Sautens

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Sautens
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sautens
Sautens (Österreich)
Sautens
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 11,6 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 10° 52′ OKoordinaten: 47° 12′ 30″ N, 10° 51′ 55″ O
Höhe: 812 m ü. A.
Einwohner: 1.616 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 139 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6432
Vorwahl: 05252
Gemeindekennziffer: 7 02 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 55
6432 Sautens
Website: www.sautens.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Köll (Mit Sicherheit nach vorne – Neue Bürgermeisterliste – Team Fredi Köll)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)

6 Mit Sicherheit nach Vorne – Bürgermeisterliste – Fredi Köll, 7 Sautner Impulse

Lage der Gemeinde Sautens im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Sautens im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Sautens
Blick auf Sautens
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sautens ist eine Gemeinde im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Silz) in Tirol in Österreich mit 1616 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sautens liegt am Eingang des Ötztales, auf zwei breiten Murkegeln.

Die abseits der Hauptverkehrsstraße gelegene Gemeinde setzt sich aus mehreren Ortsteilen zusammen, die heute in einer langgezogenen Häuserreihe zu einem Ortskern verbunden sind. Südöstlich liegen die Weiler Ritzlerhof und Haderlehn. Das Gebiet liegt in sonniger und windgeschützter Lage und weist ein besonders mildes Klima auf, was Landwirtschaft, besonders Obstanbau möglich macht. Ein Teil des Obstes wird vor Ort zu Obstler verarbeitet.

Kalendarische Besonderheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der imposanten Höhe, des im Nachbarort Oetz befindlichen „Felsmonuments“ des Acherkogels, kann die Gemeinde Sautens außergewöhnliche Sonnenaufgänge erleben. Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Beugungserscheinungen des Lichts bewirken, dass in Sautens der kalendarische Frühjahrs- und Herbstbeginn in einem Korridor von nicht ganz 100 Metern angezeigt wird.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sautens ist vermutlich schon seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, auch vom Ortsnamen wird angenommen, dass er vorrömischen Ursprungs ist.

Ab dem 8. Jahrhundert ließen sich Bajuwaren auf den beiden Murkegeln nieder. Seit dem 14. Jahrhundert sind mehrere Höfe belegt, die verschiedenen Grundherren gehörten. Im 18. Jahrhundert wurde oberhalb von Sautens wenig ergiebig nach Kupferkies geschürft. Bis 1836 war Sautens noch mit Oetz verbunden, danach eine eigenständige Gemeinde.

Die Mure bedrohte immer wieder das Gemeindegebiet, doch schon seit 1903 wurden umfangreiche Verbauungsmaßnahmen getroffen.

Nach dem Eisenbahnbau durch das Oberinntal (1884) und der Errichtung der neuen Straße von Ötztal-Bahnhof nach Oetz am rechten Ufer der Ötztaler Ache wurde die alte Dorfstraße bedeutungslos. Mit dem Bau einer Brücke über die Ache und einer Straße nach Sautens wandelte sich das ehemals bäuerliche Dorf zu einem Fremdenverkehrsort.

Vermutlich im 18. Jahrhundert ist in den Sautner Feldern eine 14 Zentimeter hohe Metallfigur gefunden worden, welche Venus, die römische Göttin der Liebe, dargestellt haben soll. Dies berichtete jedenfalls der Archäologe Franz Miltner in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Er meinte damals allerdings auch, dass die Figur verschwunden sei. Erhalten geblieben ist indes eine Zeichnung der Statue, die aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Pfarrkirche (2013)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sautens
  • Alte Pfarrkirche: 1517 erbaut, zweimal vergrößert, dient seit der Einweihung der neuen Pfarrkirche (1831 im Stil des Spätklassizismus) profanen Zwecken
  • Neue Pfarrkirche Sautens: 1828 bis 1830 im Stil des Spätklassizismus erbaut, 2007 renoviert.
  • Unregelmäßig findet zur Fasnacht eine „Maschgarade“ statt, die vom gleichnamigen Sautner Verein organisiert wird. Höhepunkt ist der Flitschelarlauf, bei dem ausgewählte Akteure in ein bis zu 30 kg schweres Kostüm schlüpfen, das aus den Deckblättern von Maiskolben („Flitschenknöpfe“) hergestellt wird.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sautens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Stecher: wöll töll völl - Mythos Ötztal. Hrsg.: Bernhard Stecher. www.bp10.at, Oetz 2017, ISBN 978-3-200-05132-4, S. 158–160.
  2. Bernhard Stecher: wöll töll völl - Mythos Ötztal. Hrsg.: bp10.at. 1. Auflage. Oetz 2017, ISBN 978-3-200-05132-4, S. 161.
  3. Hubert Daum: „Flitschelar“ bitten zur Maschgarade, Tiroler Tageszeitung vom 23. Februar 2017