Obsteig

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Obsteig
Wappen Österreichkarte
Wappen von Obsteig
Obsteig (Österreich)
Obsteig
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 34,66 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 10° 56′ OKoordinaten: 47° 17′ 55″ N, 10° 55′ 40″ O
Höhe: 991 m ü. A.
Einwohner: 1.404 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 41 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6416
Vorwahl: 05264
Gemeindekennziffer: 7 02 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Oberstrass 218
6416 Obsteig
Website: www.obsteig.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Föger (Für Obsteig[1])
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)

5 www.liste-obsteig.at, 4 Für Obsteig, 2 Bauern für Obsteig, 2 Liste 6416 Patrick Schaber – Liste 6416

Lage von Obsteig im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Obsteig im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Obsteig ist eine Gemeinde mit 1404 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Imst des Bundeslandes Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Silz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obsteig ist die westlichste Gemeinde des Mieminger Plateaus, oberhalb des Oberinntals, am Fuß des Mieminger Gebirges. Die Gemeinde besteht aus verstreuten Dörfern und Weilern am Plateau. Beim 1119 m hoch gelegenen Holzleitensattel im Westen fällt das Plateau steil in das Gurgltal ab. Der Hauptort Obsteig liegt entlang der Mieminger Straße.

Das Gebiet um Obsteig ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsgebiet; außerdem verfügt Obsteig im Winter über zahlreiche Loipen und Winterwanderwege.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Wald • Thal • Finsterfiecht
• Roller • Langgarten • Holzleiten
• Weisland • Aschland • Arzkasten
• Mooswald • Oberstrass • Unterstrass
• Gschwent (Gschwentmadele) • Burg Klamm • Seepark

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biberwier (Bezirk Reutte)
Nassereith Nachbargemeinden Mieming
Haiming Silz Mötz
Burg Klamm von Ludwig Halauska, 1878

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Obsteig war bereits um 1000 vor Christus besiedelt. Davon zeugen ein am Sassberg gefundenes Bronzeprunkmesser und Keramikreste vom Locherboden aus der Hallstattzeit.[2] Um 250 nach Christus wurde vom römischen Kaiser Decius die Via Decia gebaut, eine Verbindung von Zirl zur Via Claudia Augusta bei Dormitz. Sie führte durch Obsteig und weiter über den Holzleitensattel.[3] Die Besiedlung durch die Bajuwaren um 800 ist an den typisch bayrischen Endungen erkennbar, wie zum Beispiel Schneggenhausen.[2] Der Ortsname Obsteig ist ursprünglich ein Flurname und erstmals 1288 als an dem steige verschriftlicht. Im 15. Jh. wurde von der Präposition an zu ob gewechselt (1449: ob des Gstaigs). Der Name geht auf mittelhochdeutsch ob ‚oberhalb‘ und steige ‚steile Straße‘ zurück.[4]

Die Burg Klamm an der alten Durchszugsstraße nördlich der Innbrücke bei Mötz hat eine wechselvolle Geschichte. Im Jahr 1250 werden erstmals die „Herren von Chlamm“ genannt. Um 1239 kam die Burg in den Besitz der Herren von Milser. 1399 kam sie in den Besitz der mächtigen Starkenberger, die 1423 entmachtet wurden, nachdem sie sich gegen Herzog Friedrich IV. erhoben hatten und Sigmund übernahm die Burg. Unter wechselnden Eigentümern verfiel sie im 19. und 20. Jahrhundert immer mehr, bis sie 1957 vom Industriellen Hünnebeck erworben und restauriert wurde.[5]

Das Steuerverzeichnis des Grafen Meinhard II. von 1288 beinhaltet das Gasthaus daz Nivenstift, den späteren Gasthof Löwenwirt. Der Stifthof wird öfters urkundlich erwähnt, wie zum Beispiel 1312 mit dem Besitzer „Eberhard der Niustifter“ oder 1477 im Zuge einer Bauverhandlung. 1892 brannte der Gasthof nieder wurde jedoch wieder aufgebaut, nach 1870 wurde er abgerissen.[6] Im gleichen Steuerverzeichnis von 1288 wird auch der Weiler „ze Asselönne“ (Aschland) am Fuß des Wannig beschrieben.[7]

Im Stamser Urbar von 1336 ist vermerkt, dass „Chunrads Sohn von Snekkenhusen“  dem Stift Stams einen Geldbetrag vermachte. Der Ansitz Schneggenhausen war nie steuerpflichtig, sondern ein sogenanntes „Freilehen“, das den Lehensnehmer dem Fürsten gegenüber zu Treue und Gehorsam verpflichtete.[8]

