Tabula Rasa (Fernsehserie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fernsehserie
Deutscher TitelTabula Rasa
OriginaltitelTabula rasa
Produktionsland Belgien, Deutschland
Originalsprache niederländisch
Jahr 2017
Produktions-
unternehmen
Caviar Films
Länge 48–53 Minuten
Episoden 9 in 1 Staffel (Liste)
Genre Drama, Thriller
Idee Malin-Sarah Gozin
Regie Kaat Beels, Jonas Govaerts
Drehbuch Malin-Sarah Gozin, Christophe Dirickx & Veerle Baetens
Musik Lachlan Anderson
Erstausstrahlung 29. Oktober 2017 auf Eén
Deutschsprachige
Erstveröffentlichung
31. Januar 2018 auf ZDFneo
Besetzung
Synchronisation

Tabula Rasa (im Original Tabula rasa) ist eine belgisch-deutsche Drama-Miniserie aus dem Jahr 2017, produziert im Auftrag von ZDFneo und der VRT, basierend auf der Idee von Malin-Sarah Gozin, die auch an den Drehbüchern mitschrieb.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Autounfall hat Annemie D'Haeze, genannt Mie, eine besonderen Form von Gedächtnisverlust und lebt deswegen in einer geschlossenen Psychiatrie. An das Leben vor dem Unfall kann sie sich gut erinnern. Neue Erinnerungen vergisst sie aber nach einem Tag. Sie selbst beschreibt dies als ein Sandsturm, der vorbeizieht und alles wegfegt. In besonders stressigen Situationen vergisst sie Sachen besonders schnell. Mie war die Letzte, die Kontakt zu dem vermissten Schrotthändler Thomas de Geest hatte, daher hat die Polizei die Hoffnung den Fall mit ihrer Hilfe zu lösen.

Um sich im Alltag zurechtzufinden hat Mie damit begonnen ihre täglichen Erlebnisse in einem persönlichen Tagebuch festzuhalten. In diesen persönlichen Notizen steht auch die Information, dass ihr eigenen Haus abgebrannt ist und sie anschließend mit ihrer Familie in das Haus ihres Opas im Wald gezogen ist. Doch irgendwie erscheint es Mie so als würde jemand ihre Notizen manipulieren, sie weiß also nicht wem sie vertrauen kann und wem nicht.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Synchronbuch von Harald Wolff unter der Dialogregie von Harald Wolff im Auftrag der Cinephon Filmproduktion Berlin.[1]

Hauptdarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Erscheinen (Folgen) Synchronsprecher[1]
Annemie Mie D'Haeze Veerle Baetens 1.01–1.09 Anja Stadlober
Benoit D'Haeze Stijn Van Opstal 1.01–1.09 Till Endemann
Thomas De Geest Jeroen Perceval 1.01–1.09 Jan Andres
Jacques Wolkers Gene Bervoets 1.01–1.09 Rüdiger Joswig
Dr. Mommaerts Natali Broods 1.01–1.09 Mareile Moeller
Romy D'Haeze Cécile Enthoven 1.01–1.09 Lily Alma Bredack
Karen Ruth Beeckmans 1.01–1.09 Vera Bunk
Rita Hilde Van Mieghem 1.01–1.08 Katja Brügger
Vronsky Peter van den Begin 1.01–1.08 Markus Pfeiffer
Nikki Lynn Van Royen 1.02–1.08 Leonie Dubuc

Nebendarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Erscheinen (Folgen) Synchronsprecher
Walter François Beukelaers 1.02–1.03, 1.05–1.06, 1.08 Lothar Hinze
Förster Marc Peeters 1.02–1.04, 1.08–1.09 Thomas Petruo
Oliver Tom Audenaert 1.02, 1.05–1.07 Gerrit Schmidt-Foß
Jackson Gregory Frateur 1.02–1.05 Dirk Stollberg
Mozes Bilall Fallah 1.02–1.03, 1.05–1.06 Marios Gavrilis
Patient Jan Debski 1.02–1.04, 1.07 Stefan Krause
Psychiater Steven van Watermeulen 1.01, 1.09 Christian Intorp
Reftermadam Lea Witvrouwen 1.06–1.07 Philine Peters-Arnolds

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Deutscher Titel Original­titel Erstaus­strahlung Belgien Deutsch­sprachige Erstaus­strahlung (ZDFneo)
1 Der Sandsturm De Geest 29. Oktober 2017 31. Januar 2018
2 Houdini Houdini 5. November 2017 7. Februar 2018
3 Das Schweigen im Wald Vogel voor de kat 12. November 2017 14. Februar 2018
4 Der rote Faden De draad van Ariadne 12. November 2017 21. Februar 2018
5 Wer ist V.? V. 19. November 2017 28. Februar 2018
6 Ein Moment Licht De Berenput 19. November 2017 7. März 2018
7 Die Wände haben Ohren Wally 26. November 2017 14. März 2018
8 Das Ende der Lügen Het bos door de bomen 26. November 2017 21. März 2018
9 Auf Kollisionskurs Bob 3. Dezember 2017 28. März 2018

