Gajewo (Kaliningrad)

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Siedlung
Gajewo
Kropiens

Гаево
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Gegründet 1405
Frühere Namen Kropino (nach 1405),
Croppyn (um 1525),
Croppin (um 1539),
Cropin (um 1540),
Cropins (um 1542),
Cropiens (nach 1871),
Kropiens (bis 1946)
Bevölkerung 57 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238317
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 819 014
Geographische Lage
Koordinaten 54° 51′ N, 20° 48′ OKoordinaten: 54° 51′ 14″ N, 20° 48′ 6″ O
Gajewo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Gajewo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Gajewo (russisch Гаево, deutsch Kropiens) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gajewo liegt im nordöstlichen Samland und ist 25 Kilometer von der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) entfernt. Durch den Ort verläuft die Kommunalstraße 27K-076 zwischen Uslowoje ((Königlich) Neuendorf) und Dobrino (Nautzken) an der Regionalstraße 27A-026 (ex A190). Bahnanbindung besteht über Dobrino an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das einst Kropiens[2] genannte Dorf wurde im Jahre 1405 gegründet. Zwischen 1874 und 1930 war es in den Amtsbezirk Damerau[3] (russisch: Sokolowka) eingegliedert und gehörte zum Landkreis Königsberg (Preußen) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte das damalige Cropiens 173 Einwohner[4].

Am 30. September 1928 vergrößerte sich Kropiens um das Nachbardorf Rinau (heute russisch: Tschaikino), das eingemeindet wurde. Am 14. Mai 1930 fand eine Umgliederung der Landgemeinde Kropiens vom Amtsbezirk Damerau in den Amtsbezirk Gallgarben[5] (russisch: Marschalskoje) statt, der anfangs auch zum Königsberger Kreis, von 1939 bis 1945 aber zum Landkreis Samland gehörte.

1933 registrierte man in Kropiens 557 Einwohner, 1939 waren es 538[6].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Kropiens mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Gajewo und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Saliwenski selski Sowet im Rajon Gurjewsk zugeordnet.[7] Später gelangte der Ort in den Marschalski selski Sowet. Von 2008 bis 2013 gehörte Gajewo zur Landgemeinde Chrabrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung von Kropiens gehörte bis 1945 zum Kirchspiel Postnicken (heute russisch: Saliwnoje) im Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Gajewo im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Marschalskoje (Gallgarben), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Persönlichkeiten des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsionformationen Bildarchiv Ostpreußen: Kropiens
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Damerau
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Gallgarben
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Samland. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info