Tipico

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Tipico

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Rechtsform Co. Ltd.
Gründung 2004
Sitz Tipico Tower,
San Ġiljan, MaltaMalta Malta
Leitung OsterreichÖsterreich Joachim Baca
Mitarbeiterzahl 1.800
Umsatz 537 Mio. Euro
Branche Sportwetten
Website www.tipico.de
Stand: 2020

Tipico ist ein international tätiger Anbieter von Sportwetten, Casinospielen und einem Games-Angebot mit Sitz im maltesischen San Ġiljan. Tipico hält unter anderem eine deutsche Sportwetten-Konzession des Regierungspräsidiums Darmstadt sowie weitere Glücksspiellizenzen der Malta Gaming Authority. Das Unternehmen hat zudem Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Gibraltar, Kroatien, Kolumbien und den USA. Für die Tipico Gruppe arbeiten über 1.800 Mitarbeiter, darüber hinaus mehr als 6.000 Mitarbeiter im angeschlossenen Franchise-Netzwerk. CEO ist der Österreicher Joachim Baca.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tipico Co. Ltd. wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic (die sich bereits aus der gemeinsamen Schulzeit, in der sie in ein und dieselbe Klasse der Friedrich-List-Schule in Karlsruhe gingen[1], kannten) gemeinsam mit dem Karlsruher Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle[2] als internationale Handelsgesellschaft gegründet[3][4] und ebenso wie die Tipico Casino Ltd. als solche im Handelsregister der maltesischen Finanzaufsicht eingetragen.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt nach eigenen Angaben über 1.800 Mitarbeiter aus 57 verschiedenen Nationen. Für das angeschlossene Franchise-Netzwerk waren Stand November 2019 über 6.000 Mitarbeiter tätig. Neben dem Online-Geschäft betreibt Tipico in Deutschland und Österreich im Franchise-System Stand November 2019 über 1.250 Annahmestellen für Sportwetten. Damit ist Tipico mit einem Marktanteil von über 50 Prozent Marktführer in Deutschland und der sechstgrößte Wettanbieter der Welt.[5] Tipico ist eines von sieben Unternehmen, dem nach Angaben des Innenministeriums von Schleswig-Holstein eine Genehmigung für Sportwetten bei der Erstvergabe erteilt wurde.[6]

2010, sechs Jahre nach der Gründung, sprang der Umsatz von Tipico erstmals über die 100-Millionen-Euro-Schwelle.[1]

Im März 2011 hat eine Klage von Tipico dazu geführt, dass das Landgericht Köln der Westdeutschen Lotterie untersagt hat, Oddset-Wetten von Hartz-IV-Empfängern anzunehmen.[7] Gleiches erwirkte Tipico auch in Niedersachsen.[8] Kontrovers hierzu wird die Tatsache gesehen, dass es trotz der erwirkten Sperre im Internet möglich ist, Wetten in den zahlreichen Annahmestellen abzuschließen.

Seit 2016 hat Tipico mit dem Finanzunternehmen CVC Capital Partners einen neuen Mehrheitseigentümer, der 60 % des Unternehmens für 1,3 Milliarden Euro über ein Firmenkonstrukt im Steuerparadies Jersey erwarb.[1][9] Im Zuge des Verkaufs wurde mit dem Österreicher Joachim Baca auch ein neuer CEO bestellt.[10]

Am 9. Oktober 2020 erhielt Tipico im Rahmen der allerersten Konzessionserteilung durch das Regierungspräsidium Darmstadt eine Konzession für das Veranstalten von Sportwetten in Deutschland.[11] Bis Ende Mai 2021 hatte Tipico durch Franchisepartner 1300 Filialen eröffnet.[1]

Im August 2021 hat Tipico die Internet-Sportwetten-Lizenz im US-Bundesstaat Colorado erhalten und betreibt seitdem die mobile Online-App auch in den USA.[12]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland war Tipico unter anderem Sponsor des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV.[13] Seit der Saison 2014/15 ist Tipico in Österreich Sponsor der Fußball-Bundesliga.[14] Darüber hinaus ist Tipico seit der Saison 2015/16 Platin-Partner des FC Bayern München.[15] Seit 2015 ist Tipico auch Partner des FC Bayern Basketball.[16]

Seit Januar 2018 ist Tipico zudem offizieller Partner der Deutschen Fußball Liga (DFL). Bis einschließlich der Saison 2020/21 darf der Buchmacher die Symbole der Bundesliga und der 2. Bundesliga in seiner Kommunikation verwenden.[17] Auch SC Freiburg, Werder Bremen und VfL Bochum, TSG Hoffenheim und RB Leipzig waren Werbeträger für Tipico.[1]

Im Juli 2021 gab die ARD-Werbung SALES & SERVICES bekannt, dass Tipico neuer Werbepartner der Sportschau werde.[18]

Markenbotschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2013 bis Ende 2020[19] war Oliver Kahn Testimonial für Tipico und warb mit dem Slogan Ihre Wette in sicheren Händen für das Unternehmen.[20] Zudem waren Michael Konsel, Geert De Vlieger und seit 2014 auch Peter Schmeichel Markenbotschafter.[21]

Spielerschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tipico sieht nach eigenen Angaben die Sicherheit und den Spielerschutz als einen Teil des Produktversprechens. Kunden werden Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Begrenzung der monatlichen Ausgaben oder der gänzliche Selbstausschluss vom Wettangebot angeboten. Der Wettanbieter verfügt über einen durchgehend besetzten Kundendienst, ein Konsumentenschutz-Team und arbeitet mit externen Partnern aus der Wissenschaft und dem Hilfs- und Beratungssektor zusammen. Zu diesen gehören die Spielerambulanz der TU Dresden, der Lehrstuhl für Suchtforschung der Universität Luzern, die Spielsuchthilfe, die Onlineberatungsstelle Gambling Therapy und der Verein Glücksfall e.V..[22][23] Darüber hinaus besitzt Tipico ein verbindliches Spielerschutzkonzept und die Spielerschutz-Seite www.risk-in-safe-hands.com.

