Peter Schmeichel

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Peter Schmeichel

Peter Schmeichel (2011)

Spielerinformationen
Voller Name Peter Bolesław Schmeichel
Geburtstag 18. November 1963
Geburtsort GladsaxeDänemark
Größe 193 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend

bis 1980
Hvidovre IF
Gladsaxe
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1980–1984
1984–1987
1987–1991
1991–1999
1999–2001
2001–2002
2002–2003
Gladsaxe-Hero
Hvidovre IF
Brøndby IF
Manchester United
Sporting Lissabon
Aston Villa
Manchester City


119 (2)
292 (1)
50 (0)
29 (1)
29 (0)
Nationalmannschaft
1984–1986
1987–2001
Dänemark U-21
Dänemark
8 (0)
129 (1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

1 Stand:

Peter Bolesław Schmeichel, MBE [ped̥ɐ ˈsmɑɪ̯ˀɡ̊l̩] (* 18. November 1963 in Gladsaxe) ist ein ehemaliger dänischer Fußballtorwart. Er wurde im Verlauf seiner Profikarriere zweimal zum Welttorhüter des Jahres gewählt. Hohe Bekanntheit erreichte Schmeichel unter anderem als Nationaltorhüter durch den Sieg der Europameisterschaft 1992 und als „Nummer 1“ beim Fußballclub Manchester United in den 1990er-Jahren. Mit „United“ gewann er fünf englische Meisterschaften, drei FA-Cup-Trophäen, eine Ligapokalausgabe sowie 1999 die Champions League. Zwischen 1988 und 2000 nahm er an vier aufeinanderfolgenden Europameisterschaftsendrundenturnieren und 1998 an der WM in Frankreich teil. Sein Torwartspiel war geprägt von einer enormen Physis, die mit einer Körpergröße von über 1,90 Meter und einem Kampfgewicht von mehr als 100 Kilogramm nicht selten einschüchternd auf Gegenspieler wirkte und seine Beweglichkeit auch nicht einschränkte. Charakteristisch waren für ihn ebenso die lautstarken Ansagen im Spiel, mit denen er seine vor ihm platzierten Abwehrleute kommandierte oder bei Fehlern „kritisierte“.[1] Sein Sohn Kasper folgte ihm in seine Fußstapfen und wurde ebenfalls englischer Erstliga- und dänischer Nationaltorhüter.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Anfänge in Dänemark (bis 1991)[Bearbeiten]

Schmeichel wurde in der ostdänischen Kirchspielsgemeinde Søborggård Sogn (Gladsaxe Kommune) als Sohn eines polnischen Jazzmusikers und einer dänischen Krankenschwester geboren. Bis 1970 war er noch polnischer Staatsbürger – sein zweiter Vorname Bolesław geht auf den Urgroßvater zurück –, bevor er, sein Vater und die Geschwister eingebürgert wurden. Er verbrachte seine frühen Jahre rund zehn Kilometer nordwestlich von Kopenhagen in Buddinge und die Fußballerlaufbahn begann im angrenzenden Vorort Høje Gladsaxe mit dem ersten Spiel im Alter von acht Jahren im August 1972. Nach zweieinhalb Jahren ohne Niederlage schloss sich der junge Torhüter dem für seine gute Jugendarbeit bekannten Klub Hero an, der einige Spielklassen über Høje-Gladsaxe angesiedelt war und später mit Gladsaxe zu Gladsaxe-Hero BK fusionierte. Während dieser Zeit erhielt Schmeichel die Gelegenheit für die seeländische Regionalauswahl zwischen den Pfosten zu stehen.

Nach dem Übergang in den Seniorenbereich von Gladsaxe-Hero traf Schmeichel auf Svend Aage Hansen, der als Trainer der ersten Mannschaft fungierte und fortan als dessen Mentor galt – später wurde er sogar Schmeichels Schwiegervater. Als der damalige Drittligist bereits als Absteiger feststand, berief Hansen Schmeichel gemeinsam mit sechs anderen Jugendakteuren am drittletzten Spieltag ins Team. Die Partie gegen Birkerød ging zwar mit 0:1 verloren, aber die lokalen Zeitungen hoben Schmeichels Darbietung positiv hervor. Zum Ende der Spielzeit eröffnete Hansen ihm einen Karriereplan, der vorsah noch zwei weitere Jahre bei seiner Mannschaft zu bleiben, danach zu Hvidovre IF zu wechseln, von dort zum dänischen Nationaltorhüter zu reifen und später eine erfolgreiche Laufbahn im Ausland zu verleben. Schmeichel hatte parallel ein Anfrage von B 1903 Kopenhagen erhalten, den Klub jedoch als „etwas langweilig“ abgelehnt. Vor dem Beginn seiner Profikarriere hatte Schmeichel „reguläre Berufe“ ausgeübt. Seine erste Tätigkeit war in der Färberei eines Textilunternehmens, die er nach einigen Bedenken in Sicherheitsfragen wieder aufgab. Ein Jahr arbeitete er danach als Reigungskraft in einem Seniorenheim, bevor er einen Bürojob beim WWF aufnahm. Nur wenige Wochen nach seiner Einstellung wurde er zum Verkaufsleiter befördert. Weiterhin kurz darauf musste er seinen Wehrdienst ableisten, wobei diese Verpflichtung zeitlich mit den Aufgaben als Torwart für Hvidovre und als WWF-Mitarbeiter kollidierte. Dies führte dazu, dass er beim WWF aufhörte und im Gebäudereinigungsunternehmen seines Schwiegervaters unterkam. Die dort von ihm verlangten Tätigkeiten waren jedoch wenig ideal für den damals mit rund 95 Kilogramm bereits schweren Schmeichel und so arbeitete er danach im Werbeunternehmen von Hvidovres Präsidenten. Diese Arbeit war seine letzte vor dem vollständigen Eintritt ins Fußballgeschäft und im Frühling 1987 erhielt er ein Vertragsangebot von Brøndby IF. Bei Hvidovre hatte er zu den Leistungsträgern gehört, wenngleich er zunächst trotz nur 40 Gegentoren in 30 Ligapartien 1985 in die Zweitklassigkeit absteigen musste. Im Jahr darauf gelang der direkte Wiederaufstieg und vor der anschließenden 1987er Spielzeit ging es für ihn zu Brøndby.

Schmeichel gewann bereits in seinem ersten Jahr mit Brøndby die dänische Meisterschaft und in dieser Zeit debütierte er im Mai 1987 unter Sepp Piontek als dänischer Nationaltorhüter – nur ein Jahr später entwickelte er sich bereits zum Stammkeeper bei der Euro 1988 in Deutschland. Insgesamt errang Schmeichel vier Ligatitel in fünf Jahren und auf dem Höhepunkt seiner dänischen Vereinskarriere stand er 1991 im Halbfinale des UEFA-Pokals, das gegen den AS Rom nur knapp durch ein „Last-Minute-Tor“ von Rudi Völler verloren ging.[2]

Manchester United (1991–99)[Bearbeiten]

Im August 1991 schloss sich Schmeichel für eine Ablösesumme von 500.000 Pfund dem englischen Klub Manchester United an – der Transfer wurde auch dadurch erleichtert, dass Schmeichel bereits in jungen Jahren Anhänger von „United“ gewesen war. Er debütierte am 17. August 1991 daheim gegen Notts County und blieb beim 2:0-Sieg ebenso ohne Gegentor wie in den folgenden drei Partien. Er absolvierte 40 Ligapartien in der Saison 1991/92 und Manchesters Abwehr kassierte nur 33 Gegentreffer in diesem Jahr. Dessen ungeachtet genügte dies nicht für den Gewinn der englischen Meisterschaft, denn am Ende sprang nur der zweite Platz hinter Leeds United heraus. Zuvor hatte er aber schon mit dem Ligapokal seine erste bedeutende Trophäe in England gewonnen und beim 1:0-Finalsieg gegen Nottingham Forest hielt er sich erneut schadlos. Spätestens mit dem überraschenden Gewinn der Europameisterschaft 1992 mit Dänemark galt Schmeichel als einer der weltweit besten Torhüter. Er konservierte seine gute Form in der anschließenden Saison 1992/93, verhalf Manchester United zum ersten englischen Meistertitel nach 26 Jahren und wurde anschließend in die Mannschaft des Jahres gewählt. Im Jahr darauf verteidigte Schmeichel mit United den Premier-League-Titel; dazu stand er mit seinen Mannen in beiden heimischen Pokalendspielen. Während das Finale im Ligapokal mit 1:3 gegen Aston Villa verloren ging und Schmeichel dabei von Les Sealy vertreten wurde, sorgte das 4:0 im FA Cup gegen den FC Chelsea mit Schmeichel zwischen den Pfosten für das erste „Double“ in der Vereinsgeschichte. Im März 1994 hatte er dazu Alex Stepneys Rekord von 92 Spielen für Manchester United ohne Unterbrechung verbessert. Eine erste längere Verletzungspause ereilte ihn Mitte der Spielzeit 1994/95, die ihn rund sechs Wochen außer Gefecht setzte. Weitere Enttäuschungen waren sportlicher Natur und im Titelrennen musste man sich 1995 den Blackburn Rovers ebenso geschlagen geben wie im Finale des FA Cups dem FC Everton mit 0:1.

