Till Backhaus

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Till Backhaus 2017

Till Backhaus (* 13. März 1959 in Neuhaus (Elbe)) ist ein deutscher Politiker (SPD). Backhaus ist seit 1998 Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern und aktuell dienstältester Landesminister in Deutschland.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Till Backhaus, 2011

Nach dem Abitur mit Berufsabschluss Agrotechniker/Mechanisator 1978 in Pritzier-Schwechow leistete Backhaus bis 1980 seinen Wehrdienst bei der NVA ab und absolvierte anschließend ein Studium des Agraringenieurwesens an der Universität Rostock, welches er 1985 als Diplom-Agraringenieur der Fachrichtung Pflanzenproduktion beendete. Anschließend war er in der LPG (P) Neuhaus und danach als Abteilungsleiter in der LPG (P) Lübtheen tätig. 2001 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. agr. an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000.

Till Backhaus ist verheiratet. Er hat drei Kinder und zwei Enkel.[1][2]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Till Backhaus, 1990

1989 zählte Backhaus zu den Mitbegründern der Sozialdemokratischen Partei in der DDR in der Gemeinde Amt Neuhaus/Elbe, die seit dem 30. Juni 1993 aber wieder zum Landkreis Lüneburg und damit zu Niedersachsen gehört. Von 1991 bis 1994 war er Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Hagenow und von 1994 bis 2003 des SPD-Kreisverbandes Hagenow-Ludwigslust.

Von 2003 bis 2007 war er Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Von 2005 bis 2007 gehörte Backhaus dem SPD-Parteivorstand an. Er ist zudem einer der Leiter des Gesprächskreises Verbraucher, Ernährung & Landwirtschaft des SPD-Parteivorstandes.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von März bis Oktober 1990 gehörte Backhaus der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an.

Seit 1990 ist er Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Er wurde bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 1990 über die Landesliste und ab 1994 immer im Landtagswahlkreis Ludwigslust I gewählt. Im Landtag war er von 1992 bis 1998 Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft bzw. ab 1994 des Ausschusses für Landwirtschaft und Naturschutz.

Von 2004 bis 2006 war Backhaus Mitglied des Kreistages des Landkreises Ludwigslust.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Landtagswahl 1998 wurde Backhaus am 3. November 1998 als Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei in die von Ministerpräsident Harald Ringstorff geführte Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern berufen. Am 7. November 2006 wurde er zum Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in der Großen Koalition ernannt. Backhaus’ Ressort hatte 1999 mit dem Wort Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz das zu dieser Zeit mit 63 Buchstaben längste gültige und gebräuchliche zusammengesetzte Hauptwort der deutschen Sprache geschaffen.

Mit über 18 Jahren Amtszeit ist Till Backhaus der aktuell dienstälteste Landesminister in Deutschland.

Weitere Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backhaus war vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009 Mitglied des Verwaltungsrats der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Backhaus ist Aufsichtsratsvorsitzender der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (LGMV).

Debatte um Promotion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backhaus' Promotionsarbeit zum Thema Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000 mit einem Umfang von 66 Seiten hat Wilhelm Römer als „substanzlos[es] Machwerk“ kritisiert, das „weder inhaltlich noch formal wissenschaftlichen Ansprüchen“ entspreche. Backhaus geriet auch deswegen in die Kritik, weil sein Doktorvater Norbert Makowski 2000 und 2001 als Berater der dem Ministerium nachgeordneten Landwirtschaftlichen Beratungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein rund 13.500 Euro kassierte.[3][4] Im Februar 2016 kam durch zahlreiche Medienberichte die Debatte um diese Arbeit, verbunden mit Plagiatsvorwürfen, erneut auf. [5] Backhaus wies die Beschuldigungen im Wesentlichen zurück, räumte aber "kleinere Defizite" ein. [6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000. Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2001
Digitalisat (PDF; 1,5 MB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Till Backhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Till Backhaus – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweriner Volkzeitung: Till Backhaus erneut Vater 4. Januar 2016
  2. Dana Bethkenhagen/eska: Till und Ivonne Backhaus: Zu Hause bei einem Minister im Glück. In: svz. (svz.de [abgerufen am 8. Januar 2017]).
  3. Armin Fuhrer & Rüdiger Pannenborg: Affäre: Fragwürdige Würde. In: Focus. Nr. 16, 14. April 2003
  4. Gunther Latsch: Geld vom Gönner. In: Der Spiegel. Nr. 32, 2003, S. 31 (online).
  5. http://de.plagipedi.wikia.com/wiki/Backhaus,_Till:_Betrachtungen_zur_Getreideproduktion_in_Mecklenburg-Vorpommern_zwischen_1900_und_2000_%28Dissertation%29
  6. http://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/backhaus-kleinere-defizite-id12776811.html