Wenns

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Wenns
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wenns
Wenns (Österreich)
Wenns
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 29,63 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 10° 44′ OKoordinaten: 47° 10′ 10″ N, 10° 43′ 51″ O
Höhe: 962 m ü. A.
Einwohner: 2.044 (1. Jän. 2018)
Postleitzahl: 6473
Vorwahl: 05414
Gemeindekennziffer: 7 02 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterdorf 9
6473 Wenns
Website: www.wenns.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Walter Schöpf (Lebensraum Wenns)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)

10 Lebensraum Wenns
3 Gleiches Recht für alle

Lage der Gemeinde Wenns im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Wenns im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Zentrum von Wenns von Norden aus gesehen
Zentrum von Wenns von Norden aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wenns ist eine Gemeinde im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Imst) in Tirol in Österreich mit 2044 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenns liegt am Westhang des Pitztals an der Talverzweigung zum Pillertal, das über die Pillerhöhe eine Verbindung zur Gemeinde Fließ im Oberen Gericht bietet. Die Gemeinde Wenns ist flächenmäßig sowie einwohnermäßig die zweitgrößte Gemeinde im Pitztal und liegt in einem sonnigen Talkessel an der Abzweigung zum Pillersattel, über den eine Verbindung ins Kaunertal sowie das Obere Gericht besteht. Durch die zentrale Lage hat sich Wenns in seiner Siedlungs- und Infrastruktur zum Hauptort des Tales entwickelt. Dem Gemeindegebiet gehören neben dem Hauptort eine große Anzahl von Weilern am südöstlichen Abhang des Venet bzw. Pillersattels an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenns besteht aus einer einzigen Ortschaft bzw. Katastralgemeinde. Neben dem Hauptort an der Straße gehören zum Gemeindegebiet noch zahlreiche Weiler und Höfe:[1]

  • Amishaufen
  • Anger
  • Auders
  • Audershof
  • Baustadl
  • Bergle
  • Bichl
  • Bieracker
  • Brennwald
  • Eggmahd
  • Farmie
  • Flickerloch
  • Georg-Matthäus-Vischer-Platz
  • Greith
  • Grenzstein
  • Hairlach
  • Klöfles
  • Langegerte
  • Langenau
  • Larchach
  • Matzlewald
  • Minköfle
  • Mühlhoppen
  • Mühlbach
  • Moosanger
  • Oberdorf
  • Obermühlbach
  • Ofen
  • Pirchach
  • Pitzenhöfe
  • Säge
  • Sankt Margarethen
  • Schweizerhof
  • Siedlung
  • Tränk
  • Unterdorf
  • Wiesle
  • Winkl

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat sich durch seine zentrale Lage zum Hauptort des Tals entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1153 bis 1160 wird zum ersten Mal der Name Wenns („Wennes“) in einer Urkunde genannt. Das Kloster Marienberg im Vinschgau bezog damals von Gütern in Wenns Abgaben, was durch Urkunden von 1164, 1178, 1181, 1219 und 1220 belegt ist. Einige dieser Urkunden wurden sogar von Päpsten ausgestellt, so zum Beispiel jene des Jahres 1178, mit der Papst Alexander dem Kloster Marienberg den Besitz in Wenns (auch hier „Wennes“ geschrieben) bestätigt. Neben der Schreibweise „Wennes“ finden wir in dieser Zeit „Bennes“, wie etwa in einer Urkunde von 1164.

Der Weiler Brennwald wird zum ersten Mal im Jahre 1275 in einer Urkunde als „Primwalden“ genannt. 1289 ist die Weihe der Kirche und des Johannesaltares in „Wense“ bezeugt. Die von 1938 bis 1955 zur Gemeinde Wenns gehörende Ortschaft Piller wird um 1300 erstmals als „Pilaer“ genannt.

