Thomatal

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Thomatal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Thomatal
Thomatal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 75,71 km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 13° 45′ OKoordinaten: 47° 4′ 17″ N, 13° 44′ 55″ O
Höhe: 1030 m ü. A.
Einwohner: 352 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 4,6 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5592
Vorwahl: 06476
Gemeindekennziffer: 5 05 11
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Thomatal 1
5592 Thomatal
Website: www.thomatal.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Drießler (Gemeinsam für Thomatal)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(9 Mitglieder)
9
Insgesamt 9 Sitze
  • GfT: 9
Lage von Thomatal im Bezirk Tamsweg
GöriachLessachMariapfarrMauterndorfMuhrRamingsteinSankt Andrä im LungauSankt Margarethen im LungauSankt Michael im LungauTamswegThomatalTwengUnternbergWeißpriachZederhausSalzburgLage der Gemeinde Thomatal im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Thomatal.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Thomatal ist eine der 15 Gemeinden im Bezirk Tamsweg (Lungau) im Land Salzburg in Österreich mit 352 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Thomatal liegt in der Talfurche zwischen dem Schwarzenberg und den Lungauer Nockbergen im Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge. Das Gemeindegebiet umfasst das Einzugsgebiet des Bundschuhbaches mit seinen Quellbächen. Der Schönfeldsattel bildet einen Übergang in die Krems (Kärnten).

Der Ort liegt auf 1030 Meter Seehöhe, der höchste Punkt der Gemeinde ist der Königstuhl mit 2336 Meter. Die Fläche umfasst 76 Quadratkilometer. Davon sind 48 Prozent bewaldet, 47 Prozent sind Almen und vier Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in zwei Katastralgemeinden bzw. gleichnamige Ortschaften (Fläche 2016[2], Bevölkerung Stand 1. Jänner 2022[3]):

  • Bundschuh (5.118,19 ha, 36 Einw.)
  • Thomatal (2.453,06 ha, 312 Einw.)

Bis Ende Jänner 1962 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Sankt Michael im Lungau, seit Februar 1962 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Tamsweg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Margarethen im Lungau Unternberg
Rennweg am Katschberg (SP) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ramingstein
Krems in Kärnten (SP) Stadl-Predlitz (MU)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Edenfest wurde urkundlich erstmals 1147 mit ihrem früheren Namen Lewenstein genannt. Der Bischof Reginbert von Passau schenkte Otto von Machlang Besitzungen im Lungau, nahm aber die Burg Lewenstein davon aus. Die Burg lag südlich von Gruben auf einem Felsen in einer Schlinge des Bundschuhbaches. Bereits 1467/70 wird sie in einem Lehenhsbrief als „öde Vest“ bezeichnet, heute sind nur noch wenige Mauerreste zu sehen, die 1998–1999 bei einer archäologische Grabung freigelegt wurden.[4]

Das Tal wurde 1314 in einem Kaufvertrag des Erzbischofs Weichart von Polheim erstmals schriftlich erwähnt. Funde von Grundmauern im Bereich der heutigen Kirche weisen auf die Reste eines Tempels des römischen Sonnengottes Mithras hin.[5][6]

Thomatal hat eine lange Bergbautradition. Eisen wurde im Schönfeldgebiet abgebaut und bis 1885 in einem Hochofen in Bundschuh geschmolzen. Zeugnisse davon sind im Montanmuseum in Bundschuh zu besichtigen.[7]

Eine Kirche gab es vermutlich seit dem 13. Jahrhundert, urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1470. Dennoch gehörte Thomatal lange zur Pfarre St. Michael. Durch eine Stiftung erhielt der Ort 1738 ein Vikariat. Eine eigenständige Pfarre ist Thomatal seit 1891.[8]

Die Gemeinde ist seit 1891 selbstständig.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Thomatal
  • Burgruine Edenvest
  • Katholische Pfarrkirche Thomatal hl. Georg: Auch Wallfahrtskirche, erstmals 1470 erwähnt. An den berühmtesten Pfarrer des Lungaues Valentin Pfeifenberger erinnert eine Statue vor der Pfarrkirche, sie zeigt den Pfarrer beim Palmsonntagsumzug mit dem Esel.
  • Hochofen in Bundschuh

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 30 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden sieben im Haupt-, achtzehn im Nebenerwerb, drei von Personengemeinschaften und zwei juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor waren 27 der 28 Erwerbstätigen im Bereich Herstellung von Waren beschäftigt. Im Dienstleistungssektor arbeiteten acht Menschen im Bereich soziale und öffentliche Dienste, fünf in Beherbergung und Gastronomie und einer im Handel.[9][10][11]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 30 36 14 14
Produktion 5 5 28 19
Dienstleistung 8 8 14 16

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 161 Erwerbstätige in Thomatal. Davon arbeiteten vierzig in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.[12]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort bietet sich als Startpunkt für Wanderungen in der Gebirgslandschaft oder zum erholsamen Urlaub an. Im Wintersportgebiet Schönfeld (1740 m) kann man Tourengehen oder auf der Höhenloipe langlaufen.

Die Anzahl der Übernachtungen in Thomatal stieg von 13.000 im Jahr 2010 auf 26.000 im Jahr 2019. Siebzig Prozent der Übernachtungen entfallen auf die Monate Jänner, Februar und März.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 9 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994–2019 Valentin König (Liste Thomatal)[14]
  • seit 2019 Klaus Drießler (Gemeinsam für Thomatal)[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at thomatal.png

Blasonierung (Wappenbeschreibung):

Im blauen Schild auf grünem Dreiberg ein silberner, runder Schmelzofen, aus dem oben drei Flammen lodern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thomatal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  2. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen am 19. Februar 2017
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  4. Die Burgruine Edenfest - Thomatal im Lungau. Abgerufen am 8. April 2021.
  5. Die Gemeinde Thomatal im Lungau im SalzburgerLand - Thomatal im Lungau. Abgerufen am 8. April 2021.
  6. Gemeinde Thomatal (Hrsg.): Ortschronik Thomatal. S. 44.
  7. Hochofenmuseum - Thomatal im Lungau. Abgerufen am 8. April 2021.
  8. Die Geschichte der Pfarre Thomatal im Lungau - Thomatal im Lungau. Abgerufen am 8. April 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  13. Ein Blick auf die Gemeinde Thomatal, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. April 2021.
  14. Valentin König. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  15. Die Gemeinde Thomatal im Lungau im SalzburgerLand - Thomatal im Lungau. Abgerufen am 8. April 2021.