Rinchnach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rinchnach
Rinchnach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rinchnach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 57′ N, 13° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 564 m ü. NHN
Fläche: 40,22 km2
Einwohner: 3039 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94269
Vorwahl: 09921
Kfz-Kennzeichen: REG, VIT
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 139
Gemeindegliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gehmannsberger Str. 12
94269 Rinchnach
Website: www.rinchnach.de
Erster Bürgermeister: Michael Schaller (SPD)
Lage der Gemeinde Rinchnach im Landkreis Regen
Landkreis ChamLandkreis Straubing-BogenLandkreis DeggendorfLandkreis Freyung-GrafenauZwieselZachenbergViechtachTeisnachRuhmannsfeldenRinchnachRegen (Stadt)PrackenbachPatersdorfLindbergLangdorfKollnburgKirchdorf im WaldKirchberg im WaldGotteszellGeiersthalFrauenauDrachselsriedBöbrachBodenmaisBischofsmaisBayerisch EisensteinArnbruckAchslachTschechienKarte
Über dieses Bild
Blick auf Rinchnach
Die ehemalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche

Rinchnach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen. Das gleichnamige Pfarrdorf ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rinchnach liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Naturparks Bayerischer Wald direkt an der Bundesstraße 85 nur sieben Kilometer südöstlich der Kreisstadt Regen sowie neun Kilometer südlich von Zwiesel. Die Ortschaft breitet sich in einem weiten, sonnigen Talkessel am Fuß von Gsengetstein (951 m), Wagensonnriegel (959 m) und dem Höhenzug des Pfahls aus.

Durch den Ort fließt die Rinchnacher Ohe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 27 Gemeindeteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Ellerbach, Kasberg und Rinchnach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1011 erfolgte die Gründung des Klosters Rinchnach durch den hl. Gunther, einen Benediktinermönch vom Kloster Niederalteich, als erste Siedlung des mittleren Bayerischen Waldes. Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem des Klosters verbunden. Die Einheimischen nennen ihren Ort auch heute statt Rinchnach einfach nur „Kloster“, im Dialekt „Klousta“.

Rinchnach lag am Gunthersteig, einer Salzstraße, die vor Zwiesel in den Böhmweg einbog. Feuersbrünste wüteten 1597, 1693 und 1799. Zerstört und geplündert wurde Rinchnach im Dreißigjährigen Krieg 1641 durch die Schweden, im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 durch die Österreicher und 1742 bis 1744 im Österreichischen Erbfolgekrieg durch österreichische Truppen des Generals Bärenklau und die Panduren des Franz von der Trenck.

Der Ort gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Regen des Kurfürstentums Bayern. 1803 wurde die Propstei Rinchnach durch die Säkularisation aufgehoben. Im Jahr 1818 entstand die Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinden Kasberg und Ellerbach.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.011 auf 3.062 um 51 Einwohner bzw. um 1,7 %.

  • 1970: 2779 Einwohner
  • 1987: 2988 Einwohner
  • 1991: 3145 Einwohner
  • 1995: 3230 Einwohner
  • 2000: 3261 Einwohner
  • 2005: 3327 Einwohner
  • 2010: 3210 Einwohner
  • 2015: 3080 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wie folgt zusammen:[4]

  • CSU: 7 Sitze (48,02 % der Stimmen)
  • SPD: 5 Sitze (29,52 % der Stimmen)
  • FWG: 4 Sitze (22,46 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Anton Dannerbauer (CSU), gewählt mit 66,96 % der Stimmen. Zweiter Bürgermeister ist Ludwig Lemberger (FWG).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Rinchnach
Blasonierung: „In Gold über grünem Dreiberg zwei schräg gekreuzte silberne Reuthauen mit schwarzen Griffen.“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenbrünnl-Kirche
  • Die ehemalige Klosterkirche und jetzige Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde 1727 von Baumeister Johann Michael Fischer völlig umgestaltet. Sie besitzt als einzige Kirche der Gegend eine Kuppel und ist eines der bedeutendsten Bauwerke im Bayerischen Wald.
  • Im Wald etwa zwei Kilometer östlich von Rinchnach liegt weithin sichtbar die Nebenkirche Maria Geburt, auch Frauenbrünnl oder Guntherkircherl genannt. Sie wurde 1766 an der Stelle einer Einsiedelei des Hl. Gunther erbaut und besitzt ein gotisches Gnadenbild. Neben der Kirche entspringt eine kleine Quelle, die ihr den Namen gab. 1809 ersteigerte die Dorfgemeinde Gehmannsberg die Kirche, 1958 ging sie an die Gemeinde Rinchnach über. Sie wird von einem 1995 gegründeten Förderverein betreut. Die reiche Freskomalerei aus der Erbauungszeit, vermutlich von Franz Anton Rauscher, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt und bei letzten Restaurierung wieder hervorgebracht bzw. erneuert. Ein ganz besonderer Platz ist die Aussichtsplattform direkt oberhalb des Kirchleins.

Einzigartig ist der „historische Rundweg“ im Ortskern, der zu 25 historischen Gebäuden der ehemaligen Klosteranlage führt und diese auf modernen Tafeln an den Gebäuden erklärt; der Start ist am Kirchenvorplatz.

Einzigartig ist der Fledermaus-Waldspielplatz (0–99 Jahre) mit Fitnessgeräten für Erwachsene und einem Lehrpfad zum Rinchnacher Patentier, der Fledermaus, einem Insektenhotel, großen Glasfledermäusen und einer Streuobstwiese. Das Waldgrundstück am Ortsrand von Rinchnach ist zu erreichen über die die Straße „Am Klosterfeld“ vorbei am Bauhof.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 257 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 79 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1095. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 112 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1622 ha, davon waren 1426 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen und 96 Kindern
  • Volksschule mit 20 Lehrern und 302 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger: Antonius Hofmann (1909–2000), von 1968 bis 1984 Bischof von Passau.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rinchnach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Rinchnach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 553.
  4. wahl.info – Kandidaten & Ergebnisse
  5. Eintrag zum Wappen von Rinchnach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte