Tram Express Nord

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Bauarbeiten an der Tangentielle Nord in der Nähe des Bahnhofs Épinay-Villetaneuse; November 2012

Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Querverbindung der Vororte nördlich bzw. nordöstlich von Paris: Die Linie wird vom RER-Bahnhof Sartrouville im Yvelines zum Bahnhof Noisy-le-Sec im Département Seine-Saint-Denis führen. In der Anfangsphase der Planungen wurde die Bezeichnung Tangentielle Nord verwendet, welche Anfang 2014 durch den Terminus Tram Express Nord ersetzt wurde.[1] Seit Sommer 2016 wird sie unter der Bezeichnung T11 geführt.

Es handelt sich um ein Eisenbahnprojekt in der Region Île-de-France, welche dem Großraum Paris entspricht. Von der für den ÖPNV der Region verantwortlichen Organisation STIF wurde die Linie als Tram-Train eingestuft. Die Inbetriebnahme auf der mittleren Teilstrecke zwischen den Bahnhöfen Épinay-sur-Seine und Bourget ist für Juli 2017 vorgesehen, auf der Gesamtstrecke soll der Betrieb mit Horizont 2020 aufgenommen werden, wobei allerdings noch im Jahr 2016 die Finanzierung der Reststrecken noch nicht gesichert ist. [2] Die Projektplanung wird vom STIF ausgeführt, für den Bau sind SNCF und RFF zuständig. Den Betrieb wird die SNCF übernehmen.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villetaneuse: Neben der Bahnlinie Grande Ceinture ist die zukünftige Trasse des Tram Express Nord zu erkennen (Nov. 2012)

Die Linie wird über eine Länge von 28 km und über 14 Haltestellen verfügen, von denen 8 bereits vorhanden sind und Umsteigerelationen zu RER, Transilien und Straßenbahn bedienen werden.

Bei diesem Projekt wird ein neuartiger Ansatz aufgegriffen: Da die Strecke ausschließlich für den Personenverkehr vorgesehen ist, wird sie nicht einer Vollbahn entsprechend ausgebaut, sondern eher wie eine deutsche Stadtbahn: Die Trasse ist kleiner dimensioniert (8,5 m Breite statt der üblichen 10 m) und es kommen leichte Tram-Train-Fahrzeuge zum Einsatz, wodurch sich sowohl der Lärmpegel in Grenzen hält als auch die Anforderungen an den Streckenbau sinken. Die zweigleisige Trasse für die Tangentielle Nord wird neben der bereits vorhandenen und primär für den Güterverkehr benutzten Ligne de la grande ceinture de Paris, der Pariser Ringbahn, gebaut.

Der mittlere Bauabschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abschnitt Epinay-sur-Seine – Le Bourget ist das Mittelstück der Strecke und wird zuerst gebaut: Die 11 km lange Strecke wird neben der Grande Ceinture verlaufen. Zu den bereits vier bestehenden Bahnhöfen kommen drei neue hinzu. Alle werden Umsteigestellen zu anderen Nahverkehrsstrecken. Die sieben noch bestehenden Bahnübergänge werden durch Brücken bzw. Unterführungen ersetzt. [3]

Liste der Bahnhöfe von West nach Ost:

  • Epinay-sur-Seine RERRER.svg CParis rer C jms.svg TTramway-T.svg T8Logo Paris tram ligne8.svg
  • Epinay-Villetaneuse HLogo Paris Transilien ligneH.svg
  • Villetaneuse-Université TTramway-T.svg T8Logo Paris tram ligne8.svg
  • Pierrefitte-Stains RERRER.svg DParis rer D jms.svg
  • Stains-Cerisaie
  • Dugny-La Courneuve
  • Le Bourget RERRER.svg BParis rer B jms.svg

Mit den ersten vorbereitenden Bauarbeiten (Verlegung von Versorgungsleitungen u.ä.) wurde 2009 begonnen und ab Dezember 2010 wurde an der Infrastruktur der Strecke gearbeitet.

Ungewöhnlich für eine Straßenbahnlinie ist die Ausstattung der Strecke: Der mittlere Haltestellenabstand beträgt knapp 2 km. Die Betriebsspannung beträgt 25kV. Die Züge fahrem mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, was eine Reisegeschwindigkeit von fast 50 km/h erlaubt.[4]

Verlängerung nach Westen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstehen vier neue Bahnhöfe:

Verlängerung nach Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstehen drei neue Bahnhöfe:

  • Drancy-Bobigny TTramway-T.svg T1Logo Paris tram ligne1.svg
  • Bobigny-La-Folie
  • Noisy-le-Sec RERRER.svg EParis rer E jms.svg TTramway-T.svg T1Logo Paris tram ligne1.svg

Betrieb, Fahrzeuge und Wartung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustelle des zukünftigen Betriebshofes bei Noisy-le-Sec (2012)

Der Betrieb wird nicht mit klassischen Vollbahnfahrzeugen, sondern mit Tram-Train-Fahrzeugen des Typs Citadis Dualis durchgeführt werden. Die Fahrzeuge sind 42 m lang, 2,65 breit und fassen 250 Passagiere. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h.

Für den ersten Streckenabschnitt werden 11 Züge benötigt. Nach Fertigstellung der Gesamtstrecke kommen 38 Garnituren zum Einsatz. Die Wartung der Fahrzeuge wird in einem im Bau befindlichen Betriebshof in Noisy-le-Sec erfolgen. Dort entsteht auch die Streckenleitzentrale.

Das STIF beschloss Anfang Juni 2014 den Kauf von 15 Dualis-Garnituren. Die Auslieferung begann im Sommer 2016. An Juli 2017 soll auf dem ersten Streckenabschnitt zwischen Epinay und le Bourget der Betrieb aufgenommen werden. Die Kosten in Höhe von 88 Millionen Euro übernimmt das STIF. [5]

Zur Hauptverkehrszeit ist ein Intervall von 5 Minuten vorgesehen, ansonsten fahren die Züge im 10-Minuten-Abstand. Die Gesamtfahrzeit von Sartrouville bis Noisy-le-Sec soll 35 Minuten betragen.

Die erwartete Passagierfrequenz liegt bei 150 000 Personen pro Tag.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stif.info/IMG/pdf/nouveau_grand_paris.pdf Verlautbarung des STIF zu den geplanten Schienenprojekten im Ballungsraum Paris (frz.) mit Karte; abgerufen am 25. Februar 2014
  2. Kommentar: Erste Entwürfe gingen von Inbetriebnahmen im Jahr 2014 (für den ersten Teilabschnitt) bzw. im Jahr 2017 (für die Gesamtstrecke) aus.
  3. abgerufen am 29. Mai 2014
  4. Internetausgabe von Le Parisien vom 14. Juni 2016 (französisch); abgerufen am 26. August 2016
  5. France 3 Mitteileing vom 5. Juni 2014 (frz.) abgerufen am 6. Juni 2014
  6. SNCF-Pressemeldung vom 30. Juni 2008 (Memento vom 11. Dezember 2009 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]