Terra Utopische Romane

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Eric Frank Russell - Die Große Explosion - Cover

Terra Utopische Romane war eine westdeutsche Science-Fiction-Heftromanreihe, die von 1957 bis 1968 im Münchner Moewig-Verlag in 555 Ausgaben erschien und nach ihrer Einstellung in den Reihen Terra Nova und Terra Astra bis 1985 weitergeführt wurde. Sie entstand als Konkurrenz zur vom Rastatter Erich Pabel Verlag publizierten Reihe Utopia Zukunftsroman.

Konzept, Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten hundert Bände waren Leihbuchadaptionen von deutschen Autoren wie Karl-Herbert Scheer, Clark Darlton, Wolf Detlef Rohr, J. E. Wells, Jay Grams oder Kurt Brand. Hinzu kamen angloamerikanische Autoren wie Brian W. Aldiss, John Rackam, Jack Williamson, Murray Leinster, A. E. van Vogt, E. E. Smith und Poul Anderson. Ab 1960 waren auch Kurt Mahr und Hans Kneifel, später William Voltz und H. G. Ewers für Terra tätig:

Terra brachte in der Regel SF-Abenteuerstoffe, die im Niveau höher waren als jene, die etwa die Konkurrenzreihe Utopia publizierte, bemühte sich, junge deutsche Talente aufzubauen (und gelegentlich auch zu verschleißen) und scheute sich nicht, Stoffe von prominenten US-Autoren … zu präsentieren."[1]

Wie das Vorbild und Konkurrenzunternehmen Utopia Zukunftsroman war Terra Einstiegsliteratur für jugendliche Science-Fiction-Leser und bot in einem gewissen Maß deutschen Nachwuchsautoren erste Publikationsmöglichkeiten. Die Reihe enthielt auch Kurzzyklen wie Kneifels Interstellare Händler, der 1967 mit Freihändler der Galaxis (Nr. 520) begann. 1963 erschien als Nr. 298 Jürgen vom Scheidts Feuervogel, der im Vorjahr beim Bewin-Verlag als Leihbuch erschienen war.

Nebenserien, Fortsetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terra Extra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terra Extra erschien von 1962 bis 1968 in 182 Ausgaben und war eine Reaktion auf den durch die Perry-Rhodan-Serie ausgelösten deutschen SF-Boom. In der Serie wurden in der Masse Nachdrucke vor allem von Romanen von Scheer und Darlton publiziert, die inzwischen nicht mehr auf dem Markt erhältlich waren und jüngeren Perry-Rhodan-Lesern die Möglichkeit geben sollten, ältere Werke der beiden PR-Autoren kennenzulernen.

Terra Sonderband / Terra Taschenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Reihe wurde analog zum Utopia Großband konzipiert, erschien von 1958 bis 1965 in 99 Ausgaben und wurde von Günter M. Schelwokat bearbeitet. Die Hefte umfassten gut 96 Seiten und kosteten 1.- DM. Neben angloamerikanischer Mittelklasse-SF wurden auch hochwertige Werke wie Slan, Mission of Gravity oder Foundation publiziert. Wie bei anderen Heftromanpublikationen litten die Übersetzungen unter massiven Kürzungen.

Ab 1965 wurde der Sonderband als Terra Taschenbuch weitergeführt, ab 1971 vom Pabel-Verlag. TT war nach Heyne Science Fiction (ab 1958) und Goldmanns Zukunftsromanen (1960–1967) die drittälteste deutsche SF-Taschenbuchreihe. Bis 1979 erschienen 320 Bände. Durch die Normung auf 160 Seiten ergaben sich bei Übersetzungen teilweise massive Kürzungen.

Terra Fantasy Taschenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terra Fantasy Taschenbuch erschien ab Ende 1974 bis 1982 in 94 Ausgaben und war der Versuch Pabels, den Misserfolg von Dragon – Söhne von Atlantis auf dem Fantasy-Markt zu konterkarieren. Herausgeber war Hubert Straßl, der auch selbst als Autor in der Serie publizierte. Zu den Autoren gehörten Robert E. Howard, Andre Norton, John Jakes, Leigh Brackett, Hugh Walker (Pseudonym von Straßl), Michael Moorcock sowie zahlreiche von Lin Carter edierte Kurzgeschichten wie z. B. Jack VanceFlug der Zauberer (Nr. 21, 1976).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn, Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur. Bd. 2. Heyne, München 1980, ISBN 3-453-010647, S. 924–1004.
  • Heinz J. Galle: Volksbücher und Heftromane. Bd. 1: Der Boom nach 1945 – von Billy Jenkins bis Perry Rhodan. Dieter von Reeken Verlag, Lüneburg 2005, ISBN 3-8334-3232-2.
  • Hans-Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn: Dokumentation der Science Fiction ab 1926 in Wort und Bild. Nr. 1. Tandem Verlag, [Celle] 1978.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alpers/Fuchs/Hahn/Jeschke, Lexikon der Science Fiction Literatur, S. 924.