Karres

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Karres
Wappen Österreichkarte
Wappen von Karres
Karres (Österreich)
Karres
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 7,52 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 10° 47′ OKoordinaten: 47° 13′ 10″ N, 10° 46′ 30″ O
Höhe: 830 m ü. A.
Einwohner: 620 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 82 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6462
Vorwahl: 05412
Gemeindekennziffer: 7 02 06
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Nr. 91
6462 Karres
Website: www.karres.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Schatz (ÖVP - Heimatliste Karres)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)
6
5
Insgesamt 11 Sitze
  • ÖVP: 6
  • BLK: 5
Lage von Karres im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Karres im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Karres
Blick auf Karres
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Karres ist eine Gemeinde mit 620 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Imst) des Bundeslandes Tirol (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Karres liegt im Oberinntal, am südwestlichen Fuße des Tschirgant. Das Haufendorf Karres liegt an einer Anhöhe über dem Inn, der hier eine Schlucht bildet. Auch die Waldsiedlung und das Oberdorf (Karrer Alm) zählen zur Gemeinde. Die Südgrenze bildet der Inn, der etwas über 700 Meter über dem Meer fließt. Von diesem steigt das Land in einer kleinen Steilstufe zu einer Hochfläche an, auf der Ort Karres liegt. Weiter nach Norden ist der Südhang erst bewaldet, dann von Almen überzogen. Die letzte 300 Höhenmeter bis zum 2372 Meter hohen Gipfel sind hochalpines Gelände. Die Gemeinde hat eine Größe von siebeneinhalb Quadratkilometer. Davon sind siebzig Prozent bewaldet und 15 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrösten Tarrenz Haiming
Nachbargemeinden
Arzl im Pitztal Roppen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus der antiken Römerzeit, die in Karres gemacht wurden und heute im Tiroler Landesmuseum von Innsbruck präsentiert werden

Archäologische Funde wie Merkur-Statuen, Mauerreste und Grundmauern einer Villa beweisen, dass Karres schon zu römischen Zeiten besiedelt war. Jedoch geht man davon aus, dass eine Besiedlung bereits in der späten Bronzezeit (1300 – 800 v. Chr.) stattfand.

Seitdem Karres ins mittelalterliche Stammesherzogtum Bayern eingenommen wurde, wurde der Ort vom Gericht Imst verwaltet. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kam die Gemeinde zum Petersberg.

Um 1099 wird „Cherres“ ersturkundlich anlässlich der Schenkung einer dortigen Hube an das Domkapitel Augsburg genannt.[2] Der Name geht auf den antiken Wortteil *kar- zurück, was auf einen felsigen Hang bzw. Gestein hinweist.[3] 1288 wird wiederum „Cherres“ im Tiroler Gesamturbar von Graf Meinhard II. genannt. Bis dahin wurde der Ort vom Gericht St. Petersberg verwaltet. Etwa 12 Jahre scheint Karres als Gemeinde auf, welche einen eigenen Dorfmeister (vergleichbar mit dem Bürgermeister) hatte.

In den Zeiten des Mittelalters wurde am Tschirgant Bergbau betrieben, der jedoch im 19. Jahrhundert wieder eingestellt werden musste. Beweise dafür sind zwei Knappenhäuser.

1810 kam das Dorf wieder zum Gericht Imst, dies wurde im Jahr 1817 jedoch wieder invertiert.[4] 1849 wurde Karres dem neu geschaffenen Gerichtsbezirk Silz zugeschlagen, 1907 jedoch an den Gerichtsbezirk Imst angegliedert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Karres

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fluren und Wege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wald- und Wiesenflächen des Gemeindegebiets werden hauptsächlich von Nebenerwerbsbauern bewirtschaftet, daneben hat sich ein sanfter Tourismus etabliert.

Wirtschaftssektoren, Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 23 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurde einer im Haupt-, 21 im Nebenerwerb und einer von einer juristischen Person geführt.[5] In der Landwirtschaft arbeiteten elf Erwerbstätige, im Produktionssektor 37, davon 35 in der Bauwirtschaft. Im Dienstleistungssektor waren 59 Personen beschäftigt, überwiegend in den Bereichen Handel, Verkehr und soziale und öffentliche Dienste.[6]

Von den 321 Erwerbstätigen, die 2011 in Karres wohnten, arbeiteten 44 in der Gemeinde, mehr als 85 Prozent pendelten aus.[7]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich zählt Karres etwa 5000 Übernachtungen, wobei die wichtigsten Monate der Juli und der August sind.[8]

Die Karresschluchtbrücke der Tiroler Straße B171.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Die Arlbergbahn verläuft südlich der Gemeindegrenze. Der nächste Bahnhof ist Imst-Pitztal in fünf Kilometer Entfernung.[9]
  • Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Tiroler Straße B171. Die Inntal Autobahn A12 untertunnelt Karres.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 11 Volksvertretern.

Partei 2016[10] 2010[11]
% Mandate % Mandate
(ÖVP) Heimatliste Karres 50,24 6 100 11
Bürgerliste Karres 49,76 5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Karres ist Wilhelm Schatz.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die silbern-schwarze Spitze im Wappen von Karres stellt den Tschirgant dar, an dessen Fuße sich die Gemeinde befindet. Schlägel und Eisen verweisen auf die Bergbauvergangenheit. Das Wappen wurde im Jahr 1976 verliehen.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Karres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Karres, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. März 2021.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 243, Nr. 274.
  3. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 46 ff.
  4. Geschichte von Karres. Mag. Michael Fritz, abgerufen am 3. März 2012.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Karres, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. März 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Karres, Erwerbstätige am Arbeitsort. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. März 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Karres, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. März 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Karres, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. März 2021.
  9. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 13. März 2021 (deutsch).
  10. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 13. März 2021.
  11. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 13. März 2021.
  12. Karres, Bürgermeister. Gemeinde Karres, abgerufen am 13. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  13. Gemeindewappen. Gemeinde Karres, abgerufen am 13. März 2021 (österreichisches Deutsch).