Soldi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Soldi
Mahmood
Veröffentlichung 6. Februar 2019
Länge 3:15
Genre(s) Pop, R&B
Autor(en) A. Mahmoud, Dardust, Charlie Charles
Verlag(e) Ed. Universal Music Italia / Universal Music Publishing Ricordi
Label Island Records
Album Gioventù bruciata

Soldi (italienisch für „Geld“) ist ein Lied von Mahmood aus dem Jahr 2019. Es wurde von dem Sänger zusammen mit Dardust und Charlie Charles geschrieben und gewann das Sanremo-Festival 2019.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sänger Mahmood war als einer von zwei Abgängern der Vorentscheidung Area Sanremo 2015 erstmals in der Newcomer-Kategorie des Sanremo-Festival 2016 in Erscheinung getreten und hatte dort mit Dimentica den vierten Platz erreicht. Nach weiteren musikalischen Erfahrungen konnte er 2018 (neben Einar) den Wettbewerb Sanremo Giovani, der an die Stelle der Newcomer-Kategorie des Festivals 2019 getreten war, mit dem Lied Gioventù bruciata gewinnen und durfte somit mit einem neuen Lied im Sanremo-Festival antreten.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Januar 2019 gab Mahmood über Instagram bekannt, dass sein Festivalbeitrag den Titel Soldi tragen würde.[1] Laut Eigenaussage begann er erst nach dem Sieg bei Sanremo Giovani, an dem Lied zu arbeiten. Charlie Charles stieß erst nachträglich dazu, die Aufnahme erfolgte im letzten Moment.[2] Unter der Regie von Attilio Cusani entstand das offizielle Musikvideo.

Sanremo-Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am ersten Abend des Festivals, dem 5. Februar, stellte er das Lied der Öffentlichkeit vor, wobei er erst als letzter der 24 Teilnehmer auftreten konnte. In der Wertung der demoskopischen Jury, die am Ende des ersten Abends vorgestellt wurde, landete das Lied im unteren Drittel. Soldi entwickelte sich jedoch zu einem Favoriten der Journalisten, die an allen Abenden zu 30 Prozent die Wertung beeinflussten. Am vierten Abend präsentierte Mahmood das Lied zusammen mit dem Rapper Guè Pequeno. Durch den großen Rückhalt bei Presse und Jury, die zusammen 50 Prozent der Wertung bestimmten, konnte das Lied schließlich die Endrunde des Finales erreichen und entgegen aller Prognosen den Publikumsfavoriten (I tuoi particolari von Ultimo) auf den zweiten Platz verdrängen.

Das große Missverhältnis zwischen der Publikumswertung und jener von Presse und Jury (im Televoting hatte Soldi in der Schlussabstimmung der besten Drei nur 20,95 % erreicht, gegenüber 30,26 % für Il Volo und deutlichen 48,80 % für Ultimo) sorgte im Anschluss für viel Kritik am Abstimmungsmechanismus.[3] Ultimo beschuldigte die Journalisten während der Pressekonferenz, voreingenommen zu sein und unseriös abzustimmen.[4] Der Umstand, dass mit Mahmood ein arabischstämmiger Kandidat gewonnen hatte, verlieh der Kontroverse auch große politische Brisanz, befeuert nicht zuletzt durch einen Facebookbeitrag von Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega), der nach Mahmoods Sieg seine Unterstützung für Ultimo erklärte.[5]

Eurovision Song Contest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in den Vorjahren erhielt der Sanremo-Sieger die Möglichkeit, Italien auch beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Nach Ende des Festivals wurde Mahmoods Teilnahme am ESC 2019 in Tel Aviv mit Soldi bestätigt.[2] Dort erreichte das Lied im Finale den zweiten Platz.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied thematisiert die Dynamik, die Geld und insbesondere das Fehlen desselben, innerhalb einer Familie haben kann.[6] Mahmood singt über seinen aus Ägypten stammenden Vater, der die Familie verlassen hat und offenbar nur dann Interesse für seinen Sohn zeigt, wenn er Geld von ihm erhalten kann (tu da me volevi solo soldi). Viele Textzeilen sind allerdings symbolisch zu verstehen und auch das titelgebende Geld ist laut dem Sänger nicht wörtlich gemeint.[7] Dabei handelt es sich auch um ein Spiel mit einem Kernthema des Trap: Während dort Geld Mittelpunkt des Daseins und Symbol gesellschaftlicher Befreiung ist, wird es in Soldi zur Ursache des Bruchs einer zwischenmenschlichen Beziehung umgedeutet.[8] Die arabische Textzeile Waladi waladi habibi ta’aleena („Mein Sohn, mein Sohn; komm her, Liebling“) ist eine der wenigen Erinnerungen, die der Sänger an seinen Vater hat.[6] Auch der Rest des Textes beschwört Bilder aus der Erinnerung herauf, um zuletzt die Frage Ora dove sei papà? („Wo bist du jetzt, Papa?“) im Raum stehen zu lassen.[9]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldi greift musikalisch auf Formen des Trap zurück und weist insgesamt einen sehr modernen Sound auf.[8] Den arabisch angehauchten Stil bezeichnete Mahmood selbst als Morocco Pop.[10] Das Lied hat keinen eigentlichen Refrain, stattdessen baut es auf mehreren sich wiederholenden Elementen auf (über dem Text soldi, „Geld“, bzw. come va, „Wie geht’s?“), jeweils abgeschlossen durch ein prägnantes doppeltes Händeklatschen.[8] Letzteres zeichnet im Zusammenspiel mit der Leere, die das sehr zurückhaltende Arrangement erzeugt, den inhaltlichen Kern des Liedes nach: Die Wut eines allein gelassenen Kindes.[11]

