Stolpersteine in Singen (Hohentwiel)

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Stolpersteine „August Ruf“ und „Eugen Weiler“

Die Stolpersteine in Singen (Hohentwiel) sind besondere Pflastersteine in Gehwegen, die an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in der baden-württembergischen Stadt Singen (Hohentwiel) im Landkreis Konstanz in Deutschland erinnern sollen.

In Singen gab es etwa 170 Opfer der Nazi-Diktatur.[1]

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die während des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in die Pflaster der Gehwege eingelassen. Mittlerweile gibt es über 61.000 Steine (Stand: Juli 2017) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 21 weiteren europäischen Ländern.[2] Die Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt.[3]

Im Juli 2010 verlegte Gunter Demnig die ersten Stolpersteine in Singen. Inzwischen sind 80 Steine auf den Gehwegen Singens verlegt worden.[4][5][6][7][8]

Anmerkung: Das Datum unter dem jeweiligen Bild gibt an, wann der Stein verlegt wurde.

Verlegte Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alemannenstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alemannenstraße 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Alemannenstraße 1“

Adolf Wicker
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / ADOLF WICKER / JG. 1893 / VERHAFTET 1942 / FLUCHTHELFER / GESTAPOHAFT 1942 / ZUCHTHAUS PLÖTZENSEE / ZWANGSARBEIT IM EISMEER / ASCHENDORFER MOOR / BEFREIT - ÜBERLEBT
Adolf Wicker wurde Heiligabend 1893 als Sohn deutscher Eltern im Schweizer Oberuzwil geboren. Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933 wurde er arbeitslos und lebte mit seiner Frau und zwei Jungen in ärmlichen Verhältnissen. Im November 1936 kam Wicker in das KZ Kislau. Während des Zweiten Weltkriegs half er im Juli 1942 sieben elsässischen Fremdarbeitern und einem französischen Kriegsgefangenen zur Flucht von Singen über die Grenze zur Schweiz. Aufgrund eines Verrats wurde Wicker wenig später verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und am 12. Juli 1943 in Trier vom Volksgerichtshof unter Vorsitz des Präsidenten Roland Freisler wegen Landesverrats zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Wicker kam nach Plötzensee und von dort nach Lappland um seine Strafe durch den Bau der Eismeerstraße abzubüßen. Im Frühjahr 1945 wurde Adolf Wicker in eines der Emslandlager bei Papenburg überführt und dort später von der britischen Armee befreit. Er konnte zu seiner Familie, die den Krieg einigermaßen gut überstanden hatte, nach Singen zurückkehren.[9][10]

Alemannenstraße 21[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Alemannenstraße 21, vor dem Hegau-Gymnasium“

Eugen Löwinstein
2010

HIER LERNTE / EUGEN LÖWINSTEIN / MOSCHE LITAN / JG. 1916 / FLUCHT 1933 / PALÄSTINA / ÜBERLEBT
Eugen Löwinstein wurde 1918 als zweiter Sohn seiner Eltern Josef und Helene in Konstanz geboren. Nach dem Tod des Vaters kam Eugen mit seiner Mutter und den Brüdern Max (* 1914) und Isidor (* 1920) 1930 nach Singen. Später konnten Eugen und Max über Hamburg nach Palästina fliehen.[11]

Isidor Löwinstein
2010

HIER LERNTE / ISIDOR LÖWINSTEIN / JG. 1920 / FLUCHT 1938 / PALÄSTINA / ÜBERLEBT
Isidor wurde 1920 in Konstanz geboren. Nach dem Tod des Vaters kam „Isi“ mit seiner Mutter und den Brüdern Max (* 1914) und Eugen (* 1918) 1930 nach Singen. 1938 erhielt er eine Ausreiserlaubnis nach Palästina.[11]

Heinz Heilbronn
2010

HIER LERNTE / HEINZ HEILBRONN / JG. 1920 / FLUCHT 1938 / SCHWEIZ

Alemannenstraße 65[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Alemannenstraße 65“

Max Porzig
2010

HIER WOHNTE / MAX PORZIG / JG. 1879 / VERHAFTET 22.8.1944 / AKTION 'GITTER' / KZ NATZWEILER / DACHAU / KZ ALACH / ÜBERLEBT
Porzig zu Ehren wurde die „Max-Porzig-Straße“ im Singener Norden benannt.[12]

Am Posthalterwäldle 55[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Am Posthalterwäldle 55“

Maximilian Seebacher
20. Februar 2018

HIER WOHNTE / MAXIMILIAN SEEBACHER / JG. 1907 / IM WIDERSTAND/SPD / VERHAFTET 1943 / WEHRKRAFTZERSETZUNG / GEFÄNGNIS ULM / KAMPFMITTEL-RÄUMDIENST / TOT 29.7.1944
Max Seebacher wurde am 24. Januar 1907 in Singen geboren. An einer Magenkrankheit leidend, konnte er später nur leichte Arbeiten beim Aluminiumwerk und dann bei Maggi ausführen. Im September 1943 wurde Seebacher aufgrund kritischer Äußerungen verhaftet und wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt: „Seine Äußerungen hätten nicht nur die Zeugen in ihrem Vertrauen auf den deutschen Endsieg erschüttert, sondern auf weitere Personen durch das Weitertratschen zersetzend einwirken können.“ Bis Juli 1944 saß Max Seebacher im Singener, dann im Ulmer Gefängnis. Hier wurde er einem Bombenräumungskommando zugeordnet, das in Biberach während der Entschärfung eines Blindgängers bei der Explosion desselben ums Leben kam. Am 3. August 1944 wurde Seebacher in der Nähe Biberachs beerdigt.

