Hrsg.): 800 Jahre Geiersthal. Eine christliche Urzelle im Bayerischen Wald. 700 Jahre Pfarrei Geiersthal. 100 Jahre Pfarrei Geiersthal-Teisnach. Arbeitskreis Kultur und Heimat Geiersthal, Geiersthal 2009, ISBN 978-3-00-026170-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Statistisches Landesamt Bayern - Tabelle 13111-001 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Gemeinden, Beschäftigte am Arbeitsort, Stichtage, abgerufen am 11. Mai 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geiersthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien