Tamsweg

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Tamsweg
Wappen von Tamsweg
Tamsweg (Österreich)
Tamsweg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 117,45 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 13° 48′ O47.11666666666713.81022Koordinaten: 47° 7′ 0″ N, 13° 48′ 0″ O
Höhe: 1022 m ü. A.
Einwohner: 5.615 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 5580
Vorwahl: 06474
Gemeindekennziffer: 5 05 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
5580 Tamsweg
Website: www.tamsweg.at
Politik
Bürgermeister: Georg Gappmayer (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
16
4
3
2
16 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Tamsweg im Bezirk Tamsweg
Göriach Lessach Mariapfarr Mauterndorf Muhr Ramingstein Sankt Andrä im Lungau Sankt Margarethen im Lungau Sankt Michael im Lungau Tamsweg Thomatal Tweng Unternberg Weißpriach Zederhaus SalzburgLage der Gemeinde Tamsweg im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Tamsweg von St. Leonhard aus
Blick auf Tamsweg von St. Leonhard aus
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
St. Leonhard Kirche
Burgruine Klauseck
Der Prebersee mit dem Wasserschießstand
Pfarrkirche Hl. Johannes der Täufer in Seethal
Samsonumzug - Station vor dem Rathaus
Dampfsonderzug der Murtalbahn zwischen Madling und Tamsweg

Die Marktgemeinde Tamsweg ist der Bezirkshauptort des Lungaus im österreichischen Bundesland Salzburg mit 5615 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Tamsweg liegt am Preber im östlichen Lungauer Becken in einem breiten Talkessel am Zusammenfluss von Mur, Lungauer Taurach und Leißnitzbach. Im Norden umrahmen die Niederen Tauern das Becken. Tamsweg grenzt im Osten an die Steiermark, und wird hauptsächlich von dort erschlossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Haiden (246)
  • Keusching (44)
  • Lasaberg (184)
  • Mörtelsdorf (936)
  • Sauerfeld (456)
  • Seetal (137)
  • Tamsweg (3436)
  • Wölting (189)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Haiden, Keusching, Lasaberg, Mörtelsdorf, Sauerfeld, Seethal, Tamsweg und Wölting.

Benachbarte Gemeinden[Bearbeiten]

An Tamsweg grenzen

Geschichte[Bearbeiten]

Der Lungau wurde ab etwa 600 von Slawen und ab etwa 700 von Bajuwaren besiedelt. Der Name ist um etwa 1156 als Taemswich urkundlich erwähnt und könnte von einem Herrn Domes stammen, der sich um das Jahr 700 mit seiner Sippe hier niederließ. Damals übergab der Kärntner Adlige Eberhard von der Drau dem Salzburger Domkapitel ein Gut bei Tamsweg.

1246 kaufte Erzbischof Eberhard II. den lungauischen Besitz der Herren von Pettau und schenkte die Kirche und den halben Markt dem Domkapitel. Bereits damals dürfte Tamsweg eine eigene Pfarre gewesen sein. Eine Kirche ist erstmals 1231 urkundlich erwähnt, damals noch als Filialkirche von Mariapfarr.

Von 1428 bis 1433 wurde die Wallfahrtskirche St. Leonhard auf einer Anhöhe südlich des Ortes errichtet. Tamsweg wurde zu einem weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Wallfahrtsort und erfuhr einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung.

Ein Rückschlag erfolgte 1490, als Tamsweg im Laufe der Kriege Kaiser Friedrichs III. gegen den ungarischen König Matthias Corvinus, dessen Truppen sich in der befestigten St. Leonhardskirche festgesetzt hatten, von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und geplündert wurde. Auch die Reformation brachte einen Rückgang der Wallfahrten, die erst mit der Ansiedlung von Kapuzinermönchen im Zuge der Gegenreformation 1644 einen neuen Aufschwung nahmen.

1571 wurde der Ort Residenz der Freiherrn von Kuenburg. Der Salzburger Erzbischof Georg von Kuenburg verlieh dem Ort 1587 ein Marktwappen. Das älteste nachweisbare Wochenmarktprivileg stammt bereits aus dem Jahr 1416; das Marktrecht dürfte aber schon auf die Zeit der Pettauer zurückgehen.

Ab etwa 1700 bildete reger Handel mit Salz und Eisen, was für mehr als 200 Jahre eine bedeutende Einnahmequelle der Tamsweger Bürgerschaft war.

1797 wurde Tamsweg im Ersten Koalitionskrieg von französischen Truppen besetzt und musste eine Brandschatzung von 4518 Gulden leisten. Außerdem wurden 222 Ochsen und größere Mengen von Lebens- und Futtermitteln requiriert.

Nach dem Frieden von Luneville kam das bisherige Erzbistum Salzburg als Kronland und damit auch Tamsweg an Österreich. Das 19. Jahrhundert brachte für die Region einen Abstieg in Bedeutungslosigkeit, der mit Bevölkerungsrückgang, Armut und Entwicklungsdefiziten einher ging.