Produktion und Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationale Premiere feierte Tabula Rasa auf dem Fantastic Fest in Austin im September 2017.[2] In Deutschland wurden die Folgen im Wochenrhythmus ab dem 31. Januar 2018 auf ZDFneo ausgestrahlt, ab dem 31. Januar 2018 waren alle Folgen in der ZDFmediathek zum Streaming abrufbar. Die Veröffentlichungsrechte für Großbritannien sicherte sich der Video-on-Demand-Dienst Walter Presents vom Channel 4.[3] Netflix sicherte sich weltweit die Ausstrahlungsrechte.[4]

Die Serie wurde teilweise durch den Flanders Audiovisual Fund finanziert, außerdem wurde die belgischen Steuervorteilsregelung von Minister Van Overtveldt in Anspruch genommen.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuschauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Internet Movie Database vergaben die Zuschauer eine Wertung von 8,1 von 10 bei etwa 7.300 abgegebenen Stimmen.[5]

Kritiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veronica Wulff schreibt in ihrer Rezension in der Süddeutschen, dass die Dialoge unbeholfen wirken, keine richtige Spannung aufkommt und die Musik verlässlich auf jeden Höhepunkt hinleitet. Positiv nahm sie Veerle Baetens in der Rolle von Mie wahr, aus ihrer Sicht wirkt sie natürlich und stellt sowohl die selbstbewusste und vernünftige Seite ihrer Figur, als auch die fahrige verwirrte Seite gut dar.[6]

Auch Frederiksson lobt die facettenreiche Darstellung von Baetens in der Frankfurter Rundschau. Außerdem hebt er hervor, dass mit den Soundeffekten und der Musik ein ständiger Grusel aufgebaut wird und das sich die Kameraführung erfrischend von deutschen Produktionen abhebt. Er merkt aber auch an, dass der Plot nicht neu ist und den erwartbaren Wendungen folgt, diese jedoch filmisch gut gestaltet sind.[7]

Vanessa Schneider vom Bayerischen Rundfunk zeigt sich begeistert über die Bildsprache, die sie an skandinavische Produktionen erinnert. Als besonders arty ist in ihren Augen, dass das Vergessen von Mie dadurch dargestellt wird, dass Gegenstände im Bild zu Sand verrinnen.[8]

Auch im englischsprachigen Ausland zeigen sich die Kritiker von der Bildsprache begeistert, so schreibt im britischen Guardian Euan Ferguson, dass er sich durch die Bildersprache in Tabula Rasa an einen guten 50er Jahre Film erinnert fühlt.[9] In der US-amerikanischen NY Times schreibt Margaret Lyons, dass Tabula Rasa beängstigend beunruhigend ist, aber nicht auf einem Slasher-Art, sondern mehr wie eine Art vergiftetes Gedicht.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensors-Verleihung 2018[11]

  • Preisträger in der Kategorie Bester Schauspieler, Fernsehserie für Peter Van Den Begin
  • Preisträger in der Kategorie Beste Schauspielerin, Fernsehserie für Lynn Van Royen
  • Preisträger in der Kategorie Bestes Drehbuch, Fernsehserie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tabula Rasa. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 11. Juli 2020.
  2. TABULA RASA. In: fantasticfest.com. Abgerufen am 14. Juli 2020 (englisch).
  3. WALTER PRESENTS sichert sich TABULA RASA für Grossbritannien. ZDF Enterprises, 12. Februar 2018, abgerufen am 14. Juli 2020.
  4. a b ZDF Enterprises und Netflix kooperieren bei TABULA RASA. ZDF Enterprises, 15. März 2018, abgerufen am 14. Juli 2020.
  5. Tabula Rasa. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 15. Juli 2020 (englisch).
  6. Veronica Wulff: Sand im Getriebe. Süddeutsche Zeitung, 30. Januar 2018, abgerufen am 15. Juli 2020.
  7. D. J. Frederiksson: Das belgische Memento. Frankfurter Rundschau, 31. Januar 2018, abgerufen am 15. Juli 2020.
  8. Vanessa Schneider: Die Frau ohne Erinnerung. Bayerischer Rundfunk, 31. Januar 2018, abgerufen am 15. Juli 2020.
  9. Euan Fergusson: The week in TV: The Bridge; Tabula Rasa; Homeland; Genderquake; Who Wants to Be a Millionaire? The Guardian, 13. Mai 2018, abgerufen am 15. Juli 2020 (englisch).
  10. Margaret Lyons: Tabula Rasa. New York Times, abgerufen am 15. Juli 2020 (englisch).
  11. „Le fidèle“ und „Tabula Rasa“ große Gewinner der Ensor-Filmpreise. Belgischer Rundfunk, 16. September 2018, abgerufen am 15. Juli 2020.