Sattel SZ

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SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Sattelf zu vermeiden.
Sattel
Wappen von Sattel
Staat: Schweiz
Kanton: Schwyz (SZ)
Bezirk: Schwyz
BFS-Nr.: 1371i1f3f4
Postleitzahl: 6417
Koordinaten: 691048 / 215443Koordinaten: 47° 5′ 1″ N, 8° 38′ 16″ O; CH1903: 691048 / 215443
Höhe: 830 m ü. M.
Fläche: 17,3 km²
Einwohner: 1946 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 112 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
11,8 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.sattel.ch
Sattel SZ

Sattel SZ

Karte
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Sattel ist eine politische Gemeinde im Bezirk Schwyz des Kantons Schwyz in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Sattel gehören die Orte Ecce Homo, Schornen und Mostel.

Nachbargemeinden von Sattel sind Rothenthurm, Schwyz, Steinen und Steinerberg, Oberägeri, Unterägeri.

Sattel liegt im Taleinschnitt der Steiner Aa, am Fusse vom Morgartenberg, Chaiserstock und Hochstuckli und reicht bis auf die Höhen dieser Voralpengipfel. Die waldreiche Landschaft zeigt mit Moränen, Felsriegeln und Schwemmebenen deutliche Spuren der Eiszeiten. Während der letzten Eiszeit überdeckte der Muota/Reussgletschter Sattel vollständig und hatte zwei Ausläuferarme die bis Unterägeri und Äussere Altmatt (Rothenthurm) reichten. In der äüsseren Altmatt stiessen der der Muota-/Reussgletscher und Reuss sowie Linth-/Rheingletscher zusammen. Dort vereinigten sich diese Gletscher und bauten eine heute noch sichtbare Moräne auf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bewohnern sind 97,29 % deutschsprachig, 0,5 % englischsprachig und 0,43 % albanischsprachig (Stand 2000). Seit 1992 nahm die Bevölkerung um 10,5 % zu.

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Adolf Lüönd-Diener (Präsidium, Landwirtschaft). Vizepräsidentin ist Christine Betschart (Gesellschaft und Soziales). Weitere Gemeinderatsmitglieder sind: Peter Zundel (Finanzen), Roland Schnüriger (Infrastruktur und öV), Andrea Betschart (Volkswirtschaft), Hans Peter Schnüriger (Bildung und Jugend), Felix Schraner (Bau, Planung, Umweltschutz).

Gemeindehaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was einst im 18. Jh. als Pfarrhaus gebaut und ab 1810 bis 1960 das Schulhaus war, diente ab 1976 bis 2014 als Gemeindehaus. Im Spätherbst 2014 konnte im neu geschaffenen Zentrum am Zentrumsplatz ein neues zweckmässiges Gemeindehaus bezogen werden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft prägt das Erscheinungsbild der Gemeinde stark. Daraus lassen sich aber nur bedingt Rückschlüsse auf die Erwerbsstruktur ziehen. Von den rund 540 in Sattel beschäftigten Personen (Stand 2012) sind lediglich noch rund 180 (32 %) in der Land- und Forstwirtschaft tätig. 12 % (66 Personen) sind im Handwerk und Gewerbe beschäftigt, während die restlichen 55 % (rund 300) im Dienstleistungssektor arbeitet. von den fast 1000 Erwerbstätigen arbeiten 23 % in Sattel und 77 % dieser Erwerbstätigen verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Pendler ausserhalb der Gemeinde, insbesondere in Schwyz und der Region Zug. Während die Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft zurückgehen, haben kleine und mittlere Gewerbebetrieb in den letzten Jahren zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine ständig wachsende Bedeutung erhält die Beschäftigung im Tourismussektor, der über einhundert Voll- und Teilzeitarbeitsstellen bietet. Diese Teilzeitstellen sind unentbehrliche Verdienstmöglichkeiten für Landwirte oder deren Ehefrauen, die aufgrund der Betriebsstruktur in sehr vielen Fällen auf einen Nebenerwerb angewiesen sind. Mehr und mehr sind mittlerweile auch Studentinnen und Studenten als Teilzeitbeschäftigte im Tourismussektor anzutreffen. Das Fehlen von Industrie- und grossen Dienstleistungsbetrieben wirkt sich natürlich negativ auf den Steuerertrag der Gemeinde aus. Dank des Wachstums der letzten rund 30 Jahre und des innerkantonalen Finanzausgleiches kann die Gemeinde Sattel ihre Aufgaben aber in zweckmässiger Art und Weise erfüllten und dies bei einem Steuerfuss im kant. Mittel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Gemeindegebiet von Sattel liegt der Bahnhof Sattel-Aegeri, den man sich mit der Nachbargemeinde Oberägeri teilt und der von der Schweizerischen Südostbahn (SOB) bedient wird. Im neu geschaffenen Zentrum wurde ein Bus-Knoten installiert, an dem sich alle in Sattel zusammenkommenden Buslinien treffen und so schlanke Anschlüsse ermöglichen: Bus Oberägeri-Sattel der Zugerland Verkehrsbetriebe, Buslinie Schwyz-Sattel-Biberbrugg der Auto AG Schwyz. Bus Goldau-Sattel. Durch Sattel führen die Hauptstrasse 8, welche über den Sattelpass von Pfäffikon nach Schwyz führt, sowie die Hauptstrassen 381 und 371. Seit 2011 hält der Voralpen-Express wieder in Rothenthurm statt in Sattel.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegweiser Festungsweg auf der Halsegg