Erst um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert erfuhr die Region wieder einen Aufschwung, so wurde 1894 die Murtalbahn eröffnet, 1897 ein Elektrizitätswerk und eine Wasserleitung erbaut und 1908 folgte die Eröffnung des Krankenhauses.

1936 wurden sechs umliegende Landgemeinden eingemeindet und das Gemeindegebiet auf die heutige Fläche vergrößert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Von den Einwohnern gehört die überwiegende Mehrzahl (88,2 %) der römisch-katholischen Konfession an. Zweitgrößte Glaubensgemeinschaft ist der Islam, zu dem sich 3,4 % bekennen. Evangelisch sind 1,3 % der Einwohner. 6 % der Einwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bischof Johann Ebser von Chiemsee weihte am 20. September 1433 die neue Kirche. Neben Mariazell und St. Wolfgang zählte die besonders schön gelegene Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg im Spätmittelalter zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1949: Johann Hagenauer
  • aktuell: Georg Gappmayer (ÖVP), der sich bei der Bürgermeisterwahl am 9. März 2014 gegen Klaus Repetschnigg (SPÖ) durchsetzte.[2]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,5 %
(+13,7 %p)
14,2 %
(-12,2 %p)
8,1 %
(-2,0 %p)
18,2 %
(+0,6 %p)
2009

2014


Die Gemeindevertretung von Tamsweg hat 25 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl vom 9. März 2014 wie folgt zusammen:[3]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at tamsweg.png

Im Wappenbrief von 1587 wird das Wappen wie folgt beschrieben „Ainen Goldfarben oder gelben Schildt, und zu underist desselben drey spitzige Felsen, deren ainer höher als der ander, und in den Goldfarben oder gelben Feld ain Gämbß, mit den vordern Leuffen gerad yber sich gegen der rechten seiten springent, und mit den hindern auf dem nideristen Felsen steent (…).[4][5]

Blasonierung: „Im goldenen Schild drei spitzige, naturfarbige, von links nach rechts ansteigende Felsen nebeneinander. Von der linken Felsspitze springt eine Gämse über die beiden anderen Felsspitzen hinweg.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tamsweg

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Einkaufszentrum Coop Shopping Center ist das größte Handelsunternehmen im Lungau mit einer Verkaufsfläche von 3600 m². Als Ergänzung des Branchenmix im Kern des Hauptortes, öffnete das City Center Tamsweg im Dezember 2005 seine Pforten.

Verkehr[Bearbeiten]

Tamsweg ist von Osten her durch das Murtal über die Turracher Straße B 95 und die Murtalbahn und über Krakaudorf über die Murtal Straße B 96 erreichbar. Die B 95 führt von Tamsweg weiter nach Westen nach Mauterndorf, wo sie in der Katschberg Straße B 99 eine Fortsetzung über den Radstädter Tauernpass nach Radstadt hat. Die B 96 führt durch das Murtal nach St. Michael im Lungau, wo sie ebenfalls in die B 99 über den Katschberg nach Spittal an der Drau mündet. In St. Michael im Lungau besteht auch Anschluss an die Tauernautobahn A 10.

Außerdem hat Tamsweg auch einen Bahnhof der schmalspurigen Murtalbahn von Unzmarkt nach Mauterndorf.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Tamsweg ist Bezirkshauptort und damit Sitz einer Reihe von Ämtern und Behörden sowie Schulen.

Schulen[Bearbeiten]

  • Volksschulen:
    • Tamsweg
    • Sauerfeld (für die Ortschaften Atzmannsdorf, Burgstall, Penk, Sauerfeld und Traning)
    • Seetal
  • Neue Mittelschule - Sport und Technik
  • Höherbildende Schulen:
    • Bundesgymnasium
    • Bundeshandelsakademie
    • Bundeshandelsschule für Informationstechnik
    • Golfleistungszentrum West
  • Landwirtschaftsschule
  • Landesberufsschule
  • Polytechnische Schule
  • Sonderschule/Sonderpädagogisches Zentrum

Ämter[Bearbeiten]

  • Bezirkshauptmannschaft
  • Bezirksgericht
  • Finanzamt
  • Bezirkspolizeikommando und Polizeiinspektion

Andere staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen[Bearbeiten]

  • öffentliches Krankenhaus
  • Seniorenwohnheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus, Anton und Josefine Heitzmann: Tamsweg. Die Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden. Wolfgang Pfeifenberger Verlag, Tamsweg 2008 ISBN 978-3-901496-15-8
  • Franz Martin: Die Denkmale des politischen Bezirkes Tamsweg in Salzburg, Österreichische Kunsttopographie 22, Wien 1929

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tamsweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/bmw/index.htm#erg.119.1
  3. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.119.0.0.0.1
  4.  Valentin Hatheyer: Chronik des Marktes Tamsweg. S. 81.
  5.  Klaus Heitzmann, Klaus, Anton und Josefine Heitzmann (Hrsg.): Tamsweg, Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden. Tamsweg 2008, ISBN 978-3-901496-15-8, S. 22.
  6. Vereinigte zu Tamsweg. nationalagentur.unesco.at