Saint-Lô

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Saint-Lô
Wappen von Saint-Lô
Saint-Lô (Frankreich)
Saint-Lô
Region Normandie
Département Manche
Arrondissement Saint-Lô
Kanton Saint-Lô-1 (Hauptort)
Saint-Lô-2 (Hauptort)
Gemeindeverband Saint-Lô Agglo
Koordinaten 49° 7′ N, 1° 6′ WKoordinaten: 49° 7′ N, 1° 6′ W
Höhe 7–134 m
Fläche 23,19 km2
Einwohner 19.301 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 832 Einw./km2
Postleitzahl 50000
INSEE-Code
Website http://www.saint-lo.fr/

Saint-Lô, manchmal auch als Saint Laud notiert, ist eine französische Stadt und Präfektur des Départements Manche in der Region Normandie. Sie hat 19.301 Einwohner (Stand 1. Januar 2015) und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Arrondissements. Sie liegt auf der Halbinsel Cotentin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Saint-Lô

Der geschichtsträchtige Ort nannte sich in römisch-gallischer Zeit zunächst Briovère oder auch Briovera, was in keltischer Sprache etwa Brücke über die Vire bedeutet. Im Jahre 56 v. Chr. besetzten die Römer unter dem Heerführer Cäsars Quintus Titurius Sabinus im Zuge des Kampfes gegen den gallischen Stamm der Veneller den Ort. Im 6. Jahrhundert erhielt er die Bezeichnung Saint Laud nach dem Namen eines Bischofs von Coutances namens Laudo oder Laudus (Liste der Bischöfe von Coutances), der hier seine Residenz nahm und dessen Grab einige Zeit als Pilgerstätte diente.

Zerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Schlacht um Saint-Lô

Als am 6. Juni 1944 die Operation Overlord begann, musste nach Ansicht der Alliierten Saint-Lô, die als eine Schlüsselstadt der deutschen Armee galt, zerstört werden. Der Flugblattabwurf durch Lufteinheiten zur Warnung der Bevölkerung gelang nicht. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni wurde die Stadt durch Bomber fast total zerstört. Erst am 29. Juni griff der US-amerikanische Major Howie mit der 29. US-Division, deren Vordringen durch das umliegende unwegsame Gelände behindert worden war, an. Bis zum 24. Juli gab es noch Straßenschlachten, dann war der Kampf um die Stadt, von der etwa 95 % zerstört war, beendet.

Vorschläge, die Stadt so zu belassen und wenige Kilometer weiter eine neue zu errichten, stießen auf Ablehnung bei Bevölkerung und Behörden. Nach und nach wurde sie wieder aufgebaut, Kriegsgefangene mussten mithelfen. Samuel Beckett nannte Saint-Lô in einer nie ausgestrahlten Radio-Reportage für den irischen Rundfunk Éireann Capital of the Ruins (Hauptstadt der Ruinen).[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haras national[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haras national de Saint-Lô

Das Nationalgestüt Haras national de Saint-Lô blickt auf eine mehr als zweihundertjährige Geschichte zurück. Im Jahr 1806 von Napoleon Bonaparte durch ein kaiserliches Dekret gestiftet, wurde es zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Abtei von St. Croix (zum Heiligen Kreuz) eingerichtet. Der Grundstein für die Errichtung der Gebäude auf dem heutigen Gelände östlich des Stadtzentrums wurde im Jahr 1884 gelegt.

Durch die Bombardierung der Stadt am 6. Juni 1944 wurde auch das Gestüt zerstört. Als einen der wenigen Gebäudekomplexe rekonstruierte man das Gestüt so originalgetreu wie möglich, wobei die originalen Baupläne aus dem 19. Jahrhundert verwendet wurden.

Heute ist das Nationalgestüt ein Zentrum für Pferdewirtschaft, -sport und -zucht in der Region Normandie.

Ruinen der Kirche Notre Dame, 1944
Restaurierte Kirche Notre Dame, 2011
Saint-Lô, 2006

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Lô hat mehrere Partnerstädte:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der irische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Samuel Beckett arbeitete von August bis Dezember 1945 als Dolmetscher und Fahrer bei der Errichtung eines provisorischen Krankenhauses durch das irische Rote Kreuz in Saint-Lô mit.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Lô – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. James Knowlson: Samuel Beckett. Eine Biographie. Frankfurt am Main 2001. S442
  2. James Knowlson; S. 435–443