Heiko Geue

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Heiko Geue (* 5. Oktober 1965 in Ettlingen) ist ein deutscher politischer Beamter. Seit Anfang 2014 leitet er als Ministerialdirektor die Abteilung 1 (Zentralabteilung, Engagementpolitik [1]) im Bundesfamilienministerium.[2] In den Jahren 2012/13 leitete er, anfangs beurlaubt, die Kampagne des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zur Bundestagswahl 2013. Von April 2011 bis zum 31. Oktober 2012 war Geue Staatssekretär im Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geue studierte von 1987 bis 1992 Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und schloss als Diplom-Volkswirt ab. Bis 1997 war er dort wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1996 wurde er mit der Arbeit Evolutionäre Institutionenökonomik. Ein Beitrag aus der Sicht der österreichischen Schule zum Dr. rer. pol. promoviert.

Von 1997 bis 1999 arbeitete Geue als wissenschaftlicher Referent bei der Handelskammer Hamburg, danach wechselte er in die Bundesverwaltung. Im Jahr 2000 wurde er Mitglied der SPD.[3] Nach einem Jahr als Referent im Bundesministerium für Bildung und Forschung wechselte Geue ins Bundeskanzleramt und war dort ab 2002 persönlicher Referent des Chefs des Bundeskanzleramtes, Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie Leiter der politischen Planung. Von 2005 bis 2009 leitete Geue den Leitungsbereich im Bundesministerium der Finanzen (BMF) unter Peer Steinbrück (SPD). Von 2010 bis zu seiner Ernennung zum Staatssekretär war er als Unterabteilungsleiter für die Beteiligungs- und Privatisierungspolitik des BMF verantwortlich. Vom 20. April 2011 bis zum 31. Oktober 2012 war Geue einer der Staatssekretäre im von Jens Bullerjahn (SPD) geführten Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt (Kabinett Haseloff I).

Zum 1. November 2012 wurde Geue in Sachsen-Anhalt beurlaubt und wechselte zurück nach Berlin, wo er Steinbrücks Wahlkampfteam operativ leitete.[4] Seit Anfang 2014 leitet Geue die Zentralabteilung, Engagementpolitik im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Kritik und Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geue geriet im Dezember 2012 nach seiner Ankündigung, Peer Steinbrücks Wahlkampf zu leiten, in die Kritik, weil er sich trotz seiner erklärten Absicht, nicht in den Dienst des Landes Sachsen-Anhalt zurückzukehren, lediglich beurlauben ließ und so weitere beamtenrechtliche Versorgungsansprüche erwarb.[5][6] Nachdem auch der juristische Dienst des Landtags in einem Gutachten die Rechtmäßigkeit der Beurlaubung angezweifelt hatte, wurde Geue im März 2013 in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[7]

Ab dem 2. April 2013 ermittelte die Staatsanwaltschaft Magdeburg gegen Geue wegen des Verdachts der Untreue durch private Nutzung von Dienstwagen. Ihm wurde vorgeworfen, Druck auf Untergebene und seinen Fahrer ausgeübt zu haben, um seinen Dienstwagen unentgeltlich für Privatfahrten (zum Beispiel zwischen seinem Arbeitsort Magdeburg und seinem Hauptwohnsitz Berlin) nutzen zu können.[8] Geues Dienstherr, Finanzminister Bullerjahn, sprach von einem gestörten Vertrauensverhältnis. Das Ermittlungsverfahren wurde im Februar 2014 eingestellt.[9]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatssekretär Ralf Kleindiek: Kooperation und Vernetzung@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmfsfj.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bmfsfj.de, am 25. Januar 2016, abgerufen am 11. September 2018
  2. Organigramm auf bmfsfj.de, abgerufen am 10. September 2018
  3. Daniel Friedrich Sturm: Schröder-Fan Geue will Steinbrück zur Macht bringen. In: Die Welt, 27. Oktober 2012.
  4. Hendrik Kranert-Rydzy, Kai Gauselmann: SPD-Wahlkampfmanager Heiko Geue sichert sich ab. In: Mitteldeutsche Zeitung, 4. Dezember 2012.
  5. Kai Gauselmann: Fall Geue: Staatssekretär profitiert auch von Regelung. In: Mitteldeutsche Zeitung, 14. Dezember 2012
  6. Staatssekretär Geue illegal beurlaubt? In: Mitteldeutsche Zeitung, 14. Dezember 2012.
  7. Veit Medick mit Material der dpa: SPD: Ärger für Steinbrücks Kampagnenchef Geue. In: Spiegel Online, 8. März 2013.
  8. Horand Knaup, Veit Medick: Steinbrücks Wahlkampfchef wehrt sich gegen Untreue-Vorwurf. In: Spiegel Online, 14. Mai 2013.
  9. Hendrik Kranert-Rydzy: Ex-Staatssekretär Geue: Ermittlungen eingestellt. In: Mitteldeutsche Zeitung, 17. März 2014, aktualisiert am 27. März 2014.