Um 1300 und 1331 ist bereits von einem Dorfmeister bzw. „Dorfvogt“ in den Urkunden die Rede. Wenns hatte mit Sicherheit seit dieser Zeit einen eigenen Dingstuhl, bei dem sich die bäuerliche Bevölkerung an den Gerichtstagen unter freiem Himmel versammelte. Laut eines damals aufgezeichneten Weistums hatten im 14. und 15. Jahrhundert die Dorfvögte von Wenns im Bereiche ihrer Gemeinde die niedere Gerichtsbarkeit unter Aufsicht des Richters von Imst zu verwalten, sie werden daher auch in verschiedenen schriftlichen Aufzeichnungen als „Richter von Wenns“ bezeichnet. Durch eine landesfürstliche Verordnung vom Jahre 1560 ist aber diese Befugnis des Dorfvogtes von Wenns weitgehend beschränkt bzw. aufgehoben und dieses dem Gericht Imst unmittelbar unterstellt worden. Als Zeuge jener Vergangenheit können wir heute noch das sogenannte „Platzerhaus“ oder Richterhaus bewundern. Mitte des 16. Jahrhunderts ließ der Dorfvogt Cristof Genewein das Haus bemalen. Die Bilddarstellungen, die größte Monumentalbemalung dieser Art in Tirol, beinhalten religiöse Themen und 54 Wappen von Ländern, Herrschern, Fürsten, Städten und Zünften. Beim Großbrand 1917 erlitt das Haus großen Schaden, doch konnte die Bemalung wieder vollständig restauriert werden.

Die Tiroler Landesfürsten haben das Amt eines Pflegers und Richters von Imst früher zu Dienstrecht vergeben, seit dem Jahre 1500 zu Pfandrecht, so an die Herren von Tänzl und von Schurf, und im Jahre 1682 an die Grafen von Ferrari zu Lehensrecht. Wenns war bei diesen Vergabungen der Herrschaft und des Gerichtes Imst immer miteingeschlossen.

In Wenns können sich vielleicht noch einige an den 1921 eingestürzten sogenannten „Turm“ erinnern. Dieser gehörte den Herren von Hirschberg, die als ritterliche Beamte des Grafen von Tirol seit 1250 im Oberinntal zu finden sind. Um 1400 ist dieses Geschlecht ausgestorben und ab dem Jahre 1472 kam der Turm samt den zugehörigen Gütern als landesfürstliches Lehen an die Herren, später dann Grafen von Flieger, die auch die Kroneburg besaßen. Zu diesem Turm gehörte die Grundherrschaft über einige Güter in Wenns und Umgebung, sowie das Recht, den Dorfvogt von Wenns einzusetzen. Eine eigene Gerichtsbarkeit war damit aber nicht verbunden. Mit den Grafen von Hirschberg, die von 1254 bis 1280 das Unterinntal bei Innsbruck beherrschten, haben jene Herren von Hirschberg zu Wenns außer der Gleichheit des Namens keinen Zusammenhang. Der Turm, Zeugnis jener Vergangenheit, ist im Jahre 1921, nur wenige Tage nachdem ihn die drei Bauernfamilie, die ihn bewohnten, verlassen hatten, eingestürzt.

Erstmals im Jahre 1809 – also zur Zeit der Herrschaft der Bayern über Tirol – und schließlich endgültig im Jahre 1826 hat der Staat das Landesgericht Imst von den Grafen von Ferrari abgelöst und in eigenen Verwaltung übernommen. Seit 1849 heißt es Bezirksgericht, seit 1938 Amtsgericht Imst, seit 1945 wieder Bezirksgericht.

Seit 1754 war Wenns bezüglich der politischen Verwaltung dem Kreisamte Oberinntal, das in Imst seinen Sitz hatte, unterstellt. 1811 wurde Imst politische Gemeinde. Seit 1868 war es der Bezirkshauptmannschaft Imst zugehörig, 1938 bis 1945 wieder der Bezirkshauptmannschaft Imst.