Um 1500 bestand Obsteig aus sechs Höfen. Einer davon war Schneggenhausen.[9]

Im Jahr 1833 wurde durch Aufteilung der Gemeinde Miemingerberg die eigenständige Gemeinde Obsteig gegründet.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Ansitz Schneggenhausen
Kapelle Finsterfiecht

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Obsteig
  • Burg Klamm: Zwischen Obsteig und Fronhausen, unterhalb der Straße gelegen, bewachte die Burg einst die Transportroute, die von Mötz heraufführte, und diente in der Fernsehserie Bergdoktor als "Schloss Sonnenstein". Der 25 m hohe Wasserfall des Klammbachs ist von der Burg aus in wenigen Minuten zu erreichen.
  • Pfarrkirche Obsteig
  • Ansitz Schneggenhausen
  • Kapelle hl. Antonius in Oberstrass
  • Kapelle Maria Heimsuchung in Wald
  • Kapelle Aschland
  • Kapelle Finsterfiecht
  • Kapelle Hl. Familie in Holzleiten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es 53 landwirtschaftliche Betriebe in Obsteig. Sechzehn wurden im Haupt- 24 im Nebenerwerb, eine von einer Personengemeinschaft und zwölf von juristischen Personen geführt. Diese zwölf bewirtschafteten mehr als sechzig Prozent der Flächen. Die größten Arbeitgeber waren die Bauwirtschaft im Produktionssektor und der Bereich Beherbergung und Gastronomie im Dienstleistungssektor.[10][11][12]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 53 54 33 17
Produktion 11 4 34 40
Dienstleistung 68 40 174 184

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den beinahe 600 Erwerbstätigen, die 2011 in Obsteig lebten, arbeiteten 160 in der Gemeinde, beinahe drei Viertel pendelten aus.[13]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 135.000 im Jahr 2010 auf über 160.000 im Jahr 2019. Der Jahresverlauf zeigt zwei relativ ausgeglichene Saisonen.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Mieminger Straße B189. Der näheste Bahnhof ist zehn Kilometer entfernt in Stams.[15]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Gemeinderat werden 13 Vertreter gewählt.

Partei 2016[16] 2010[17][18]
Prozent Mandate % Mandate
www.liste-obsteig.at 34,86 5 30,19 4
Für Obsteig 26,49 4 28,85 3
Bauern für Obsteig 18,38 2 26,61 3
Liste 6416 Patrick Schaber 20,27 2
FPÖ - Obsteig 14,35 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Obsteig ist Hermann Föger.[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gold eine aus einem gezinnten schwarzen Schildfuß wachsende, bis zum oberen Schildrand reichende Lärche.[20]

Das 1976 verliehene Gemeindewappen verweist mit den Zinnen auf die Burg Klamm und mit der Lärche auf die typischen, heute als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Lärchenwiesen.[21]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordpolfahrer Johann Haller (1844–1906) war k.k. Förster in Obsteig und ist dort begraben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Obsteig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.obsteig.tirol.gv.at/system/web/person.aspx?typ=bgm&menuonr=219119037 Obsteig Gemeinde – Gemeindeamt/Politik/Bürgermeister
  2. a b c 1833 Gemeindeteilung. In: Chronik Obsteig. 10. Dezember 2020, abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  3. Holzleiten: Hl. Familie. In: Chronik Obsteig. 1. Oktober 2005, abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  4. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 59 ff.
  5. Anton Prock: Burgen in Tirol, Klamm. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  6. Der Löwenwirt Teil 1 und 2. In: Chronik Obsteig. 1. Januar 2002, abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  7. Aschland: HI. Rochus. In: Chronik Obsteig. 1. Oktober 2005, abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  8. Chronik: Ansitz Schneggenhausen – ObsteigAktuell. Abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  9. Neue Vision vom alten Dorfkern. In: Chronik Obsteig. 1. Januar 2003, abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Obsteig, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Februar 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Obsteig, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Februar 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Obsteig, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Februar 2021.
  13. Ein Blick auf die Gemeinde Obsteig, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Februar 2021.
  14. Ein Blick auf die Gemeinde Obsteig, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Februar 2021.
  15. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 2. Februar 2021 (deutsch).
  16. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  17. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  18. Wahlergebnisse - Gemeinde Obsteig / Tirol. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  19. Bürgermeister - Gemeinde Obsteig / Tirol. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  20. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 34/1976.
  21. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 12.