Weitere Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Album Gioventù bruciata ist als Bonustrack auch die in Sanremo präsentierte Duett-Version mit Guè Pequeno enthalten. Die beim ESC präsentierte Version des Liedes wurde um knapp zehn Sekunden gekürzt, ist ansonsten jedoch unverändert; sie fand Eingang in den offiziellen Sampler zum Song Contest. Des Weiteren wurden Remixe von Benny Benassi, Denis First und Vigiland, eine italienisch-englische Version mit Isac Elliot sowie eine italienisch-spanische Version mit Maikel Delacalle veröffentlicht.

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Woche des Festivals stieg das Lied auf Platz 81 der italienischen Singlecharts ein, danach kletterte es auf Platz eins.

Charts Höchst­platzie­rung Wo­chen
Chart­plat­zie­rungen
Italien (FIMI) Italien (FIMI)[12] 1 (…Template:Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig Wo.) Template:Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig
Deutschland (GfK) Deutschland (GfK)[13] 32 (3 Wo.) 3
Österreich (Ö3) Österreich (Ö3)[14] 12 (4 Wo.) 4
Schweiz (IFPI) Schweiz (IFPI)[15] 5 (33 Wo.) 33
Vereinigtes Königreich (OCC) Vereinigtes Königreich (OCC)[16] 73 (1 Wo.) 1

In der ersten Woche wurde des Lied bereits mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Land/Region Aus­zeich­nung Ver­käu­fe
Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe)
Italien (FIMI) Italien (FIMI)[17] Platinum record icon.svg 3× Platin 150.000
Spanien (Promusicae) Spanien (Promusicae)[18] Platinum record icon.svg Platin 40.000
Insgesamt Platinum record icon.svg 4× Platin
190.000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alberto Muraro: Mahmood: Soldi è il suo brano in gara a Sanremo 2019. In: GingerGeneration.it. 6. Januar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  2. a b Sanremo 2019: il vincitore è Mahmood con Soldi. In: Sorrisi.com. 10. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  3. Mario Luzzatto Fegiz: Sanremo e le polemiche: ecco perché il mix di televoto e giurie scontenta tutti. In: Corriere.it. 2. November 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  4. Sanremo 2019, lo sfogo di Ultimo con i cronisti: Vi sentite importanti e rompete il c… In: Repubblica TV. 10. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  5. Michela Tamburrino: Salvini: “Non ce l’ho con Mahmood, contesto l’inutile giuria d’onore”. In: LaStampa.it. 11. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  6. a b Roberta Damiata: Cosa significa la frase in arabo nel testo di Mahmood. In: IlGiornale.it. 10. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  7. Angelica D’Errico: Mahmood: “Quel padre scomparso e la Sardegna, fonte della mia ispirazione”. In: L’UnioneSarda.it. 7. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  8. a b c Andrea Rodini: Mahmood e “Soldi”: l’analisi della canzone. In: Rockol.it. 11. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  9. Mary Adorno: Mahmood, Soldi è la canzone di Sanremo 2019 che parla di ricordi e ti fa sentire dentro un film. In: Cosmopolitan. 7. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  10. Carlo Moretti: Mahmood: “Faccio Morocco pop nel segno di mio padre”. In: Repubblica.it. 5. Februar 2019, abgerufen am 12. Februar 2019 (italienisch).
  11. Alessandro Alicandri: Sanremo 2019: ecco perché Mahmood ha vinto. In: Sorrisi.com. 10. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019 (italienisch).
  12. Top Singoli, Classifica settimanale WK 7. FIMI, abgerufen am 19. Februar 2019 (italienisch).
  13. Soldi. Offizielle Deutsche Charts, abgerufen am 24. Mai 2019.
  14. Soldi. Austriancharts.at, abgerufen am 29. Mai 2019.
  15. Mahmood - Soldi. Schweizer Hitparade, abgerufen am 26. Mai 2019.
  16. Mahmood. Official Charts, abgerufen am 24. Mai 2019 (englisch).
  17. Certificazioni
  18. Mahmood - Soldi, elportaldemusica.es
VorgängerAmtNachfolger
Non mi avete fatto niente
(Ermal Meta, Fabrizio Moro)
EuroItalia.svg
Italien beim Eurovision Song Contest
2019