Bezüglich der diözesanen Zugehörigkeit hat Wenns ebenfalls seit dem Ersten Weltkrieg eine Wandlung durchgemacht. Bis zum Jahre 1918 gehörte Wenns zur Diözese Brixen. Durch die Kriegsereignisse und die Abtrennung Südtirols bedingt, wurde 1918 eine Filiale des fürstbischöflichen Ordinariats in Innsbruck errichtet. Am 9. April 1921 wurde die Apostolische Administratur Innsbruck geschaffen. Bereits im Konkordat von 1933 wurde die Errichtung einer Diözese Innsbruck-Feldkirch beschlossen, zu deren Errichtung es jedoch aufgrund des Anschlusses an Deutschland im Jahre 1938 nicht mehr kam.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Frage nach einer eigenen Diözese wieder aufgerollt. Am 24. September 1964 wurde schließlich der bisherigen Apostolische Administrator zum ersten Diözesanbischof von Innsbruck ernannt. Das Dekanat Imst, zu dem die Pfarre Wenns gehört, hat diese wechselvolle Geschichte miterlebt und ist heute ein Bestandteil der Diözese Innsbruck.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verleihung: am 3. Dezember 1974 Beschreibung: In Blau ein goldener rechtsgewendeter Arm mit Richterstab. Farbe der Gemeindefahne: Gelb-Blau

Begründung: Wenns war der einzige Ort in Nordtirol, wo sich während des Mittelalters eine Dorfvogtei mit gerichtlichem Charakter hatte ausbilden und halten können.

Die niedere Gerichtsbarkeit in Wenns stand nicht dem Richter von Imst zu, sondern dem Dorfvogt oder Richter von Wenns. An diesen selbständigen Gerichtsbezirk, der erst 1560 beseitigt wurde, erinnert das Wappen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2010 Markus Helbock (ÖVP)
  • seit 2010 Walter Schöpf (Lebensraum Wenns)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist durch zweisaisonalen Tourismus bestimmt, wobei Wenns Anteil am Wintertourismus (Skigebiete) des Pitztals hat, ohne jedoch selbst ein Skigebiet innerhalb des Gemeindegebietes aufweisen zu können. Zur Stärkung der Wirtschaft wurde ein Verein namens „I Love Wenns“, bestehend derzeit aus 21 Firmen, gegründet. Das Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, sowohl den Einheimischen als auch den Urlaubsgästen die Bedeutung der Wenner Wirtschaft im Tiroler Oberland näher zu bringen.[3]

Veranstaltungen

  • Wenner Fasnacht: Dieses Brauchtum geht auf das 19. Jahrhundert zurück und wird seit 1993 wieder gepflegt.[4]
  • Eisbärenfest: Open-air-Veranstaltung im Jänner, fand bis zum Jahr 2016 17-mal statt.
  • Wenner Sommernachtsfest, seit 2017[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wenns
  • Pfarrkirche hl. Johannes Evangelist in einem umgebenden Friedhof
  • Platzhaus: Sehenswert ist das 'Platzhaus’ am kleinen Dorfplatz nahe der Hauptstraße. Das ehemalige Haus des Dorfvogtes und Pitztaler Richters erhielt zwischen 1576 und 1608 eine Komplettbemalung.
  • Stamserhaus: Das Stamserhaus, das älteste Bauernhaus in ganz Tirol. Es wurde auf ziemlich genau 700 Jahre berechnet. Das Gebäude befindet sich im Dorfkern, am Georg Matthaus Vischer Platz, wo sich bis heute noch der älteste Krippenverein der Welt befindet und dort seine Krippen präsentiert.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oswald Trapp; Magdalena Hörmann-Weingartner (Mitarbeiterin): Tiroler Burgenbuch. VII. Band – Oberinntal und Ausserfern. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1986, ISBN 88-7014-391-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wenns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.wenns.tirol.gv.at/system/web/fakten.aspx?detailonr=219200687
  2. Heinz Moser: Chronik von Wenns. Hrsg.: Tiroler Landesarchiv.
  3. willkommen auf der seite von i love wenns! Abgerufen am 19. Juli 2018 (deutsch).
  4. Geschichte der Wenner Fasnacht. Abgerufen am 6. April 2018.
  5. Wenner Sommernachtsfest. Abgerufen am 19. Juli 2018.
  6. MPREIS: Auszeichnungen
  7. Internationale Architekturpreise für MPREIS-Markt Wenns. In: mpreis.at. MPreis, abgerufen am 5. September 2016 (PDF).
  8. Sterbebild Alois Plattner sterbebilder.schwemberger.at