Neben seinen Fähigkeiten als Torhüter beteiligte sich Schmeichel ab Mitte der 1990er-Jahre zunehmend am Offensivaktionen. Dabei kamen der Mannschaft seine Stärken im Passspiel zugute, die vor allem bei Konterangriffen Wirkung zeigten. Regelmäßig zog es ihn kurz vor Spielende bei eigenen Eckbällen in den gegnerischen Strafraum, wenn dringend ein Tor benötigt wurde. Dabei sorgte er häufig zumindest für Konfusion beim Gegner und in der ersten Runde des UEFA-Pokals schoss er gegen Rotor Wolgograd sogar ein Tor. Es reichte jedoch nicht zum Weiterkommen, aber trotz der Enttäuschung im Europapokal war die Saison 1995/96 wieder erfolgreich. Auf dem Weg zum Gewinn seiner mittlerweile dritten englischen Meisterschaft kam Schmeichel erneut eine Schlüsselrolle zu. Er blieb in zwölf der 16 letzten Ligaspielen ohne Gegentor und besonders seine Leistung im direkten Duell beim ärgsten Konkurrenten Newcastle United, das mit 1:0 gewonnen wurde, wurde von Experten sehr gerühmt. Mit einem 1:0 im FA-Cup-Finale gegen den FC Liverpool sicherte sich Schmeichel mit United das zweite englische Double in seiner Laufbahn. Weitere englische Meisterschaften folgten 1997 und 1999, wobei sich 1999 ein drittes Mal der FA Cup dazugesellte. Im November 1998 hatte Schmeichel da schon seinen Rückzug vom englischen Fußball bekannt gegeben, mit der Begründung, dass er fürchtete, den hohen Anforderungen künftig nicht mehr gerecht zu werden. Sein letzter Einsatz war am 26. Mai 1999 in Barcelona im Finale der Champions League. Auf dramatische Weise drehte Manchester dort durch zwei Tore der zuvor eingewechselten Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjær in der Nachspielzeit die Partie in einen 2:1-Sieg um. Danach verließ Schmeichel die „Red Devils“, für die er in insgesamt 292 Ligaspielen 177 Mal ohne Gegentor blieb.[3]

Karriereausklang (1999–2003)[Bearbeiten]

Er sollte auch bei seiner nächsten Station weiter erfolgreich sein. So wurde er im Alter von 37 Jahren mit Sporting Lissabon 2000 portugiesischer Meister.

Am 30. Mai 2001 gab er sein Karriereende bekannt.[4] Die Entscheidung revidierte Schmeichel im Juli 2001 wieder, um in die englische Premier League zurückzukehren und bei Aston Villa anzuheuern.[5] Am 12. April 2002 löste Peter Schmeichel seinen Vertrag bei Aston Villa auf, nachdem ihm dort keine Stammplatzgarantie für die kommende Saison gegeben wurde.[6] Zur Saison 2002/03 wechselte er zu Manchester City, ehe er 2003 seine Karriere beendete.

Dänische Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Sein wohl größter Erfolg war der überraschende Gewinn der Europameisterschaft 1992, als Dänemark im Finale Deutschland mit 2:0 bezwang.

Schmeichel hütete in insgesamt 129 Länderspielen das Tor der dänischen Nationalmannschaft.

Zweite Karriere im TV[Bearbeiten]

Peter Schmeichel präsentiert seit 2004 zusammen mit seinen ehemaligen Kollegen Preben Elkjær Larsen und Brian Laudrup die Berichterstattung der UEFA Champions League auf dem dänischen Sender TV3. Seitdem erschien er in verschiedenen Formaten im Fernsehen, die auch teilweise keinen Bezug zum Fußball haben. So war Schmeichel im Februar 2007 der Showmaster der Quiz-Sendung 1 mod 100 auf TV3, der dänischen Version von 1 gegen 100. Seit 2008 ist er zudem Protagonist der europäischen Ausgabe von Dirty Jobs auf Discovery Channel.

Titel/Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Schmeichel responds to Keane's statement in ITV documentary that they didn't get on at United and says the Irishman and Sir Alex are too similar for their own good“ (Daily Mail)
  2.  Peter Schmeichel und Egon Balsby: Schmeichel: The Autobiography. Virgin Publishing, London 2000, ISBN 0-7535-0444-8, S. 25–37.
  3. „Peter SCHMEICHEL - Manchester United FC - Biography of his football career at Old Trafford.“ (Sporting Heroes)
  4. Schmeichel wirft Handschuhe hin (Pressemitteilung von RP-Online vom 30. Mai 2001)
  5. Peter Schmeichel wechselt nach Birmingham (kicker.de-Pressemitteilung vom 12. Juli 2001)
  6. Schmeichel steigt bei Aston Villa aus (kicker.de-Pressemitteilung vom 12. April 2002)
  7. 1992 team of the tournament. In: Union of European Football Associations, 17. Oktober 2011. Abgerufen am 17. Juni 2012. 
Vorgänger Amt Nachfolger
Brian Laudrup
Brian Laudrup
Ebbe Sand
Fußballer des Jahres in Dänemark
1990
1993
2000
Kim Vilfort
Thomas Helveg
René Henriksen