Vorgehen gegen Wettbetrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tipico unterstützt nach eigenen Angaben das Early Warning System (EWS) des Fußball-Weltverbandes (FIFA) und informiert Verbände und Veranstalter, sobald das Unternehmen auffällige Wettbewegungen registriert. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit der Integritätsabteilung von Sportradar, mit Betgenius, mit dem Internationalen Olympics Committee und zu der Tennis Integrity Unit der Internationalen Tennis Federation.[24]

Beihilfe zur Steuerhinterziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spiegel berichtete am 21. Mai 2021 über Selbstanzeigen von Tipico wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Das Unternehmen soll Provisionszahlungen am Fiskus vorbeigeschleust haben – darunter auch an einen Drahtzieher eines großen Wettskandals. Das Magazin berief sich auf das Onlineportal Business Insider, welches berichtet hatte, Tipico habe zwischen 2007 und 2012 Provisionszahlungen an Franchise in Deutschland am Fiskus vorbeigeschleust. Insgesamt 20,4 Millionen Euro habe das Unternehmen in der damaligen Zeit auf Auslandskonten der Vermittler überwiesen. Ein Tipico-Sprecher habe den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren wollen.[1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tipico ist Gründungsmitglied des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV), Mitglied des Österreichischen Buchmacherverband (OBMV) und bei der Malta Chamber of Commerce (maltesische Handelskammer).

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tipico steht in der Kritik, da eine große Anzahl von Filialen in ärmeren Wohnvierteln mit hohem Migrationsanteil errichtet wurde.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Christoph Winterbach, Robin Wille, Sara Wess, Sven Röbel, Nicola Naber, Roman Höfner, Rafael Buschmann, Malte Born, Sven Becker: Tipico: Die schmutzigen Geschäfte des Wettanbieters. In: Der Spiegel. Abgerufen am 21. Juni 2021.
  2. Wem gehört bet365, bwin und Tipico? Wer steckt dahinter? Abgerufen am 1. Juni 2021 (deutsch).
  3. Von Malta bis Mannheim über Hamburg und Karlsruhe - Mannheim - Nachrichten und Informationen. Abgerufen am 1. Juni 2021.
  4. Zockerparadies: Das große Geschäft – Transatlantic Journal. Abgerufen am 1. Juni 2021 (deutsch).
  5. Andy Roocroft: EGR Power 50 2019: Tipico (06). In: EGaming Review. 29. November 2019, abgerufen am 23. April 2020 (englisch).
  6. Glücksspielstaatsvertrag. Schleswig-Holstein beendet seinen Alleingang. Handelsblatt, 24. Juli 2012, abgerufen am 18. Februar 2017.
  7. Jens Witte: Glücksspiel. Gericht verbietet staatliche Sportwetten für Hartz-IV-Empfänger. Spiegel Online, 10. März 2011, abgerufen am 18. Februar 2017.
  8. Niedersachsen. Für Hartz-IV-Empfänger bleiben Sportwetten tabu. Spiegel Online, 6. Juli 2011, abgerufen am 18. Februar 2017.
  9. https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-von-malta-bis-mannheim-ueber-hamburg-und-karlsruhe-_arid,1412006.html
  10. Tipico mit neuem Eigentümer und CEO. Tipico, abgerufen am 18. Februar 2017.
  11. Erste Sportwettlizenzen vergeben. In: Games & Business online. 12. Oktober 2020, abgerufen am 26. November 2020.
  12. Sportwetten-Anbieter Tipico startet Online-Angebot in Colorado, casinoonline.de, abgerufen am 25. August 2021
  13. Sportsponsoring und Spenden. HSV und Tipico verlängern Partnerschaft. gamesundbusiness.de, 21. Januar 2016, archiviert vom Original am 29. Januar 2016; abgerufen am 10. Juni 2016.
  14. ÖFBL: Mit Tipico in die Bundesliga-Saison 2020/21. In: ÖFBL. 11. Februar 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  15. FC Bayern schließt neuen Millionen-Deal. In: http://www.tz.de/. 6. März 2015, abgerufen am 10. Juni 2016.
  16. Neue Partner: tipico steigt bei FC Bayern ein, basket.de, abgerufen am 28. Juli 2021
  17. Sponsoring: Tipico wird Partner der Fußball-Bundesliga. In: HORIZONT. (horizont.net [abgerufen am 17. Januar 2018]).
  18. ARD-Werbung: Sportvermarktung AS&S geht mit neuer Sponsoren-Kombi in die nächste Saison der Fußball-Bundesliga. In: Presseportal. 2. Juli 2021, archiviert vom Original am 3. Juli 2021; abgerufen am 6. Juli 2021.
  19. Ingo Rentz: Tipico und Oliver Kahn gehen künftig getrennte Wege. In: HORIZONT. 27. Oktober 2020, abgerufen am 21. November 2020.
  20. Online-Sportwetten: massive Werbung für ein illegales Produkt – das Risiko tragen die Nutzer, Meedia, 10. März 2017
  21. Tipico weitet Zusammenarbeit mit Torwart-Legende Peter Schmeichel aus, automatenmarkt.de, abgerufen am 15. Februar 2021
  22. Tipico: Konsumentenschutz. In: Tipico Group. Abgerufen am 23. April 2020.
  23. Tipico schreibt Spielerschutz groß & bietet Informationen. In: Sportwette.net. 24. März 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  24. Tipico: Integrität. In: Tipico Group. Abgerufen am 23. April 2020.