CDG Express

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CDG Express ist der Name einer in Frankreich geplanten Eisenbahnverbindung, die den Pariser Ostbahnhof (Gare de l'Est) mit dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle verbinden soll. Die 32 Kilometer lange Strecke soll eine attraktive Verbindung ohne Zwischenstopps für Flugreisende bieten und im Rahmen eines Konzessionsmodells von einem privaten Unternehmen, das für den Betrieb der Züge allerdings auf die französischen Staatsbahn SNCF zurückgreifen muss, realisiert werden.

Fehlschlag des ersten Anlaufs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war eine Eröffnung bis 2016 angedacht, das Projekt konnte aber nicht realisiert werden, da der (einzige) im Rahmen des Auswahlverfahrens zugelassene Kandidat für den Erhalt der Konzession, ein Konsortium um den französischen Baukonzern Vinci, den Vertrag nicht wie ursprünglich vorgesehen im Laufe des Jahres 2010 unterschrieb.[1]

Ein zweiter Anlauf im Jahr 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Januar 2014 ein Mitglied der französischen Regierung im RER B zwischen dem Flughafen und Paris eine längerandauernde Panne erlebte, kam wieder Bewegung in das Projekt: Im Sommer 2014 trafen sich Vertreter der französischen Regierung, der Flughafenbetreibergesellschaft ADP und der RFF als Betreiber des Eisenbahnnetzes eine Vereinbarung, welche die Realisierung des Projektes vorsieht. Beginn der Bauarbeiten soll 2019 sein, Fertigstellung wird für 2023 erhofft.

Das Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplant ist eine Non-Stop-Verbindung zwischen dem Flughafen und dem Bahnhof Gare de l'Est. Die Züge sollen von 5 Uhr morgens bis Mitternacht im Viertelstundentakt fahren und für die 32 km lange Strecke nur 20 Minuten brauchen. Nur 8 km der Strecke müssen neu gebaut werden: ein kurzes Verbindungsstück zwischen den Ausfahrtsgleisen aus Gare de l'Est zu den Gleisen, die zur Gare du Nord führen und eine Strecke zwischen Villiparisis und dem Flughafen, neben der bestehenden TGV-Strecke.[2]

Die Vereinbarungen vom Frühjahr 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden Vereinbarungen bezüglich der Finanzierung des Projekts und des Fertigstellungstermins getroffen: Die Betreibergesellschaft wird von drei Unternehmen getragen, die jeweils ein Drittel des Kapitals der Gesellschaft übernehmen. es handelt sich um ADP, die Betreibergesellschaft der Pariser Flughäfen, um SNCF Réseau, welche das französische Eisenbahnnetz betreibt und die staatliche Caisse des Dépôts.

Die Baukosten werden auf ca. 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Jeder der drei Partner trägt 450 bis 500 Millionen Euro bei. ADP gibt einen Vorschuss in Höhe von 100 Millionen Euro, welcher zurückerstattet werden muss. Der Rest wird über Bankkredite finanziert. Nach Betriebsaufnahme soll sich das Unternehmen aus zwei Quellen finanzieren: zum einen zahlt der Betreiber der Züge Trassengeld (welches zum Teil aus der Zahl der Fahrgäste berechnet wird). Und zum andern wird ab April 2024 wird auf Flugtickets von und nach Paris (ausgenommen Transitflüge mit Umsteigen in Paris) ein Nahverkehrszuschlag erhoben, welcher bis zu 1,40 Euro betragen kann.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Figaro: Le projet de train reliant Paris à Roissy est menacé. 20. September 2010, abgerufen am 19. Mai 2011.
  2. Challenges.fr: Le CDG Express reliera Paris à Roissy en 20 minutes en 2023 (frz.) abgerufen am 1. September 2014
  3. [1]lesechof.fr vom 27. März 2017 (frz.), abgerufen am 2. April 2014

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]