Audifaxstraße 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Audifaxstraße 3“

Adolf Biedermann
10. März 2013

HIER WOHNTE / ADOLF BIEDERMANN / JG. 1933 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / ERICH BIEDERMANN / JG. 1928 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / GRETEL BIEDERMANN / GEB. LÖWY / JG. 1904 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / HEINZ BIEDERMANN / JG. 1926 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / JOSEF BIEDERMANN / JG. 1895 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / KLARA BIEDERMANN / JG. 1934 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / KURT BIEDERMANN / JG. 1927 / FLUCHT 1936 / PARAGUAY / ÜBERLEBT

Josef (* 18. Dezember 1895), als Reisender für eine Berner Uhrmacherei tätig, und Gretel (* 29. Januar 1904 in Zürich) wohnten mit den drei Söhnen Heinz (* 24. April 1926), Kurt (* 19. Juli 1927) und Erich (* 22 Oktober 1928) in Randegg. 1931 zogen sie nach Singen um. Mit dem vierten Sohn, Adolf (* 19. September 1933), und Tochter Klara (* 2. Dezember 1934) zog die Familie in eine städtische Wohnung in der Audifaxstraße 3. Die Zeichen der Zeit richtig einschätzend und aufgrund von immer stärkeren Anfeindungen emigrierte die Familie 1936 nach Paraguay.

August-Ruf-Straße 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „August-Ruf-Straße 9“

Julius Wöhrle
31. Jan. 2015

HIER LEBTE / JULIUS WÖHRLE / JG. 1911 / IM WIDERSTAND / DENUNZIERT / VERHAFTET 1940 / GEFÄNGNIS MANNHEIM / GEFÄNGNIS LUDWIGSBURG / 1940 BÖRGERMOOR / ENTLASSEN 1942
Julius Wöhrle wurde am 5. Februar 1911 im elsässischen Neudorf geboren. Über Meßkirch kam er mit seiner Familie 1929 nach Singen. Hier erlernte er im elterlichen Betrieb den Beruf eines Maß- und Reparatur–Schuhmachers; 1939 bestand er die Prüfung zum Orthopädischen Maß- und Reparatur-Schuhmachermeister. Anfang Februar 1940 wurde Julius Wöhrle von der Gestapo verhaftet und am 7. Juni vom Sondergericht Mannheim wegen Rundfunkverbrechens zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Die Zeit verbrachte er im Ludwigsburger Zuchthaus, in der Strafanstalt Lingen, im KZ Börgermoor im Emsland sowie im Strafgefangenenlager „Elbregulierung Griebo“ bei Coswig. Nach Wöhrles Entlassung Anfang März 1943 erfolgte nur zweieinhalb Wochen später seine Einberufung zum Wehrdienst nach Braunsberg in Ostpreußen, dreieinhalb Jahre später kam Wöhrle aus Krieg und Gefangenschaft zurück nach Singen. Er starb am 18. April 2000.[13]

Bohlinger Dorfstraße 32[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Bohlinger Dorfstraße 32, im Stadtteil Bohlingen“

Johanna Schwarz
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / JOHANNA SCHWARZ / GEB. MICHEL / JG. 1872 / DEPORTIERT 1940 / GURS / ERMORDET 24.4.1943
Johanna Schwarz wurde am 8. September 1872 in Bingen am Rhein als Johanna Michel geboren. Im Zuge der Überführung des Sarges ihres Ehemannes Emil (1874–1926), eines Bohlinger Bürgers, kam sie August 1927 nach Bohlingen, wo sie später im Zuge der zunehmenden judenfeindlichen Politik in Berlin im Kreise der Verwandten ihres Ehemannes „Unterschlupf“ fand. Im Oktober 1940 wurde Johanna Schwarz mit anderen jüdischen Bürgern nach Singen gebracht und von dort in das Arbeitslager Gurs in den französischen Pyrenäen. Hier starb sie am 24. April 1943 – offiziell – an einer Lungenentzündung.[14]

Byk-Gulden-Straße 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Byk-Gulden-Straße 11“
Heinrich Weber wurde am 11. September 1885 in Freiburg im Breisgau geboren. Er war Heizer und Maschinist bei Georg Fischer. Vor 1933 gehörte er zu jenem Personenkreis, der im Umfeld der Arbeiterbewegung umfassend, das heißt, in vielen Bereichen und auf vielen Ebenen tätig war. Weber wurde im August 1944 im Rahmen der Aktion „Gitter“, die auf das misslungene Attentat vom 20. Juli 1944 folgte, verhaftet. Mit rund 30 weiteren Personen aus Singen wurde er zunächst in das elsässische KZ Natzweiler-Struthof verschleppt. Aufgrund des schnellen Vorrückens der Alliierten an der Westfront wurden die Häftlinge nach Dachau, von da ins Außenlager Allach und von da in das KZ Mauthausen (im Volksmund „Mordhausen“) bei Linz verlegt. Hier starb Heinrich Weber am 25. September 1944; seine Urne wurde im Dezember 1944 in Singen beigesetzt.[15]

Ekkehardstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ekkehardstraße 15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Ekkehardstraße 15“

Bernhard Kuderer

BERNHARD KUDERER / JG. 1899 / IM WIDERSTAND/KPD / 'VERBREITUNG ILLEGALER / SCHRIFTEN' 1933-1934 / MEHRFACH VERHAFTET / FLUCHT SCHWEIZ

Susanne Kuderer

SUSANNE KUDERER / GEB. SCHÜLE / JG. 1911 / IM WIDERSTAND/KPD / 'VERBREITUNG ILLEGALER / SCHRIFTEN' 1933-1934 / FLUCHT SCHWEIZ

Ekkehardstraße 21[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Ekkehardstraße 21“

Otto Korm

HIER WOHNTE / OTTO KORM / JG. 1894 / IM WIDERSTAND/KPD / FLUCHT 1933 / SCHWEIZ

Ekkehardstraße 89[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Ekkehardstraße 89“

Familie Pollak
2010

HIER WOHNTE / FRANZ-JOSEF POLLAK / JG. 1901 / FLUCHT 1936 / LIECHTENSTEIN / SCHWEIZ / ÜBERLEBT
Franz-Josef Pollak wurde am 28. Januar 1901 in Nürnberg geboren; er erhielt, weil sein Vater in Pressburg geboren worden war, die österreichisch-ungarische Staatsbürgerschaft. 1924 zog die Familie nach Gailingen. Nach der Einbürgerung in Deutschland (1929), wurde Franz-Josef 1931 Teilhaber im Geschäft für Weiß- und Wollwaren seines Vaters in der Singener Hegaustraße. Im Oktober 1932 wurde Tochter Renate Johanna (siehe unten) geboren. Nach der Arisierung des Geschäfts ging die Familie Anfang Mai nach Mauren in Liechtenstein und später nach La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Franz-Josef kam 1944 nach Schaffhausen, vier Jahre später folgten ihm seine Frau und Tochter. 1955 erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft. Franz-Josef Pollak starb 1989 an den Folgen eines Unfalls.[16]

HIER WOHNTE / DORA POLLAK / JG. 1908 / FLUCHT 1936 / LIECHTENSTEIN / SCHWEIZ / ÜBERLEBT
Dora Weil wurde am 4. März 1908 in Emmendingen geboren. Mit ihrem Mann Franz-Josef Pollak zog sie im Januar 1932 nach Singen. Im Oktober desselben Jahres brachte sie ihre Tochter Renate Johanna (siehe unten) zur Welt. Am 1. Mai 1936 zog die Familie nach Mauren in Liechtenstein. Über La Chaux-de-Fonds in der Schweiz kam sie 1948 nach Schaffhausen; ihr Mann lebte schon vier Jahre dort und arbeitete als Geschäftsführer einer Handschuhfabrik. 1980 starb Dora Pollak an den Folgen eines Krebsleidens.
Ihre Eltern, Schwester und Tante wurden in das Camp de Gurs und von dort wahrscheinlich in das Vernichtungslager Treblinka, wo alle umgekommen sind, deportiert.[16]

HIER WOHNTE / RENATE JOHANNA / REISS / GEB. POLLACK / JG. 1932 / FLUCHT 1936 / LIECHTENSTEIN / SCHWEIZ / ÜBERLEBT
Johanna Reiss, geb. Pollak, wurde am 13. Oktober 1932 in Singen geboren. Anfang Mai 1936 vierließ die Familie Pollak die Heimat Richtung Liechtenstein. Nach dreieinhalb Jahren in Mauren zog die Familie nach La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Mitte 1948 folgte die Familie dem Vater nach Schaffhausen. Über England (1952) wanderte Johanna Reiss 1953 in die USA aus und heiratete dort. Mit ihrem Mann und zwei Kindern ging sie 1971 nach Panama, kam aber 1979 zurück in die Vereinigten Staaten nach Tucson in Arizona.[16]

Fittingstraße 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Fittingstraße 1“
HIER WOHNTE / MARTIN BOLLIN / JG. 1894 ...
Martin Bollin wurde am 3. April 1894 in Uttenhofen geboren. Von Rastatt kam er Anfang Dezember 1936 mit seiner Frau Emma (* 23. Oktober 1893) und den gemeinsamen Töchtern Elsa (* 25. Mai 1923) und Liselotte (* 16. April 1924) nach Singen. 1938 wurde die Ehe geschieden. Zwei Jahre später kam Bollin über die Pflegeanstalt Rastatt nach Grafeneck. Wann Martin Bollin hier umgebracht wurde, lässt sich nicht mehr recherchieren.

HIER WOHNTE / HERMANN WEBER ...

Freiheitsstraße 19–21[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Freiheitsstraße 19-21“

Salo Schärf
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / SALO SCHÄRF / JG. 1898 / FLUCHT 1933 / PALÄSTINA / ÜBERLEBT

Esther Schärf
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / ESTHER SCHÄRF / JG. 1931 / FLUCHT 1933 / PALÄSTINA

Erna Schärf
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / ERNA SCHÄRF / GEB. BEIGEL / JG. 1908 / FLUCHT 1933 / PALÄSTINA

Ruth Schärf
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / RUTH SCHÄRF / JG. 1933 / FLUCHT 1933 / PALÄSTINA

Görresstraße 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Görresstraße 4“

Julius Bader
20. Februar 2018

HIER WOHNTE / JULIUS BAADER / JG. 1906 / IM WIDERSTAND/KPD / VERHAFTET 1933 / FLUCHTHILFE / VERBREITUNG / VERBOTENER SCHRIFTEN / ZUCHTHAUS LUDWIGSBURG / LAGER ASCHENDORFER-MOOR / ENTLASSEN 1939
HIER WOHNTE / KARL BINZ / JG. 1895 / IM WIDERSTAND/KPD / SEIT 1938 MEHRERE / GEFÄNGNISSE / ZULETZT SCHWÄBISCH HALL / ENTLASSEN 15.5.1939

Hadwigstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hadwigstraße 20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Hadwigstraße 20“

Kunigunde Waibel
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / KUNIGUNDE WAIBEL / JG. 1868 / EINGEWIESEN / HEIL- UND PFLEGEANSTALT / REICHENAU / 'VERLEGT' 27.6.1940 GRAFENECK / AKTION T4 / ERMORDET 27.6.1940

Hadwigstraße 28[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Hadwigstraße 28“

Helene und Max Löwinstein
14. Juli 2011

HIER ARBEITETE / HELENE LÖWINSTEIN / GEB. BARASCH / JG. 1891 / AUSGEWIESEN 1938 / FLUCHT 1938 / ITALIEN / ENGLAND / PALÄSTINA / ÜBERLEBT
Helene Löwinstein wurde 1891 in Polen geboren. 1913 wanderte sie mit ihrem Mann Josef nach Deutschland aus. Sie ließen sich in Konstanz nieder und eröffneten dort ein Tabakgeschäft. Nur drei Jahre nach der Geburt des jüngsten Sohnes starb ihr Mann 1923; Helene Löwinstein stand mit ihren drei Söhnen Max (* 1914), Eugen (* 1918) und Isidor (* 1920) alleine da. 1930 bekam sie eine Anstellung als Handelsvertreterin bei Salo Schärf, Inhaber des Möbelhauses „Roll & Co.“ in Singen. Nach der „Arisierung“ des Geschäfts folgte sie 1937 ihren Söhnen Max und Eugen nach Hamburg, kehrte aber kurze Zeit später zu ihrem Jüngsten nach Singen zurück. Ein Jahr später sollte Helene Löwinstein nach Polen ausgewiesen werden, wollte aber über Köln nach Frankreich ausreisen. Die SA entdeckte ihr Vorhaben, sodass sie nach München reiste. In Mailand wurde sie ein Jahr festgehalten, ehe Helene über Frankreich zu Freunden in London in Sicherheit kam.
1947, zehn Jahre nach ihrer Rückreis nach Singen, traf sie mit ihren drei Söhnen in Jerusalem wieder zusammen. Hier lebte Helene Löwinstein bis zu ihrem Tod im Jahr 1986.[11]

HIER WOHNTE / MAX LÖWINSTEIN / JG. 1914 / FLUCHT 1934 / PALÄSTINA / ÜBERLEBT
Nach dem Tod des Vaters zog Max (* 25. März 1914 in Konstanz[17]) mit seiner Mutter Helene und seinen beiden Brüdern Eugen und Isidor 1930 nach Singen. Nach dem Besuch des Hegau-Gymnasiums bekam Max eine Anstellung bei Salo Schärf, Inhaber des Möbelhauses „Roll & Co.“ Anfang 1934 wurde Max von dem neuen, „arischen“ Besitzer hinausgeschmissen. Max, die Zeichen der Zeit erkennend, ging im Sommer 1934 nach Hamburg und arbeitete dort in der Fairplay Reederei. Deren Eigentümerin, Lucy Borchard, verhalf Max zu einer seemännischen Ausbildung und später zur Auswanderung nach Palästina.[18] Dort fanden nach dem Krieg alle Löwinsteins wieder zusammen.[11]

Harsenstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harsenstraße 6[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Harsenstraße 6“

Edwin Müller
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / EDWIN MÜLLER / JG. 1896 / KOMMUNIST / 1944 VERHAFTUNGSWELLE / NACH ATTENTAT / NATZWEILER / DACHAU / MAUTHAUSEN / BEFREIT / ÜBERLEBT

Harsenstraße 12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Harsenstraße 12“

Anton Reigl
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / ANTON REIGL / JG. 1896 / VERHAFTET 1933 / 1936 / 'VORBEREITUNG / ZUM HOCHVERRAT' / 1944 VERHAFTUNGSWELLE / NACH ATTENTAT / NATZWEILER / DACHAU / BEFREIT / ÜBERLEBT

Harsenstraße 14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Harsenstraße 14“

Ernst Weiler
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / ERNST WEILER / JG. 1909 / EINGEWISEN / HEIL-PFLEGEANSTALT / REICHENAU / 'VERLEGT' 1940 / GRAFENECK / ERMORDET 7.5.1940 / AKTION T4

Harsenstraße 36[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Harsenstraße 36“

Anna Harlander
2010

HIER WOHNTE / ANNA HARLANDER / JG. 1907 / FLUCHTHELFERIN / VERHAFTET 1936 / GEFÄNGNIS RADOLFZELL / ÜBERLEBT

Georg Harlander
2010

HIER WOHNTE / GEORG HARLANDER / JG. 1865 / VERHAFTET 1936 / 'HOCHVERRAT' / GEFÄNGNIS / SCHWÄBISCH HALL / ÜBERLEBT

Therese Harlander
2010

HIER WOHNTE / THERESE HARLANDER / GEB. SCHUHBÖCK / JG. 1867 / VERHAFTET 1936 / 'HOCHVERRAT' / GEFÄNGNIS GOTTESZELL / TOT AN HAFTFOLGEN / 1938

Xaver Harlander
2010

HIER WOHNTE / XAVER HARLANDER / JG. 1905 / VERHAFTET 1935 / 'HOCHVERRAT' / KZ KISLAU / 1938 FLOSSENBÜRG / DACHAU / ÜBERLEBT
Der Gipser Xaver Harlander wurde am 23. Januar 1935 von der Polizei in Singen festgenommen. Er arbeitete in Schaffhausen, fuhr also jeden Tag über die Grenze. Zunächst war Harlander bei der Polizei nur wegen des Besitzes von kommunistischen Druckschriften aufgefallen und wurde deswegen im Juni 1935 zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Später gelang es der Polizei, einen ganzen Fluchthilfering auszuheben, zu der auch Harlander gehörte. Unter den bei Singen durchgeschleusten Flüchtlingen waren laut Xaver Harlander unter anderem der Schriftsteller Hans Marchwitza sowie der kommunistische Reichstagsabgeordnete Hans Beimler.[19]

Hauptstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstraße 19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Hauptstraße 19“

August Hampp
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / AUGUST HEMPP / JG. 1888 / IM WIDERSTAND DENUNZIERT / VERHAFTET 1938 / 1940 NEUENGAMME, DACHAU / ERMORDET 1940

Berta Hampp
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / BERTA HAMPP GEB. VÖGLER / JG. 1902 / IM WIDERSTAND DENUNZIERT / VERHAFTET 1938 / GEFÄNGNIS KONSTANZ / ENTLASSEN 1943

Hauptstraße 58[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Hauptstraße 58; St. Peter und Paul-Kirche“

Pfarrer August Ruf
2010

HIER ARBEITETE / UND WIRKTE / AUGUST RUF / JG. 1896 / FLUCHTHELFER / VERHAFTET 1943 / GEFÄNGNIS ROTTENBURG / TOT AN HAFTFOLGEN / 8.4.1944
August Ruf wurde am 5. November 1869 in Ettenheim geboren. Nach dem Theologie-Studium in Freiburg kam er über Radolfzell 1905 zur Pfarrei „St. Peter und Paul“ in Singen. 1930 wurde ihm vom Singener Gemeinderat das Ehrenbürgerrecht verliehen. Aufgrund seiner Einstellung zum Faschismus und öffentlich erhobenen Stimme gegen die Diktatur wurde er von den Nationalsozialisten verwarnt und 1941 das Schulverbot über ihn verhängt. Im Dezember 1943 trat Ruf, trotz schwerer Krankheit, eine Haftstrafe im Strafgefängnis in Rottenburg am Neckar an. Am 29. März 1944 entließ man August Ruf aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nach Freiburg, wo er am 8. April verstarb.[20]

Pfarrer Eugen Weiler
2010

HIER ARBEITETE / UND WIRKTE / EUGEN WEILER / JG. 1900 / FLUCHTHELFER / VERHAFTET 1942 / DACHAU / ÜBERLEBT
Pfarrer Eugen Weiler aus Wiechs am Randen wurde am 27. Mai 1900 in Baden-Badener Stadtteil Lichtental geboren. Auch er studierte Theologie in Freiburg. Wegen „antinationalsozialistischen“ Verhaltens wurde er immer wieder versetzt. Nach einer missglückten Fluchthilfe wurde Weiler 1. Juni 1942 verhaftet und später in Schutzhaft genommen. Der für die Gestapo als „einer der gehässigsten Gegner der NSDAP“ geltende Weiler wurde im Oktober 1942 in das KZ Dachau eingeliefert. Nach der Befreiung im April 1945 kehrte er nach Singen in seine Pfarrei zurück und war hier bis zu seinem Tode im Jahr 1992 tätig.[21]
Wie August Ruf wurde auch Eugen Weiler am 28. Februar 2005 von der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet – ein in Israel nach der Staatsgründung 1948 eingeführter Ehrentitel für nichtjüdische Einzelpersonen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.[22]

Hohgarten 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Hohgarten 2; vor dem Rathaus“

Daniel Jakob Kahn
2010

HIER ARBEITETE / UND WIRKTE / DANIEL JAKOB KAHN / JG. 1878 / VERHAFTET 22.8.1944 / AKTION 'GITTER' / KZ NATZWEILER / DACHAU / TOT AN HAFTFOLGEN
Daniel Jakob Kahn wurde am 17. Januar 1878 in Mannheim geboren. Nach Schulzeit und einer Schneiderlehre war er ab 1898 als SPD-Mitglied politisch aktiv: Gemeinderat, Mitglied im badischen Landtag, Parteisekretär und später in Singen auch stellvertretender Bürgermeister. Nach Absetzung durch die nationalsozialistische Diktatur und Einstufung als politisch unzuverlässig wurde Kahn zum „Juden zweiten Grades“ (seine Mutter war eine Jüdin, sein Vater ein Christ) erklärt. Im Zuge der „Aktion Gitter“ wurde er am frühen Morgen des 22. August 1944 von Gestapo und Ortspolizei verhaftet und in das KZ Natzweiler verschleppt. Anfang September erfolgte die Verlegung in das KZ Dachau, aus dem er am 23. September entlassen wurde. Zurück in Singen verstarb Daniel Jakob Kahn am 8. November 1948 an den Spätfolgen seiner Haft.[23]
Kahn zu Ehren wurde die „Jakob-Kahn-Straße“ im Singener Norden benannt.[24]

Inselstraße 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Inselstraße 5“

Anna Schwarz
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / ANNA SCHWARZ / GEB. BÜSSNER  / JG. 1897 / IM WIDERSTAND / VERHAFTET 1936 / FLUCHTHILFE / FRAUENHAFTANSTALT GOTTESZELL  1941 HAFTUNFÄHIG

Wilhelm Schwarz
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / WILHELM SCHWARZ / JG. 1897 / IM WIDERSTAND - KPD / VERHAFTET 1935 / 'FLUCHTHILFE' 'HOCHVERRAT' / ZUCHTHAUS LUDWIGSBURG / ENTLASSEN 1939

Mühlenstraße 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Mühlenstraße 3“

Arthur Schäufele
2010

HIER WOHNTE / ARTHUR SCHÄUFELE / JG. 1913 / VERHAFTET 1934 / 'HOCHVERRAT' / KZ KISLAU / DACHAU / MAUTHAUSEN / TODESORT UNBEKANNT

Rielasinger Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rielasinger Straße 140[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Rielasinger Straße 140“

Sofie Wetzel
10. März 2013

HIER WOHNTE / SOFIE WETZEL / JG. 1902 / EINGEWIESEN / HEILANSTALT RASTATT / 'VERLEGT' 23.5.1940 / GRAFENECK / ERMORDET 23.5.1940 / AKTION T4

Rielasinger Straße 155[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Rielasinger Straße 155“

Georg Blohorn jr.
10. März 2013

HIER WOHNTE / GEORG BLONHORN / JG. 1885 / IM WIDERSTAND - KPD / VERHAFTET 1944 / BEFREIUNGSAKTION THÄLMANN / GEFÄNGNIS POTSDAM / BEFREIT - ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / GEORG BLONHORN / JG. 1912 / IM WIDERSTAND - KPD / VERHAFTET 1937 / ZUCHTHAUS / ASCHENDORFER MOOR / BEFREIT - ÜBERLEBT

Rielasinger Straße 180[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Rielasinger Straße 180“

Irma Vester
20. Februar 2018

HIER WOHNTE / ERNST THÄLMANN / JG. 1886 / VORSITZENDER/KPD / VERHAFTET 3.3.1933 / BUCHENWALD / ERMORDET 18.8.1944
HIER WOHNTE / ROSA THÄLMANN / GEB. KOCH / JG. 1890 / IM WIDERSTAND/KPD / VERHAFTET 1944 / RAVENSBRÜCK / BEFREIT
HIER WOHNTE / IRMA VESTER / GEB. THÄLMANN / JG. 1919 / VERHAFTET 1944 / RAVENSBRÜCK / BEFREIT[25]

Scheffelstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wende zum 20. Jahrhundert war die Scheffelstraße die bedeutendste Einkaufsstraße Singens. Noch heute sind hier traditionsreiche Geschäfte zu finden, deren Geschichte bis weit in die Kaiserzeit zurückreicht. Einige Geschäfte wurden von Deutschen jüdischen Glaubens betrieben: Die seit 1889 in Singen ansässige Firma Guggenheim verkaufte im Haus Nr. 6 Aussteuerungsgegenstände und Manufakturwaren sowie im Haus Nr. 14 Spielwaren und Haushaltsgegenstände. Die Firma Guggenheim ließ 1912 auch das imposante Geschäfts- und Wohngebäude Nr. 13 errichten. 1939 mussten die Gebäude verkauft und ihre Geschäfte geschlossen werden.[26]

Scheffelstraße 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Scheffelstraße 8“

Heinrich Weil
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / HEINRICH WEIL / JG. 1927 / FLUCHT 1933 / ELSASS / SCHICKSAL UNBEKANNT

Lucie Weil
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / LUCIE WEIL / JG. 1926 / FLUCHT 1933 / ELSASS / ÜBERLEBT

Margarete Weil
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / MARGARETE WEIL / JG. 1889 / FLUCHT 1935 / ELSASS / DEPORTIERT 1944 / AUSCHWITZ / ERMORDET 1944

Scheffelstraße 15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Scheffelstraße 15“

Hans Kaiser

HIER WOHNTE / HANS KAISER / JG. 1910 / FLUCHT 1938 / USA

Johanna Kaiser

HIER WOHNTE / JOHANNA KAISER / GEB. FRANK / JG. 1909 / FLUCHT 1938 / USA[27]

Scheffelstraße 26[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Scheffelstraße 26“
Hier betrieb die Familie Guttmann ein Geschäft für Damen- und Herrenmoden. Auch sie musste das Gebäude 1939 verkaufen und ihr Geschäft schließen.

Lieselotte Frank
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / LIESELOTTE FRANK / GEB. GUTTMANN  / JG. 1913 / FLUCHT 1933 / FRANKREICH / VERHAFTET 1941 / GURS / ENTLASSEN 1941 / HEIRAT - ÜBERLEBT

HIER WOHNTE / DR. BEATE GUTTMANN / JG. 1911 / FLUCHT 1937 / ECUADOR

HIER WOHNTE / BERTHOLD GUTTMANN / JG. 1884 / DEPORTIERT 1942 / IZBICA / ERMORDET 1942

HIER WOHNTE / HANS-JULIUS GUTTMANN / JG. 1919 / FLUCHT 1939 / ENGLAND

HIER WOHNTE / HELENE GUTTMANN / GEB. HAMMEL  / JG. 1890 / FLUCHT 1939 / ECUADOR

HIER WOHNTE / IDA GUTTMANN / GEB. JACOB  / JG. 1890 / DEPORTIERT 1942 / IZBICA / ERMORDET 1942

Johanna Guttmann
31. Jan. 2015

HIER WOHNTE / JOHANNA GUTTMANN / JG. 1917 / DEPORTIERT 1942 / AUSCHWITZ / ERMORDET 1942

HIER WOHNTE / MARTIN GUTTMANN / JG. 1914 / FLUCHT 1939 / ECUADOR

HIER WOHNTE / SALOMON GUTTMANN / JG. 1883 / FLUCHT 1939 / ECUADOR

HIER WOHNTE / SIEGFRIED GUTTMANN / JG. 1879 / GEDEMÜTIGT - ENTRECHTET / HAUSDURCHSUCHUNG / DURCH GESTAPO / HERZINFARKT 26.4.1942

HIER WOHNTE / SOFIE GUTTMANN / JG. 1887 / DEPORTIERT 1942 / IZBICA / ERMORDET 1942

Scheffelstraße 33[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Scheffelstraße 33“

Selma Lipsky
2010

HIER ARBEITETE / SELMA LIPSKI / JG. 1876 / DEPORTIERT 1941 / KOWNO / ERMORDET 25.11.1941
Selma Lipsky (* 1865) war Geschäftsführerin der Firma Wohlwert, ein Kleinpreisgeschäft mit einem Stab von 25 Mitarbeitern. Nach der Arisierung ihres Geschäfts (1938) wurde sie über Berlin nach Kowno (lit. Kaunas) deportiert und dort 1941 ermordet.[28]

Schmidstraße 13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Schmidstraße 13“

Otto Ehinger
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / OTTO EHINGER / JG. 1900 / EINGEWIESEN / HEIL-PFLEGEANSTALT / REICHENAU / 'VERLEGT' 1940 / GRAFENECK / ERMORDET 24.7.1940 / AKTION T4

Schwarzwaldstraße 30[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Schwarzwaldstraße 30“
In Singen traten Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Gewerkschaften auf: christliche, sozialistische und später die revolutionären Gewerkschaften. Alle drei Richtungen wurden 1933 von den Nationalsozialisten verboten, ihre Mitglieder verfolgt, verhaftet und teils ermordet.[29]

Max Maddalena
14. Juli 2011
Max Maddalena (1928)

HIER ARBEITETE / MAX MADDALENA / JG. 1895 / GEWERKSCHAFTER / REICHSTAGSABGEORDNETER / KPD / VERHAFTET 1935 / 'HOCHVERRAT' / ZUCHTHAUS / BRANDENBURG-GÖRDEN / ERMORDET 22.10.1943
Max Maddalena wurde 1895 als Maximilian Osswald in Riedheim geboren. Nach der Volksschule, die er mit 14 Jahren im Frühjahr 1909 abschloss, begann Maddalena als Schlosser in den „Fitting-Werken“ zu arbeiten. Anfang 1913 zog er nach Singen, war bis 1914 Georg Fischer und nach 1918 in den Aluminiumwalzwerken als Metallarbeiter beschäftigt. Mit 16 Jahren trat Maddalena als Lehrling dem Deutschen Metallarbeiterverband bei und übernahm seine erste Gewerkschaftsfunktion. Im Jahr 1913 schloss er sich der Arbeiterjugendbewegung und der Sozialdemokratischen Partei an; 1918 wurde er Mitglied der USPD. Seit 1921 war er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, 1922/23 deren politischer Leiter des Unterbezirks Singen-Konstanz. Von Mai 1928 bis März 1933 gehörte er als Abgeordneter der KPD dem Reichstag an, er vertrat Wahlkreise in Schleswig-Holstein, Hamburg und Breslau. Am 27. März 1935 wurde er in Berlin durch die Gestapo verhaftet, verraten von einem KPD-Mitglied, das als Spitzel für die Gestapo arbeitete. 1936 wurde Maddalena vom nationalsozialistischen Volksgerichtshof in Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat unter erschwerenden Umständen“ zum Tode verurteilt, am 4. Juni 1937 nach dreitägiger Verhandlung jedoch „zur dauernden Unschädlichmachung“ zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt. Max Maddalena starb nach insgesamt acht Jahren unmenschlicher Haft am 22. Oktober 1943 an den Folgen seiner schweren Verwundung aus dem Ersten Weltkrieg und an einer Magenerkrankung bzw. Leberzirrhose als ein Opfer der sogenannten „schleichenden Hinrichtung“ der NS-Justiz.[30]

Friedrich Vallendor
2010

HIER ARBEITETE / UND WIRKTE / FRIEDRICH / VALLENDOR / JG. 1880 / VERHAFTET 22.8.1944 / AKTION 'GITTER' / KZ NATZWEILER / KZ DACHAU / ERMORDET 17.10.1944

Uhlandstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uhlandstraße 180[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Uhlandstraße 180“

Karl Jäckle
13. Nov. 2012

HIER WOHNTE / KARL JÄCKLE / JG. 1885 / IM WIDERSTAND - DGB / VERHAFTET 1944 / 'AKTION GITTER' / GEFÄNGNIS DARMSTADT / NATZWEILER-STRUTHOF / DACHAU - ALLACH / BEFREIT - ÜBERLEBT

Uhlandstraße 194[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Uhlandstraße 194“
HIER WOHNTE / ERWIN WEICK / JG. 1907 / IM WIDERSTAND - KPD / VERHAFTET 1937 / FLUCHTHILFE / ZUCHTHAUS / ASCHENDORFER MOOR / BEFREIT - ÜBERLEBT

Wiesenstraße 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Wiesenstraße 2“

Albert Bronner
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / ALBERT BRONNER ...
Albert Bronner, ein Zeuge Jehovas, wurde im April 1938 von der Gestapo verhaftet und saß im Radolfzeller Gefängnis in Schutzhaft. Von dort wurde er ohne Gerichtsverfahren in das KZ Dachau und später in das KZ Mauthausen überführt. Er starb wenige Tage nach seiner Befreiung durch die Amerikaner.

Zelglestraße 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Zelglestraße 9“

Frieda Gollrad
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / FRIEDA GOLLRAD / JG. 1904 / EINGEWISEN 1926 / HEIL-PFLEGEANSTALT / REICHENAU / 'VERLEGT' 1940 / GRAFENECK / ERMORDET 17.6.1940 / AKTION T4

Zur Dornermühle 27[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten „Zur Dornermühle 27, Stadtteil Hausen an der Aach“

Karl Mamert Thoma
14. Juli 2011

HIER WOHNTE / KARL MAMERT THOMA / JG. 1912 / VERHAFTET 1933 / GEFÄNGNIS ÜBERLINGEN / LAGER ANKENBUCK / 1936 ZUCHTHAUS LUDWIGSBURG / 1939 SACHSENHAUSEN / 1943 FLOSSENBÜRG / ÜBERLEBT
Karl Thoma wurde am 28. April 1912 in Hausen an der Aach geboren und verbrachte dort auch seine Kindheit. Ab 1929 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Singen (KJV) und später in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Vom 3. März bis zum 28. August 1933 war Thoma im Überlinger Gefängnis sowie im KZ Ankenbuck inhaftiert. Nach Untersuchungshaft in Radolfzell, Konstanz und Stockach wurde Karl Thoma 1936 wegen Hochverrats verurteilt und in das Zuchthaus Ludwigsburg überstellt. Von dort kam er 1939 erst in das KZ Sachsenhausen und später in das KZ Flossenbürg. Nach der Befreiung im Mai 1945 kam Thoma Anfang September nach Hausen zurück. Vom 1. November 1945 bis zum 15. Dezember 1948 sowie vom 10. März 1962 bis zum 9. Juni 1970 war Karl Thoma Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Er verstarb am 17. Mai 1985 und wurde auf dem Hausener Friedhof beigesetzt.[31]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stolpersteine in Singen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Kapp im Artikel „Neue Steine zum Stolpern“ in: Singener Wochenblatt. 7. November 2012; abgerufen am 28. August 2017.
  2. In #Turin (Italien) wurde heute der europaweit 50.000ste #Stolperstein verlegt! Er erinnert an Eleonora Levi. #Demnig @_Stolpersteine_ am 11. Januar 2015 auf Twitter.
  3. Andreas Nefzger: Der Spurenleger. In: FAZ.net. 7. Februar 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  4. „Stolpersteine für Singen“, Programm-Flyer zur Steineverlegung am 31. Januar 2015.
  5. 18 neue Stolpersteine für Singen. In: Südkurier.
  6. Putzen für die Erinnerung. In: Südkurier. 27. Januar 2017; abgerufen am 23. August 2017.
  7. „Stolpersteine für Singen“ bei „Radolfzell zur NS-Zeit“; abgerufen am 26. August 2017.
  8. Flyer „Stolpersteine für Singen - Steineverlegung 20. Februar 2018“, abgerufen am 26. Juli 2018
  9. Wilhelm J. Waibel: Adolf Wicker: Fluchthilfe für elsässische und französische Kriegsgefangene im Juli 1942 mit dramatischen Folgen für den Helfer; Singen, März 2012
  10. Wilhelm J. Waibel: Schatten am Hohentwiel: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Singen. Labhard, 1995, ISBN 978-3-926937-22-3.
  11. a b c d Biografie (Memento des Originals vom 24. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de der Familie Löwinstein bei www.stolpersteine-singen.de; abgerufen am 25. August 2017.
  12. „Max-Porzig-Straße“ bei www.google.de/maps/
  13. Roswitha Besnecker: Julius Wöhrle, anlässlich der Stolpersteinverlegung am 31. Januar 2015. Abgerufen auf stolpersteine-singen.de
  14. Biografie (Memento des Originals vom 24. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de der Johanna Schwarz bei www.stolpersteine-singen.de
  15. Biografie (Memento des Originals vom 24. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de des Heinrich Weber bei www.stolpersteine-singen.de
  16. a b c Biografie (Memento des Originals vom 26. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de der Familie Pollak bei www.stolpersteine-singen.de; abgerufen am 25. August 2017.
  17. Standesamt Singen, Meldekartei
  18. Ulrich Bauche (Hrsg.): Die Geschichte der Juden in Hamburg. Hamburg 1991, S. 450.
  19. Nur die Erwischten sind bekannt. In: WOZ-online. Nr. 35/2005, 1. September 2005; abgerufen am 28. August 2017.
  20. Biografie (Memento des Originals vom 26. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de des August Ruf bei www.stolpersteine-singen.de; abgerufen am 23. August 2017.
  21. Biografie (Memento des Originals vom 26. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de des Eugen Weiler bei www.stolpersteine-singen.de; abgerufen am 24. August 2017.
  22. FAQ zum Programm von Yad Vashem
  23. Biografie (Memento des Originals vom 26. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de des Daniel Jakob Kahn bei www.stolpersteine-singen.de; abgerufen am 24. August 2017.
  24. „Jakob-Kahn-Straße“ bei www.google.de/maps/
  25. Stolpersteine für Familie Thälmann verlegt in www.suedkurier.de, 20. Februar 2018
  26. Broschüre „SINGEN Geschichtspfad - Station 30: Jüdische Geschäfte in Singen“, Herausgeber: Stadt Singen, Juni 2005, ISBN 3-92-1412-17-6; gleichlautende Infotafel in der Scheffelstraße
  27. Stolperstein für Ernst Thälmann und seine Familie in Singen verlegt bei www.bawue.vvn-bda.de, 6. März 2018.
  28. Biografie (Memento des Originals vom 24. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stolpersteine-singen.de der Selma Lipsky bei www.stolpersteine-singen.de
  29. „Geschichtspfad Singen - Die Gewerkschaften“, Infotafel Nr. 20 am Haus Schwarzwaldstraße 30
  30. Hildegard Bibby: „Rede zur Einweihung des Gedenksteins für Max Maddalena“ am 5. Juli 2009; abgerufen am 28. August 2017.
  31. Biografie Karl Thomas von Sylvia Jäger (Tochter des Karl Thoma) und Roswitha Besnecker zur Stolpersteinverlegung am 14. Juli 2011.