Rybnoje (Kaliningrad, Gurjewsk)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Siedlung
Rybnoje
Steinbeck

Рыбное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Gegründet 1379
Bevölkerung 433 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40157
Postleitzahl 238355
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 816 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 39′ N, 20° 41′ OKoordinaten: 54° 39′ 21″ N, 20° 40′ 35″ O
Rybnoje (Kaliningrad, Gurjewsk) (Europäisches Russland)
(54° 39′ 21″ N, 20° 40′ 35″O)
Lage im Westteil Russlands
Rybnoje (Kaliningrad, Gurjewsk) (Oblast Kaliningrad)
(54° 39′ 21″ N, 20° 40′ 35″O)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Rybnoje (russisch Рыбное, deutsch Steinbeck) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rybnoje liegt zwölf Kilometer südöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R 508) von Lugowoje (Gutenfeld) in Richtung Gwardeisk (Tapiau) und Snamensk (Wehlau). Die nächste Bahnstation ist Lugowoje-Nowoje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje (ehemalige Preußische Ostbahn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbeck, südöstlich von Königsberg und westlich von Tapiau, auf einer Landkarte von 1910 (siehe rechte Bildhälfte).

Das früher Steinbeck[2] genannte Dorf wurde im Jahre 1379 gegründet. Der mit drei Gütern versehene Ort wurde am 30. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für den Amtsbezirk Steinbeck[3] im Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte die Landgemeinde Steinbeck 440 Einwohner, im Gutsbezirk (Adlig) Steinbeck[4] lebten 94, in Steinbeck-Anker[5] 7 und in Steinbeckellen[6] 73 Menschen.[7]

Im Jahre 1923 wurde Steinbeck-Anker in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert, und der Gutsbezirk Steinbeck kam 1928 zur Landgemeinde Steinbeck. Schließlich wurde die Landgemeinde Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (heute nicht mehr existent) im Amtsbezirk Löwenhagen[8] (heute russisch: Komsomolsk) überführt. Die „Restgemeinde“ Steinbeck zählte 1939 insgesamt 815 Einwohner.[9]

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam das nördliche Ostpreußen und mit ihm Steinbeck zur Sowjetunion. Im 1947 Jahr erhielt der Ort den russischen Namen Rybnoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Selenopolski selski Sowet im Rajon Kaliningrad zugeordnet.[10] Später gelangte der Ort in den Lugowskoi selski Sowet im Rajon Gurjewsk. Von 2008 bis 2013 gehörte Rybnoje zur Landgemeinde Lugowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

Amtsbezirk Steinbeck (1874–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahre 1874 neu errichtete Amtsbezirk Steinbeck bildete sich anfangs aus acht Landgemeinden bzw. Gutsbezirken:[3]

Name Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Kraussen Borissowo
Gutenfeld Lugowoje
Steinbeck Rybnoje
Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (Amtsbezirk Löwenhagen) eingegliedert
Gutsbezirke:
Kaveling Sosnowka 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert
Kraussenhof 1920 in die Landgemeinde Kraussen eingegliedert
Steinbeck Rybnoje 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert
Steinbeck-Anker 1924 in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert

Am 1. Januar 1945 gehörten aufgrund der vorhergehenden Umstrukturierungen noch drei Gemeinden zum Steinbecker Amtsbezirk: Gutenfeld, Kraussen und Steinbeck.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbeck ist ein altes Kirchdorf. Schon recht früh hielt hier die Reformation Einzug. War anfangs das Nachbardorf (Adlig) Neuendorf (heute im Moskauer Rajon der Stadt Kaliningrad gelegen) eine Filialgemeinde, so wurden beide Orte dann zu einem Pfarrsprengel vereinigt. Früher unterstand die evangelische Pfarrei mit Sitz in Steinbeck dem Patronat von Altstadt (Königsberg) und gehörte zur Inspektion Altstadt. Im Dezember 1542 führte Herzog Albrecht (Preußen) eine Visitation im Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf durch.

Bis 1945 war Steinbeck-Neuendorf ein Kirchspiel im Kirchenkreis Königsberg-Land I innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute ist Rybnoje kein Kirchdorf mehr. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[11] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Kirchspielorte (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf gehörten bis 1945 die Ortschaften:

Name Russischer Name Name Russischer Name
Gutenfeld Lugowoje (Adlig) Neuendorf Rschewskoje
Kaveling Sosnowka Steinbeck Rybnoje
Kraussen Borissowo Steinbeck-Anker
Kraussenhof Steinbeckellen

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Pfarrei Steinbeck-Neuendorf waren von der Reformation bis zum Jahr 1945 24 evangelische Geistliche tätig:[12]

  • NN., 1525.
  • Christoph Praal, 1528–1568
  • Bartholomäus Haufler, 1568–1571
  • Justus Hedio, 1575–1577
  • Salomo Metzdorf (30 Jahre)
  • Fabian Radewaldt, 1607–1634
  • Johannes Radealdt, 1639.
  • Georg Radewaldt, 1649.
  • Fabian Radewaldt, bis 1653.
  • Friedrich Funck, 1653–1654
  • Johann Groß, 1654–1687
  • Christoph Wilhelm Quandt, 1688–1704
  • Christian Bedau, 1704–1708
  • Johann Friedrich Stoltzenberg, 1709–1749
  • Martin Friedrich Siebert, 1749–1781
  • Otto Ferdinand Hoffmann, 1781–1811
  • Carl Gottfried Vierling, 1811–1823
  • Gustav Adolf Ed. Th. Steinorth, ab 1823.
  • Hieronymus von Duisburg, 1845–1869
  • Theodor Adolf A. L. Pastenaci, 1869–1873
  • Leopold Eugen Muellner, 1873–1882
  • Carl Louis Franz Sommer, 1883–1911
  • Hans Rohde, 1911–1925
  • Viktor Felix Reiß, 1926–1945

Kirchenbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Kirchenbüchern des Kirchspiels Steinbeck-Neuendorf haben einige den Krieg überstanden und werden heute im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg aufbewahrt:[13]

  • Taufen: 1872 bis 1944.
  • Trauungen: 1842 bis 1944.
  • Beerdigungen: 1842 bis 1944.

Außerdem liegen Namensverzeichnisse bereits ab 1749 vor.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck
  3. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Steinbeck. territorial.de
  4. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Adlig Steinbeck
  5. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck-Anker
  6. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeckellen
  7. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg.
  8. Rolf Jehke: Amtsbezirk Löwenhagen. territorial.de
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Samland. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  11. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info
  12. Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 139.
  13. Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin. Teil 1: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. 3. Auflage. Berlin 1992, S. 110.