Mit dem Ski- und Naherholungsgebiet Sattel-Hochstuckli (erste Drehgondelbahn der Welt «Stuckli Rondo», drei Skilifte, Sommerrodelbahn «Stuckli Run», Spring- und Hüpfburganlage «Stuckli Jump», Wanderwege usw.) und dem nahen Aegerisee steht Sattel auch ein vielfältiges touristisches Angebot zur Verfügung. Die Eröffnung der Sommerschlittelbahn «Stuckli Run» hat dem Sommertourismus Auftrieb verschafft und die einseitige Winterabhängigkeit entschärft. Am 10. Juli 2010 wurde zudem der «Raiffeisen Skywalk», eine der längsten Fussgängerhängebrücken Europas mit 374 Metern Spannweite, eröffnet.

Die dreistündige Rundwanderung Festungsweg Sattel führt, ausgehend vom Kreisel bei Sattel, an verschiedenen Festungen aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Der Verein Schweizer Dufour Museum führt einmal monatlich Führungen durch das Artilleriewerk auf der Alp Halsegg durch. Das AW Spitz und die Anlage Stollen Eggeli im Dorf Sattel, die 1941 als Kommandoposten KP Front und Feuerleitstelle der 6. Division für das AW Spitz und Stock als vorgeschobener KP benutzt wurde, können auf Anfrage bei der Stiftung Schwyzer Festungswerke besichtigt werden.

Schlacht am Morgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letziturm und Morgarten-Schlachtkapelle in Schornen

Auf dem Gemeindegebiet von Sattel, im Weiler Schornen am Morgarten, fand am 15. November 1315 zwischen einem habsburgischen Heer unter Herzog Leopold von Österreich und den Schwyzern mit ihren Verbündeten eine Schlacht statt, die als «erste Freiheitsschlacht» der Eidgenossen in die Geschichte einging. Das herzogliche Heer wurde vernichtend geschlagen. Zahlreiche Edelleute verloren dabei ihr Leben. Eine Kapelle in der Schornen und das Morgartendenkmal beim Buechwäldli am Aegerisee erinnern daran. Im 2015 eröffneten Informationszentrum Morgarten wird die Morgartengeschichte auf der Basis der heutigen wisstenschaftlichen Erkenntnisse in zeitgemässer Form dargestellt. Dabei liegt ein wesentliches Schwergewicht auf der Wirkungsgeschichte dieses Ereignisses (www.morgarten.ch).

Niderösthaus von 1176 in Schornen

Zum 700-Jahr Jubiläum der Schlacht am Morgarten wurde 2015 zudem das Niderösthaus neben dem Morgartenhaus für museale Zwecke in seinem ursprünglichen Zustand neu aufgebaut. Das Niderösthaus gilt als ältestes bekanntes Holzgebäude Europas. Sein Kernbau datiert um das Jahr 1176. Das Haus stand bis im Jahr 2001 in Schwyz und wurde bewohnt. Dann musste es einem Neubau weichen, wurde abgetragen, zerlegt und eingelagert.[3][4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band II: Die Bezirke Gersau, Küssnacht und Schwyz. Kunsthistorischer Überblick. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 2). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1930.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sattel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sz.ch
  3. Historischer Verein des Kantons Schwyz, Heft 94, 2002: Das Haus «Nideröst» in Schwyz. Archäologische Untersuchungen 1998–2001
  4. Schwyzer Bote vom 12. November 2015: Neuer Film über das Niderösthaus